Am 6. März 2019 fand ein Fachtag für Kommunale Jobcenter und Organisations- bzw. Personalverantwortliche der hessischen Landkreise und kreisfreien Städte  statt. Der „Groß-Gerauer Impuls“ beschäftigte sich mit der Innovationsfähigkeit der Kommunalen Jobcenter (KJC).

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Groß-Gerauer Impuls 2019 – Das Kommunale Jobcenter als Innovationsmotor der Verwaltung_ _ ARBEITSWELT Hessen

Neue Wege bei der Fachtagung „Verfestigte Arbeitslosigkeit“

Die so genannte “Verfestigte Arbeitslosigkeit” ist eines der großen gesellschaftlichen Probleme in Deutschland. Gerade Menschen, die mehr als ein Jahr arbeitslos sind, leiden oft unter sozialer Isolation und gesundheitlichen Einschränkungen. Diese Schwierigkeiten stehen häufig einer erfolgreichen Integration in den Arbeitsmarkt entgegen. Im Rahmen einer Fachtagung mit dem Titel “Fit in Arbeit” nahm sich der Hessische Landkreistag in Kooperation mit dem Landkreis Darmstadt-Dieburg des Themas an. Drei Impulsreferate beschäftigten sich mit der Langzeitarbeitslosigkeit aus sozialethischer Sicht, mit dem Projekt “JobFit NRW” sowie mit der Fördergesetzgebung zur Bekämpfung der verfestigten Arbeitslosigkeit. In den vier Fachforen wurde über das Projekt Gesundheitsprogramm der Aufbaugilde Heilbronn sowie über aktive Wochen für Bestandskunden und die gesundheitlichen Anforderungen – ein Projekt aus Erlangen – berichtet. Weitere Themen der Foren waren die Gesundheitsmaßnahmen im Rahmen des SGB II und des Beschäftigungspakets für Ältere sowie zielgruppenspezifische arbeitsmarktintegrative Gesundheitsförderung.

Die Fachtagung bot über die Referate und Foren hinaus die Gelegenheit, sich dem wichtigen Thema aus einem anderen Blickwinkel zu nähern. Parallel zur Tagung fand eine Ausstellung der Krankenkassen statt. “Fit in Arbeit” richtete sich an alle Leitungskräfte und Fallmanager von Grundsicherungs- und Sozialhilfeträgern, aber auch an die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Gesundheitsämter, von Beschäftigungsträgern, freien Trägern, Beratungsstellen, Krankenkassen und Rententrägern. Der Eigenbetrieb Neue Wege Kreis Bergstraße nahm ebenfalls mit Vertretern teil. 10 Fallmanager konnten so, vertieft, die spezifischen Probleme der „Verfestigten Arbeitslosigkeit“ beleuchten und zusätzliche Erkenntnisse für ihre tägliche Arbeit gewinnen.

Erfolgreich in die Selbstständigkeit

Existenzgründung: Nadine Pfleger hat einen Frisör-Salon eröffnet und sucht weitere Mitarbeiter / Gute berufliche Perspektiven

Nadine Pfleger zieht eine positive Bilanz. Die Friseurmeisterin hat den Sprung in die Selbstständigkeit geschafft. “Es war nicht einfach, aber es hat sich gelohnt”, so die 26jährige Existenzgründerin, die seit drei Jahren einen eigenen Salon in Einhausen führt. Mit Erfolg: Die erste Auszubildende hat ihre Lehrzeit bereits abgeschlossen, jetzt ist die Geschäftsfrau auf der Suche nach einem weiteren Mitarbeiter für ihr junges Team.
Nadine Pfleger weiß aus eigener Erfahrung, wie wichtig eine fachkundige Beratung ist. Nur durch eine kompetente Begleitung können die Risiken, die jede Existenzgründung mit sich bringt, deutlich verringert werden, damit der Schritt in die berufliche Selbstständigkeit ein realistisches und überschaubares Ziel bleibt. Für sie war die Existenzgründungsberatung über den Eigenbetrieb Neue Wege eine elementare Entscheidungshilfe, um den Rahmen ihrer Geschäftsidee abzustecken und Informationsdefizite beheben zu können – nach wie vor die zweithäufigste Ursache für das frühzeitige Scheitern junger Unternehmen.
Über das Heppenheimer Jobcenter wurde Nadine Pfleger eine fachkundige Beratung vermittelt. Die Experten verfügen über vielfältige Kontakte zu Betrieben, Kammern und Verbänden und kennen die aktuellen Veränderungen in Berufsbildern, Branchen und Betrieben. Für die Friseurmeisterin eine wichtige Begleitung bei der komplexen Planungsarbeit im Vorfeld der Geschäftseröffnung. Denn jeder Gründer startet aus einer individuellen Ausgangsposition: Finanzielles Potenzial, Qualifikation, Alter und persönliches Umfeld sind wesentliche Faktoren, die beim Neustart unbedingt beachtet werden sollten. Im persönlichen Gespräch mit dem Fachberater können verschiedene Fördermöglichkeiten gefunden werden, um die Risiken für den Neugründer kalkulierbar zu machen. Neutrale Spezialisten können Unternehmenskonzepte sachlich beurteilen und individuelle Hilfen anbieten.

“Ich wollte etwas Eigenes beginnen”, beschreibt Nadine Pfleger ihre persönliche Motivation. Nach ihrer Ausbildung und der Meisterschule hatte sie intensiv über ihre berufliche Zukunft nachgedacht und sich für den Schritt in die Selbstständigkeit entschieden. Noch während sie als arbeitssuchend gemeldet war, hörte sie von einem leer stehenden Friseursalon in Einhausen. Im Dialog mit Neue Wege konnte sie ihre Geschäftsidee weiter entwickeln und die unternehmerischen Ziele exakt formulieren. Auch bei Behördengängen und finanziellen Angelegenheiten wurde die Existenzgründerin dauerhaft begleitet. “Die Eröffnung war ein besonderer Tag für mich”, erinnert sich die Friseurin. Der Neustart funktioniert, die Zahl der Kunden wurde langsam größer. Kurz darauf wurde ihr über den Arbeitgeberservice von Neue Wege die erste Auszubildende vermittelt, die heute fest im Salon mitarbeitet.
Jetzt hat Nadine Pfleger das nächste Ziel vor Augen: Noch in diesem Jahr beginnt sie ein Studium der Betriebswirtschaftslehre in Heidelberg, um ihre beruflichen Perspektiven weiter zu verbessern. Für die Arbeit im Salon sucht sie eine fest angestellte Friseurin, um das Geschäft am laufen zu halten.

Jobs in der Pflege

Eigenbetrieb Neue Wege unterstützt Vermittlungs- und Qualifizierungsmaßnahmen zur Betreuung demenzkranker Menschen

Für 28 Arbeitssuchende aus dem Kreis Bergstraße beginnt dieser Tage ein neuer Lebensabschnitt: Ihre Qualifikation zum Betreuungsassistenten. Wie der Erste Kreisbeigeordnete und Sozialdezernent Thomas Metz ausführt, hat der Bergsträßer Eigenbetrieb Neue Wege Qualifizierungsvereinbarungen mit dem Caritas Verband Darmstadt e.V. und der Johanniter-Unfall-Hilfe Kreisverband Bergstraße e.V. getroffen. Die Kurse finden nun in den Caritasheimen Bensheim und Bürstadt sowie in Kooperation mit den Johannitern in Viernheim statt.

„Das Pflege-Weiterentwicklungsgesetz sieht vor, dass Pflegeheime für Menschen mit dementiellen Erkrankungen zusätzliche Betreuungskräfte beschäftigen können. Dies bedeutet eine gute Chance, geeigneten Arbeitssuchenden zu einer langfristigen Beschäftigung verhelfen zu können. Der Eigenbetrieb hat diese Möglichkeiten erkannt und wahrgenommen“ so Metz.

Aufgabenbereich der Betreuungsassistenten, die von den Pflegekassen finanziert werden, ist nicht die medizinische Pflege, sondern eine ergänzende Tätigkeit in der sozialen Betreuung. Für die Auswahl geeigneter Bewerberinnen und Bewerber, die nach strengen fachlichen Kriterien erfolgt, ist es von Vorteil, dass ein Teil der von Neue Wege betreuten Arbeitslosen bereits über gute Vorkenntnisse im Pflegebereich verfügen. Neben den fachlichen Voraussetzungen geht es überdies darum, dass diese Menschen auch persönlich geeignet und motiviert sind.

Nach Angaben von Patientenvereinigungen leben in Deutschland derzeit über eine Million Demenzkranke, von denen zwei Drittel von der Alzheimer-Krankheit betroffen sind. Experten gehen davon aus, dass bis zum Jahr 2050 etwa 2,6 Millionen Menschen erkrankt sein werden. Die Zahl der Patienten, die in ihrer geistigen Leistungs- und Orientierungsfähigkeit stark eingeschränkt sind, steigt durchschnittlich um fast 35.000 pro Jahr.

Eine im Vorfeld durchgeführte Erhebung bei den Trägern sozialer Einrichtungen im Kreis Bergstraße hatte ergeben, dass durchaus Nachfrage an Betreuungsassistenten besteht. Eigenbetriebsleiter Rainer Burelbach sieht daher für die qualifizierten Teilnehmerinnen und Teilnehmer gute Vermittlungschancen.

Fördern und Fordern ist die Devise

Einstiegsoffensive Neues Angebot des Jobcenters wird gut genutzt / 78 Arbeitssuchende machen mit

(peg). “Fördern und Fordern” lautet seit Januar die Devise im Jobcenter Bürstadt. Mit dem Sofortangebot Einstiegsoffensive (EO) unterstützt der Eigenbetrieb “Neue Wege” arbeitslose Menschen beim Wiedereinstieg in die Beschäftigung und bietet Hilfe zur Selbsthilfe. Die Ziele sind klar definiert: Eine schnelle und dauerhafte Arbeitsmarktintegration sowie ein sozialversicherungspflichtiges Arbeitsverhältnis zu fairen Bedingen. Geht das Konzept auf? Wie sieht die Praxis aus? Welche erste Bilanz kann gezogen werden? Unsere Zeitung hat in der Industriestraße 14 nachgefragt. Im Gruppenraum stehen 20 Computer, die meisten davon sind belegt. Männer und Frauen im Alter von 21 bis 56 Jahren klicken sich hier seit 9 Uhr durch das Internet.

Auf den Bildschirmen erscheinen die unterschiedlichsten Seiten: Firmenhomepages, Stellenbörsen, Zeitarbeitsunternehmen, Arbeitsagenturen, Aus- und Weiterbildungen, Infos rund um den Job. In der Mitte des hellen Raumes steht ein Tisch. Neben der Kaffeekanne und den Tassen liegt Literatur zum Thema Bewerbung. An den Wänden hängen Stellenangebote, auf einer Tafel stehen Namen – die Namen derer, die einen Job gefunden haben. Diese Veröffentlichung erfolgt nur mit Einverständnis der betroffenen Teilnehmer.

“Die Erfolgsquote liegt bei zirka 40 Prozent”, sagt Fallmanagerin Nori Schäfer. Gemeinsam mit Cosima Schmitt, Patricia Metz und Klaus Stork betreut sie die einzelnen Gruppen.

78 Arbeitsuchende kann die Einstiegsoffensive bisher verbuchen, aktuell sind es 44, die dieses acht Wochen dauernde Angebot nutzen. An vier Tagen pro Woche steht den Teilnehmern für je drei Stunden ein eigener Computer mit Internetzugang zur Verfügung. Die Nutzung von Telefon, Fax und Kopierer eingeschlossen. Während dieser Zeit stehen die Coachs den Teilnehmern mit einer qualifizierten Beratung und individuellen Förderung zur Seite.

Arbeitslos nach 34 Jahren

“Wir gehen es langsam an und holen die Leute da ab, wo sie stehen”, erklärt Klaus Stork. Wie seine Kolleginnen ist auch er in diesem Beruf ein Quereinsteiger – die vier wissen aus eigener Erfahrung, was und wie es “draußen” abgeht.

Franz K. hat sich drei Stellenangebote als Metallbau-/Maschinenschlosser ausgedruckt. 2003 ging die Firma, bei der er 34 Jahre beschäftigt war, in Insolvenz. Seitdem hat der heute 56-Jährige unzählige Bewerbungsschreiben losgeschickt. Mit der recht häufigen Antwort “zu alt” mochte er sich jedoch nicht zufrieden geben. Vor einigen Wochen ist er nun von der Westpfalz nach Lampertheim gezogen, weil “hier das Angebot größer ist”.

Seit dem 1. April ist Franz K. bei der Einstiegsoffensive dabei. Mit dem Computer kommt er mittlerweile gut zurecht, in der Gruppe fühlt er sich wohl. Demnächst macht er seinen Staplerfahrerführerschein und hat damit Aussichten auf eine Festanstellung.

Auf der Warteliste

Auch schon über 50 und seit einem Jahr ohne Arbeit ist Klaus P. Neben ihm sitzt Frank Z. aus Hüttenfeld, der 30-Jährige ist seit Ende Februar auf Jobsuche. Die beiden verstehen sich gut, machen den ein oder anderen Scherz miteinander und tauschen sich über Jobangebote aus.

Frank steht auf der Warteliste für eine geförderte Maßnahme im Qualitätsmanagement, sein junger Kollege hat momentan 15 Bewerbungen laufen. “Man darf den Optimismus nicht verlieren”, sagen die beiden einstimmig.

Ihre Zuversicht behalten hat auch Susanne H. “Das Vorstellungsgespräch letzte Woche verlief gut. Wahrscheinlich klappt´s”, so die 41-Jährige.

Die Einstiegsoffensive, die im Heppenheimer Jobcenter im Februar 2008 zunächst als befristetes Pilotprojekt anlief und dann schrittweise auf die Jobcenter in Bürstadt, Mörlenbach und Viernheim ausgedehnt wurde, hat sich innerhalb kürzester Zeit zu einem Erfolgsmodell entwickelt. Das Konzept “Stärkung der Eigeninitiative durch eine individuelle Förderung und die gegenseitige Unterstützung der Teilnehmer” scheint aufgegangen. Coach Cosima Schmitt in Bürstadt kann dies nur bestätigen: “Die Leute sehen das hier als Chance, die Rückmeldungen sind positiv.”

Lampertheimer Zeitung
25.04.2009

Girls Day beim Eigenbetrieb Neue Wege

Am 23.04.2009 fand der diesjährige Girls Day statt. Dieser „Mädchen-Zukunftstag“ ermöglicht Schülerinnen frühzeitig einen Einblick in Berufsfelder, die Mädchen im Prozess der Berufsorientierung nur selten in Betracht ziehen.

Auch der Eigenbetrieb Neue Wege Kreis Bergstraße, zuständig für die Betreuung und Vermittlung von Langzeitarbeitslosen, beteiligte sich an dieser bundesweiten Initiative. 4 Mädchen im Alter von 11-15 Jahren konnten einen Vormittag lang einen Einblick in die Aufgaben und Tätigkeiten der EDV Abteilung des Eigenbetriebs gewinnen. Nach einem gemeinsamen Rundgang durch das Dienstgebäude in der Walther-Rathenau-Straße konnten die Mädchen hautnah die tägliche Arbeit der betreuenden Mitarbeiter kennenlernen. Georg Meerstetter und Hans-Peter Falter standen den Mädchen bei ihren Fragen rund um die Aufgaben mit und an Computern Rede und Antwort.

Der Eigenbetrieb Neue Wege unterhält eine eigene EDV– und Statistikabteilung mit 4 Mitarbeitern, diese betreut die gesamte Hard- und Software des Eigenbetriebs.

Girls Day beim Eigenbetrieb Neue Wege.PDF

Von der Schule in den Beruf

Einstiegshilfe: Mörlenbacher Jobcenter „Neue Wege“ bietet Spätbewerbern um einen Ausbildungsplatz umfassende Unterstützung an – Geringe Resonanz bei erstem Treffen

MÖRLENBACH. Zahlreiche Möglichkeiten stehen den Spätbewerbern für einen Ausbildungsplatz noch offen. Diese Möglichkeiten zeigte das Jobcenter Mörlenbach diesjährigen Schulabgängern am Dienstag und Mittwoch auf – ein eigentlich reizvolles Angebot vom Eigenbetrieb „Neue Wege“ des Kreises Bergstraße, das jedoch nur von wenigen Schulabgängern in Anspruch genommen wurde.
Dabei war die Intention gut, denn das Angebot richtete sich an Schulabgänger von Familien, die finanziell vom Jobcenter unterstützt werden. „Wir wollen frühzeitig Wege zu einem Ausbildungsplatz aufzeigen, um den Jugendlichen die Abhängigkeit vom Jobcenter zu ersparen, so dass sie auch finanziell auf eigenen Beinen stehen können“, so Leiterin Sabine Linnert.
Die Idee zum Job-Einstiegs-Event, das unter das Motto „School’s out for Summer“ gestellt worden war, entstand erst vor zwei Wochen in einer Teamsitzung. Deshalb wurde die Aktion erst kurzfristig ins Leben gerufen. Zwar waren die beiden ausgewählten Tage aufgrund der Osterferien gut gewählt, allerdings fehlten viele der eingeladenen Jugendlichen.
Von den rund 250 zu betreuenden Jugendlichen wurden 80 angeschrieben, von denen viele möglicherweise den Schulabschluss in diesem Jahr machen werden. Einige meldeten sich daraufhin zurück und erklärten, dass sie entweder weiterhin zur Schule gehen werden oder bereits einen Ausbildungsplatz gefunden haben. Dieses Engagement lobten die Mitarbeiter des Jobcenters. Auch betonten sie, dass es ein freiwilliges Angebot seitens der Jobcenter für die Jugendlichen sei, das keinerlei Sanktionen bei Nichtteilnahme nach sich ziehe. „Wir wollen bei der Ausbildungssuche lediglich unterstützen und ermitteln, wie viele dieses Thema überhaupt jetzt schon betrifft“, so Sabine Linnert.
Eingeladen waren Jugendliche zwischen 15 und 20 Jahren. Und obwohl die Teilnahme an dem Angebot des Jobcenters recht mau war, war dies schließlich von Vorteil für die Jugendlichen, die gekommen waren.
Jeder Teilnehmer sei schon ein Erfolg, bewertete Sabine Linnert die Aktion. So hatten die Jugendlichen die Möglichkeit, unter 35 Angeboten aus der Azubi-Ecke auszuwählen. Alle Angebote waren aus dem näheren Umkreis. Dabei waren Branchen wie Handwerk, Hotel und Gastronomie sowie kaufmännische oder medizinische Bereiche vertreten. Selbst Ausbildungsplätze im IT-Bereich lassen sich noch finden. Viele der Ausbildungsplätze sind auch an Hauptschulabsolventen zu vergeben. Außerdem bestand die Möglichkeit, den Mitarbeitern des Jobcenters die mitgebrachten Bewerbungsunterlagen vorzulegen, um noch einige wertvolle Ratschläge von Fachleuten zu erhalten.
In einem Impulsreferat beleuchteten die Mitarbeiter außerdem die derzeitige Bewerbungssituation. Der Monat April ist wohl die letzte Möglichkeit, noch in diesem Jahr einen Ausbildungsplatz zu finden. Danach werden die meisten Stellen vergeben sein oder die Zeit für die Arbeitgeber zur Vorbereitung wird zu knapp.
Ratschläge und Anregungen wurden rund um das Thema „Wie bewerbe ich mich“ gegeben. Berücksichtigt wurden dabei auch die Erwartungen von Arbeitgebern an die Jugendlichen. Auf welchen Wegen der Jugendliche zu einem Ausbildungsplatz kommen kann, wurde ebenfalls vorgestellt. Neben der Jobsuche beim Arbeitsamt gibt es zahlreiche andere Plattformen. Auch so genanntes „Vitamin B“ und Interessenverbände können von Vorteil bei der Ausbildungssuche sein. In einer offenen Runde konnten die Jugendlichen über ihre Sorgen und Nöte sprechen.
Da die Bewerbungen sonst eigentlich schon in den ersten Monaten des Jahres verschickt werden sollten, wird die Veranstaltung künftig in den Winter verlagert werden, so die Mitarbeiter des Jobcenters. Mit dem erstmaligen Veranstalten des Job-Einstiegs-Events waren trotzdem alle zufrieden. (ita)

Starkenburger Echo
14.4.2009

Eingliederungshilfe vor Ort

Eigenbetrieb Neue Wege startet Kommunalprojekt mit Zwingenberg, Biblis und Grasellenbach / wohnortnahe Strategien zur Bekämpfung der Langzeitarbeitslosigkeit

Der Eigenbetrieb Neue Wege verstärkt die Zusammenarbeit mit den Städten und Gemeinden im Kreisgebiet. Durch ein Kooperations-Projekt auf kommunaler Ebene soll die Bekämpfung der Arbeitslosigkeit gerade in schwieriger konjunktureller Lage vorangetrieben werden. Mit den Akteuren vor Ort werden individuelle Strategien für die Hilfeempfänger in den Kommunen entwickelt und mit den vorhandenen Eingliederungsmaßnahmen verzahnt. Die Partner des ersten Kommunalprojekts sind Zwingenberg, Biblis und Grasellenbach. Gemeinsam mit Bürgermeister Dr. Holger Habich, Bürgermeisterin Dr. Hildegard Cornelius-Gaus und Bürgermeister Markus Röth starte er das Projekt am 2. April, wie der Erste Kreisbeigeordnete und Sozialdezernent Thomas Metz mitteilt.

Mit dieser Initiative geht der Eigenbetrieb einen weiteren Schritt zur intensiven Hilfe für betroffene Bürger. Im engen Dialog mit den teilnehmenden Städten und Gemeinden ist zunächst eine gezielte Auswertung der Situation vor Ort geplant. Für jede der drei Kommunen werden Projektteams von Neue Wege installiert, die in wöchentlichen Fallbesprechungen die Situation einzelner Bedarfsgemeinschaften intensiv beraten. In einem persönlichen Gespräch mit den Leistungsempfängern werden individuelle Vorgehensweisen zur Wiedereingliederung getroffen. Ziel ist die Vereinbarung einer qualifizierten Eingliederungsmaßnahme, beispielsweise über eine Teilnahme an der Einstiegsoffensive, deren Möglichkeiten für erwerbsfähige Hilfebedürftige aus den Kooperationsgemeinden gezielt genutzt werden sollen, oder durch eine Vermittlung in passgenaue Förderinstrumente. Die Projektteams von Neue Wege halten intensiven Kontakt mit den Akteuren vor Ort und gehen Themen von der Kinderbetreuung bis zur Ansprache des örtlichen Gewerbes an.

Der Eigenbetrieb und seine kommunalen Partner verfolgen mit dem Projekt eine konzentrierte Förderung erwerbsfähiger Hilfebedürftiger und damit gesteigerte Erfolgsaussichten bei der Bekämpfung von Arbeitslosigkeit. Das Kommunalprojekt soll mit den drei Pilotgemeinden in den Jahren 2009 und 2010 laufen und dient als Basis für den Ausbau der wohnortnahen Qualifizierungs- und Vermittlungsanstrengungen.

„Für die beteiligten Projektpartner ist das Konzept ein praktischer Ansatz der Zusammenarbeit zwischen Landkreis, Städten und Gemeinden, der Vorbild für weitere Kooperationen in sozialen Handlungsfeldern sein kann“ so Metz abschließend.

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Bergsträßer Arbeitsmarkt noch stabil

Eigenbetrieb Neue Wege bilanziert konstante Zahl an Bedarfsgemeinschaften

Auch bei aktueller Konjunkturflaute meldet der Eigenbetrieb Neue Wege in seiner März-Bilanz eine konstante Zahl an Bedarfsgemeinschaften, die mit derzeit 7.854 unwesentlich geringer als im Vormonat ausfällt. Die Zahl der erwerbsfähigen Hilfeempfänger ist im gleichen Zeitraum von 11.386 (Februar) auf 11.392 gestiegen, wie der Erste Kreisbeigeordnete und Sozialdezernent Thomas Metz mitteilt.

Beim Blick auf die Statistik der Langzeitarbeitslosen wird deutlich, dass die Erwerbstätigkeit und Nachfrage nach Arbeitskräften zurückgegangen ist. Aktuell zählt der Eigenbetrieb 5.250 Personen ohne Beschäftigung, während vor einem Monat 5.090 Langzeitarbeitslose geführt waren. Die Bilanz bei den unter 25jährigen Arbeitslosen weist mit 228 Personen gegenüber 227 im Vormonat eine konstante Zahl aus.

Die Vermittlungsbilanz präsentiert sich relativ stabil und ist im vergangenen Monat trotz der eher ungünstigen konjunkturellen Lage nur leicht zurückgegangen. Waren es im Februar 109 erfolgreiche Eingliederungen in den ersten Arbeitsmarkt, so werden auch im März mindestens 76 Personen in ein Beschäftigungsverhältnis vermittelt. Die Einstiegsoffensive meldet eine weiterhin wachsende Akzeptanz und anhaltend gute Vermittlungsquoten von über 50 Prozent im Heppenheimer Jobcenter. „Der Eigenbetrieb rangiert nach wie vor deutlich vor dem hessischen Durchschnitt. Mit der Einstiegsoffensive verfügt Neue Wege über ein Programm, von dem gerade in wirtschaftlich problematischen Zeiten wichtige Signale für die arbeitsuchenden Menschen im Kreis Bergstraße ausgehen“, ist Betriebsleiter Rainer Burelbach überzeugt.

100. Arbeitsvertrag unterzeichnet

Zahl der erfolgreichen Vermittlungen wächst / Überwiegend positive Resonanz der Teilnehmer

Der Arbeitsvertrag von Carina B. ist der 100., der seit Gründung der Einstiegsoffensive abgeschlossen wurde. Wenige Tage nach ihrer betriebsbedingten Kündigung hatte die 42jährige Lorscherin im Heppenheimer Jobcenter einen Antrag auf Arbeitslosengeld II beantragt. Bereits im Servicepoint wurde sie über das Direktangebot für Arbeitssuchende informiert, an dem sie erfolgreich teilgenommen hat: Die rasche Zusage für einen 400-Euro-Job motivierte sie, weiter zu suchen. Am 9. Februar gelang ihr der Wiedereinstieg in ein sozialversicherungspflichtiges Beschäftigungsverhältnis. “Eine gute Sache. Die Zusammenarbeit mit dem Team von Neue Wege hat sich für mich sehr gelohnt.”

Seit gut einem Jahr unterstützt die Einstiegsoffensive arbeitslose Menschen beim Widereinstieg in Beschäftigung. Statt Schulung und Unterricht bietet das Jobcenter konkrete Hilfe zur Selbsthilfe nach dem Motto: “Ihr Job ist es, Arbeit zu finden.” Das Konzept geht auf: In einem Jahr hat annähernd die Hälfte der Teilnehmer eine Stelle gefunden. Über 90 Prozent konnten in eine Teil- oder Vollzeitbeschäftigung mit einem Einkommen von über 400 Euro vermittelt werden. 50 Teilnehmer nutzen weitere Qualifizierungs- und Fördermaßnahmen. Seit einem Vierteljahr ist die Maßnahme kreisweit abrufbar, neben Heppenheim bieten mittlerweile auch die Jobcenter in Mörlenbach, Viernheim und Bürstadt entsprechende Leistungen. Die Philosophie: Stärkung der Eigeninitiative durch eine individuelle Förderung und die gegenseitige Unterstützung der bis zu 20 Teilnehmer.

Erster Kreisbeigeordneter und Sozialdezernent Thomas Metz ist vom Konzept der Einstiegsoffensive überzeugt: „Die Rückmeldungen der Teilnehmer sind sehr positiv. Es hat sich gezeigt, dass eine intensive Betreuung bei der Arbeitsplatzsuche direkt nach Antragstellung, eine schnelle Wiedereingliederung in den Arbeitsmarkt erleichtert.“
Ibrahim Bas arbeitete als Lkw-Fahrer, bevor er im Sommer 2007 seinen Job verlor. „Es geht um eine individuelle Betreuung. 08/15-Kurse bringen nichts.” Der Wiedereinstieg ins Berufsleben war für den damals 48jährigen besonders schwierig: Aufgrund eines chronischen Rückenleidens kann er bestimmte Tätigkeiten nicht ausführen. Gerade in der Speditionsbranche ein schwer wiegendes Handicap. “Ich habe viele Firmen angeschrieben. Lange Zeit ohne Erfolg.”
In der Einstiegsoffensive von Neue Wege lernt Ibrahim Bas, wie er seine Arbeitssuche offensiver und effektiver gestalten kann. Acht Wochen lang kommt er vier Tage die Woche ins Heppenheimer Jobcenter. Drei Stunden täglich recherchiert er Stellenangebote und tauscht sich mit anderen Teilnehmern aus. Erstmals nutzt er auch das Internet als schnelle Informationsplattform. “Ich wusste vorher gar nicht, wie das funktioniert”, so Bas, der bis dahin keine Erfahrungen mit einem PC gemacht hatte. Gemeinsam mit den Coaches der Einstiegsoffensive und im engen Dialog mit seinem Fallmanager verfolgt er sein Ziel, wieder bei einer Spedition arbeiten zu können. Nach zahlreichen Bewerbungen und einigen herben Enttäuschungen hat er im August 2008 endlich Erfolg: In einem Mannheimer Unternehmen arbeitet Ibrahim Bas direkt am Standort, erledigt Überführungsfahrten und ist im Nahverkehr unterwegs. Die Firma hilft ihm bei der Wohnungssuche in Mannheim. “Entscheidend war, die Suche an meiner persönlichen Situation auszurichten.”

“Die Vorbereitung war ausführlich, die Atmosphäre in der Gruppe motivierend”, berichtet Fredi Noel aus Lorsch, der ebenfalls nach über einjähriger Beschäftigungslosigkeit im August einen neuen Job als Tankwart gefunden hat. In diesem Beruf hatte er bereits früher einmal gearbeitet. Nach sieben Wochen in der Einstiegsoffensive ist Noel fündig geworden. „In Heppenheim wurde ich wirklich gut und sehr kompetent unterstützt.”
Weiterhin auf der Suche ist Herr K. aus Lorsch, der seit eineinhalb Jahren arbeitslos ist. Der 45jährige Bankkaufmann verlor seine Anstellung, als die von ihm geleitete Abteilung geschlossen wurde. Für den Wertpapierexperten war es ein herber Schlag, als erfolgreiche Führungskraft in Hartz IV “abzurutschen”. Bei der Einstiegsoffensive lobt er die gute mediale Ausstattung und das Engagement der Betreuer. Etwas kritischer beurteilt er die Einführung in die Maßnahme, die er sich im Detail etwas ausführlicher gewünscht hätte: “Es ist erschreckend, wie viele Menschen nicht mit einem PC umgehen können. Hier wäre eine noch bessere Betreuung wichtig.” Wolfgang K. regt an, den Einstieg in die Maßnahme homogener und intern noch verzahnter zu gestalten: Fallmanager und Coaches müssten noch enger zusammen arbeiten.

Ali Gök, der seit gut sechs Wochen im Heppenheimer Jobcenter seine Zukunft in die Hand nimmt, lobt die dichte und zielorientierte Betreuung bei Neue Wege. Der gelernte Textildrucker hofft, noch innerhalb der Maßnahme eine geeignete Stelle zu finden. Mit seinem Fallmanager hat er bereits über eine berufliche Alternative im Pflegebereich gesprochen. “Was hilft es mir, untätig zu Hause zu sitzen? Hier kann ich selbst etwas tun und ich bekomme bestimmt eine Chance für einen Neuanfang“ ist Gök überzeugt.

Ein Jahr Einstiegsoffensive / Vermittlungsquote bei über 50 Prozent

Eigenbetrieb Neue Wege bilanziert konstante Teilnehmerzahlen und positive Resonanz

Ein Jahr nach Beginn der Einstiegsoffensive im Jobcenter Bergstraße bilanziert der Eigenbetrieb Neue Wege wachsende Vermittlungsquoten. „Seit Februar 2008 konnten über 50 Prozent der Teilnehmer in ein sozialversicherungspflichtiges Beschäftigungsverhältnis vermittelt werden. Vor kurzem wurde im Heppenheimer Jobcenter der 100. Arbeitsvertrag gemeldet“, erklärt Erster Kreisbeigeordneter und Sozialdezernent Thomas Metz.

Aus dem zunächst befristeten Pilotprojekt ist ein Erfolgsmodell geworden, das heute Menschen auf ihrem persönlichen Weg in den Arbeitsmarkt unterstützt. Nach der Einführungsphase wurde die Einstiegsoffensive schrittweise auf die Jobcenter in Bürstadt, Mörlenbach und Viernheim ausgedehnt. Anspruch der Maßnahme ist es, Arbeit suchenden Menschen die Voraussetzungen für einen erfolgreichen Wiedereinstieg anzubieten.

“Fördern und Fordern”, lautet die Strategie, die bei der Maßnahme vor Ort konkret umgesetzt wird. Im Mittelpunkt steht, Selbstwert und Qualifikation der Arbeitssuchenden zu stärken. Jeder Erstantragsteller von ALG II wird in die Einstiegsoffensive aufgenommen und verpflichtet sich zur Teilnahme an einer achtwöchigen Maßnahme, bei der er vier Tage die Woche jeweils drei Stunden im Jobcenter anwesend ist. Im Gruppenraum stehen 20 Computer-Arbeitsplätze für die Jobsuche zur Verfügung. Jeder Teilnehmer hat einen Internetzugang und wird von den Coaches intensiv betreut. Ein Konzept, das aufgrund seiner Intensität, Individualität und Gruppendynamik völlig neue Ansätze bietet, um Arbeitslose wieder in Beschäftigung zu bringen. Die Teilnehmer tauschen sich untereinander aus, der eine profitiert vom Wissen und der Erfahrung des anderen. Hilfe zur Selbsthilfe, die von den meisten Teilnehmern als wertvolle Unterstützung bewertet wird.

In einem Jahr Einstiegsoffensive wurden in Heppenheim 281 Kunden gezählt (Stand: 20. Februar 2009). Davon wurden 94 in eine Teil- oder Vollzeitbeschäftigung vermittelt, sieben fanden eine Arbeit auf 400-Euro-Basis. Zwei Teilnehmer konnten erfolgreich in eine Ausbildung vermittelt werden, 50 durchlaufen weitere Qualifizierungs- oder Fördermaßnahmen.

„Mit der Einstiegsoffensive haben wir die Basismaßnahme für die Aufgabe des Eigenbetriebs Neue Wege – Qualifizierung und Vermittlung von Arbeitssuchenden – eingeführt. Im laufenden Jahr sollen eintausend Menschen in den Jobcentern im Kreis Bergstraße die Maßnahme durchlaufen“, so Metz abschließend.