Jahresabrechnung des Eigenbetriebes Neue Wege Kreis Bergstraße liegt vor

Forderungen in Höhe von 1,4 Millionen Euro

Wie der Erste Kreisbeigeordnete und Vorsitzende der Betriebskommission Thomas Metz mitteilt, ist die Jahresabrechnung 2006 zwischen dem Bundesministerium für Arbeit und Soziales und dem Eigenbetrieb Neue Wege beim Kreis Bergstraße eingegangen.

Insgesamt besteht nach den Jahresabrechnungen 2005 und 2006 sowie der Hochrechnung für das Jahr 2007 eine Forderung des Kreises gegen den Bund in Höhe von rund 1,4 Millionen Euro.

Bei dem erwartetem Rückzahlungsbetrag zugunsten des Kreises Bergstraße ist bereits berücksichtigt, dass der Bund Zuschüsse zur Ausbildung für Jugendliche mit besonderen Problemlagen in Höhe von etwa 26.000 Euro und Zuschüsse für Vorbereitungskurse zum Erwerb des Realschulabschlusses in Höhe von etwa 38.000 Euro – beides sinnvolle Maßnahmen für eine Vermittlung in Arbeit – sowie Kostenzuschüsse zum Betrieb des Job-Centers Viernheim in Höhe von 23.000 Euro nicht erstattet.

Für den gesonderten Titel „Beschäftigungspakt für Ältere“ werden an den Bund zu viel abgerufene Mittel in Höhe von 14.879,31 Euro zurückerstattet.

Laut Neue Wege Betriebsleiter Rainer Burelbach hat der Bund zugesichert, die Abrechnung für das Jahr 2007 zeitnah durchzuführen und dem Kreis die nach jetzigem Stand hochgerechneten 1,4 Millionen Euro zurück zu zahlen.

Geringer Anstieg der Bedarfsgemeinschaften im April

Die Anzahl der Bedarfsgemeinschaften im Kreisgebiet liegt mit derzeit 7.888, im April, leicht über dem Wert des Vormonats. Wie Neue Wege Betriebsleiter Rainer Burelbach mitteilt, ist im Berichtsmonat zudem ein leichter Anstieg der erwerbsfähigen Hilfeempfänger von 11.392 auf jetzt 11.428 zu verzeichnen. Aktuell sind beim Eigenbetrieb 5.302 Personen ohne Beschäftigung gemeldet. Das sind 52 mehr als vier Wochen zuvor. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum ist mittlerweile ein Rückgang der Vermittlungen spürbar. Die Nähe zu den regionalen Arbeitgebern erweist sich aber gerade auch in Krisenzeiten als wichtiger Baustein um der beginnenden Trendwende auf dem lokalen Arbeitsmarkt entgegenwirken zu können. Der Eigenbetrieb bietet in 12 Kommunen des Kreises Maßnahmen für Hilfeempfänger an, alle Teilregionen des Kreises Bergsraße sind berücksichtigt und ermöglichen so Zugangsmöglichkeiten für die betroffenen Langzeitarbeitslosen.

Neue Wege bei der Fachtagung „Verfestigte Arbeitslosigkeit“

Die so genannte “Verfestigte Arbeitslosigkeit” ist eines der großen gesellschaftlichen Probleme in Deutschland. Gerade Menschen, die mehr als ein Jahr arbeitslos sind, leiden oft unter sozialer Isolation und gesundheitlichen Einschränkungen. Diese Schwierigkeiten stehen häufig einer erfolgreichen Integration in den Arbeitsmarkt entgegen. Im Rahmen einer Fachtagung mit dem Titel “Fit in Arbeit” nahm sich der Hessische Landkreistag in Kooperation mit dem Landkreis Darmstadt-Dieburg des Themas an. Drei Impulsreferate beschäftigten sich mit der Langzeitarbeitslosigkeit aus sozialethischer Sicht, mit dem Projekt “JobFit NRW” sowie mit der Fördergesetzgebung zur Bekämpfung der verfestigten Arbeitslosigkeit. In den vier Fachforen wurde über das Projekt Gesundheitsprogramm der Aufbaugilde Heilbronn sowie über aktive Wochen für Bestandskunden und die gesundheitlichen Anforderungen – ein Projekt aus Erlangen – berichtet. Weitere Themen der Foren waren die Gesundheitsmaßnahmen im Rahmen des SGB II und des Beschäftigungspakets für Ältere sowie zielgruppenspezifische arbeitsmarktintegrative Gesundheitsförderung.

Die Fachtagung bot über die Referate und Foren hinaus die Gelegenheit, sich dem wichtigen Thema aus einem anderen Blickwinkel zu nähern. Parallel zur Tagung fand eine Ausstellung der Krankenkassen statt. “Fit in Arbeit” richtete sich an alle Leitungskräfte und Fallmanager von Grundsicherungs- und Sozialhilfeträgern, aber auch an die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Gesundheitsämter, von Beschäftigungsträgern, freien Trägern, Beratungsstellen, Krankenkassen und Rententrägern. Der Eigenbetrieb Neue Wege Kreis Bergstraße nahm ebenfalls mit Vertretern teil. 10 Fallmanager konnten so, vertieft, die spezifischen Probleme der „Verfestigten Arbeitslosigkeit“ beleuchten und zusätzliche Erkenntnisse für ihre tägliche Arbeit gewinnen.

Erfolgreich in die Selbstständigkeit

Existenzgründung: Nadine Pfleger hat einen Frisör-Salon eröffnet und sucht weitere Mitarbeiter / Gute berufliche Perspektiven

Nadine Pfleger zieht eine positive Bilanz. Die Friseurmeisterin hat den Sprung in die Selbstständigkeit geschafft. “Es war nicht einfach, aber es hat sich gelohnt”, so die 26jährige Existenzgründerin, die seit drei Jahren einen eigenen Salon in Einhausen führt. Mit Erfolg: Die erste Auszubildende hat ihre Lehrzeit bereits abgeschlossen, jetzt ist die Geschäftsfrau auf der Suche nach einem weiteren Mitarbeiter für ihr junges Team.
Nadine Pfleger weiß aus eigener Erfahrung, wie wichtig eine fachkundige Beratung ist. Nur durch eine kompetente Begleitung können die Risiken, die jede Existenzgründung mit sich bringt, deutlich verringert werden, damit der Schritt in die berufliche Selbstständigkeit ein realistisches und überschaubares Ziel bleibt. Für sie war die Existenzgründungsberatung über den Eigenbetrieb Neue Wege eine elementare Entscheidungshilfe, um den Rahmen ihrer Geschäftsidee abzustecken und Informationsdefizite beheben zu können – nach wie vor die zweithäufigste Ursache für das frühzeitige Scheitern junger Unternehmen.
Über das Heppenheimer Jobcenter wurde Nadine Pfleger eine fachkundige Beratung vermittelt. Die Experten verfügen über vielfältige Kontakte zu Betrieben, Kammern und Verbänden und kennen die aktuellen Veränderungen in Berufsbildern, Branchen und Betrieben. Für die Friseurmeisterin eine wichtige Begleitung bei der komplexen Planungsarbeit im Vorfeld der Geschäftseröffnung. Denn jeder Gründer startet aus einer individuellen Ausgangsposition: Finanzielles Potenzial, Qualifikation, Alter und persönliches Umfeld sind wesentliche Faktoren, die beim Neustart unbedingt beachtet werden sollten. Im persönlichen Gespräch mit dem Fachberater können verschiedene Fördermöglichkeiten gefunden werden, um die Risiken für den Neugründer kalkulierbar zu machen. Neutrale Spezialisten können Unternehmenskonzepte sachlich beurteilen und individuelle Hilfen anbieten.

“Ich wollte etwas Eigenes beginnen”, beschreibt Nadine Pfleger ihre persönliche Motivation. Nach ihrer Ausbildung und der Meisterschule hatte sie intensiv über ihre berufliche Zukunft nachgedacht und sich für den Schritt in die Selbstständigkeit entschieden. Noch während sie als arbeitssuchend gemeldet war, hörte sie von einem leer stehenden Friseursalon in Einhausen. Im Dialog mit Neue Wege konnte sie ihre Geschäftsidee weiter entwickeln und die unternehmerischen Ziele exakt formulieren. Auch bei Behördengängen und finanziellen Angelegenheiten wurde die Existenzgründerin dauerhaft begleitet. “Die Eröffnung war ein besonderer Tag für mich”, erinnert sich die Friseurin. Der Neustart funktioniert, die Zahl der Kunden wurde langsam größer. Kurz darauf wurde ihr über den Arbeitgeberservice von Neue Wege die erste Auszubildende vermittelt, die heute fest im Salon mitarbeitet.
Jetzt hat Nadine Pfleger das nächste Ziel vor Augen: Noch in diesem Jahr beginnt sie ein Studium der Betriebswirtschaftslehre in Heidelberg, um ihre beruflichen Perspektiven weiter zu verbessern. Für die Arbeit im Salon sucht sie eine fest angestellte Friseurin, um das Geschäft am laufen zu halten.

Jobs in der Pflege

Eigenbetrieb Neue Wege unterstützt Vermittlungs- und Qualifizierungsmaßnahmen zur Betreuung demenzkranker Menschen

Für 28 Arbeitssuchende aus dem Kreis Bergstraße beginnt dieser Tage ein neuer Lebensabschnitt: Ihre Qualifikation zum Betreuungsassistenten. Wie der Erste Kreisbeigeordnete und Sozialdezernent Thomas Metz ausführt, hat der Bergsträßer Eigenbetrieb Neue Wege Qualifizierungsvereinbarungen mit dem Caritas Verband Darmstadt e.V. und der Johanniter-Unfall-Hilfe Kreisverband Bergstraße e.V. getroffen. Die Kurse finden nun in den Caritasheimen Bensheim und Bürstadt sowie in Kooperation mit den Johannitern in Viernheim statt.

„Das Pflege-Weiterentwicklungsgesetz sieht vor, dass Pflegeheime für Menschen mit dementiellen Erkrankungen zusätzliche Betreuungskräfte beschäftigen können. Dies bedeutet eine gute Chance, geeigneten Arbeitssuchenden zu einer langfristigen Beschäftigung verhelfen zu können. Der Eigenbetrieb hat diese Möglichkeiten erkannt und wahrgenommen“ so Metz.

Aufgabenbereich der Betreuungsassistenten, die von den Pflegekassen finanziert werden, ist nicht die medizinische Pflege, sondern eine ergänzende Tätigkeit in der sozialen Betreuung. Für die Auswahl geeigneter Bewerberinnen und Bewerber, die nach strengen fachlichen Kriterien erfolgt, ist es von Vorteil, dass ein Teil der von Neue Wege betreuten Arbeitslosen bereits über gute Vorkenntnisse im Pflegebereich verfügen. Neben den fachlichen Voraussetzungen geht es überdies darum, dass diese Menschen auch persönlich geeignet und motiviert sind.

Nach Angaben von Patientenvereinigungen leben in Deutschland derzeit über eine Million Demenzkranke, von denen zwei Drittel von der Alzheimer-Krankheit betroffen sind. Experten gehen davon aus, dass bis zum Jahr 2050 etwa 2,6 Millionen Menschen erkrankt sein werden. Die Zahl der Patienten, die in ihrer geistigen Leistungs- und Orientierungsfähigkeit stark eingeschränkt sind, steigt durchschnittlich um fast 35.000 pro Jahr.

Eine im Vorfeld durchgeführte Erhebung bei den Trägern sozialer Einrichtungen im Kreis Bergstraße hatte ergeben, dass durchaus Nachfrage an Betreuungsassistenten besteht. Eigenbetriebsleiter Rainer Burelbach sieht daher für die qualifizierten Teilnehmerinnen und Teilnehmer gute Vermittlungschancen.

Fördern und Fordern ist die Devise

Einstiegsoffensive Neues Angebot des Jobcenters wird gut genutzt / 78 Arbeitssuchende machen mit

(peg). “Fördern und Fordern” lautet seit Januar die Devise im Jobcenter Bürstadt. Mit dem Sofortangebot Einstiegsoffensive (EO) unterstützt der Eigenbetrieb “Neue Wege” arbeitslose Menschen beim Wiedereinstieg in die Beschäftigung und bietet Hilfe zur Selbsthilfe. Die Ziele sind klar definiert: Eine schnelle und dauerhafte Arbeitsmarktintegration sowie ein sozialversicherungspflichtiges Arbeitsverhältnis zu fairen Bedingen. Geht das Konzept auf? Wie sieht die Praxis aus? Welche erste Bilanz kann gezogen werden? Unsere Zeitung hat in der Industriestraße 14 nachgefragt. Im Gruppenraum stehen 20 Computer, die meisten davon sind belegt. Männer und Frauen im Alter von 21 bis 56 Jahren klicken sich hier seit 9 Uhr durch das Internet.

Auf den Bildschirmen erscheinen die unterschiedlichsten Seiten: Firmenhomepages, Stellenbörsen, Zeitarbeitsunternehmen, Arbeitsagenturen, Aus- und Weiterbildungen, Infos rund um den Job. In der Mitte des hellen Raumes steht ein Tisch. Neben der Kaffeekanne und den Tassen liegt Literatur zum Thema Bewerbung. An den Wänden hängen Stellenangebote, auf einer Tafel stehen Namen – die Namen derer, die einen Job gefunden haben. Diese Veröffentlichung erfolgt nur mit Einverständnis der betroffenen Teilnehmer.

“Die Erfolgsquote liegt bei zirka 40 Prozent”, sagt Fallmanagerin Nori Schäfer. Gemeinsam mit Cosima Schmitt, Patricia Metz und Klaus Stork betreut sie die einzelnen Gruppen.

78 Arbeitsuchende kann die Einstiegsoffensive bisher verbuchen, aktuell sind es 44, die dieses acht Wochen dauernde Angebot nutzen. An vier Tagen pro Woche steht den Teilnehmern für je drei Stunden ein eigener Computer mit Internetzugang zur Verfügung. Die Nutzung von Telefon, Fax und Kopierer eingeschlossen. Während dieser Zeit stehen die Coachs den Teilnehmern mit einer qualifizierten Beratung und individuellen Förderung zur Seite.

Arbeitslos nach 34 Jahren

“Wir gehen es langsam an und holen die Leute da ab, wo sie stehen”, erklärt Klaus Stork. Wie seine Kolleginnen ist auch er in diesem Beruf ein Quereinsteiger – die vier wissen aus eigener Erfahrung, was und wie es “draußen” abgeht.

Franz K. hat sich drei Stellenangebote als Metallbau-/Maschinenschlosser ausgedruckt. 2003 ging die Firma, bei der er 34 Jahre beschäftigt war, in Insolvenz. Seitdem hat der heute 56-Jährige unzählige Bewerbungsschreiben losgeschickt. Mit der recht häufigen Antwort “zu alt” mochte er sich jedoch nicht zufrieden geben. Vor einigen Wochen ist er nun von der Westpfalz nach Lampertheim gezogen, weil “hier das Angebot größer ist”.

Seit dem 1. April ist Franz K. bei der Einstiegsoffensive dabei. Mit dem Computer kommt er mittlerweile gut zurecht, in der Gruppe fühlt er sich wohl. Demnächst macht er seinen Staplerfahrerführerschein und hat damit Aussichten auf eine Festanstellung.

Auf der Warteliste

Auch schon über 50 und seit einem Jahr ohne Arbeit ist Klaus P. Neben ihm sitzt Frank Z. aus Hüttenfeld, der 30-Jährige ist seit Ende Februar auf Jobsuche. Die beiden verstehen sich gut, machen den ein oder anderen Scherz miteinander und tauschen sich über Jobangebote aus.

Frank steht auf der Warteliste für eine geförderte Maßnahme im Qualitätsmanagement, sein junger Kollege hat momentan 15 Bewerbungen laufen. “Man darf den Optimismus nicht verlieren”, sagen die beiden einstimmig.

Ihre Zuversicht behalten hat auch Susanne H. “Das Vorstellungsgespräch letzte Woche verlief gut. Wahrscheinlich klappt´s”, so die 41-Jährige.

Die Einstiegsoffensive, die im Heppenheimer Jobcenter im Februar 2008 zunächst als befristetes Pilotprojekt anlief und dann schrittweise auf die Jobcenter in Bürstadt, Mörlenbach und Viernheim ausgedehnt wurde, hat sich innerhalb kürzester Zeit zu einem Erfolgsmodell entwickelt. Das Konzept “Stärkung der Eigeninitiative durch eine individuelle Förderung und die gegenseitige Unterstützung der Teilnehmer” scheint aufgegangen. Coach Cosima Schmitt in Bürstadt kann dies nur bestätigen: “Die Leute sehen das hier als Chance, die Rückmeldungen sind positiv.”

Lampertheimer Zeitung
25.04.2009

Girls Day beim Eigenbetrieb Neue Wege

Am 23.04.2009 fand der diesjährige Girls Day statt. Dieser „Mädchen-Zukunftstag“ ermöglicht Schülerinnen frühzeitig einen Einblick in Berufsfelder, die Mädchen im Prozess der Berufsorientierung nur selten in Betracht ziehen.

Auch der Eigenbetrieb Neue Wege Kreis Bergstraße, zuständig für die Betreuung und Vermittlung von Langzeitarbeitslosen, beteiligte sich an dieser bundesweiten Initiative. 4 Mädchen im Alter von 11-15 Jahren konnten einen Vormittag lang einen Einblick in die Aufgaben und Tätigkeiten der EDV Abteilung des Eigenbetriebs gewinnen. Nach einem gemeinsamen Rundgang durch das Dienstgebäude in der Walther-Rathenau-Straße konnten die Mädchen hautnah die tägliche Arbeit der betreuenden Mitarbeiter kennenlernen. Georg Meerstetter und Hans-Peter Falter standen den Mädchen bei ihren Fragen rund um die Aufgaben mit und an Computern Rede und Antwort.

Der Eigenbetrieb Neue Wege unterhält eine eigene EDV– und Statistikabteilung mit 4 Mitarbeitern, diese betreut die gesamte Hard- und Software des Eigenbetriebs.

Girls Day beim Eigenbetrieb Neue Wege.PDF

Von der Schule in den Beruf

Einstiegshilfe: Mörlenbacher Jobcenter „Neue Wege“ bietet Spätbewerbern um einen Ausbildungsplatz umfassende Unterstützung an – Geringe Resonanz bei erstem Treffen

MÖRLENBACH. Zahlreiche Möglichkeiten stehen den Spätbewerbern für einen Ausbildungsplatz noch offen. Diese Möglichkeiten zeigte das Jobcenter Mörlenbach diesjährigen Schulabgängern am Dienstag und Mittwoch auf – ein eigentlich reizvolles Angebot vom Eigenbetrieb „Neue Wege“ des Kreises Bergstraße, das jedoch nur von wenigen Schulabgängern in Anspruch genommen wurde.
Dabei war die Intention gut, denn das Angebot richtete sich an Schulabgänger von Familien, die finanziell vom Jobcenter unterstützt werden. „Wir wollen frühzeitig Wege zu einem Ausbildungsplatz aufzeigen, um den Jugendlichen die Abhängigkeit vom Jobcenter zu ersparen, so dass sie auch finanziell auf eigenen Beinen stehen können“, so Leiterin Sabine Linnert.
Die Idee zum Job-Einstiegs-Event, das unter das Motto „School’s out for Summer“ gestellt worden war, entstand erst vor zwei Wochen in einer Teamsitzung. Deshalb wurde die Aktion erst kurzfristig ins Leben gerufen. Zwar waren die beiden ausgewählten Tage aufgrund der Osterferien gut gewählt, allerdings fehlten viele der eingeladenen Jugendlichen.
Von den rund 250 zu betreuenden Jugendlichen wurden 80 angeschrieben, von denen viele möglicherweise den Schulabschluss in diesem Jahr machen werden. Einige meldeten sich daraufhin zurück und erklärten, dass sie entweder weiterhin zur Schule gehen werden oder bereits einen Ausbildungsplatz gefunden haben. Dieses Engagement lobten die Mitarbeiter des Jobcenters. Auch betonten sie, dass es ein freiwilliges Angebot seitens der Jobcenter für die Jugendlichen sei, das keinerlei Sanktionen bei Nichtteilnahme nach sich ziehe. „Wir wollen bei der Ausbildungssuche lediglich unterstützen und ermitteln, wie viele dieses Thema überhaupt jetzt schon betrifft“, so Sabine Linnert.
Eingeladen waren Jugendliche zwischen 15 und 20 Jahren. Und obwohl die Teilnahme an dem Angebot des Jobcenters recht mau war, war dies schließlich von Vorteil für die Jugendlichen, die gekommen waren.
Jeder Teilnehmer sei schon ein Erfolg, bewertete Sabine Linnert die Aktion. So hatten die Jugendlichen die Möglichkeit, unter 35 Angeboten aus der Azubi-Ecke auszuwählen. Alle Angebote waren aus dem näheren Umkreis. Dabei waren Branchen wie Handwerk, Hotel und Gastronomie sowie kaufmännische oder medizinische Bereiche vertreten. Selbst Ausbildungsplätze im IT-Bereich lassen sich noch finden. Viele der Ausbildungsplätze sind auch an Hauptschulabsolventen zu vergeben. Außerdem bestand die Möglichkeit, den Mitarbeitern des Jobcenters die mitgebrachten Bewerbungsunterlagen vorzulegen, um noch einige wertvolle Ratschläge von Fachleuten zu erhalten.
In einem Impulsreferat beleuchteten die Mitarbeiter außerdem die derzeitige Bewerbungssituation. Der Monat April ist wohl die letzte Möglichkeit, noch in diesem Jahr einen Ausbildungsplatz zu finden. Danach werden die meisten Stellen vergeben sein oder die Zeit für die Arbeitgeber zur Vorbereitung wird zu knapp.
Ratschläge und Anregungen wurden rund um das Thema „Wie bewerbe ich mich“ gegeben. Berücksichtigt wurden dabei auch die Erwartungen von Arbeitgebern an die Jugendlichen. Auf welchen Wegen der Jugendliche zu einem Ausbildungsplatz kommen kann, wurde ebenfalls vorgestellt. Neben der Jobsuche beim Arbeitsamt gibt es zahlreiche andere Plattformen. Auch so genanntes „Vitamin B“ und Interessenverbände können von Vorteil bei der Ausbildungssuche sein. In einer offenen Runde konnten die Jugendlichen über ihre Sorgen und Nöte sprechen.
Da die Bewerbungen sonst eigentlich schon in den ersten Monaten des Jahres verschickt werden sollten, wird die Veranstaltung künftig in den Winter verlagert werden, so die Mitarbeiter des Jobcenters. Mit dem erstmaligen Veranstalten des Job-Einstiegs-Events waren trotzdem alle zufrieden. (ita)

Starkenburger Echo
14.4.2009

Eingliederungshilfe vor Ort

Eigenbetrieb Neue Wege startet Kommunalprojekt mit Zwingenberg, Biblis und Grasellenbach / wohnortnahe Strategien zur Bekämpfung der Langzeitarbeitslosigkeit

Der Eigenbetrieb Neue Wege verstärkt die Zusammenarbeit mit den Städten und Gemeinden im Kreisgebiet. Durch ein Kooperations-Projekt auf kommunaler Ebene soll die Bekämpfung der Arbeitslosigkeit gerade in schwieriger konjunktureller Lage vorangetrieben werden. Mit den Akteuren vor Ort werden individuelle Strategien für die Hilfeempfänger in den Kommunen entwickelt und mit den vorhandenen Eingliederungsmaßnahmen verzahnt. Die Partner des ersten Kommunalprojekts sind Zwingenberg, Biblis und Grasellenbach. Gemeinsam mit Bürgermeister Dr. Holger Habich, Bürgermeisterin Dr. Hildegard Cornelius-Gaus und Bürgermeister Markus Röth starte er das Projekt am 2. April, wie der Erste Kreisbeigeordnete und Sozialdezernent Thomas Metz mitteilt.

Mit dieser Initiative geht der Eigenbetrieb einen weiteren Schritt zur intensiven Hilfe für betroffene Bürger. Im engen Dialog mit den teilnehmenden Städten und Gemeinden ist zunächst eine gezielte Auswertung der Situation vor Ort geplant. Für jede der drei Kommunen werden Projektteams von Neue Wege installiert, die in wöchentlichen Fallbesprechungen die Situation einzelner Bedarfsgemeinschaften intensiv beraten. In einem persönlichen Gespräch mit den Leistungsempfängern werden individuelle Vorgehensweisen zur Wiedereingliederung getroffen. Ziel ist die Vereinbarung einer qualifizierten Eingliederungsmaßnahme, beispielsweise über eine Teilnahme an der Einstiegsoffensive, deren Möglichkeiten für erwerbsfähige Hilfebedürftige aus den Kooperationsgemeinden gezielt genutzt werden sollen, oder durch eine Vermittlung in passgenaue Förderinstrumente. Die Projektteams von Neue Wege halten intensiven Kontakt mit den Akteuren vor Ort und gehen Themen von der Kinderbetreuung bis zur Ansprache des örtlichen Gewerbes an.

Der Eigenbetrieb und seine kommunalen Partner verfolgen mit dem Projekt eine konzentrierte Förderung erwerbsfähiger Hilfebedürftiger und damit gesteigerte Erfolgsaussichten bei der Bekämpfung von Arbeitslosigkeit. Das Kommunalprojekt soll mit den drei Pilotgemeinden in den Jahren 2009 und 2010 laufen und dient als Basis für den Ausbau der wohnortnahen Qualifizierungs- und Vermittlungsanstrengungen.

„Für die beteiligten Projektpartner ist das Konzept ein praktischer Ansatz der Zusammenarbeit zwischen Landkreis, Städten und Gemeinden, der Vorbild für weitere Kooperationen in sozialen Handlungsfeldern sein kann“ so Metz abschließend.

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Bergsträßer Arbeitsmarkt noch stabil

Eigenbetrieb Neue Wege bilanziert konstante Zahl an Bedarfsgemeinschaften

Auch bei aktueller Konjunkturflaute meldet der Eigenbetrieb Neue Wege in seiner März-Bilanz eine konstante Zahl an Bedarfsgemeinschaften, die mit derzeit 7.854 unwesentlich geringer als im Vormonat ausfällt. Die Zahl der erwerbsfähigen Hilfeempfänger ist im gleichen Zeitraum von 11.386 (Februar) auf 11.392 gestiegen, wie der Erste Kreisbeigeordnete und Sozialdezernent Thomas Metz mitteilt.

Beim Blick auf die Statistik der Langzeitarbeitslosen wird deutlich, dass die Erwerbstätigkeit und Nachfrage nach Arbeitskräften zurückgegangen ist. Aktuell zählt der Eigenbetrieb 5.250 Personen ohne Beschäftigung, während vor einem Monat 5.090 Langzeitarbeitslose geführt waren. Die Bilanz bei den unter 25jährigen Arbeitslosen weist mit 228 Personen gegenüber 227 im Vormonat eine konstante Zahl aus.

Die Vermittlungsbilanz präsentiert sich relativ stabil und ist im vergangenen Monat trotz der eher ungünstigen konjunkturellen Lage nur leicht zurückgegangen. Waren es im Februar 109 erfolgreiche Eingliederungen in den ersten Arbeitsmarkt, so werden auch im März mindestens 76 Personen in ein Beschäftigungsverhältnis vermittelt. Die Einstiegsoffensive meldet eine weiterhin wachsende Akzeptanz und anhaltend gute Vermittlungsquoten von über 50 Prozent im Heppenheimer Jobcenter. „Der Eigenbetrieb rangiert nach wie vor deutlich vor dem hessischen Durchschnitt. Mit der Einstiegsoffensive verfügt Neue Wege über ein Programm, von dem gerade in wirtschaftlich problematischen Zeiten wichtige Signale für die arbeitsuchenden Menschen im Kreis Bergstraße ausgehen“, ist Betriebsleiter Rainer Burelbach überzeugt.