Am 6. März 2019 fand ein Fachtag für Kommunale Jobcenter und Organisations- bzw. Personalverantwortliche der hessischen Landkreise und kreisfreien Städte  statt. Der „Groß-Gerauer Impuls“ beschäftigte sich mit der Innovationsfähigkeit der Kommunalen Jobcenter (KJC).

Erfahren Sie mehr unter:

Groß-Gerauer Impuls 2019 – Das Kommunale Jobcenter als Innovationsmotor der Verwaltung_ _ ARBEITSWELT Hessen

Kundendialog bei Neue Wege feiert Geburtstag.

Zusätzliches Dialogformat des Jobcenters Neue Wege hat sich bewährt.

Kreis Bergstraße (kb). 4012-mal wurde er bereits genutzt – der so genannte Kundendialog des Eigenbetriebs Neue Wege, des Jobcenters des Kreises Bergstraße. Hier können Bergsträßerinnen und Bergsträßer Anregungen, Hinweise, Kritik, aber auch Lob zu den Aufgaben und Arbeiten, die das Kommunale Jobcenter des Kreises Bergstraße wahrnimmt, loswerden. Per E-Mail, Telefon oder Post. Nun feiert diese neutrale Anlaufstelle ihr zehnjähriges Bestehen. „Unser Anliegen ist es, die Arbeit unseres Jobcenters stetig zu optimieren, damit die Menschen im Kreis möglichst rasch und gut ihren Weg zurück in den Arbeitsmarkt finden“, betont die Erste Kreisbeigeordnete Diana Stolz, die als Dezernentin unter anderem für das Jobcenter zuständig ist. „Der Kundendialog steht den Kunden zusätzlich zur persönlichen Fallmanagerin oder zum persönlichen Fallmanager als neutrale Instanz zur Verfügung. Er hat sich in den vergangenen Jahren sehr gut als Anlaufstelle für Anregungen und Hinweise bewährt und wird rege genutzt.“

Bereits im Januar 2010 haben die Mitarbeitenden von Neue Wege das Beschwerdemanagement in Leben gerufen, seit 2019 wird es unter dem Namen „Kundendialog“ geführt. Schon im Gründungsjahr wurden 291 Anliegen an die neue Anlaufstelle gerichtet. Seither hat sich der Kundendialog gar noch stärker etabliert: Im Jahr 2017 wurden mit knapp 580 Anliegen bislang die meisten Eingaben gezählt, was unter anderem der Einführung der digitalen Akte bei Neue Wege geschuldet war. Im Jahr 2019 wurde der Kundendialog 398 Mal in Anspruch genommen. Die Erkenntnisse aus den Eingaben werden regelmäßig ausgewertet. Sie stellen eine wichtige Säule zur Qualitätssicherung und -steigerung der Dienstleistungen des Kommunalen Jobcenters dar. Am häufigsten wird der Kundendialog von Leistungsberechtigten genutzt. Stets ist es ein respektvoller Umgang im persönlichen Kontakt der – wenn nötig – die Grundlage für das Finden konstruktiver Lösungen bildet. Gerade das Erklären und Vermitteln der behördlichen Vorgänge und Vorgaben schafft Verständnis füreinander.

„Es tut gut, Menschen in einer schwierigen Situation Zeit zu schenken, Zuversicht zu vermitteln und gleichzeitig die Fallmanagerinnen und Fallmanager zu entlasten“ – so empfinden es die Mitarbeiterinnen des Kundendialogs, die engagiert die Anliegen entgegennehmen. Erste Anlaufstelle für die Fragen und Probleme der Kunden bleiben jedoch immer die jeweiligen Fallmanagerinnen und Fallmanager. Den Kundendialog des Bergsträßer Jobcenters erreichen Interessierte unter der Telefonnummer 06252-156700, per E-Mail unter kundendialog@neue-wege.org oder per Post (Kundendialog, Postfach 1142, 64629 Heppenheim).

erstellt am 26.02.2020

Arbeitslosigkeit auf Tiefstand

Arbeitslosigkeit in 2019 auf historischem Tiefstand im Kreis

Jahresübersicht 2019

Kreis Bergstraße (kb). Zum Jahresende 2019 waren im Landkreis Bergstraße 4.921 Menschen arbeitslos gemeldet. Im Vergleich zum Vorjahresmonat sank die Arbeitslosenzahl damit um 0,4 Prozent (22 Personen). Die Arbeitslosenquote – bezogen auf alle zivilen Erwerbspersonen – lag im Kreis Bergstraße insgesamt bei 3,3 Prozent. Im Vorjahresmonat waren es 3,4 Prozent gewesen. Zum Vergleich: Hessenweit liegt die Arbeitslosenquote derzeit bei 4,3 Prozent, deutschlandweit wird eine Quote von 4,9 Prozent verzeichnet. Auch die Erwerbslosen-Zahlen im Bereich SGB-II sind äußerst positiv: So liegt die SGB-II-Quote im Kreis Bergstraße aktuell bei 1,7 Prozent. Hessen verzeichnet eine Quote von 2,7, Deutschland eine von 3,0.

Die Arbeitsmarktzahlen zum Jahresabschluss 2019 zeigen damit noch mal klar: Im Jahr 2019 war die Arbeitslosigkeit im Kreis Bergstraße auf einem historischen Tiefstand. Im Verlauf des Jahres war die Quote kontinuierlich von 3,8 Prozent auf 3,3 Prozent gesunken. Im Sozialhilfebereich hat sich die Quote von 2,1 Prozent im Januar ebenfalls kontinuierlich auf 1,7 Prozent zum Jahresende verringert.

„Die geringe Arbeitslosigkeit im Kreis Bergstraße und die niedrigen SGB-II-Zahlen sind Ausdruck unserer sehr guten wirtschaftlichen Situation – auch im Vergleich zu den anderen hessischen Regionen“, kommentierte Landrat Christian Engelhardt die Entwicklung. Für den Bergsträßer Landrat ist ein Teil des Erfolgsrezepts, dass der Kreis konsequent die Vorteile seiner Lage als Teil zweier Metropolregionen nutzt. „Kurze Wege in zwei Metropolregionen, eine sehr gute Verkehrsinfrastruktur und gute Bedingungen für die Ansiedlung und den Ausbau von Unternehmen machen den Kreis zu einem sehr attraktiven Pflaster. Davon profitieren wir alle,“ erklärt Engelhardt die Wirtschaftsstrategie des Kreises.

Für Engelhardt ist das eigentliche Geheimnis des Erfolgs aber noch ein anderer Faktor: „Ein Unternehmen kann nur dann erfolgreich sein, wenn es gute Mitarbeiter hat. Wir setzen deshalb alles daran, dass die Menschen sich gerne an der Bergstraße niederlassen, weil sie hier beste Lebensbedingungen vorfinden.“ Dazu gehören für Engelhardt insbesondere hervorragende Schulen, eine gute Nahversorgung sowie ein breites Gesundheits- und auch Freizeitangebot. „Das haben wir und das macht uns attraktiv“, sagt Engelhardt. „Mit den Angeboten im Bereich der Gesundheitsprävention sind wir inzwischen auch Vorzeigeregion in Hessen“, ergänzt Erste Kreisbeigeordnete und Gesundheitsdezernentin Diana Stolz.

Der Erfolg des Kreises sorgt aber auch für neue Herausforderungen: Die Lage auf dem Wohnungs- und Immobilienmarkt ist recht angespannt. Auch an den Schulen müssen in den kommenden Jahren zahlreiche zusätzliche Plätze geschaffen werden. „An den Schulen werden wir in den kommenden Jahren eine Rekordsumme investieren und damit ausreichend Kapazitäten schaffen. Dafür erstellen wir gerade mit unserem Schulentwicklungsplan Plus die Voraussetzungen“, erläutert Engelhardt. Schwieriger sei die Lage auf dem Wohnungsmarkt. Doch auch hier unterstütze der Kreis die Städte und Gemeinden bei der Ausweisung von Bauland und der besseren Vermarktung von vorhandenem Wohnraum.

Auch gegen den drohenden Ärztemangel ist der Kreis aktiv: „Mit unserem Konzept der ortsnahen ärztlichen Versorgung im Odenwald und Ried, NOVO und NORIE, stärken wir die Zusammenarbeit der bestehenden Praxen“, erklärt Diana Stolz. Zusätzlich bemüht sich der Kreis, mit dem Schnupperprogramm „Landpartie 2.0“ junge Mediziner für die Tätigkeit als Arzt im ländlichen Raum zu begeistern. „Hier sind unsere Erfahrungen bislang sehr gut, das Programm wird gut angenommen“, sagte Stolz.

Engelhardt und Stolz sehen den Kreis damit gut für die Zukunft aufgestellt.

Erstellt 03.01.2020

 

NAVI Bergstraße – Berufliche Perspektiven für Geflüchtete

Berufliche Perspektiven für Geflüchtete: Neue Wege zieht positive Zwischenbilanz zur Berufsberatung für Flüchtlinge

Der Eigenbetrieb Neue Wege setzt auf innovative Maßnahmen.

 Kreis Bergstraße (kb). Zielgruppengerechte Beratung und Betreuung – dies sind Erfolgsrezepte, um langzeitarbeitslosen Menschen einen passenden Job zu vermitteln. Auch der Maßnahme NAVI „Infopoint for refugees“ liegt dieses Credo zugrunde. „NAVI“ ist ein Angebot des Eigenbetriebes Neue Wege Kreis Bergstraße -kommunales Jobcenter-, das im Rahmen der Flüchtlingsbetreuung umgesetzt wird. Hier werden geflüchtete Menschen in Einzel-Gesprächen und Einzel-Coachings darüber beraten, wie sie ihren beruflichen Weg in Deutschland beziehungsweise im Kreis Bergstraße bestmöglich selbständig gehen können. Das Beratungsangebot NAVI Bergstraße ist rechtskreisfrei und wird zum großen Teil über das Arbeitsmarktbudget, ein Förderprogramm des Hessischen Ministeriums für Soziales und Integration des Landes Hessen und den Europäischen Sozialfonds finanziert.

Warum gibt es dieses Programm? Junge Zugewanderte befinden sich in Deutschland in einer fremden Bildungs- und Förderlandschaft. Um beruflich Fuß zu fassen, benötigen die meisten professionelle Hilfe, einen persönlichen Plan A und B und auch soziale Unterstützung. Dies leisten NAVI und Neue Wege intensiv seit drei Jahren mit einer vorausschauenden, niedrigschwelligen Flüchtlingsberatung, die bereits 2015 im Jobcenter konzeptionell vorbereitet wurde. Ziel der Beratung, die von erfahrenen Coaches durchgeführt wird, ist auch die Stärkung des Selbstbewusstseins und der Selbstständigkeit der Gesprächspartner/innen. Im Gespräch werden beispielsweise die persönlichen Ziele, ein gangbarer Weg und die nächsten Schritte dahin festgelegt. Von Beginn an navigieren zwei erfahrene Beraterinnen die beruflichen Werdegänge von Geflüchteten über offene Sprechstunden. Bisher haben sie circa 2.500 Einzelcoachings durchgeführt. Pro Woche werden in den Jobcentern Heppenheim, Mörlenbach, Viernheim, Bürstadt und in der Sprachschule Lernmobil in Viernheim insgesamt 15 Stunden Beratung angeboten – ohne Terminanmeldung, flexibel entlang der Themen der Ratsuchenden. Für alle Flüchtlinge (unabhängig von ihrem Status) ist NAVI, ein wichtiges Hilfsangebot, vor allem auch in punkto kostenlose Deutschkurse für Arbeitssuchende und persönliche Wege Arbeit zu finden.

Denn ganz oben auf der Hitliste der Bedarfe der Geflüchteten steht seit zwei Jahren die so genannte berufliche Sprachförderung (DEUFÖV), ein weiteres Programm des BAMF: „Wo früher höchstens ein Anfängerkurs besucht wurde, streben heute jedes Jahr Hunderte Menschen aus Asien und Afrika im Kreis Bergstrasse nach berufsqualifizierenden Fortgeschrittenenkursen mit dem Abschluss B2 oder C1. Damit können sie nachweislich bessere Jobs finden und diese langfristig ausüben“, wissen die Beraterinnen Martina Seeger und Christine-Robin Weis.

Eine besondere Herausforderung in der Beratung bei NAVI ist das Thema Anerkennung ausländischer Qualifikationen. Geflüchtete müssen ihre Schulabschlüsse beim staatlichen Schulamt in Darmstadt, Uniabschlüsse bei der Kultusministerkonferenz Berlin, Berufsabschlüsse bei den jeweiligen Kammern und Verbänden anerkennen lassen. Diese komplizierten Verfahren kosten Zeit und Geld. Hier zeigt Navi mögliche Wege und Unterstützer auf, und vermittelt gegebenenfalls weiter an branchenspezifische Berater.

„Mit dem Programm NAVI ist es uns einmal mehr gelungen, eine Maßnahme für eine für bestimmte Personengruppen erfolgreich umzusetzen“, erklärt Dezernentin Stolz. „Bei unserem Job-Center laufen eine Reihe dieser innovativen, passgenauen Maßnahmen. Dies ist ein Grund dafür, dass die SGB-II-Quote im Kreis Bergstraße so erfreulich gering ist.“ So läge diese Quote laut der Ende November veröffentlichten Zahlen bei 1,7 Prozent und damit um 0,3 Prozent niedriger als im Vorjahresmonat. „Dies bedeutet ganz konkret, dass die Zahl der Arbeitslosen im SGB II-Bezug im Kreis noch einmal um 357 Personen im Vergleich zum Vorjahr gesunken ist“, stellt Stolz heraus.

„Insgesamt waren im Landkreis Bergstraße im November 4.846 Menschen arbeitslos gemeldet“, so Stolz. Im Vormonat seien es 4.931 Menschen gewesen. Im Vergleich zum Vormonat ist die Zahl damit um 1,7 Prozent (85 Personen) gesunken. Im Vergleich zum Vorjahresmonat sank die Arbeitslosenzahl um 1,5 Prozent (75 Personen). Die Arbeitslosenquote bezogen auf alle zivilen Erwerbspersonen lag bei 3,3 Prozent. Im Vorjahr waren es 3,4 Prozent.

 

Weitere Informationen zu NAVI und den Aktivitäten des Job-Centers Neue Wege unter www-neue-wege.org.

29.11.2019

Jobcenter setzen verstärkt auf digitale Zukunft.

Hessen Kommunale Jobcenter starten mit digitaler Innovationswerkstatt: Kreis Bergstraße an Entwicklung von „modernem Werkzeugkoffer“ beteiligt. Bild: Gerhard Seybert/stock.adobe.com

 Kreis Bergstraße (kb) Der Arbeitskreis der 16 Hessischen Kommunalen Jobcenter, in dem auch der Kreis Bergstraße aktiv ist, will eine gemeinsame digitale Innovationswerkstatt entwickeln. Ein entsprechender Förderantrag, der von den Jobcentern des Kreises Bergstraße, Fulda, Offenbach, Groß-Gerau und des Main-Taunus erarbeitet wurde, ist bereits durch das Land Hessen genehmigt worden. In der Innovationswerkstatt sollen Themen, die einen direkten Nutzen für Kunden oder auch Mitarbeitende der Kommunalen Jobcenter (KJC) entfalten, geprüft, entwickelt und umgesetzt werden. Eine wohlüberlegte konzeptionelle Ausrichtung und Methodik sollen den Erfolg des Projektes sicherstellen. Unterstützt durch die Mittel aus dem Ausbildungs- und Qualifizierungsbudget des Hessischen Ministeriums für Soziales und Integration (HMSI) streben die Kommunalen Jobcenter die bundesweite Vorreiterrolle beim wichtigen Thema „Digitale Kompetenz“ für ihren Kundenkreis sowie für die Mitarbeiterschaft an.

„Es gibt bereits zahlreiche Ideen und Themen, die in diesem Zusammenhang realisiert werden können“, so äußert sich die Erste Kreisbeigeordnete Diana Stolz, die unter anderem für das Kommunale Jobcenter des Kreises zuständig ist, von dem Vorhaben begeistert und verrät erste Beispiele: „Videokommunikation, die Nutzung von Social Media bei der Ansprache Jugendlicher, die Nutzung von digitaler Medien zur Grundbildung, auch über `Erklär-Videos` und vieles mehr. Die Innovationswerkstatt der KJC wird uns bei der Digitalisierung unseres ohnehin schon digitalen, papierlosen Jobcenters noch weiter voranbringen und Mitarbeitenden und Kunden quasi einen modernen, gut gefüllten Werkzeugkoffer für ihre Tätigkeit im Jobcenter an die Hand geben.“ Für die Erfolgsfähigkeit der Digitalisierungswerkstatt sei allerdings während der Entwicklung der digitalen Lösungen die Einbeziehung sowohl der Mitarbeiterschaft als auch die der SGB-II-Kundinnen und -Kunden von entscheidender Bedeutung, so Stolz. Auch die Akteure selbst sind überzeugt, dass auf diesem Wege die Akzeptanz und Kompetenz für neue digitale Formen der Interaktion und Zusammenarbeit gezielt gefördert werden. Ebenso können die konkreten Bedürfnisse beider Parteien bei der Entwicklung mit einfließen und berücksichtigt werden.

Die Innovationswerkstatt soll dabei bewusst auch außerhalb der originären Strukturen stattfinden beziehungsweise umgesetzt werden, um Mitarbeiter*innen wie auch Kund*innen eine möglichst kreative und „unvoreingenommene“ Form der Zusammenarbeit zu ermöglichen. Räumlichkeiten, in denen aktuell Werkakademien der KJC durchgeführt werden, könnten hierfür genutzt werden und wären in der Regel bereits mit entsprechendem technischem Equipment ausgestattet. Ebenso werden die Kommunalen Spitzenverbände ihre Räumlichkeiten einbringen und auch die KJC selbst weitere geeignete Räume in ihren Häusern zur Verfügung stellen.

Darüber hinaus wird dafür Sorge getragen werden, dass im Rahmen des Projektes nötige IT-Expertise vorhanden ist. Für bestimmte Fachaspekte, zu denen nicht überall eine vertiefte Expertise in den KJC vorliegt (wie möglicherweise zur Methodik des Design-Thinking, die hier eingesetzt werden soll), sollen Berater hinzugezogen werden. Auch für besondere technische Aspekte, wie Funktionalitäten oder ähnlichen Details, wird externes Know-How eingeholt. Inhalte und Themen, die in der Innovationswerkstatt bearbeitet werden sollen, gäbe es zur Genüge, heißt es auch dem Arbeitskreis.

Erstellt 18.11.2019

Kreis Bergstraße mit TOP-Arbeitslosen- und SGB-II-Quoten

Kreis Bergstraße (kb). Im Oktober waren im Landkreis Bergstraße 4.931 Menschen arbeitslos gemeldet. Im Vergleich zum Vorjahresmonat sank die Arbeitslosenzahl damit um 2,9 Prozent (147 Personen). Die Arbeitslosenquote – bezogen auf alle zivilen Erwerbspersonen – lag im Kreis Bergstraße insgesamt bei 3,3 Prozent. Im Vorjahr waren es 3,5 Prozent gewesen. Zum Vergleich: Hessenweit liegt die Arbeitslosenquote derzeit bei 4,3 Prozent und damit deutlich höher. Deutschlandweit wird eine Quote von 4,8 Prozent verzeichnet.

„Die Arbeitslosenquote im Kreis Bergstraße befindet sich erneut deutlich unter dem bundesdeutschen und auch unter dem hessischen Schnitt“, zeigte sich Landrat Christian Engelhardt über die aktuellen Zahlen erfreut. Die überdurchschnittlich gute Situation am Bergsträßer Arbeitsmarkt sieht der Verwaltungschef unter anderem in der hohen Attraktivität der Region als Wirtschaftsstandort begründet. „Im Kreis befinden sich viele erfolgreiche Unternehmen, die deutlich wachsen. Zudem gibt es eine Reihe von Neu-Ansiedlungen. So hat beispielsweise mit der Eagle Actuator Components GmbH & Co. KG kürzlich ein internationaler Experte für Antriebselemente zur Emissionsminderung einen Standort in Heppenheim eröffnet.“ Dem Wirtschaftsstandort Bergstraße käme dabei auch seine geographische Lage zwischen zwei Metropolregionen Rhein-Main und Rhein-Neckar zugute.

Doch nicht nur mit seinen niedrigen Arbeitslosenzahlen ist der Kreis Bergstraße führend. Auch die Entwicklung der Erwerbslosen-Zahlen im Bereich SGB-II ist äußerst positiv: So liegt die SGB-II-Quote im Kreis Bergstraße aktuell bei 1,8 Prozent. Für ganz Hessen ist dagegen eine Quote von 2,7, für ganz Deutschland von 3,1 verzeichnet.

„Unser Eigenbetrieb ‚Neue Wege‘, der für die Vermittlung von SGB-II-Empfängern zuständig ist, entwickelt regelmäßig neue, innovative Maßnahmen, die stets für ganz bestimmte Zielgruppen konzipiert und die damit überdurchschnittlich wirksam sind“, hob die Erste Kreisbeigeordnete Diana Stolz, die für das kommunale Jobcenter zuständig ist, hervor. So habe Neue Wege erneut eine Verringerung der Anzahl der Bedarfsgemeinschaften für den Kreis zu verzeichnen. Diese liegt nun bei 7126 und sank damit im Vergleich zum Vorjahresmonat um rund 5,5 Prozent (Berichtzeitraum Oktober 2019, Stand Juni 2019).

Erstellt am 30.10.2019

Bildungs- und Teilhabepaket: Mehr Chancengleichheit für Kinder und Jugendliche

Kinder sollen ihre Fähigkeiten optimal entwickeln können und faire Chancen auf gesellschaftliche Teilhabe und Bildung erhalten – möglichst unabhängig von den finanziellen Möglichkeiten des Elternhauses.

Kreis Bergstraße (kb) Kinder sollen ihre Fähigkeiten optimal entwickeln können und faire Chancen auf gesellschaftliche Teilhabe und Bildung erhalten – möglichst unabhängig von den finanziellen Möglichkeiten des Elternhauses. Um dies zu unterstützen, hat der Bund sein Bildungs- und Teilhabepaket (BuT) noch einmal ausgebaut und auch die entsprechende Antragstellung und Abrechnung vereinfacht. Um über die neue Unterstützung umfassend zu informieren, hat der Eigenbetrieb Neue Wege Kreis Bergstraße – Kommunales Jobcenter, über das die Bearbeitung der BuT-Anträge für alle Anspruchsberechtigten im Kreis erfolgt, Infoveranstaltungen an Schulen durchgeführt.

„Jedes Kind in Deutschland soll seine individuellen Potentiale unabhängig vom Geldbeutel der Eltern voll ausschöpfen und bei Aktivitäten mitmachen können“, stellt die Erste Kreisbeigeordnete Diana Stolz, die unter anderem für den Eigenbetrieb Neue Wege und das Jugendamt des Kreises zuständig ist, heraus. „Dieses Ziel verfolgt die Erweiterung des Bildungs- und Teilhabepaketes. Dieses Ziel verfolgen auch wir im Kreis Bergstraße. Daher wollen wir die Anspruchsberechtigten und eventuelle Kontaktpersonen gezielt über die neuen Fördermöglichkeiten aufklären.“

Denn: Über das Bildungs- und Teilhabepaket erhalten leistungsberechtigte Kinder und Jugendliche mehr Möglichkeiten, um an Bildungs- und Förderangeboten im schulischen, sozialen und kulturellen Bereich teilnehmen zu können. So wird etwa der Betrag für die Ausstattung mit Schulbedarf von 100 auf 150 Euro pro Schuljahr erhöht und der Eigenanteil beim Schulessen entfällt vollständig, ebenso wie die Schülerbeförderungskosten, die ab Sekundarstufe II über das Bildungspaket übernommen werden können. Der Bund übernimmt für Leistungsberechtigte zudem die Kosten für Ausflüge und mehrtägige Klassenfahrten. Auch die Kosten für eine außerschulische Lernförderung können, wenn bei den Kindern und Jugendlichen große Lerndefizite vorliegen, übernommen werden. Beiträge für Sport- und Kulturvereine oder Ferienangebote können mit bis zu 15,00 Euro monatlich bezuschusst werden.

Bei den Informationsveranstaltungen in den Schulen konnten die Expertinnen von Neue Wege zahlreiche Fragen der Anwesenden klären und hilfreiche Tipps und Informationen zum Leistungsumfang des BuT-Paketes geben. So werden beispielsweise generell die Kosten für Basis-Schwimmkurse übernommen. Ebenso kann geprüft werden, ob es möglich ist, Kosten, die durch eine Ferienbetreuung entstehen, erstattet zu bekommen. In Ausnahmefällen sei es auch möglich, dass der Förderbetrag, der über das BuT für die Anschaffung von Schulmaterial zur Verfügung gestellt wird, direkt an die Schule überwiesen wird, wenn die Erziehungsberechtigten nachweislich kein Schulmaterial besorgen, hieß es beim Info-Abend.

Weitere Informationen zum Bildungs- und Teilhabepaket gibt es unter www.bildungspaket.neue-wege.org. Hier stehen auch alle entsprechenden Formulare sowie ein BuT-Flyer in verschiedenen Fremdsprachen zum Download bereit. Unter der Hotline 06252/15-6051 oder per E-Mail an bildungspaket@neue-wege.org können Bergsträßerinnen und Bergsträßer auch individuelle Fragen zum BuT direkt klären.

Hintergrund:

Wer hat Anspruch auf die Leistungen? Kinder und Jugendliche aus Familien, die Arbeitslosengeld II, Sozialgeld, Sozialhilfe, Wohngeld und/oder Kinderzuschlag oder Leistungen nach Paragraf 2 und 3 des Asylbewerberleistungsgesetzes beziehen, haben die Möglichkeit, die Leistungen des Bildungspaketes in Anspruch zu nehmen. Grundsätzlich anspruchsberechtigt sind Kinder und Jugendliche bis zum 25. Lebensjahr, die eine allgemein- oder berufsbildende Schule besuchen und keine Ausbildungsvergütung erhalten.

Erstellt am 30.10.2019

Erste, positive Bilanz dank Absolventenmanagement

Kreis Bergstraße (kb). Im Februar 2018 startete das kommunale Jobcenter des Kreises Bergstraße „Neue Wege“ ein kreisübergreifendes neues Förderungsangebot für geflüchtete und neu zugewanderte Menschen: das Absolventenmanagement. Dieses soll geflüchteten und zugewanderten Menschen schneller und nachhaltiger als andere Angebote auf ihrem Weg in den Arbeitsmarkt unterstützen. Anderthalb Jahre nach dem Projektstart zieht Neue Wege nun eine erste, positive Bilanz: Fast 400 Zugewanderte konnte das Jobcenter mit Hilfe des Absolventenmanagements seit seiner Einführung rascher und passgenauer in weiterführende Sprachkurse und andere Maßnahmen vermitteln.

Zuvor waren vor allem Menschen mit Fluchthintergrund nach ihrem Integrationskurs für das Jobcenter oftmals nicht mehr erreichbar. Dabei sind viele Zugewanderte nach dem Integrationskurs noch nicht in der Lage, ihre berufliche Integration selbst zu planen und umzusetzen und ziehen sich frustriert zurück. Genau an dieser Stelle setzt das Absolventenmanagement an: Noch vor Ende des Integrationskurses werden die Teilnehmenden im Rahmen des Absolventenmanagements vor Ort beim jeweiligen Sprachkursträger beraten, die weiteren beruflichen Schritte geplant und eine fundierte Empfehlung für die individuelle berufliche Integration mit den jeweiligen Personen besprochen. Darüber hinaus wird die Umsetzung der weiteren Schritte mit dem Fallmanagement von Neue Wege koordiniert. Die Personen, die nicht Kunden des Kommunalen Jobcenters sind und aufgrund der kreisübergreifenden Beratung betreut werden, werden an entsprechende weitere Hilfsangebote vermittelt.

Das Absolventenmanagement hilft dabei, die Pause zwischen dem Integrationskurs und dem nächsten Sprachkurs oder der Folgemaßnahme zu verkürzen. Zudem können durch die Beratung die Ressourcen und die beruflichen Ziele der Menschen stärker berücksichtigt werden, was sie wiederum motiviert und den Wunsch nach Integration festigt und belebt. „Das Absolventenmanagement ist ein großer Erfolg“, freut sich die Erste Kreisbeigeordnete und für Neue Wege zuständige Dezernentin Diana Stolz. „Wir erreichen damit viel mehr Menschen mit Flucht- oder Migrationshintergrund und können ihnen gleichzeitig besser helfen. Wir hören ihnen zu, erfahren ihre beruflichen Wünsche und können ihnen dabei helfen, ihren individuellen Weg in den hiesigen Arbeitsmarkt zu finden.“

Nach anderthalb Jahren lässt sich festhalten, dass sich das Absolventenmanagement erfolgreich in der Flüchtlingsberatung beim Kommunalen Jobcenter des Kreises Bergstraße etabliert hat. Um noch mehr Menschen professionell begleiten und auf ihrem Weg in die berufliche Integration beraten zu können, soll nun eine weitere Stelle im Absolventenmanagement geschaffen werden. Das Absolventenmanagement wird durch Landesmittel im Rahmen des Ausbildungs- und Qualifizierungsbudgets finanziert.

erstellt am 02.10.2019

 

Neustart durch Neue Wege

Kreis Bergstraße (kb). Der Karolinger Hof in Lorsch ist stolz darauf, nicht nur ein schönes Hotel zu sein, sondern auch Menschen, die eigentlich keine Chance auf dem Ersten Arbeitsmarkt haben, eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung bieten zu können. So arbeiten in dem Unternehmen sehr verschiedene Menschen mit unterschiedlichsten psychischen und körperlichen Einschränkungen, auf die individuell eingegangen wird. Dabei kooperiert der Karolinger Hof bereits seit 2013 mit dem Kommunalen Jobcenter „Neue Wege“ des Kreises Bergstraße bei der Maßnahme „AktivO“.

(v.r.n.l.) Die Erste Kreisbeigeordnete Diana Stolz, Harald Weiß von „Neue Wege“ sowie Claudia Bock und Frank Hofmann vom Karolinger Hof verfolgten gespannt den Bericht der ehemaligen AktivO-Teilnehmerinnen Tanja Singh und Kotschi Azimi.

AktivO ist ein Angebot, das sich speziell an Menschen in besonderen Problemlagen sowie an Menschen mit gesundheitlichen oder psychischen Einschränkungen richtet. Die Teilnehmer können sich im Rahmen dieser Maßnahme in den Bereichen Gastronomie und Hotel erproben und dabei vertiefende Kenntnisse erwerben, mit dem Ziel, dass sie anschließend in ein Arbeitsverhältnis in diesen Bereichen vermittelt werden können. Am Karolinger Hof sammeln die AktivO-Teilnehmenden in einer geschützten aber dennoch realen Arbeitsumgebung dafür praktische Erfahrungen und werden gleichzeitig in verschiedenen Modulen auch theoretisch geschult. Sie werden durch qualifizierte Fachkräfte in ihrer Arbeit angeleitet und zudem sozialpädagogisch begleitet. „AktivO schaut nicht nur wo die Stärken jedes Einzelnen liegen, sondern hilft auch herauszufinden, wo und wie es für die Teilnehmenden weitergehen könnte“, betonte die Erste Kreisbeigeordnete Diana Stolz. „Es ist für die Teilnehmerinnen und Teilnehmer einfach ein tolles Rundumpaket, das ihnen hilft, auf dem Ersten Arbeitsmarkt Fuß zu fassen.“

 

Kotschi Azimi (links) und Tanja Singh (rechts) berichteten während des Treffens der Betriebskommission des Kommunalen Jobcenters „Neue Wege“ über ihre Erfahrungen mit „AktivO“.

Auch ehemalige Teilnehmende sind von der Maßnahme überzeugt. Kotschi Azimi, die am Karolinger Hof an AktivO teilgenommen und dort anschließend eine Ausbildung zur Hotelfachkraft absolviert hatte, hatte vor dem Angebot große Probleme einen Job zu finden und glaubte nicht mehr an sich. Am Karolinger Hof wurde sie herzlich aufgenommen, die anderen kümmerten sich um sie und bauten sie wieder auf. „Durch AktivO und meine Arbeit hier am Karolinger Hof hat mein Leben wieder einen Sinn bekommen“, erklärte die junge Frau. Nach ihrer Zeit in der Maßnahme erhielt Azimi einen Ausbildungsplatz am Karolinger Hof und ist nun bereits im zweiten Lehrjahr. Ihre Kollegin Tanja Singh, ebenfalls eine ehemalige AktivO-Teilnehmerin, ist sogar schon einen Schritt weiter: Sie hat ihre Ausbildung nach zwei Jahren als Jahrgangsbeste beendet und strebt nun in ihrem dritten Lehrjahr am Karolinger Hof den Abschluss als „Hotelkauffrau“ an.

 

Während der letzten Sitzung der Betriebskommission des Kommunalen Jobcenters „Neue Wege“ wurde die Maßnahme „AktivO“ genauer vorgestellt.

Über die Maßnahme informierte sich die Betriebskommission des Eigenbetriebs Neue Wege im Rahmen seines letzten Treffens. Während diesem beschloss die Kommission die Verlängerung der Maßnahme „Bewerbungscenter“ an den Standorten Bergstraße, Odenwald, Ried und Viernheim, ebenso wie die Verlängerung der Verträge für Sicherheitsdienstleistungen.

Arbeitslosenquote weiter gesunken – August 2019

Kreis Bergstraße (kb). Im August waren im Landkreis Bergstraße 5049 Menschen arbeitslos gemeldet. Im Vergleich zum Vorjahresmonat sank die Arbeitslosenzahl um 241 Personen. Dies entspricht einem Minus von 0,2 Prozent. Bezogen auf alle zivilen Erwerbspersonen lag die Arbeitslosenquote somit bei 3,4 Prozent (Vorjahr: 3,6 Prozent). Im hessenweiten Vergleich liegt der Kreis Bergstraße damit deutlich vorn. In Hessen sank die Zahl der Arbeitslosen im Vergleich zum Vorjahresmonat um 1.029 Personen. Fast ein Viertel davon entfällt auf den Kreis Bergstraße. Im Durchschnitt beträgt die Arbeitslosenquote in Hessen aktuell 4,5 Prozent.

„Seit über einem halben Jahr können wir hier im Kreis Bergstraße eine äußerst niedrige Arbeitslosenquote vorweisen“, freute sich Landrat Christian Engelhardt. Für die anhaltende sehr gute Entwicklung am Bergsträßer Arbeitsmarkt und die hervorragende Beschäftigungsquote macht der Verwaltungschef vor allem zwei Faktoren verantwortlich: „Dies lässt sich einerseits auf unsere einmalige geographische Lage als Teil der beiden Metropolregionen Rhein-Main und Rhein-Neckar zurückführen. Gleichzeitig wächst der Kreis Bergstraße zusehends und wird somit für Unternehmen immer interessanter, welche wiederum neue Arbeitsplätze in unsere Region bringen. – Wir sind ein wirtschaftsstarker Landkreis!“

Gemeinsam mit der Ersten Kreisbeigeordneten Diana Stolz, die für das kommunale Jobcenter „Neue Wege“ des Kreises Bergstraße zuständig ist, freut sich Engelhardt über die hervorragende Vermittlung in den Arbeitsmarkt. „Nicht nur die Arbeitslosenquote, auch die Zahl der Hartz-IV-Empfänger ist im vergangenen Monat weiterhin rückläufig. Unser Eigenbetrieb ‚Neue Wege‘, der für die Vermittlung von SGB-II-Empfängern zuständig ist, leistet großartige Arbeit“, hob Stolz hervor. So ist die SGB-II-Quote im Kreis Bergstraße im Vergleich zum Vorjahresmonat um 0,3 Prozent auf 1,9 Prozent gesunken. Auch die Anzahl der Bedarfsgemeinschaften in diesem Bereich sank um rund 5,7 Prozent und liegt nun bei 7215. „Der fortwährende Rückgang der SGB-II-Quote ist ein riesen Erfolg“, so die Erste Kreisbeigeordnete. „Die effektiven und innovativen Maßnahmen von ‚Neue Wege‘ machen den hiesigen Arbeitsmarkt für Kundinnen und Kunden zugänglich. Die ausgezeichnete und engagierte Arbeit der Jobcentermitarbeiterinnen und -mitarbeiter eröffnet jedem Einzelnen, der sich an uns wendet, um Arbeit zu finden, eine echte Perspektive.“

Chancengleichheit fördern, Mitmachen ermöglichen

Begrüßen die Erweiterung des Bildungs- und Teilhabepakets: Vize-Landrätin Diana Stolz (rechts) mit Stefan Rechmann und Sabine Emig vom Eigenbetrieb Neue Wege.

Kreis Bergstraße (kb) Kinder sollen ihre Fähigkeiten optimal entwickeln können und faire Chancen auf gesellschaftliche Teilhabe und Bildung erhalten – möglichst unabhängig von den finanziellen Möglichkeiten des Elternhauses. Um dies zu unterstützen, hat der Bund das Bildungs- und Teilhabepaket noch einmal ausgebaut. Gleichzeitig wird es bei der Antragstellung und der Abrechnung von Leistungen Vereinfachungen geben. Zur Umsetzung der entsprechenden Maßnahmen stehen für den Zeitraum von 2019 bis 2021 jährlich 220 Millionen Euro zur Verfügung. Entsprechende Änderungen treten zum 1. August 2019 in Kraft.

„Ich begrüße die Erweiterung des Bildungs- und Teilhabepakets sehr“, stellt die Erste Kreisbeigeordnete Diana Stolz, die unter anderem für den Eigenbetrieb Neue Wege und das Jugendamt des Kreises zuständig ist, heraus. „Denn um auf Dauer leistungsfähig und erfolgreich zu bleiben, müssen wir in Deutschland noch bessere Voraussetzungen dazu schaffen, dass jedes Kind seine individuellen Potentiale voll ausschöpfen kann. Die nun in Kraft tretenden Gesetzesänderungen sind ein richtiger Schritt in diese Richtung.“

Denn: Über das Bildungs- und Teilhabepaket erhalten leistungsberechtigte Kinder und Jugendliche mehr Möglichkeiten, um an Bildungs- und Förderangeboten im schulischen, sozialen und kulturellen Bereich teilnehmen zu können. So wird etwa der Betrag für die Ausstattung mit Schulbedarf von 100 auf 150 Euro pro Schuljahr erhöht und der Eigenanteil beim Schulessen entfällt vollständig. Der Bund übernimmt für Leistungsberechtigte zudem die Kosten für Ausflüge und mehrtägige Klassenfahrten. Auch die Kosten für eine außerschulische Lernförderung können, wenn bei den Kindern und Jugendlichen große Lerndefizite vorliegen, übernommen werden. Beiträge für Sport- und Kulturvereine oder Ferienangebote können mit bis zu 15,00 Euro monatlich bezuschusst werden.

„Viele Eltern stellt es vor gravierende finanzielle Herausforderungen, ihren Kinder eine vollständige Teilhabe zu ermöglichen und sie umfangreich zu fördern“, stellt Vize-Landrätin Stolz heraus. „Mit dem Bildungs- und Teilhabepaket wollen auch wir hier vor Ort `Mitmachen möglich machen`. Gerne setzen wir die Änderungen des Bildungs- und Teilhabepakets im Kreis um und werden auch intensiv auf die neuen Möglichkeiten aufmerksam machen.“

Wer hat Anspruch auf die Leistungen? Kinder und Jugendliche aus Familien, die Arbeitslosengeld II, Sozialgeld, Sozialhilfe, Leistungen nach Paragraf 2 und 3 des Asylbewerberleistungsgesetzes erhalten oder Wohngeld und Kinderzuschlag beziehen, haben die Möglichkeit, die Leistungen des Bildungspaketes in Anspruch zu nehmen. Grundsätzlich anspruchsberechtigt sind Kinder und Jugendliche bis zum 25. Lebensjahr, die eine allgemein- oder berufsbildende Schule besuchen und keine Ausbildungsvergütung erhalten.

Die Bearbeitung der Anträge für alle hier genannten Anspruchsberechtigten erfolgt zentral über den Eigenbetrieb Neue Wege Kreis Bergstraße -Kommunales Jobcenter. Weitere Informationen finden Sie unter der Hotline: 06252/15-6051 oder unter www.bildungspaket.neue-wege.org. Hier stehen auch alle entsprechenden Formulare zum Download bereit.