5. Jobbörse im Rhein-Neckar-Zentrum: Bewerber können die Chance auf einen Arbeits- oder Ausbildungsplatz nutzen!

Am Donnerstag und Freitag, den 13. und 14. Oktober 2022 findet die fünfte Jobbörse im Rhein-Neckar-Zentrum (RNZ) Viernheim statt. Passend zur geografischen Lage des RNZ in der Metropolregion Rhein-Neckar können Unternehmen aus Hessen, Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz ihr Arbeits- und Ausbildungsplatzangebot auf den Aktionsflächen im RNZ präsentieren. Die Veranstaltung bietet Unternehmen und Besuchern eine Plattform, um unkompliziert und zwanglos ins Gespräch zu kommen.

 

Bereits im September 2016 startete die erste Jobbörse, welche 2021 Corona-bedingt ausfallen musste. Für die Organisation sind neben dem Rhein-Neckar-Zentrum die Agentur für Arbeit, der Eigenbetrieb Neue Wege im Kreis Bergstraße – Kommunales Jobcenter und die städtische Wirtschaftsförderung zuständig. Die Planung und Durchführung der Veranstaltung finden auf Grundlage der zum jeweiligen Zeitpunkt gültigen Regelungen statt.

 

Jobbörse an zwei Tagen

 

Erstmalig wird die Jobbörse 2022 an zwei Tagen stattfinden. Der erste Tag widmet sich dem Thema Ausbildung und der zweite Tag den klassischen Arbeitsstellen. So haben Besucher und Bewerber die Möglichkeit, sich entsprechend Ihren Vermittlungswünschen passend bei den ausstellenden Unternehmen zu präsentieren.

 

Falls Sie Leistungsbezieher bei Neue Wege Kreis Bergstraße sind, teilen Sie bitte Ihrem/r Fallmanager*in mit, dass sie gerne als Bewerber an der Jobbörse teilnehmen möchten. Sie erhalten dann eine persönliche Einladung zu dem von Ihnen genannten Tag und haben die Möglichkeit zwanglos mit den Unternehmen ins Gespräch zu kommen und sich zu präsentieren.

Wir suchen Verstärkung! Für den Bereich Bildung und Teilhabe (m/w/d)

Neue Wege Kreis Bergstraße – Kommunales Jobcenter – ist als Eigenbetrieb des Kreises zuständig für die Grundsicherung und Integration von Menschen im ALG II – Bezug. Neue Wege wird bundesweit als sehr innovatives Jobcenter wahrgenommen und bietet seinen Mitarbeitern/Mitarbeiterinnen einen herausfordernden Arbeitsplatz mit größtmöglichen Raum für  Eigeninitiative sowie Gestaltungs- und Entscheidungsmöglichkeiten.

Der Eigenbetrieb Neue Wege sucht für den Bereich Bildung und Teilhabe Mitarbeitende (m/w/d).
Das Beschäftigungsverhältnis ist auf 2 Jahre befristet, mit einer Arbeitszeit von 100% (derzeit 39 Stunden/ Woche). Eine Besetzung in Teilzeit und somit eine Arbeitsplatzteilung ist ebenso möglich. Die Vergütung erfolgt nach EG 8 TVöD.

Das sind Ihre Aufgaben

  • Prüfung und Entscheidung über Ansprüche von Leistungen aus dem Bildungspaket
  • Datenerfassung und Auszahlung der Leistungen über OPEN/Prosoz
  • Zusammenarbeit mit den Fachabteilungen des Kreises (u.a. mit dem Sozialamt und der Abteilung Finanzen)
  • Ansprechpartner/-in für alle externen Leistungserbringer (Schulen, Kindergärten, Vereine, etc.)
  • Beratung von Leistungsberechtigten
  • Stellungnahmen zu eingehenden Widerspruchs- und Klageverfahren
  • Vorbereitung und Durchführung von Infoveranstaltungen für Vereine, Schulen, Kitas etc.

Falls Sie sich für diese Stelle interessieren, erhalten Sie genauere Informationen unter folgendem Link:

https://jobportal.kreis-bergstrasse.de/Mitarbeitende-fuer-den-Bereich-Bildung-und-Teilhabe-mwd-de-j1259.html

„win-win-Situation“ für Unternehmen und Arbeitssuchende

Teilhabechancengesetz als Perspektive für Langzeitarbeitslose

Kreis Bergstraße (kb). Vor allem für Menschen, die bereits sehr lange auf Arbeitssuche sind, gestaltet sich der Wiedereinstieg in die Arbeitswelt schwierig. Um diesen Menschen eine Perspektive auf dem Arbeitsmarkt zu bieten, ist Anfang 2019 das Teilhabechancengesetz (§16i ‚Teilhabe am Arbeitsmarkt‘, §16e ‚Eingliederung von Langzeitarbeitslosen‘ des zweiten Sozialgesetzbuches (SGB II)) in Kraft getreten und im Kreis Bergstraße umgesetzt worden. Diese Förderungen betreffen dabei zwei unterschiedliche Zielgruppen, die abhängig von Faktoren wie etwa dem Alter und der Dauer der Arbeitslosigkeit bestimmt werden. An der Förderung nach § 16e ‚Eingliederung von Langzeitarbeitslosen‘ können Personen teilnehmen, die unter anderem mindestens zwei Jahre ohne Arbeit sind. Menschen, die unter anderem für mindestens sechs Jahre in den letzten sieben Jahren Arbeitslosengeld II bezogen haben und in dieser Zeit nicht beschäftigt waren, können von §16i ‚Teilhabe am Arbeitsmarkt‘ profitieren.

Bei beiden Förderungen werden sozialversicherungspflichtige Beschäftigungsverhältnisse in Voll- und Teilzeit auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt, bei kommunalen Unternehmen und bei Trägern gefördert. Die jeweilige Förderung beinhaltet eine ausgiebige Betreuung sowie individuelle Beratung und Unterstützung der Arbeitsuchenden. Den Teilnehmenden wird zudem ein Coach zur Seite gestellt, um den Wiedereinstieg bestmöglich zu begleiten und so die Übernahme in eine ungeförderte Anstellung zu unterstützen.

Die Arbeitgeber erhalten im Gegenzug eine finanzielle Unterstützung durch das kommunale Jobcenter Neue Wege in Form von Lohnkostenzuschüssen, wenn sie Personen dieser Zielgruppen einstellen. Die Höhe der Unterstützung richtet sich nach den vertraglichen Bedingungen des Arbeitgebers. Bei einer Förderung nach §16i ,Teilhabe am Arbeitsmarkt‘ ist ein Zuschuss von bis zu 100 Prozent des Mindestlohnes für zwei Jahre möglich und verringert sich nach dieser Zeit um zehn Prozent pro Jahr. Insgesamt kann die Förderung für fünf Jahre bewilligt werden.

„Von den Maßnahmen des Teilhabechancengesetzes profitieren nicht nur die Arbeitssuchenden, sondern auch unsere Bergsträßer Wirtschaft. Eine echte ‚win-win-Situation‘ für alle Beteiligten“, freut sich Landrat Christian Engelhardt. Die Erste Kreisbeigeordnete und für den Eigenbetrieb Neue Wege zuständige Dezernentin Diana Stolz lobt: „Die Umsetzung des Gesetzes ist gut angelaufen und wir verzeichnen Erfolge. Ich freue mich sehr, dass wir, Hand in Hand mit Bergsträßer Unternehmen, Menschen, die lange Zeit ohne berufliche Beschäftigung waren, gezielt Perspektiven in der Arbeitswelt bieten können.“

Die Bilanz kann sich durchaus sehen lassen: Seit dem Start der Förderung im Jahr 2019 haben alleine 60 Arbeitgeber das Förderinstrument nach §16e ‚Eingliederung von Langzeitarbeitslosen‘ bewilligt bekommen. Für das Förderinstrument nach §16i ‚Teilhabe am Arbeitsmarkt‘, haben insgesamt 49 Arbeitgeber die Förderung beansprucht. Auch das Interesse bei den Arbeitssuchenden ist groß. So haben im Jahr 2021 im Kreis Bergstraße insgesamt 137 Personen, die ALG II beziehen, an den angebotenen Maßnahmen nach dem Teilhabechancengesetz teilgenommen. Und das mit Erfolg. Denn: Die Übernahmequote der Teilnehmenden von den geförderten Betrieben liegt bisher bei §16e ‚Eingliederung von Langzeitarbeitslosen‘, bei rund 46 Prozent und bei §16i ‚Teilhabe am Arbeitsmarkt‘‚ bei circa 50 Prozent. Dank der Fördermaßnahmen konnten insgesamt 73 Prozent der Teilnehmenden, deren Förderung 2021 regulär endete, in sozialversicherungspflichtige Arbeitsverhältnisse vermittelt werden. In Anbetracht der oftmals sehr lang voran gegangenen Arbeitslosigkeit stellen diese Förderinstrumente ganz neue Perspektiven für die Teilnehmenden dar.

Arbeitsmarkt relativ robust, doch Fachkräftemangel trübt Ausblick

Farbige Strichmännchen: Jemanden auf seine Seite ziehen / Mitar

 

Kreis Bergstraße (kb). Im Juli waren im Kreis Bergstraße 5.560 arbeitslos gemeldet. Im Vergleich zum Vormonat ist die Zahl der von Arbeitslosigkeit betroffenen Menschen um 338 Personen beziehungsweise um 6,5 Prozent gestiegen. Im Vergleich zum Vorjahresmonat stieg die Arbeitslosenzahl um 2,3 Prozent. Die Arbeitslosenquote bezogen auf alle zivilen Erwerbspersonen lag bei 3,8 Prozent (Vorjahr: 3,7 Prozent). Zum Vergleich: Für Hessen insgesamt liegt die Arbeitslosenquote aktuell bei 4,9 Prozent, deutschlandweit bei 5,4 Prozent.

„Der Bergsträßer Arbeitsmarkt zeigt sich aktuell zwar relativ robust, doch die mögliche positive Entwicklung zahlreicher Unternehmen wird bereits durch einen Fachkräftemangel ausgebremst“, stellt Landrat Christian Engelhardt heraus. „Dieser Mangel an Fach- und Arbeitskräften wird in den kommenden Jahren ein sehr drängendes Problem unserer Gesellschaft sein, das wir mit Hilfe konzertierter Maßnahmen in den Griff bekommen müssen.“ Aktuell sei es zum Beispiel bereits für Hotellerie- und Gastronomiebetriebe sehr schwierig, ausreichend geeignetes Personal zu finden. Dies läge unter anderem an einer Abwanderung des Personals in andere Berufe. Diese Einschätzung bestätigten kürzlich auch Christine Friedrich (Geschäftsführerin Dehoga Südhessen) und Ulrich Kagermeier (Vorsitzender des Kreisverbandes Bergstraße der Dehoga) bei einem Treffen mit dem Landrat. Es stünde zu befürchten, dass viele Betreiber infolge des Fachkräftemangels ihre Hotel- und Gastronomie-Betriebe in den kommenden Jahren schließen werden, so die Experten. Die hätte gravierende Folgen für die Region.

Landrat Christian Engelhardt: „Der Kreis Bergstraße und die Gemeinden werden alles daransetzen, unseren Beitrag dazu zu leisten, dass der Fachkräftemangel in unserem Kreis so gering wie möglich ausfällt – zum Beispiel auch dadurch, dass wir die hohe Lebensqualität hier erhalten beziehungsweise noch weiter steigern. Hier werden wir uns insbesondere dem Thema Wohnraum sowie der Optimierung der Angebote im Bereich Schule, Betreuung und Kultur widmen.“

Eine weitere Lösungsmöglichkeit für das Problem Fachkräftemangel sei die Automatisierung, so der Landrat. „Die Automatisierung sollte endlich ihren Schrecken als vermeintlicher Arbeitsplatzkiller verlieren“, betont Engelhardt. „Sie ist auch angesichts des demografischen Wandels ein guter Baustein, um die menschlichen Fachkräfte zu entlasten. Deshalb sollte Sie forciert werden! Die Automatisierung in den Bereichen wie sie möglich ist, schafft die Chance, dass in Fachbereichen wo menschliche Arbeitskräfte zwingend sind, wie der Pflege oder der Erziehung, weiter genug Arbeitskräfte zur Verfügung stehen. Zudem müssen wir verstärkt eine gezielte Zuwanderung von Fachkräften in die Branchen ermöglichen, in denen sie gebraucht werden.“

Lfd. Nr. 233 / 2022

 

Wir suchen Verstärkung! Für den Bereich Leistungssachbearbeitung SGB II (m/w/d)

Neue Wege Kreis Bergstraße – Kommunales Jobcenter – ist als Eigenbetrieb des Kreises zuständig für die Grundsicherung und Integration von Menschen im ALG II – Bezug. Neue Wege wird bundesweit als sehr innovatives Jobcenter wahrgenommen und bietet seinen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern einen herausfordernden Arbeitsplatz mit größtmöglichen Raum für  Eigeninitiative sowie Gestaltungs- und Entscheidungsmöglichkeiten.

Der Eigenbetrieb Neue Wege sucht Mitarbeitende in der Leistungssachbearbeitung SBG II (m/w/d). Das Beschäftigungsverhältnis ist für 2 Jahre befristet, mit einer Arbeitszeit von 100 % (derzeit 39 Stunden). Eine Besetzung in Teilzeit und somit eine Arbeitsplatzteilung ist ebenso möglich. Die Vergütung erfolgt nach EG 9 b TVöD.

Das sind Ihre Aufgaben

  • Beratung von Hilfesuchenden über deren Ansprüche auf wirtschaftliche Hilfen nach dem SGB II und den angrenzenden Rechtsgebieten
  • Prüfung entsprechender Ansprüche sowie Leistungsgewährung nach dem SGB II (Grundsicherung für Arbeitsuchende und Eingliederungsleistungen)
  • Prüfung von vorrangigen Ansprüchen
  • enge Zusammenarbeit mit dem Fallmanagement
  • Kooperation mit anderen Sozialleistungsträgern

Falls Sie sich für diese Stelle interessieren, erhalten Sie genauere Informationen unter folgendem Link:

https://jobportal.kreis-bergstrasse.de/Leistungssachbearbeitung-SGB-II-wmd-de-j1208.html

Wir suchen Verstärkung! Für den Bereich Fallmanagement (m/w/d)

Neue Wege Kreis Bergstraße – Kommunales Jobcenter – ist als Eigenbetrieb des Kreises zuständig für die Grundsicherung und Integration von Menschen im ALG II – Bezug. Neue Wege wird bundesweit als sehr innovatives Jobcenter wahrgenommen und bietet seinen Mitarbeiterinnen/Mitarbeitern einen herausfordernden Arbeitsplatz mit größtmöglichen Raum für Eigeninitiative sowie Gestaltungs- und Entscheidungsmöglichkeiten. Neue We­ge ist mit ca. 190 Mit­ar­beit­en­den an vier Stand­or­ten ver­tre­ten: Bürstadt, Heppenheim, Mörlenbach und Viernheim.

Der Eigenbetrieb Neue Wege sucht Fallmanagerinnen/ Fallmanager (m/w/d). Das Beschäftigungsverhältnis ist für 2 Jahre befristet, mit einer Arbeitszeit von 100 % (Vollzeit). Eine Besetzung in Teilzeit und somit eine Arbeitsplatzteilung ist ebenso möglich. Die Vergütung erfolgt nach EG 9 c TVöD.

Das sind Ihre Aufgaben

  • Vermittlung von langzeitarbeitslosen Menschen in Arbeit oder Ausbildung
  • Leistungsgewährung nach dem SGB II (Grundsicherung für Arbeitsuchende und Eingliederungsleistungen
  • Entwicklung individueller und bewerberorientierter Strategien zur Heranfüh­rung an den Arbeitsmarkt und zur Integration in Arbeit
  • Steuerung und Dokumentation der individuellen Integrationsprozesse
  • Vermittlungscoaching
  • Durchführung von Beratungsgesprächen

Falls Sie sich für diese Stelle interessieren, erhalten Sie genauere Informationen unter folgendem Link:

https://jobportal.kreis-bergstrasse.de/Fallmanager-in-mwd-de-j1112.html

Geflüchteten aus der Ukraine werden in die Betreuung des kommunalen Jobcenters überführt

Kreis Bergstraße (kb). Im Juni waren im Kreis Bergstraße 5.222 Menschen arbeitslos gemeldet. Da die ersten Geflüchteten aus der Ukraine in die Betreuung des kommunalen Jobcenters überführt wurden, stieg die Zahl der von Arbeitslosigkeit betroffenen Menschen im Vergleich zum Vormonat deutlich. Denn: Durch den sogenannten Rechtskreiswechsel der Geflüchteten, gelten sie ab diesem Zeitpunkt als arbeitslos. Im Vergleich zum Vorjahresmonat sank die Arbeitslosenzahl dennoch um 5,7 Prozent. Die Arbeitslosenquote bezogen auf alle zivilen Erwerbspersonen lag im Juni bei 3,5 Prozent. (Im Vormonat waren es 3,0 Prozent, im Vorjahrsmonat 3,7 Prozent.) Der Kreis liegt damit unter der Arbeitslosenquote für Hessen (4,6 Prozent) sowie deutschlandweit (5,2 Prozent).

„Die Überführung der ersten Geflüchteten aus der Ukraine in die Zuständigkeit des kommunalen Jobcenters ‚Neue Wege‘ lief gut.“, freut sich die Erste Kreisbeigeordnete Diana Stolz. Bereits seit Anfang Juni findet der Rechtskreiswechsel der aus der Ukraine geflüchteten Menschen vom Asylbewerberleistungsgesetz (AsylbLG) in die Grundsicherung (SGB II) statt.

Für einen reibungslosen Ablauf arbeitet das kommunale Jobcenter sehr eng mit dem Sozialamt sowie der Ausländerbehörde des Kreises zusammen. „Der Austausch der verschiedenen Ämter ist unabdingbar. Denn nur wenn eine gute Zusammenarbeit gegeben ist, können die geflüchteten Menschen im Kreis Fuß fassen, wenn sie das auch möchten“, so Dezernentin Diana Stolz.

Wichtig für den Rechtskreiswechsel ist, neben dem Antrag auf Arbeitslosengeld II, ein Aufenthaltstitel nach § 24 Abs. 1 Aufenthaltsgesetz (AufenthG) oder eine sogenannte Fiktionsbescheinigung nach § 81 AufenthG. Diese weist ein bestehendes, vorläufiges Aufenthaltsrechts nach und es geht daraus hervor, dass die geflüchtete Person erwerbstätig sein darf. Ohne die Vorlage einer solchen Bescheinigung kann kein Rechtskreiswechsel stattfinden und die Menschen erhalten bis auf weiteres ihre Leistungen vom Bergsträßer Sozialamt. Durch die gute Zusammenarbeit aller Beteiligten des Kreises gelingt der Übergang sukzessive. Insgesamt werden nach und nach rund 2 200 geflüchtete Menschen in die Zuständigkeit des kommunalen Jobcenters überführt. Aufgrund dessen ist auch in den kommenden Monaten mit einem weiteren Anstieg der Arbeitslosenzahlen im Kreis Bergstraße zu rechnen. Neben der Bewilligung von Leistungsansprüchen prüft Neue Wege, welche Perspektiven die Geflüchteten haben und welche Wege sie einschlagen können. Es wird sich in den kommenden Monaten zeigen, inwieweit Menschen einen Sprachkurs belegen, eine Arbeit aufnehmen oder möglicherweise wieder in ihre Heimat zurückkehren. Neue Wege steht den Menschen zur Seite und berät sie individuell in ihrer jeweiligen Lebenslage.

Bergsträßer Jobcenter hat Herausforderungen der Pandemie gemeistert

 


Die Erste Kreisbeigeordnete Diana Stolz (Mitte rechts) besucht gemeinsam mit der Leiterin des Eigenbetriebs Neue Wege Dr. Melanie Marysko (Mitte links) und ihrem Stellvertreter Peter Schmiedel (rechts) sowie dem Sachgebietsleiter Team Flüchtlinge und Aussiedler, Daniel Maas, die Zeltstadt in Bensheim.

Kreis Bergstraße (kb). Viele Menschen fürchteten durch die vergangenen Coronaeinschränkungen um ihre Jobs. Eine höhere Arbeitslosenquote schien nicht unwahrscheinlich. Doch nicht so im Kreis Bergstraße! „Ich bin sehr zufrieden mit der Arbeitsmarktsituation bei uns im Kreis“, so die Erste Kreisbeigeordnete Diana Stolz angesichts der aktuellen Lage. „Die Arbeitsmarktzahlen haben sich erholt. Wir profitieren von dem heterogenen Arbeitsmarkt an der Bergstraße. Hervorheben möchte ich vor allem auch die großen Sprünge in Sachen Digitalisierung bei unserem kommunalen Jobcenter Bergstraße, Neue Wege. Das zeigt, welch herausragende Arbeit bei Neue Wege geleistet wird. Unser Team von Neue Wege macht einen wirklich tollen Job“. Dabei war der Eigenbetrieb selbst von Personalveränderungen an der Spitze betroffen. Der Leiterin des Eigenbetriebs, Dr. Melanie Marysko, die selbst seit August 2020 im Amt ist, steht seit Anfang des Jahres mit Peter Schmiedel ein neuer Stellvertreter zur Seite. Sein Vorgänger Harald Weiß, der insbesondere auch in den ersten beiden Jahren der Pandemie hervorragende Leistungen erbrachte und auch im Gesundheitsamt unterstütze, wurde in den Ruhestand verabschiedet.

Im Vergleich zum Vorjahr, Ende 2020 waren noch 2.866 Arbeitssuchende gemeldet, gab es im Dezember 2021 mit 2.601 Arbeitssuchenden insgesamt 265 Menschen weniger, die SGB II bezogen. Das entspricht einem Rückgang von rund 9,25 Prozent! Auch die Anzahl der Bedarfsgemeinschaften ist enorm gesunken. Hier ist ein Rückgang von rund 6,59 Prozent zu verzeichnen. 2020 waren es noch 6.880, 2021 nur noch 6.427 Bedarfsgemeinschaften. Diese gute Bilanz erfreut nicht nur Dezernentin Stolz, sondern auch die Führungsspitze von Neue Wege. Dennoch sei man nach wie vor sehr aufmerksam, was die Zukunft bringe. Denn: Durch die Geflüchteten aus der Ukraine steht der Kreis vor neuen Herausforderungen. Es muss der Übergang in die Betreuung des kommunalen Jobcenters organisiert und zudem geprüft werden, wer der rund 2.000 Geflüchteten unter eine Bedarfsgemeinschaft fällt. Klar ist schon jetzt, dass es durch den sogenannten Rechtskreiswechsel der Geflüchteten aus der Ukraine zu einem Anstieg der Arbeitslosenzahlen kommen wird, da die betreffenden Personen ab diesem Zeitpunkt als arbeitslos gelten.

Sofern möglich, sollen die Ukrainerinnen und Ukrainer in den Arbeitsmarkt integriert werden. Schnell wird klar: Die gesamte Organisation wird nicht einfach. Zum einen gibt es ukrainische Arbeitnehmende, die trotz Flucht auf digitalem Wege ihrer Arbeit nachgehen können, zum anderen wollen viele Menschen sobald es geht zurück in die Heimat. Um sich ein Bild der momentanen Situation der Geflüchteten im Kreis zu machen, besuchten Diana Stolz, Dr. Melanie Marysko und Peter Schmiedel gemeinsam die Zeltstadt in Bensheim. Hier wurden Sie von Daniel Maas, Sachgebietsleiter Teams Flüchtlinge und Aussiedler, in Empfang genommen und herumgeführt. Um allen Herausforderungen bestmöglich zu begegnen, trifft sich ein- bis zweimal wöchentlich eine Task Force. Zur Unterstützung der Geflüchteten soll es zudem Integrationslotsen an allen Standorten des Jobcenters geben.

Während der Coronavirus-Pandemie profitierte Neue Wege vor allem von seiner vorangeschrittenen Digitalisierung. Die Vize-Landrätin lobte: „Neue Wege ist hier wirklich ein Vorreiter. Die Mitarbeitenden bringen sich aktiv ein und haben immer wieder neue Ideen. Von den so erarbeiteten Abläufen profitiert die ganze Verwaltung“. „Durch unsere digitalen Angebote konnten wir den Arbeitssuchenden auch während der Pandemie immer eine Plattform bieten“, ergänzte Dr. Melanie Marysko, „bei uns sind alle Arbeitsplätze mit einer Kamera sowie einem Mikrofon ausgestattet. Davon profitieren wir nicht nur im Kundenkontakt, sondern auch beim Austausch untereinander“. Im Rahmen des Projekts „Smartdoc“, erstellen die Mitarbeitenden beispielsweise eigene Videos in verschiedenen Sprachen. In diesen YouTube-Videos wird Schritt für Schritt erklärt, wie verschiedene Anträge gestellt werden können. Durch einen OR-Code auf jedem jeweiligen Antrag gelangen die Antragstellenden ganz einfach zu dem passenden Erklärvideo. Die Mitarbeitenden haben stets die Frage vor Augen: Was brauchen unsere Kundinnen und Kunden denn? – und diese Frage wird, wie viele Rückmeldungen zeigen, sehr erfolgreich beantwortet.

Bergsträßer Arbeitsmarkt robust

Arbeitslosenquote des Kreises aktuell bei 3,0 Prozent / Landrat fordert Gegensteuern bei Fachkräftemangel

Kreis Bergstraße (kb). Im Mai waren im Kreis Bergstraße 4.425 Menschen arbeitslos gemeldet. Im Vergleich zum Vormonat ist die Zahl der von Arbeitslosigkeit betroffenen Menschen damit um 3,2 Prozent gesunken. Im Vergleich zum Vorjahresmonat sank die Arbeitslosenzahl gar um 22,5 Prozent. Die Arbeitslosenquote bezogen auf alle zivilen Erwerbspersonen lag im Mai bei 3,0 Prozent. (Im Vormonat waren es 3,1 Prozent, im Vorjahrsmonat 3,8 Prozent.) Zum Vergleich: Für Hessen insgesamt liegt die Arbeitslosenquote aktuell bei 4,4 Prozent, deutschlandweit bei 4,9 Prozent.

„Der Arbeitsmarkt im Kreis Bergstraße zeigt sich erneut robust, mit leicht positiver Tendenz“, stellt Landrat Christian Engelhardt heraus. Dieses Ergebnis sei vor allem deshalb bemerkenswert, da die Wirtschaft im Augenblick vor einigen Herausforderungen steht. Die Unternehmen im Kreis Bergstraße kämpfen – wie überall – mit Verzögerungen und Problemen in der Materialbeschaffung und mit steigenden Kosten. Der Blick auf die Arbeitsmarktsituation stimme jedoch eher positiv. „Ich erwarte, dass der Bergsträßer Arbeitsmarkt auch weiterhin dynamisch bleibt“, so der Verwaltungschef. Denn: „Zum einen sind die Corona-Beschränkungen nun aufgehoben. Manche Unternehmen setzen gar neue, in Pandemiezeiten entstandene Ideen um. Doch auf der anderen Seite können zahlreiche Stellen nicht besetzt werden, da in manchen Bereichen – etwa in der IT oder der Pflege – aktuell ein Fachkräftemangel besteht“, so der Landrat. Hier müsse dringend mit gezielten Aus- und Weiterbildungskonzepten sowie Anreiz-Modellen gegengesteuert werden.

Lfd. Nr. 179 / 2022

Weiterbildungen zahlen sich aus