104 kommunale Jobcenter starten Kampagne „Stark. Sozial. Vor Ort.“

Der Deutsche Landkreistag und der Deutsche Städtetag starten mit den 104 kommunalen Jobcentern unter dem Titel „Stark. Sozial. Vor Ort.“ eine gemeinsame Kampagne, um auf die Bedeutung dezentraler Arbeitsmarktpolitik aufmerksam zu machen.

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Mit „Vermittlungscoaching“ zum Job

Jobcenter „Neue Wege“ bringt junge Leistungsempfänger in den Arbeitsmarkt

Nicht immer fällt es Jugendlichen und jungen Erwachsenen leicht, ihren beruflichen Weg zu finden. Denn verschiedene Stolpersteine können den Weg zu Ausbildung oder Studium erschweren. Um dann einer Arbeits- und Perspektivlosigkeit entgegenzuwirken, hat „Neue Wege“, das kommunale Jobcenter des Kreises Bergstraße, einige gute Ideen entwickelt und umgesetzt. Die Maßnahme „Vermittlungscoaching für Jüngere“ ist eine davon.

Ziel ist es hier, Jugendlichen und jungen Erwachsenen, die aus einer Bedarfsgemeinschaft kommen oder selbst bereits Arbeitslosengeld II beziehen, bei der Suche nach einer beruflichen Perspektive und einem Ausbildungs- beziehungsweise Arbeitsplatz zu unterstützen. Denn eine fehlende Berufsausbildung ist das größte Vermittlungshemmnis, wenn es um die Integration in den Arbeitsmarkt geht. Bereits seit 2006 setzt „Neue Wege“ dieses Programm, das sich auf 15- bis 25-Jährige fokussiert, erfolgreich mit der Merkur-Schule in Mörlenbach um. Dabei profitiert das Jobcenter vom umfangreichen, guten Netzwerk, über das die Schule als regionaler Bildungsträger verfügt.

„Es ist uns sehr wichtig, jungen Menschen, insbesondere denen mit schwierigem sozialen Hintergrund, rechtzeitig eine gute Perspektive für ihre berufliche Zukunft aufzuzeigen“, so die zuständige Dezernentin und Erste Kreisbeigeordnete Diana Stolz. Einige bräuchten eine individuelle Strategie, um überhaupt auf dem Ausbildungsmarkt Fuß fassen zu können. „`Neue Wege` berät hier nachhaltig und unterstützt die jungen Menschen gezielt bei ihrem Start ins Berufsleben“, erklärt Stolz. Ziel sei es, die Heranwachsenden im Kreis in den ersten Arbeitsmarkt zu integrieren. Es gelte, die genannte Zielgruppe vor langfristiger Arbeitslosigkeit und somit vor Armut, einem dauerhaften Leistungsbezug und auch vor Frust zu bewahren. Beim „Vermittlungscoaching“ stehen die Stärkung des Bewerberpotentials, die Aufrechterhaltung der Motivation sowie die intensive Netzwerkarbeit mit Betrieben, Eltern und Partnern im Zentrum.

Die aktuellen Vermittlungsresultate belegen den Erfolg, den das Team von „Neue Wege“ mit dem „Vermittlungscoaching“ erzielt: Allein im Kalenderjahr 2017 konnten 26 Personen erfolgreich bei der Suche nach einem Ausbildungs-, Studien- oder Arbeitsplatz unterstützt werden. 17 Jugendliche starteten eine berufliche Qualifizierungsmaßnahme, elf von ihnen über eine Ausbildung, sechs über die Aufnahme eines Studiums. Drei junge Menschen wurden in eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung im Landschaftsbau, Bau oder als technischer Assistent vermittelt. Der Rest bekam Plätze in bezahlten Praktika oder Mini-Jobs mit guter Aussicht auf Aufstockung oder Übernahme. Ein Jugendlicher besucht als positives Resultat des „Vermittlungscoachings“ eine weiterführende Schule.

Lfd. Nr.: 41 / 2018

Arbeit und Behinderung: Allen Beteiligten die Scheu nehmen

Quelle: Bergsträßer Anzeiger 02.12.2017

 

 

 

PAuL macht seinen Weg

Arbeiten und lernen im Handwerk: Mit PAuL machen Geflüchtete ihren Weg

 

Perspektive Arbeit und Lebensqualität, kurz PAuL, ist ein integrationsorientiertes Beschäftigungs- und Lernprojekt für Flüchtlinge und Asylbewerber, aufgebaut in drei Phasen. Diese Fördermaßnahme mit Standort Bensheim erfolgt in Kooperation mit dem Amt für Soziales / Sachgebiet Flüchtlinge des Kreises Bergstraße, dem Eigenbetrieb Neue Wege -Kommunales Jobcenter- und der Handwerkskammer Frankfurt-Rhein-Main. Es wird im Auftrag des HSMI über das Arbeitsmarktbudget des Landes Hessen zu 50 % aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds gefördert. Weitere 50 % bringen die genannten Kooperationspartner als Eigenmittel ein. PAuL wurde im Herbst 2015 unter Federführung des BTZ (Berufsbildungs- und Technologiezentrum der Handwerkskammer Frankfurt-Rhein-Main) auf den Weg gebracht.

 

Zielgruppe des Projektes PAuL sind Flüchtlinge, die eine gewisse Affinität zu handwerklich orientierten Tätigkeiten und eine berufliche Vorbildung haben. Ziel ist es, den geflüchteten Menschen eine neue Perspektive aufzuzeigen, sie in den Arbeitsmarkt und in die Gesellschaft zu integrieren und sie auf ihrem Weg zur eigenen Existenzsicherung und somit zu mehr Lebensqualität zu unterstützen. Die nachhaltige Integration in den Arbeitsmarkt ist das oberste Erfolgskriterium.

 

Kürzlich konnten drei junge Flüchtlinge in ein festes Ausbildungsverhältnis vermittelt werden. Zwei davon erlernen den Beruf des Maler und Lackierers, einer wird Metallbauer. Weitere 14 sammeln erste Erfahrungen durch ein Praktikum in den verschiedensten Berufsfeldern wie beispielsweise Metall, Elektro, Holz, Gastro oder dem Bäckerhandwerk.

 

PAuL startet in der ersten Phase mit der sorgfältigen Auswahl der potentiellen Teilnehmer durch das Amt für Soziales / Sachgebiet Flüchtlinge. In Phase II werden die Teilnehmer an fünf Tagen pro Woche von Ausbildern, Sozialpädagogen und Lehrkräften im BTZ Bensheim betreut. Hier lernen sie den Lebens- und Arbeitsalltag in Deutschland kennen. Sie üben und erlernen praktische handwerkliche Fähigkeiten, lernen erstmals betriebliche Abläufe kennen und bauen ihre Sprachkenntnisse aus. Dies sind alles gute Voraussetzungen, die für Phase III unbedingt erforderlich sind. In der dritten und letzten Phase übernimmt Neue Wege Kreis Bergstraße – Kommunales Jobcenter – das Projekt. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus dem Bereich Arbeitgeberservice und Wirtschaftsförderung unterstützen die Teilnehmer durch gezielte Hilfe und Förderung bei der Integration in den ersten Arbeitsmarkt.

 

Ganz wichtig ist die bedarfsgerechte Betreuung beider Seiten – Teilnehmer und Handwerksbetriebe. Die Arbeitgeber werden bei all ihren Fragen und Anliegen beraten und unterstützt. Dies hat nicht nur den Vorteil, dass die zukünftigen Arbeitnehmer passgenau ausgewählt und vermittelt werden, sondern fördert auch die Bereitschaft der Betriebe sich zu engagieren. Ein enges Netzwerk und die Pflege guter Kontakte zum Handwerk und zur Wirtschaft erweisen sich als überaus wertvoll und sind ein wichtiger Teil der Integrationsarbeit am Arbeitsmarkt. Partner und Förderer gehen einen erfolgreichen gemeinsamen Weg, damit „PAuL“ sein Ziel erreicht. Aktuell ist das Projekt bis Ende 2017 gesichert.

Teilhabe am Berufsleben als Ziel

Neue Wege stellt neues Konzept zur Förderung von Menschen mit Handicap vor

Kreis Bergstraße (kb.) ESB – Eingliederung schwerbehinderter Menschen – ist eine neue Fördermaßnahme von Neue Wege –Kommunales Jobcenter –, die Menschen mit Handicap auf dem Weg zu einer sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung unterstützt.

„Uns ist es wichtig, Menschen mit einer schweren Behinderung eine gleichberechtigte Teilhabe am Berufsleben zu ermöglichen. Eine erfüllende Arbeit zu haben ist ein Grundbedürfnis und muss auch Menschen mit Handicap zugänglich sein“, so die Erste Kreisbeigeordnete und zuständige Dezernentin Diana Stolz. „Wir sind überzeugt, dass eine ganzheitliche Förderung der richtige Weg ist. Unser neues Konzept ist ideal auf die Situation von Menschen mit einer Behinderung abgestimmt. Wir nehmen unseren Auftrag, Inklusion am Arbeitsmarkt zu fördern, sehr ernst“, so Stolz weiter.

Die neue Maßnahme begleitet die Teilnehmenden über einen Zeitraum von 12 Monaten. Ein intensiver Betreuungsschlüssel bietet viel Raum für lange Einzelgespräche, ausführliche Potentialanalysen und Austauschmöglichkeiten mit den Betroffenen und interessierten Arbeitgebern. Ganz gezielt wurde eine 3-Phasen-Förderstruktur konzeptioniert: Feststellungsphase, Umsetzungsphase und, gegen Ende der Förderung, eine Integrationsphase.

In der Feststellungsphase erarbeitet ein interdisziplinäres Team zunächst durch eine Anamnese, eine Potentialanalyse und Orientierungsgespräche einen konkreten Arbeitsplan gemeinsam mit den Betroffenen. In der anschließenden Umsetzungsphase wird durch intensives und individuelles Coaching an der Umsetzung des Arbeitsplanes gearbeitet. Bei der dritten Phase – der Integrationsphase – sollen praktische Erfahrungen auf dem Arbeitsmarkt, wie zum Beispiel durch sogenannte Praxisjobs, gesammelt werden. Ist das Ziel einer erfolgreichen Integration, nämlich eine Beschäftigung am ersten Arbeitsmarkt, erreicht, betreut Neue Wege die neuen Arbeitnehmer auch noch einige Zeit weiter.

„Nach unserer Erfahrung ist eine Nachbetreuung eine sehr sinnvolles Angebot“, findet Betriebsleiter Stefan Rechmann. „Dient sie doch der Stabilisierung des neuen Beschäftigungsverhältnisses und bietet beiden Seiten, Arbeitgeber und Arbeitnehmer, die Möglichkeit der Unterstützung und des Austauschs im Bedarfsfall“, so der Betriebsleiter abschließend.

Lfd. Nr. 234/2017