Am 6. März 2019 fand ein Fachtag für Kommunale Jobcenter und Organisations- bzw. Personalverantwortliche der hessischen Landkreise und kreisfreien Städte  statt. Der „Groß-Gerauer Impuls“ beschäftigte sich mit der Innovationsfähigkeit der Kommunalen Jobcenter (KJC).

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Groß-Gerauer Impuls 2019 – Das Kommunale Jobcenter als Innovationsmotor der Verwaltung_ _ ARBEITSWELT Hessen

Neue Wege: Spezialisten betreuen zukünftig Langzeitarbeitslose

Die vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales finanzierte Initiative „Perspektive 50plus“, mit Ziel der Arbeitsmarktintegration von Frauen und Männern über 50 Jahren, ist zum 31.12.2015 ausgelaufen. Dieser Beschäftigungspakt, der in vielen Regionen, so auch an der Bergstraße, zu einer gezielten Beratung und Förderung der über 50-Jährigen aktiv eingesetzt wurde, läuft in der bisherigen Form nicht weiter. Zukünftig arbeiten die gut geschulten und sehr erfahrenen Fallmanager des Projekts 50plus bei Neue Wege im Bereich der Langzeitleistungsbezieher. „Ich finde es toll, dass die Kollegen trotz Ablauf des Projekts ihr profundes Wissen weiterhin sinnvoll und zielgerichtet einsetzen können. Es wäre wirklich schade, wenn dieses Know-how verloren gegangen wäre“, erklärte Kreisbeigeordneter Matthias Schimpf.

Das Projekt 50plus wurde zu 100 Prozent durch Bundesmittel finanziert. Der Eigenbetrieb Neue Wege Kreis Bergstraße hatte dieses Angebot aufgegriffen und 6 Jahre erfolgreich in der Region umgesetzt. Besonders geschulte Fallmanager betreuten und berieten die Menschen in den vier Jobcentern des Eigenbetriebs in Heppenheim, Viernheim, Mörlenbach und Bürstadt. Insgesamt konnten in diesem Zeitraum 1300 über 50-Jährige in eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung vermittelt werden. Es gelang außerdem 1800 Frauen und Männer für Fördermaßnahmen zur Wiedereingliederung zu aktivieren, damit sie ebenfalls in für sie passende Maßnahmen vermittelt werden können.

Zusätzliche Vorteile des 50plus-Projektes gegenüber anderen Programmen waren intensives Coaching, individuelle Betreuungsmöglichkeiten, ganzheitliche Hilfe und Förderung. „Wir haben sehr viel positive Resonanz von unseren Teilnehmern erhalten“, so Betriebsleiter Stefan Rechmann von Neue Wege Bergstraße. Weiter meint er: „Es lag mit Sicherheit an den gezielten Angeboten und Fördermöglichkeiten mit denen wir arbeiten konnten. Natürlich spielten auch unsere speziell geschulten Fallmanager eine wichtige Rolle“. Für einige Arbeitssuchende dieser Gruppe war es oftmals ein längerer und intensiverer Veränderungsprozess. Die Wechselwirkung von Kompetenz, Biographie, Gesundheit, sozialem Umfeld und persönliche Ziele spielen immer eine wichtige Rolle. Fallmanager Norbert Mischler erzählt unter anderem von einem Teilnehmer, der so erfolgreich von diesem Programm profitiert hat, das er gerne seine Erfahrungen an Interessierte oder Betroffene weiter geben möchte. Beispielsweise in Form eines mündlichen Erfahrungsberichtes. „Es ist viel menschliche Aufbauarbeit nötig. Zuversicht, Motivation und Selbstvertrauen ist besonders wichtig bei der Gruppe der über 50-Jährigen“ weiß der Fallmanager weiter zu berichten.

Für Neue Wege war es auch bei diesem Projekt ganz wichtig eng mit Arbeitgebern zusammen zu arbeiten und diese mit Rat und Tat zu begleiten. Viele Unternehmen haben mittlerweile erkannt, dass altersgemischte Teams erfolgreicher sein können als altershomogene Arbeitsgruppen und haben gerade deshalb das Angebot gerne angenommen.

Eigenbetrieb Neue Wege: Positiv in den Frühsommer gestartet

Die Aufwärtsbewegung am Arbeitsmarkt setzt sich dank erfreulicher Konjunkturdaten auch im Kreis Bergstraße weiter fort. Auch der Personenkreis der Langzeitarbeitslosen profitiert davon. Es gibt allerdings viele offene Stellen, die allzu oft nicht besetzt werden können, da entsprechende Qualifikationen bei den Bewerbern fehlen.

Mit arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen – wie beispielsweise berufliche Fortbildung und praxisnahen Aktivcentern – verfolgt Neue Wege das Ziel, die Beschäftigungs-chancen zu verbessern und Langzeitarbeitslose dauerhaft in den Arbeits- und Aus-bildungsmarkt zu integrieren. Gleichzeitig ist dies ein wichtiger Beitrag den immer öfter beklagten regionalen Fachkräftemangel entgegenzuwirken.

Die Zahl der Langzeitarbeitslosen lag im Mai bei 3463, das waren 267 weniger als im Mai 2014. Die Arbeitslosenquote sank im gleichen Zeitraum von 2,64 auf 2,48 und liegt damit weiter deutlich unter dem hessischen Landesdurchschnitt, der bei 3,724 liegt.

Ein besonderes Augenmerk legt Neue Wege derzeit – kurz vor Beginn des neuen Ausbildungsjahres – auf die Vermittlung der 63 Langzeitarbeitslosen im Kreis Berg-straße unter 25 Jahren. Unser Ziel ist, so Betriebsleiter Stefan Rechmann, den Ju-gendlichen eine Perspektive aufzuzeigen. Mit Hilfe von Förderangeboten können sie sich für die Vermittlung in eine qualifizierte Ausbildung fit machen. Niemand wird zurückgelassen, jeder Ausbildungswillige wird unterstützt einen geeigneten Ausbildungsplatz zu finden. Die Chancen dafür im Kreis Bergstraße sind sehr gut.

Die Arbeitslosenquote bei den unter 25-Jährigen liegt im Kreis Bergstraße derzeit bei 0,5 % und damit weit unter dem hessischen Landesdurchschnitt von 2,9 %.

Niedrigste Jugendarbeitslosigkeit in Hessen

Kommunales Jobcenter zieht Jahresbilanz 2014

„Keiner soll verloren gehen“, lautet weiterhin das politische Ziel zur Bekämpfung der Jugendarbeitslosigkeit. Deshalb sollen Arbeitsagenturen, Jobcenter und Jugendämter künftig noch enger zusammenarbeiten, um gemeinsam die Jugendarbeitslosigkeit zu senken. Zu diesem Konzept gehört, dass Jugendliche, die Arbeitslosengeld beantragen, gar nicht erst nach Hause geschickt werden, sondern sofort eine ausführliche Beratung im Jobcenter erhalten.

Das Kommunale Jobcenter des Kreises Bergstraße konnte große Fortschritte beim Abbau der Jugendarbeitslosigkeit erzielen. Mit einer durchschnittlichen Arbeitslosenquote von 0,4 Prozent im Jahr 2014 liegt der Kreis an der Spitze aller hessischen Träger der Grundsicherung. Im Vergleich: Kassel verzeichnet mit einer durchschnittlichen Arbeitslosenquote der unter 25-jährigen im Jahr 2014 mit rund 6,6 Prozent den schlechtesten Wert. Die durchschnittliche Arbeitslosenquote in Hessen liegt im Jahr 2014 bei 2,9 Prozent, deutschlandweit bei 3,2 Prozent.

Die Gründe für die erfolgreiche Bekämpfung der Jugendarbeitslosigkeit im Kreis Bergstraße liegen laut Neue Wege Betriebsleiter Stefan Rechmann in erster Linie in einem hochmotivierten Team erfahrener Integrationsfachkräfte und in einem speziellen Maßnahmekonzept für junge Menschen: „Bei unseren U 25-Fallmanagern heißt die Devise langfristig denken. Die Jugendlichen werden intensiv und individuell auf ihrem Weg ins Berufsleben begleitet und unterstützt. Wichtig für eine schnelle Integration in Arbeit sind aber auch der Aufbau und die Pflege eines umfassenden Netzwerkes, zu dem unter anderem die Suchtberatung, die Schuldnerberatung, die Wohnungslosenhilfe und viele andere Partner gehören. Des Weiteren gibt es eine intensive Zusammenarbeit mit der Berufsberatung der Agentur für Arbeit. Individuell bietet das Jobcenter jedem Jugendlichen und jungem Erwachsenen Unterstützung an, ein Schema, das für alle zutrifft gibt es nicht.“

„Es ist wichtig diesen Trend beizubehalten. Jeder einzelne arbeitslose Jugendliche, der eine Arbeit oder Berufsausbildung beginnt, ist ein wesentlicher Bestandteil unserer wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Zukunft. Daher müssen alle Akteure weiterhin an einem Strang ziehen, um hier noch erfolgreicher zu sein“, so der Kreisbeigeordnete Matthias Schimpf abschließend.

Hessenweit einzigartig

Neue Wege ist einziges Jobcenter mit zertifiziertem Qualitätsmanagementsystem nach AZAV in Hessen

Der Eigenbetrieb Neue Wege Kreis Bergstraße -Kommunales Jobcenter- ist seit Dezember 2014 zugelassener Träger nach der Akkreditierungs- und Zulassungsverordnung vom 01.04.2012, kurz AZAV. Die Trägerzulassung erfolgte nach einem erfolgreichen Zertifizierungsverfahren durch einen von der Deutschen Akkreditierungsstelle anerkannten Zertifizierer.

An jede Maßnahme, die auf die Verbesserung der Eingliederungschancen abzielt, sind hohe Anforderungen gestellt. Damit soll die Qualität der arbeitsmarktrechtlichen Dienstleistungen und die Effizienz des arbeitsmarktpolitischen Fördersystems nachhaltig sichergestellt und verbessert werden. Träger werden zur Einbringung von Arbeitsmarktdienstleistungen zugelassen, wenn sie unter anderem ihre Leistungsfähigkeit und Zuverlässigkeit nachweisen, qualifiziertes Personal einsetzen und ein System zur Sicherung der Qualität anwenden. Zudem müssen Vertragsregelungen mit den Maßnahmeteilnehmern insbesondere zum Schutz der Teilnehmenden eingehalten werden. Auch Jobcentern ist es möglich, sich als „Träger“ zertifizieren zu lassen und damit Maßnahmen selbst anzubieten.

Der Eigenbetrieb Neue Wege führt bereits seit Februar 2008 die Einstiegsoffensive erfolgreich an vier Standorten im Kreis Bergstraße durch. Das Angebot ist zentrales Instrument des Maßnahmenportfolios im Eigenbetrieb und wird von eigenen Mitarbeitern durchgeführt. „Neue Wege setzt mit der Einstiegsoffensive auf eine schnelle Aktivierung und Vermittlung der Leistungsbezieher vom ersten Tag an“, erklärt Neue Wege Betriebsleiter Stefan Rechmann. „Durch die Zertifizierung haben wir nun die Chance die Qualität unserer Maßnahme noch weiter zu verbessern und damit auch die Vermittlungsquote der Leistungsbezieher in Arbeit zu erhöhen“.

Da die Einstiegsoffensive eine Maßnahme zur Aktivierung und Eingliederung im Sinne des § 16 SGB II i. V. mit § 45 SGB III ist, ist sie über den Eingliederungstitel abrechenbar und führt so ab bereits 2014 zu einer Entlastung der Kreisfinanzen. Voraussetzung dafür ist jedoch die Trägerzulassung.

„Die Vorteile einer Zertifizierung unserer Maßnahme liegen klar auf der Hand: Neben finanziellen Vorteilen ist eine Überprüfung der Prozesse durch Dritte nach sechs Jahren Einstiegsoffensive zudem durchaus sehr sinnvoll. Wir erhoffen uns damit eine Beschleunigung und Verschlankung von Abläufen sowie Impulse zur Weiterentwicklung der Maßnahme. Darüber hinaus sollten die jährlichen Überwachungsaudits qualitätssichernd wirken“, so der Kreisbeigeordnete Matthias Schimpf abschließend.

Ein Sprungbrett in die berufliche Zukunft

Joblinge bekämpft Jugendarbeitslosigkeit

Jugendlichen im Kreis Bergstraße zwischen 15 und 24 Jahren eine Perspektive zu bieten – das haben sich das Kommunale Jobcenter Neue Wege Kreis Bergstraße und die gemeinnützigen Initiative der Unternehmensberatung der The Boston Consulting Group und der Eberhard von Kuenheim Stiftung der BMW AG zur Aufgabe gemacht. Das Projekt „Joblinge“ ebnet jungen Menschen den Weg in den Beruf, ohne Beachtung eines Schulabschlusses oder Vorkenntnissen. „Den Jugendlichen soll mit praktischen Fähigkeiten beim Sprung über die formalen Bewerbungshürden geholfen werden, indem sie direkt in Kontakt mit Unternehmen kommen“, erklärt der Kreisbeigeordnete Matthias Schimpf.

Während eines sechsmonatigen Programms können sie ihre Fähigkeiten in der Praxis unter Beweis stellen, wichtige Schlüsselqualifikationen erlernen, soziale Kompetenzen trainieren und haben so die Chance auf einen Ausbildungs- oder Arbeitsplatz im Traumberuf. Dabei arbeiten große und kleine Firmen, Kommunen, Privatleute, Sozialpädagogen, Ämter und Stiftungen Hand in Hand an einem gemeinsamen Ziel: Eine passende Arbeitsstelle für jeden “Jobling” zu finden.

Allein auf eine hohe Motivation und Eigeninitiative werde Wert gelegt, betont auch der Neue Wege Betriebsleiter Stefan Rechmann. „Das Besondere an diesem Programm ist, dass alle Jugendlichen eine Chance bekommen in der Gesellschaft Fuß zu fassen. Die Teilnehmer haben die Chance sich zu beweisen und sich einen Job zu erarbeiten. Bei Joblinge gibt es für jeden eine spezielle Förderung – durch Workshops, Gespräche, Projekte und persönliche Begleitung. Auf ihrem Weg unterstützt werden sie dabei von Joblinge-Mitarbeitern und Mentoren, geschulten ehrenamtlichen Helfern aus Unternehmen mit Lebens- und Berufserfahrung.“

Das Programm basiert auf vier Säulen: Während einer zweiwöchigen gemeinnützigen Projektarbeit stellen die Teilnehmer ihre Motivation unter Beweis und versuchen herauszufinden, wo ihre Stärken liegen. Hier erfolgt auch die Vorbereitung auf die anstehenden Praktika – die Vermittlung von im Berufsleben notwendigen sozialen Kompetenzen wie Zuverlässigkeit, Durchhaltevermögen, Motivation, Teamfähigkeit oder auch Kritikfähigkeit stehen im Fokus. Im Anschluss können sich die Jugendlichen in mehreren zwei- bis vierwöchige Qualifizierungspraktika ausprobieren. Haben sie „ihren Job“ gefunden wird in einem Bewerbungspraktikum der Nachweis für die Eignung für die Ausbildungs- oder Arbeitsstelle erbracht. Das Besondere: Alle Partnerunternehmen, die Praktika anbieten, garantieren in einer Partnerschaftsvereinbarung, dass auf ein erfolgreiches Praktikum die Übernahme in ein Ausbildungsverhältnis folgt.

„Seit dem Start von Joblinge im Kreis Bergstraße im Jahr 2013 konnten von 49 Teil-nehmern 32 in Ausbildung, Arbeit, Einstiegsqualifizierungen mit Anschluss, Studium oder in eine weiterführende Schule vermittelt werden. Das entspricht einer Vermittlungsquote von 72 Prozent – ein tolles Ergebnis, das zeigt, dass wir für unsere Ausbildungsvermittlung ein richtiges Förderinstrument gewählt haben“, so Stefan Rechmann abschließend.

Voraussichtlich im Februar 2015 wird eine neue Staffel der Joblinge starten. Bei Interesse an einer Teilnahme und zur Erläuterung der Teilnahmebedingungen steht Fritz Strößinger allen Interessierten, unabhängig vom Bezug von Sozialleistungen, unter 06252 / 156024 für Fragen zur Verfügung.

Neue Wege auch für das Mittagessen

Jobcenter–Dezernent Schimpf und Betriebsleiter Rechmann legen Bilanz für 2014 vor

Die Zusammenarbeit des Eigenbetriebs Neue Wege mit der Wirtschaftsförderung GmbH ist nach Ansicht des Kreisbeigeordneten Matthias Schimpf (Grüne) ein Grund dafür, dass der Kreis Bergstraße im Vergleich zum Landesdurchschnitt bessere Quoten aufweist, was die Zahl der Langzeitarbeitslosen betrifft.

HEPPENHEIM.

„Jobcenter und Wirtschaftsförderung arbeiten Hand in Hand“, sagte der Bergsträßer Kreisbeigeordnete Matthias Schimpf, als er mit Betriebsleiter Stefan Rechmann die Daten für das Jahr 2014 im Vergleich mit früheren Zeiträumen vorlegte. Danach ist die Zahl der Bedarfsgemeinschaften seit 2010 von 7734 kontinuierlich auf 6679 Ende Dezember 2014 gesunken.

Die Zahl der Arbeitslosen, die Leistungen nach dem Sozialgesetzbuch II bezieht, sank im gleichen Zeitraum von 4596 auf 3488. Auch was die sogenannten Aufstocker betrifft – Menschen, deren Arbeitslohn so niedrig ist, dass sie Sozialleistungen beziehen – gibt es laut Schimpf eine positive Entwicklung. 2010 gab es 3513 Aufstocker. Nach Schwankungen ist dieser Wert auf 3197 gesunken.

Ob mit dem gesetzlichen Mindestlohn die Zahl der Aufstocker sinkt, lässt sich noch nicht sagen, weil diese Form der Regelleistungen nicht nur vom Stundenlohn, sondern von der Arbeitszeit abhängt. Eine alleinerziehende Mutter könnte unter Umständen solche Mittel in Anspruch nehmen, obwohl sie mehr als 8,50 Euro pro Stunde verdient.

Insgesamt wurden im vergangenen Jahr laut Schimpf und Rechmann 34,2 Millionen Euro an sogenannten Regelleistungen ausgezahlt. Dazu kamen 31,8 Millionen Euro Wohngeld.

Wie Schimpf und Rechmann erkennen ließen, sind die Themen Arbeitslosigkeit und Wohnen untrennbar miteinander verbunden. Besonders in den Städten und Gemeinden entlang der Bergstraße ist bezahlbarer Wohnraum knapp. Vergleichsweise billige Wohnungen gibt es zwar in den Dörfern des Odenwaldes. Doch von dort aus ist es schwer, die Qualifizierungsangebote des Jobcenters zu nutzen. Schimpf sagte, selbst die Erhöhung des Wohngeldes löse die Probleme nicht. Solche Anpassungen der Regelsätze führten fast immer dazu, dass die Mietpreise entsprechend steigen.

Betriebsleiter Rechmann berichtete, der Eigenbetrieb mit seinen Fallmanagern werde sich in diesem Jahr besonders den Langzeitarbeitslosen widmen. Aus den Förderprogrammen von Bund und Land erhält das Jobcenter in diesem Jahr 7,9 Millionen Euro. 2016 laufe das Programm „50 plus“ allerdings aus, sodass die Summe um eine Million Euro sinkt.

Positiv werde das sogenannte Teilhabepaket angenommen, das 2011 vom Bund geschnürt wurde. Damit werden Kinder und Jugendliche unterstützt, deren Eltern Arbeitslosengeld II, Sozialhilfe oder andere Sozialleistungen erhalten. So können Klassenfahrten, Schulbedarf, Mittagessen oder Nachhilfeunterricht ermöglicht werden. 2012 wurden im Kreis 4688 Anträge gestellt. 2014 waren es 6610 mit 1,1 Millionen Euro. Besonders stolz zeigte sich Rechmann darüber, dass es Neue Wege gelungen sei, innerhalb eines Jahres 100 000 Mittagessen in Schulen zu finanzieren.

Starkenburger Echo, 26.01.2015

Auch im kommunalen Jobcenter Neue Wege ist die Flüchtlingsthematik angekommen / Firmen bieten Unterstützung an

Jobs für eine schnellere Integration

Bergstraße. Weniger Arbeitslose, wirksame Programme: Das kommunale Jobcenter des Kreises Bergstraße ist weiter auf einem guten Weg (siehe Infobox). Beim Jahrespressetermin gestern in Heppenheim war jedoch schnell klar, dass neue Herausforderungen warten: Wie Städte und Gemeinden, Vereine und Ehrenamtliche wird sich auch Neue Wege in der kommenden Zeit verstärkt um jene Menschen kümmern, die aus ihren Heimatländern fliehen und sich hier ein neues Leben aufbauen müssen.

750 Flüchtlinge wurden im vergangenen Jahr im Kreis Bergstraße aufgenommen, Sozialdezernent Matthias Schimpf rechnet für dieses Jahr mit weit über tausend weiteren. Allein im ersten Quartal werden etwa 450 neue Flüchtlinge im Kreis Bergstraße ankommen. Meist sind es junge, alleinstehende Männer unter 30 aus Eritrea, Somalia oder Syrien, die hier Zuflucht suchen.

Der abstrakte Begriff “Integration” wird dann schnell an konkreten Beispielen deutlich: Geheizt wird nicht mit dem Herd, da das Unmengen von Energie schluckt, Sicherheitstüren dürfen nicht offenstehen, Müll wird getrennt. Und auch bei Fragen wie “Wann kaufe ich ein? Wo kaufe ich ein? Was kaufe ich ein?” prallen die Kulturen aufeinander.

Die Aufgabe, vor der der Kreis Bergstraße steht, ist klar: Den Menschen, die hier eine neue Heimat gefunden haben, soll ein weitgehend unabhängiges Leben ermöglicht werden – nicht nur, aber auch finanziell. Dazu hat die Kreisverwaltung vor mehr als einem Jahr eine abteilungsübergreifende Arbeitsgruppe gebildet, die sich zum Beispiel um Wohnraumbeschaffung, Alltagsbegleitung oder Sprachförderung kümmert.

Eine Betreuung durch Neue Wege in den ersten drei Aufenthaltsmonaten verbietet das Gesetz: Solange nicht klar ist, ob ein Flüchtling dauerhaft bleiben darf oder nicht, darf das kommunale Jobcenter an dieser Stelle kein Geld in die Hand nehmen. Auf der anderen Seite – und das steht außer Frage – können Flüchtlinge in den ersten Wochen nach ihrer Ankunft nicht einfach sich selbst überlassen werden.

Ganz im Gegenteil: Für Sprachkurse und das erste Kennenlernen der neuen Heimat bietet sich diese Zeit geradezu an, will man schnellstmöglich Selbstständigkeit erreichen. Zur Koordinierung dieser Angebote stellt der Kreis Bergstraße daher Geldmittel als “freiwillige Leistung” zur Verfügung, während die anfallenden Aufgaben von zahlreichen Ehrenamtlichen gestemmt werden.

Fast täglich berichtet der BA von Sprachkursen, Sportangeboten oder dem Bemühen, Flüchtlinge für das Vereinsleben in der Region zu begeistern. Auch von engagierten Unternehmen wusste Sozialdezernent Schimpf gestern zu berichten, die den Flüchtlingen Praktika, kleine Jobs oder Firmenführungen anbieten möchten. “Die Bereitschaft der regionalen Wirtschaft ist da. Allerdings muss man hier sehr genau hinschauen, was erlaubt ist und was nicht”, so Schimpf.

Der “Status” ist entscheidend

Wenn nach den ersten Monaten schließlich feststeht, dass eine Person in Deutschland bleiben darf und sie auch einen entsprechenden “Status” erhält, kann sich auch Neue Wege in die Betreuung einschalten. Selbstverständlich wurden Flüchtlinge und Migranten hier auch in der Vergangenheit bei ihrem Weg in Arbeit unterstützt – nur nicht in so geballter Zahl.

Ab Mai, so viel kann Betriebsleiter Stefan Rechmann schon heute sagen, treten knapp 120 Flüchtlinge in den Leistungsbezug ein. Die gilt es dann, so schnell wie möglich in Arbeit zu vermitteln. Dazu will das Jobcenter ein spezielles Programm auflegen, das Ausbildung und Vorkenntnisse, aber auch Defizite und Beeinträchtigungen ermittelt, um die Personen dann – wie deutsche Leistungsbezieher auch – über geeignete Maßnahmen in Arbeit zu bringen. Zur Unterstützung wird es speziell ausgebildete Fallmanager geben, kündigte Rechmann an.

Auch bei den sogenannten “Kosten der Unterkunft” für Hartz-IV-Empfänger wird man in diesem Jahr nachsteuern müssen. Diese sind im Kreis Bergstraße als Zuzugs- und Wachstumsregion ohnehin ein Dauerthema und erhöhen sich wohl nun mit der Unterbringung weiterer Flüchtlinge. “Was für uns grundsätzlich eine Selbstverständlichkeit ist”, wie Schimpf betonte.

Zahlen, Daten, Fakten: Rück- und Ausblick für Neue Wege

Die Zahl der Langzeitarbeitslosen im Kreis Bergstraße hat sich in den vergangenen fünf Jahren konstant verringert: von rund 4600 Ende 2010 auf knapp 3500 im vergangenen Dezember.

Die Zahl der jugendlichen Langzeitarbeitslosen im Alter von unter 25 Jahren ist im gleichen Zeitraum sogar noch stärker gesunken, nämlich um rund zwei Drittel auf derzeit knapp 50 Personen. Für Schulverweigerer wird in diesem Jahr das neue Programm “MOVE” aufgelegt.

Maßnahmenschwerpunkte des Jobcenters im vergangenen Jahr waren unter anderem die sogenannte Einstiegsoffensive für Neuantragsteller, Gesundheitsförderprogramme und speziell zugeschnittene Zielgruppenmaßnahmen wie das Projekt “50Plus”.

Den eingeschlagenen Kurs will Neue Wege in diesem Jahr beibehalten und weiterentwickeln. Festgehalten wird auch an den dezentralen Angeboten in den Teilregionen des Landkreises.

Weitere Schwerpunkte im Jahr 2015 liegen auf Maßnahmen für Langzeitarbeitslose, die bereits seit mehreren Jahren Leistungen beziehen, für Behinderte und Menschen mit Migrationshintergrund.

Im Landesvergleich gut angenommen wird mittlerweile das sogenannte “Bildungs- und Teilhabepaket”, das im Bedarfsfall zum Beispiel die Teilnahme an Klassenfahrten ermöglicht. So wurden im vergangenen Jahr 100?000 Mittagessen an Schulen und Kitas finanziert.

Für seine Arbeit erhält der Eigenbetrieb in diesem Jahr knapp acht Millionen Euro: 6,3 Millionen vom Bund, 650?000 Euro vom Land Hessen sowie – letztmalig – eine Million aus dem Bundesprogramm “50Plus”.

Um ein spezielles Programm für Flüchtlinge auflegen zu können, bemüht sich der Kreis außerdem um zusätzliche Mittel aus dem Europäischen Sozialfonds. rk

Bergsträßer Anzeiger, 24.01.2015

Schuldner- und Suchtberatung als Basis für die Rückkehr in den Beruf

Verstärkte Zusammenarbeit mit regionalen Trägern sozialer Dienstleistungen

Laut Auswertungen des SchuldnerAtlas Deutschland ist die Überschuldung von Verbrauchern in Deutschland zum Oktober 2014 wieder gestiegen. Im Vergleich zum Vorjahr sind weitere 90.000 Personen von Zahlungsunfähigkeit betroffen – insgesamt sind es 6,7 Millionen Bürger über 18 Jahre die überschuldet sind. Mit der Verschuldung, die problemlos und risikofrei erscheint, wächst jedoch auch die Gefahr der Überschuldung, wenn unvorhergesehene und unkalkulierbare Lebensereignisse wie beispielsweise Trennung, Krankheit oder der Verlust des Arbeitsplatzes eintreten. Die Konsequenzen für die Betroffenen sind weitreichend. Neben der Last der Schulden müssen die Betroffenen auch die sozialen und psychischen Folgen ihrer Existenzgefährdung bewältigen.

Um diese Personen zu unterstützen wurden zentral in den Kommunalen Jobcentern des Kreises Bergstraße in Bürstadt, Mörlenbach, Viernheim und Heppenheim Schuldnerberatungsstellen eingerichtet. Denn: Überschuldung stellt ein Vermittlungshemmnis dar, dem mit Hilfe der Schuldnerberatung entgegengewirkt werden kann. Die Beratung die Neue Wege in Zusammenarbeit mit der Arbeiterwohlfahrt Bergstraße gGmbH, dem Caritasverband Darmstadt e.V. und dem Diakonischen Werk Bergstraße anbietet, umfasst konkrete Hilfen in finanziellen und rechtlichen Bereichen und ist auf die Stabilisierung und Sicherung der Wohn- und Lebenssituation ausgerichtet.

„Für die meisten Menschen ist es eine große Überwindung, die finanzielle Situation offen zu legen und Hilfe in Anspruch zu nehmen“, so der Neue Wege Betriebsleiter Stefan Rechmann. Daher sei es wichtig, dass der Betroffene Hilfe bei seriösen Anbietern Hilfe suchen und Vertrauen zum Berater habe. Die Einrichtungen verfügen über mehrere Berater mit juristischem oder sozialpädagogischem Hintergrund sowie einer gesonderten Ausbildung zum Schuldnerberater.

Gemeinsam mit den Betroffenen wird die Ausgangslage geklärt sowie die individuellen Ursachen der Überschuldung. Die in Module aufgeteilte Beratung gliedert sich in eine Basisberatung mit Anamnese, Problembeschreibung und Zielfindung. Daran knüpfen Module zur Existenzsicherung und Budgetplanung, Forderungsüberprüfung und Schuldnerschutz sowie zur Regulierung und Entschuldung.

„Die Schuldnerberatung hat sich aus unserer Sicht als flankierende Maßnahme für die Jobvermittlung bewährt“, betont Stefan Rechmann. „Denn wenn Schulden auf die Seele drücken und Lohnpfändungen drohen, sind das ganz schlechte Ausgangsbedingungen für Arbeitsuchende und potenzielle Arbeitgeber.“

Ein weiteres Hindernis, das einer Rückkehr in den Arbeitsmarkt entgegensteht sind Suchtproblematiken. Um Betroffenen einen Einstieg in die Suchtberatung zu erleichtern und auch die Fallmanager in den Kommunalen Jobcentern im Umgang mit Suchtkranken zu beraten wurden „Service Points Sucht“ eingerichtet. Die Mitarbeiter erleichtern die Suche hinsichtlich passenden Angeboten und Ansprechpartnern und stehen in den vier Jobcentern in Heppenheim (Caritasverband), Bürstadt (Arbeiterwohlfahrt), Viernheim (Arbeiterwohlfahrt) und Mörlenbach (Caritasverband) für eine Beratung zur Verfügung. Auf Wunsch kann die Einmündung in eine Suchtberatung erfolgen. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Träger Arbeiterwohlfahrt und Caritasverbands klären dort zu Anfang der Beratung die psychosoziale Situation und den aktuellen Stand der Suchtmittelproblematik der Betroffenen, um einen individuellen Hilfeplan zu entwickeln. Dabei werden die persönlichen Lebensbedingungen, Vorstellungen und Erwartungen der Betroffenen berücksichtigt. Des Weiteren gibt es Informations- und Motivationsgruppen zur Vermittlung von Basisinformationen zu den Themen Abhängigkeit, Abhängigkeitsentwicklung und Behandlungsmöglichkeiten.

Die Finanzierung der Maßnahmen erfolgt aus Fördermitteln des europäischen Sozialfonds und des Landes Hessen.

Perspektiven für Menschen mit Handicap

„BerT“, die Beratungsstelle für Behinderte und von Behinderung bedrohte Menschen

Gemeinsam mit dem Berufsbildungswerk Neckargemünd GmbH bietet das Kommunale Job-center Neue Wege Kreis Bergstraße eine Anlaufstelle für Menschen mit Handicap an. Die Mitarbeiter der Beratungsstelle zur Teilhabe für Menschen mit Behinderung und von Behin-derung bedrohter Menschen – kurz „BerT“ – unterstützen in verschiedensten Problemlagen. Auch Menschen, die keine Leistungen nach dem Zweiten Sozialgesetzbuch beziehen, umgangssprachlich Hartz VI genannt, finden hier einen Ansprechpartner.

Ob Informationen zu speziellen Hilfsangeboten, Qualifizierungs- und berufsvorbereitende Maßnahmen, Unterstützung bei der Eingliederung in den Ausbildungs- oder Arbeitsmarkt, Beratung von Personen, die sich bereits in einem Beschäftigungsverhältnis befinden und deren Arbeitsverhältnis gefährdet ist oder Unterstützung bei der Kommunikation mit Ämtern und Behörden – die Mitarbeiter helfen bei Fragen weiter.

Neue Wege Betriebsleiter Stefan Rechmann erklärt: „Unser Angebot soll möglichst viele Menschen mit Beratungsbedarf im Kreis Bergstraße erreichen. Auch Arbeitgeber, die ge-handicapte Menschen in ihrem Betrieb beschäftigen oder beschäftigen möchten, finden bei den Mitarbeitern von BerT Hilfe. Hierbei unterstützen wir auch Personen, die sich bereits in einem Beschäftigungsverhältnis befinden. Um den Arbeitsplatz zu erhalten, kann gemeinsam nach Lösungen für auftauchende Probleme gesucht werden.“

Die neue mobile Beratung ist telefonisch unter 0174 / 82 85 964 oder per E-Mail unter-francesco.giordano@bbw.srh.de erreichbar. Termine können ebenfalls ohne vorherige Ab-sprache in den kommunalen Jobcentern zu folgenden Zeiten in geraden Kalenderwochen wahrgenommen werden:

Jobcenter Bergstraße Montags 13.30 – 15.30 Uhr
Jobcenter Odenwald Donnerstags 10.00 – 12.00 Uhr
Jobcenter Ried Dienstags 10.00 – 12.00 Uhr
Jobcenter Viernheim Mittwochs 14.00 – 16.00 Uhr

Die Finanzierung der Beratungsstelle erfolgt aus Mitteln des Landes Hessen und des Euro-päischen Sozialfonds.

Neue Wege ist Vorreiter im Bereich der Gesundheitsförderung

Betriebskommission beschließt Weiterführung erfolgreicher Maßnahmen

Trotz guter Lage auf dem deutschen Arbeitsmarkt profitieren Langzeitarbeitslose kaum von dieser Entwicklung. Um den Abbau der Erwerbslosigkeit voranzutreiben setzt die Arbeitsmarktpolitik von heute auf die Aktivierung der Leistungsbezieher. Heute ist jedoch ein großer Teil der Menschen, die Grundsicherungsleistungen beziehen, infolge mehrfacher Hemmnisse nicht sofort in den Arbeitsmarkt vermittelbar.

Das Bundesministerium für Arbeit und Soziales hat im November diesen Jahres ein Konzept zum Abbau der Langzeitarbeitslosigkeit erstellt, dessen Schwerpunkte auf einer noch intensiveren Betreuung und verstärkten Gesundheitsförderung durch die Träger der Grundsicherung liegen. Das Kommunale Jobcenter hat seine Förder- und Vermittlungsinstrumente bereits in den letzten Jahren kontinuierlich an die Entwicklungen des Arbeitsmarktes und die Probleme der Leistungsbezieher angepasst. Seit 2008 steht die direkte Aktivierung von Langzeitleistungsbeziehern und Neuantragstellern im Vordergrund der Vermittlungsbemühungen. In ihrer letzten Sitzung gab auch die Betriebskommission des Kommunalen Jobcenters die Zustimmung zur Weiterführung erfolgreicher Maßnahmen zur Aktivierung sowie zur Gesundheitsförderung von Langzeitarbeitslosen.

Das Sofortprogramm Einstiegsoffensive hat seit 2008 eine intensive Beratung und zügige Vermittlung von Langzeitarbeitslosen in Arbeit zum Ziel. Es hat sich jedoch gezeigt, dass rund ein Viertel der Antragsteller, häufig Menschen mit gesundheitlichen Einschränkungen, eine andere Form der Unterstützung benötigen. Seit 2012 ergänzt das Projekt „eoPLUS“ für Menschen mit multiplen, zumeist gesundheitlichen Problemlagen mit Standorten in Heppenheim und Mörlenbach das Maßnahmeportfolio.

Der Kreisbeigeordnete Matthias Schimpf erklärt: „Krankheitsfolgen, Stress, psychische oder körperliche Behinderungen, Suchtprobleme oder Schulden – die gesundheitliche und private Situation vieler langzeitarbeitsloser Menschen stellt ein gravierendes Problem dar. Wir haben diese Problematik erkannt und setzen bereits seit drei Jahren auf eine gezielte Gesundheitsförderung. eoPLUS bietet Menschen mit multiplen Hemmnissen Unterstützung an – Gesundheits- und Mobilitätsfragen werden ebenso abgeklärt wie auch ein eventueller Weiterbildungsbedarf auf dem Weg in den 1. Arbeitsmarkt.“

Ebenfalls wurden Anfang des Jahres in Heppenheim und Viernheim sogenannte „Servicepoints Gesundheit“ eingerichtet. Für Leistungsbezieher, bei denen auf Grund ihrer gesundheitlichen Situation die Erwerbsfähigkeit oder berufliche Eignung unklar ist, ist der Service Point Gesundheit erste Anlaufstelle. Neben der Durchführung von Erwerbsfähigkeitsprüfungen wird hier die gesundheitliche Situation der Teilnehmer beleuchtet und durch fachliche Begutachtungen Empfehlungen für den bestmöglichen Förderweg des Teilnehmers gegeben. Für Kunden der Jobcenter Viernheim und Odenwald ist der Service Point Gesundheit Viernheim Anlaufstelle, für Kunden der Jobcenter
Bergstraße und Ried der Service Point Gesundheit Heppenheim.

Menschen mit psychischen Problemen finden bei der „Psychosozialen Beratung“ Hilfe. Im Rahmen der Kontaktaufnahme durch den psychosozialen Dienst wird ermittelt, welcher Hilfebedarf vorhanden ist und welche Folgemaßnahmen zum Einsatz kommen sollen. Die Beratung kann sowohl im häuslichen Umfeld, als auch direkt beim Träger stattfinden.

Um die Fallmanager im Umgang mit Suchtkranken zu beraten und Betroffenen einen Einstieg in die Suchtberatung zu erleichtern wurde der „Service Point Sucht“ eingerichtet. Die Mitarbeiter erleichtern die Suche hinsichtlich passenden Angeboten und Ansprechpartnern und stehen in den vier Jobcentern in Heppenheim, Bürstadt, Viernheim und Mörlenbach für eine Beratung zur Verfügung. Auf Wunsch kann die Einmündung in eine Suchtberatung erfolgen.

„Aktivcenter“ bieten gebündelte Unterstützungsleistungen an, mit denen soziale, psychische und gesundheitliche Vermittlungshemmnisse abgebaut werden können. Die Mitarbeiter arbeiten mit den Teilnehmern an ihrer Motivation und an den Kompetenzen zur Bewältigung von Alltagsherausforderungen. Eine Analyse der beruflichen Zielvorstellungen, Bewerbungstrainings und die Unterstützung bei der Stellenrecherche runden das Angebot ab.

Der Neue Wege Betriebsleiter Stefan Rechmann abschließend: „Mehr Gesundheit bedeutet nicht automatisch, dass man eine neue Arbeitsstelle findet, ist aber die grundlegende Voraussetzung dafür, überhaupt wieder beschäftigungsfähig zu werden und zu bleiben. Die Ausübung einer beruflichen Tätigkeit nimmt in der heutigen Gesellschaft eine zentrale Stellung ein, denn die sozialen Kontakte im Betrieb, die finanzielle Sicherheit und die damit verbundene eigenständige Lebensführung stärken das Selbstwertgefühl. Unsere Maßnahmen sollen dazu beitragen, den Anschluss an diese wichtigen Aspekte wiederzuerlangen und beizubehalten.“