Am 6. März 2019 fand ein Fachtag für Kommunale Jobcenter und Organisations- bzw. Personalverantwortliche der hessischen Landkreise und kreisfreien Städte  statt. Der „Groß-Gerauer Impuls“ beschäftigte sich mit der Innovationsfähigkeit der Kommunalen Jobcenter (KJC).

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Groß-Gerauer Impuls 2019 – Das Kommunale Jobcenter als Innovationsmotor der Verwaltung_ _ ARBEITSWELT Hessen

Ein Sprungbrett in die berufliche Zukunft

Joblinge bekämpft Jugendarbeitslosigkeit

Jugendlichen im Kreis Bergstraße zwischen 15 und 24 Jahren eine Perspektive zu bieten – das haben sich das Kommunale Jobcenter Neue Wege Kreis Bergstraße und die gemeinnützigen Initiative der Unternehmensberatung der The Boston Consulting Group und der Eberhard von Kuenheim Stiftung der BMW AG zur Aufgabe gemacht. Das Projekt „Joblinge“ ebnet jungen Menschen den Weg in den Beruf, ohne Beachtung eines Schulabschlusses oder Vorkenntnissen. „Den Jugendlichen soll mit praktischen Fähigkeiten beim Sprung über die formalen Bewerbungshürden geholfen werden, indem sie direkt in Kontakt mit Unternehmen kommen“, erklärt der Kreisbeigeordnete Matthias Schimpf.

Während eines sechsmonatigen Programms können sie ihre Fähigkeiten in der Praxis unter Beweis stellen, wichtige Schlüsselqualifikationen erlernen, soziale Kompetenzen trainieren und haben so die Chance auf einen Ausbildungs- oder Arbeitsplatz im Traumberuf. Dabei arbeiten große und kleine Firmen, Kommunen, Privatleute, Sozialpädagogen, Ämter und Stiftungen Hand in Hand an einem gemeinsamen Ziel: Eine passende Arbeitsstelle für jeden “Jobling” zu finden.

Allein auf eine hohe Motivation und Eigeninitiative werde Wert gelegt, betont auch der Neue Wege Betriebsleiter Stefan Rechmann. „Das Besondere an diesem Programm ist, dass alle Jugendlichen eine Chance bekommen in der Gesellschaft Fuß zu fassen. Die Teilnehmer haben die Chance sich zu beweisen und sich einen Job zu erarbeiten. Bei Joblinge gibt es für jeden eine spezielle Förderung – durch Workshops, Gespräche, Projekte und persönliche Begleitung. Auf ihrem Weg unterstützt werden sie dabei von Joblinge-Mitarbeitern und Mentoren, geschulten ehrenamtlichen Helfern aus Unternehmen mit Lebens- und Berufserfahrung.“

Das Programm basiert auf vier Säulen: Während einer zweiwöchigen gemeinnützigen Projektarbeit stellen die Teilnehmer ihre Motivation unter Beweis und versuchen herauszufinden, wo ihre Stärken liegen. Hier erfolgt auch die Vorbereitung auf die anstehenden Praktika – die Vermittlung von im Berufsleben notwendigen sozialen Kompetenzen wie Zuverlässigkeit, Durchhaltevermögen, Motivation, Teamfähigkeit oder auch Kritikfähigkeit stehen im Fokus. Im Anschluss können sich die Jugendlichen in mehreren zwei- bis vierwöchige Qualifizierungspraktika ausprobieren. Haben sie „ihren Job“ gefunden wird in einem Bewerbungspraktikum der Nachweis für die Eignung für die Ausbildungs- oder Arbeitsstelle erbracht. Das Besondere: Alle Partnerunternehmen, die Praktika anbieten, garantieren in einer Partnerschaftsvereinbarung, dass auf ein erfolgreiches Praktikum die Übernahme in ein Ausbildungsverhältnis folgt.

„Seit dem Start von Joblinge im Kreis Bergstraße im Jahr 2013 konnten von 49 Teil-nehmern 32 in Ausbildung, Arbeit, Einstiegsqualifizierungen mit Anschluss, Studium oder in eine weiterführende Schule vermittelt werden. Das entspricht einer Vermittlungsquote von 72 Prozent – ein tolles Ergebnis, das zeigt, dass wir für unsere Ausbildungsvermittlung ein richtiges Förderinstrument gewählt haben“, so Stefan Rechmann abschließend.

Voraussichtlich im Februar 2015 wird eine neue Staffel der Joblinge starten. Bei Interesse an einer Teilnahme und zur Erläuterung der Teilnahmebedingungen steht Fritz Strößinger allen Interessierten, unabhängig vom Bezug von Sozialleistungen, unter 06252 / 156024 für Fragen zur Verfügung.

Neue Wege auch für das Mittagessen

Jobcenter–Dezernent Schimpf und Betriebsleiter Rechmann legen Bilanz für 2014 vor

Die Zusammenarbeit des Eigenbetriebs Neue Wege mit der Wirtschaftsförderung GmbH ist nach Ansicht des Kreisbeigeordneten Matthias Schimpf (Grüne) ein Grund dafür, dass der Kreis Bergstraße im Vergleich zum Landesdurchschnitt bessere Quoten aufweist, was die Zahl der Langzeitarbeitslosen betrifft.

HEPPENHEIM.

„Jobcenter und Wirtschaftsförderung arbeiten Hand in Hand“, sagte der Bergsträßer Kreisbeigeordnete Matthias Schimpf, als er mit Betriebsleiter Stefan Rechmann die Daten für das Jahr 2014 im Vergleich mit früheren Zeiträumen vorlegte. Danach ist die Zahl der Bedarfsgemeinschaften seit 2010 von 7734 kontinuierlich auf 6679 Ende Dezember 2014 gesunken.

Die Zahl der Arbeitslosen, die Leistungen nach dem Sozialgesetzbuch II bezieht, sank im gleichen Zeitraum von 4596 auf 3488. Auch was die sogenannten Aufstocker betrifft – Menschen, deren Arbeitslohn so niedrig ist, dass sie Sozialleistungen beziehen – gibt es laut Schimpf eine positive Entwicklung. 2010 gab es 3513 Aufstocker. Nach Schwankungen ist dieser Wert auf 3197 gesunken.

Ob mit dem gesetzlichen Mindestlohn die Zahl der Aufstocker sinkt, lässt sich noch nicht sagen, weil diese Form der Regelleistungen nicht nur vom Stundenlohn, sondern von der Arbeitszeit abhängt. Eine alleinerziehende Mutter könnte unter Umständen solche Mittel in Anspruch nehmen, obwohl sie mehr als 8,50 Euro pro Stunde verdient.

Insgesamt wurden im vergangenen Jahr laut Schimpf und Rechmann 34,2 Millionen Euro an sogenannten Regelleistungen ausgezahlt. Dazu kamen 31,8 Millionen Euro Wohngeld.

Wie Schimpf und Rechmann erkennen ließen, sind die Themen Arbeitslosigkeit und Wohnen untrennbar miteinander verbunden. Besonders in den Städten und Gemeinden entlang der Bergstraße ist bezahlbarer Wohnraum knapp. Vergleichsweise billige Wohnungen gibt es zwar in den Dörfern des Odenwaldes. Doch von dort aus ist es schwer, die Qualifizierungsangebote des Jobcenters zu nutzen. Schimpf sagte, selbst die Erhöhung des Wohngeldes löse die Probleme nicht. Solche Anpassungen der Regelsätze führten fast immer dazu, dass die Mietpreise entsprechend steigen.

Betriebsleiter Rechmann berichtete, der Eigenbetrieb mit seinen Fallmanagern werde sich in diesem Jahr besonders den Langzeitarbeitslosen widmen. Aus den Förderprogrammen von Bund und Land erhält das Jobcenter in diesem Jahr 7,9 Millionen Euro. 2016 laufe das Programm „50 plus“ allerdings aus, sodass die Summe um eine Million Euro sinkt.

Positiv werde das sogenannte Teilhabepaket angenommen, das 2011 vom Bund geschnürt wurde. Damit werden Kinder und Jugendliche unterstützt, deren Eltern Arbeitslosengeld II, Sozialhilfe oder andere Sozialleistungen erhalten. So können Klassenfahrten, Schulbedarf, Mittagessen oder Nachhilfeunterricht ermöglicht werden. 2012 wurden im Kreis 4688 Anträge gestellt. 2014 waren es 6610 mit 1,1 Millionen Euro. Besonders stolz zeigte sich Rechmann darüber, dass es Neue Wege gelungen sei, innerhalb eines Jahres 100 000 Mittagessen in Schulen zu finanzieren.

Starkenburger Echo, 26.01.2015

Auch im kommunalen Jobcenter Neue Wege ist die Flüchtlingsthematik angekommen / Firmen bieten Unterstützung an

Jobs für eine schnellere Integration

Bergstraße. Weniger Arbeitslose, wirksame Programme: Das kommunale Jobcenter des Kreises Bergstraße ist weiter auf einem guten Weg (siehe Infobox). Beim Jahrespressetermin gestern in Heppenheim war jedoch schnell klar, dass neue Herausforderungen warten: Wie Städte und Gemeinden, Vereine und Ehrenamtliche wird sich auch Neue Wege in der kommenden Zeit verstärkt um jene Menschen kümmern, die aus ihren Heimatländern fliehen und sich hier ein neues Leben aufbauen müssen.

750 Flüchtlinge wurden im vergangenen Jahr im Kreis Bergstraße aufgenommen, Sozialdezernent Matthias Schimpf rechnet für dieses Jahr mit weit über tausend weiteren. Allein im ersten Quartal werden etwa 450 neue Flüchtlinge im Kreis Bergstraße ankommen. Meist sind es junge, alleinstehende Männer unter 30 aus Eritrea, Somalia oder Syrien, die hier Zuflucht suchen.

Der abstrakte Begriff “Integration” wird dann schnell an konkreten Beispielen deutlich: Geheizt wird nicht mit dem Herd, da das Unmengen von Energie schluckt, Sicherheitstüren dürfen nicht offenstehen, Müll wird getrennt. Und auch bei Fragen wie “Wann kaufe ich ein? Wo kaufe ich ein? Was kaufe ich ein?” prallen die Kulturen aufeinander.

Die Aufgabe, vor der der Kreis Bergstraße steht, ist klar: Den Menschen, die hier eine neue Heimat gefunden haben, soll ein weitgehend unabhängiges Leben ermöglicht werden – nicht nur, aber auch finanziell. Dazu hat die Kreisverwaltung vor mehr als einem Jahr eine abteilungsübergreifende Arbeitsgruppe gebildet, die sich zum Beispiel um Wohnraumbeschaffung, Alltagsbegleitung oder Sprachförderung kümmert.

Eine Betreuung durch Neue Wege in den ersten drei Aufenthaltsmonaten verbietet das Gesetz: Solange nicht klar ist, ob ein Flüchtling dauerhaft bleiben darf oder nicht, darf das kommunale Jobcenter an dieser Stelle kein Geld in die Hand nehmen. Auf der anderen Seite – und das steht außer Frage – können Flüchtlinge in den ersten Wochen nach ihrer Ankunft nicht einfach sich selbst überlassen werden.

Ganz im Gegenteil: Für Sprachkurse und das erste Kennenlernen der neuen Heimat bietet sich diese Zeit geradezu an, will man schnellstmöglich Selbstständigkeit erreichen. Zur Koordinierung dieser Angebote stellt der Kreis Bergstraße daher Geldmittel als “freiwillige Leistung” zur Verfügung, während die anfallenden Aufgaben von zahlreichen Ehrenamtlichen gestemmt werden.

Fast täglich berichtet der BA von Sprachkursen, Sportangeboten oder dem Bemühen, Flüchtlinge für das Vereinsleben in der Region zu begeistern. Auch von engagierten Unternehmen wusste Sozialdezernent Schimpf gestern zu berichten, die den Flüchtlingen Praktika, kleine Jobs oder Firmenführungen anbieten möchten. “Die Bereitschaft der regionalen Wirtschaft ist da. Allerdings muss man hier sehr genau hinschauen, was erlaubt ist und was nicht”, so Schimpf.

Der “Status” ist entscheidend

Wenn nach den ersten Monaten schließlich feststeht, dass eine Person in Deutschland bleiben darf und sie auch einen entsprechenden “Status” erhält, kann sich auch Neue Wege in die Betreuung einschalten. Selbstverständlich wurden Flüchtlinge und Migranten hier auch in der Vergangenheit bei ihrem Weg in Arbeit unterstützt – nur nicht in so geballter Zahl.

Ab Mai, so viel kann Betriebsleiter Stefan Rechmann schon heute sagen, treten knapp 120 Flüchtlinge in den Leistungsbezug ein. Die gilt es dann, so schnell wie möglich in Arbeit zu vermitteln. Dazu will das Jobcenter ein spezielles Programm auflegen, das Ausbildung und Vorkenntnisse, aber auch Defizite und Beeinträchtigungen ermittelt, um die Personen dann – wie deutsche Leistungsbezieher auch – über geeignete Maßnahmen in Arbeit zu bringen. Zur Unterstützung wird es speziell ausgebildete Fallmanager geben, kündigte Rechmann an.

Auch bei den sogenannten “Kosten der Unterkunft” für Hartz-IV-Empfänger wird man in diesem Jahr nachsteuern müssen. Diese sind im Kreis Bergstraße als Zuzugs- und Wachstumsregion ohnehin ein Dauerthema und erhöhen sich wohl nun mit der Unterbringung weiterer Flüchtlinge. “Was für uns grundsätzlich eine Selbstverständlichkeit ist”, wie Schimpf betonte.

Zahlen, Daten, Fakten: Rück- und Ausblick für Neue Wege

Die Zahl der Langzeitarbeitslosen im Kreis Bergstraße hat sich in den vergangenen fünf Jahren konstant verringert: von rund 4600 Ende 2010 auf knapp 3500 im vergangenen Dezember.

Die Zahl der jugendlichen Langzeitarbeitslosen im Alter von unter 25 Jahren ist im gleichen Zeitraum sogar noch stärker gesunken, nämlich um rund zwei Drittel auf derzeit knapp 50 Personen. Für Schulverweigerer wird in diesem Jahr das neue Programm “MOVE” aufgelegt.

Maßnahmenschwerpunkte des Jobcenters im vergangenen Jahr waren unter anderem die sogenannte Einstiegsoffensive für Neuantragsteller, Gesundheitsförderprogramme und speziell zugeschnittene Zielgruppenmaßnahmen wie das Projekt “50Plus”.

Den eingeschlagenen Kurs will Neue Wege in diesem Jahr beibehalten und weiterentwickeln. Festgehalten wird auch an den dezentralen Angeboten in den Teilregionen des Landkreises.

Weitere Schwerpunkte im Jahr 2015 liegen auf Maßnahmen für Langzeitarbeitslose, die bereits seit mehreren Jahren Leistungen beziehen, für Behinderte und Menschen mit Migrationshintergrund.

Im Landesvergleich gut angenommen wird mittlerweile das sogenannte “Bildungs- und Teilhabepaket”, das im Bedarfsfall zum Beispiel die Teilnahme an Klassenfahrten ermöglicht. So wurden im vergangenen Jahr 100?000 Mittagessen an Schulen und Kitas finanziert.

Für seine Arbeit erhält der Eigenbetrieb in diesem Jahr knapp acht Millionen Euro: 6,3 Millionen vom Bund, 650?000 Euro vom Land Hessen sowie – letztmalig – eine Million aus dem Bundesprogramm “50Plus”.

Um ein spezielles Programm für Flüchtlinge auflegen zu können, bemüht sich der Kreis außerdem um zusätzliche Mittel aus dem Europäischen Sozialfonds. rk

Bergsträßer Anzeiger, 24.01.2015

Schuldner- und Suchtberatung als Basis für die Rückkehr in den Beruf

Verstärkte Zusammenarbeit mit regionalen Trägern sozialer Dienstleistungen

Laut Auswertungen des SchuldnerAtlas Deutschland ist die Überschuldung von Verbrauchern in Deutschland zum Oktober 2014 wieder gestiegen. Im Vergleich zum Vorjahr sind weitere 90.000 Personen von Zahlungsunfähigkeit betroffen – insgesamt sind es 6,7 Millionen Bürger über 18 Jahre die überschuldet sind. Mit der Verschuldung, die problemlos und risikofrei erscheint, wächst jedoch auch die Gefahr der Überschuldung, wenn unvorhergesehene und unkalkulierbare Lebensereignisse wie beispielsweise Trennung, Krankheit oder der Verlust des Arbeitsplatzes eintreten. Die Konsequenzen für die Betroffenen sind weitreichend. Neben der Last der Schulden müssen die Betroffenen auch die sozialen und psychischen Folgen ihrer Existenzgefährdung bewältigen.

Um diese Personen zu unterstützen wurden zentral in den Kommunalen Jobcentern des Kreises Bergstraße in Bürstadt, Mörlenbach, Viernheim und Heppenheim Schuldnerberatungsstellen eingerichtet. Denn: Überschuldung stellt ein Vermittlungshemmnis dar, dem mit Hilfe der Schuldnerberatung entgegengewirkt werden kann. Die Beratung die Neue Wege in Zusammenarbeit mit der Arbeiterwohlfahrt Bergstraße gGmbH, dem Caritasverband Darmstadt e.V. und dem Diakonischen Werk Bergstraße anbietet, umfasst konkrete Hilfen in finanziellen und rechtlichen Bereichen und ist auf die Stabilisierung und Sicherung der Wohn- und Lebenssituation ausgerichtet.

„Für die meisten Menschen ist es eine große Überwindung, die finanzielle Situation offen zu legen und Hilfe in Anspruch zu nehmen“, so der Neue Wege Betriebsleiter Stefan Rechmann. Daher sei es wichtig, dass der Betroffene Hilfe bei seriösen Anbietern Hilfe suchen und Vertrauen zum Berater habe. Die Einrichtungen verfügen über mehrere Berater mit juristischem oder sozialpädagogischem Hintergrund sowie einer gesonderten Ausbildung zum Schuldnerberater.

Gemeinsam mit den Betroffenen wird die Ausgangslage geklärt sowie die individuellen Ursachen der Überschuldung. Die in Module aufgeteilte Beratung gliedert sich in eine Basisberatung mit Anamnese, Problembeschreibung und Zielfindung. Daran knüpfen Module zur Existenzsicherung und Budgetplanung, Forderungsüberprüfung und Schuldnerschutz sowie zur Regulierung und Entschuldung.

„Die Schuldnerberatung hat sich aus unserer Sicht als flankierende Maßnahme für die Jobvermittlung bewährt“, betont Stefan Rechmann. „Denn wenn Schulden auf die Seele drücken und Lohnpfändungen drohen, sind das ganz schlechte Ausgangsbedingungen für Arbeitsuchende und potenzielle Arbeitgeber.“

Ein weiteres Hindernis, das einer Rückkehr in den Arbeitsmarkt entgegensteht sind Suchtproblematiken. Um Betroffenen einen Einstieg in die Suchtberatung zu erleichtern und auch die Fallmanager in den Kommunalen Jobcentern im Umgang mit Suchtkranken zu beraten wurden „Service Points Sucht“ eingerichtet. Die Mitarbeiter erleichtern die Suche hinsichtlich passenden Angeboten und Ansprechpartnern und stehen in den vier Jobcentern in Heppenheim (Caritasverband), Bürstadt (Arbeiterwohlfahrt), Viernheim (Arbeiterwohlfahrt) und Mörlenbach (Caritasverband) für eine Beratung zur Verfügung. Auf Wunsch kann die Einmündung in eine Suchtberatung erfolgen. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Träger Arbeiterwohlfahrt und Caritasverbands klären dort zu Anfang der Beratung die psychosoziale Situation und den aktuellen Stand der Suchtmittelproblematik der Betroffenen, um einen individuellen Hilfeplan zu entwickeln. Dabei werden die persönlichen Lebensbedingungen, Vorstellungen und Erwartungen der Betroffenen berücksichtigt. Des Weiteren gibt es Informations- und Motivationsgruppen zur Vermittlung von Basisinformationen zu den Themen Abhängigkeit, Abhängigkeitsentwicklung und Behandlungsmöglichkeiten.

Die Finanzierung der Maßnahmen erfolgt aus Fördermitteln des europäischen Sozialfonds und des Landes Hessen.

Perspektiven für Menschen mit Handicap

„BerT“, die Beratungsstelle für Behinderte und von Behinderung bedrohte Menschen

Gemeinsam mit dem Berufsbildungswerk Neckargemünd GmbH bietet das Kommunale Job-center Neue Wege Kreis Bergstraße eine Anlaufstelle für Menschen mit Handicap an. Die Mitarbeiter der Beratungsstelle zur Teilhabe für Menschen mit Behinderung und von Behin-derung bedrohter Menschen – kurz „BerT“ – unterstützen in verschiedensten Problemlagen. Auch Menschen, die keine Leistungen nach dem Zweiten Sozialgesetzbuch beziehen, umgangssprachlich Hartz VI genannt, finden hier einen Ansprechpartner.

Ob Informationen zu speziellen Hilfsangeboten, Qualifizierungs- und berufsvorbereitende Maßnahmen, Unterstützung bei der Eingliederung in den Ausbildungs- oder Arbeitsmarkt, Beratung von Personen, die sich bereits in einem Beschäftigungsverhältnis befinden und deren Arbeitsverhältnis gefährdet ist oder Unterstützung bei der Kommunikation mit Ämtern und Behörden – die Mitarbeiter helfen bei Fragen weiter.

Neue Wege Betriebsleiter Stefan Rechmann erklärt: „Unser Angebot soll möglichst viele Menschen mit Beratungsbedarf im Kreis Bergstraße erreichen. Auch Arbeitgeber, die ge-handicapte Menschen in ihrem Betrieb beschäftigen oder beschäftigen möchten, finden bei den Mitarbeitern von BerT Hilfe. Hierbei unterstützen wir auch Personen, die sich bereits in einem Beschäftigungsverhältnis befinden. Um den Arbeitsplatz zu erhalten, kann gemeinsam nach Lösungen für auftauchende Probleme gesucht werden.“

Die neue mobile Beratung ist telefonisch unter 0174 / 82 85 964 oder per E-Mail unter-francesco.giordano@bbw.srh.de erreichbar. Termine können ebenfalls ohne vorherige Ab-sprache in den kommunalen Jobcentern zu folgenden Zeiten in geraden Kalenderwochen wahrgenommen werden:

Jobcenter Bergstraße Montags 13.30 – 15.30 Uhr
Jobcenter Odenwald Donnerstags 10.00 – 12.00 Uhr
Jobcenter Ried Dienstags 10.00 – 12.00 Uhr
Jobcenter Viernheim Mittwochs 14.00 – 16.00 Uhr

Die Finanzierung der Beratungsstelle erfolgt aus Mitteln des Landes Hessen und des Euro-päischen Sozialfonds.

Neue Wege ist Vorreiter im Bereich der Gesundheitsförderung

Betriebskommission beschließt Weiterführung erfolgreicher Maßnahmen

Trotz guter Lage auf dem deutschen Arbeitsmarkt profitieren Langzeitarbeitslose kaum von dieser Entwicklung. Um den Abbau der Erwerbslosigkeit voranzutreiben setzt die Arbeitsmarktpolitik von heute auf die Aktivierung der Leistungsbezieher. Heute ist jedoch ein großer Teil der Menschen, die Grundsicherungsleistungen beziehen, infolge mehrfacher Hemmnisse nicht sofort in den Arbeitsmarkt vermittelbar.

Das Bundesministerium für Arbeit und Soziales hat im November diesen Jahres ein Konzept zum Abbau der Langzeitarbeitslosigkeit erstellt, dessen Schwerpunkte auf einer noch intensiveren Betreuung und verstärkten Gesundheitsförderung durch die Träger der Grundsicherung liegen. Das Kommunale Jobcenter hat seine Förder- und Vermittlungsinstrumente bereits in den letzten Jahren kontinuierlich an die Entwicklungen des Arbeitsmarktes und die Probleme der Leistungsbezieher angepasst. Seit 2008 steht die direkte Aktivierung von Langzeitleistungsbeziehern und Neuantragstellern im Vordergrund der Vermittlungsbemühungen. In ihrer letzten Sitzung gab auch die Betriebskommission des Kommunalen Jobcenters die Zustimmung zur Weiterführung erfolgreicher Maßnahmen zur Aktivierung sowie zur Gesundheitsförderung von Langzeitarbeitslosen.

Das Sofortprogramm Einstiegsoffensive hat seit 2008 eine intensive Beratung und zügige Vermittlung von Langzeitarbeitslosen in Arbeit zum Ziel. Es hat sich jedoch gezeigt, dass rund ein Viertel der Antragsteller, häufig Menschen mit gesundheitlichen Einschränkungen, eine andere Form der Unterstützung benötigen. Seit 2012 ergänzt das Projekt „eoPLUS“ für Menschen mit multiplen, zumeist gesundheitlichen Problemlagen mit Standorten in Heppenheim und Mörlenbach das Maßnahmeportfolio.

Der Kreisbeigeordnete Matthias Schimpf erklärt: „Krankheitsfolgen, Stress, psychische oder körperliche Behinderungen, Suchtprobleme oder Schulden – die gesundheitliche und private Situation vieler langzeitarbeitsloser Menschen stellt ein gravierendes Problem dar. Wir haben diese Problematik erkannt und setzen bereits seit drei Jahren auf eine gezielte Gesundheitsförderung. eoPLUS bietet Menschen mit multiplen Hemmnissen Unterstützung an – Gesundheits- und Mobilitätsfragen werden ebenso abgeklärt wie auch ein eventueller Weiterbildungsbedarf auf dem Weg in den 1. Arbeitsmarkt.“

Ebenfalls wurden Anfang des Jahres in Heppenheim und Viernheim sogenannte „Servicepoints Gesundheit“ eingerichtet. Für Leistungsbezieher, bei denen auf Grund ihrer gesundheitlichen Situation die Erwerbsfähigkeit oder berufliche Eignung unklar ist, ist der Service Point Gesundheit erste Anlaufstelle. Neben der Durchführung von Erwerbsfähigkeitsprüfungen wird hier die gesundheitliche Situation der Teilnehmer beleuchtet und durch fachliche Begutachtungen Empfehlungen für den bestmöglichen Förderweg des Teilnehmers gegeben. Für Kunden der Jobcenter Viernheim und Odenwald ist der Service Point Gesundheit Viernheim Anlaufstelle, für Kunden der Jobcenter
Bergstraße und Ried der Service Point Gesundheit Heppenheim.

Menschen mit psychischen Problemen finden bei der „Psychosozialen Beratung“ Hilfe. Im Rahmen der Kontaktaufnahme durch den psychosozialen Dienst wird ermittelt, welcher Hilfebedarf vorhanden ist und welche Folgemaßnahmen zum Einsatz kommen sollen. Die Beratung kann sowohl im häuslichen Umfeld, als auch direkt beim Träger stattfinden.

Um die Fallmanager im Umgang mit Suchtkranken zu beraten und Betroffenen einen Einstieg in die Suchtberatung zu erleichtern wurde der „Service Point Sucht“ eingerichtet. Die Mitarbeiter erleichtern die Suche hinsichtlich passenden Angeboten und Ansprechpartnern und stehen in den vier Jobcentern in Heppenheim, Bürstadt, Viernheim und Mörlenbach für eine Beratung zur Verfügung. Auf Wunsch kann die Einmündung in eine Suchtberatung erfolgen.

„Aktivcenter“ bieten gebündelte Unterstützungsleistungen an, mit denen soziale, psychische und gesundheitliche Vermittlungshemmnisse abgebaut werden können. Die Mitarbeiter arbeiten mit den Teilnehmern an ihrer Motivation und an den Kompetenzen zur Bewältigung von Alltagsherausforderungen. Eine Analyse der beruflichen Zielvorstellungen, Bewerbungstrainings und die Unterstützung bei der Stellenrecherche runden das Angebot ab.

Der Neue Wege Betriebsleiter Stefan Rechmann abschließend: „Mehr Gesundheit bedeutet nicht automatisch, dass man eine neue Arbeitsstelle findet, ist aber die grundlegende Voraussetzung dafür, überhaupt wieder beschäftigungsfähig zu werden und zu bleiben. Die Ausübung einer beruflichen Tätigkeit nimmt in der heutigen Gesellschaft eine zentrale Stellung ein, denn die sozialen Kontakte im Betrieb, die finanzielle Sicherheit und die damit verbundene eigenständige Lebensführung stärken das Selbstwertgefühl. Unsere Maßnahmen sollen dazu beitragen, den Anschluss an diese wichtigen Aspekte wiederzuerlangen und beizubehalten.“

November-Statistik zeigt stabilen Arbeitsmarkt im Kreis Bergstraße

Trotz der jahreszeitlich bedingten Schwankungen bleibt die Zahl der SGB II-Empfänger im Kreis Bergstraße stabil auf niedrigem Niveau. Aktuell beziehen 3.515 Personen Leistungen nach dem Zweiten Sozialgesetzbuch, im Monat Oktober waren es 3.500. Blickt man auf die Arbeitslosenquote im Kreis ist diese mit 2,5 Prozent deutlich niedriger als der Hessenschnitt mit 3,7 und die Arbeitslosenquote in Deutschland mit 4,3 Prozent.

Bei den arbeitslosen Jugendlichen unter 25 Jahren zeigen die Zahlen einen leichten Anstieg. Gegenüber dem Vormonat Oktober mit 64 Personen sind im November 9 junge Menschen mehr bei Neue Wege gemeldet (73). Mit einer Arbeitslosenquote von 0,5 Prozent verzeichnet der Kreis Bergstraße den besten Wert aller hessischen Träger der Grundsicherung. Die durchschnittliche Arbeitslosenquote bei den unter 25-jährigen in Hessen und in Deutschland liegt mit 2,8 und 3,6 Prozent auf einem deutlich höheren Niveau.

Bei den über 50-jährigen ist die Zahl der Personen im Leistungsbezug von 1.053 im Vormonat auf 1.045 registrierte Personen im November gefallen. Auch hier ist die Arbeitslosenquote auf einem erfreulich niedrigen Niveau mit 2,3 Prozent. Im Vergleich: In Hessen liegt die Arbeitslosenquote bei 3,6 und im Deutschlandschnitt bei 4,3 Prozent.

Betriebsleiter Stefan Rechmann weiß aus Erfahrung, dass sich der Winter auf dem Bergsträßer Arbeitsmarkt bemerkbar machen wird: „Wir müssen in den kommenden Monaten mit einem Anstieg der Arbeitslosenzahlen rechnen – das Winterwetter mindert die Beschäftigungschancen.“

JOBLINGE zum "Integrationsprojekt des Jahres" gekürt

Die bundesweite Initiative JOBLINGE ist von der Deutschlandstiftung Integration mit der „Goldenen Victoria“ als „Integrationsprojekt des Jahres“ ausgezeichnet worden.

„JOBLINGE ist das Signal in die richtige Richtung“, betonte Staatsministerin Aydan Özouz, Beauftragte der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration, bei der Preisverleihung, die kürzlich im Auswärtigen Amt stattfand.

JOBLINGE sei Vorbild und Inspiration zugleich, begründete auch die Jury ihre Entscheidung für das Projekt, das Jugendliche und junge Erwachsene ohne Job mit Hilfe eines intensiven sechsmonatigen Programms in ungeförderte Ausbildungs- und Arbeitsverhältnisse vermittelt.

Seit Juni 2013 sind die JOBLINGE mit einem Standort im Kreis Bergstraße (Bensheim) vertreten. Gefördert wird der Standort Bergstraße von Neue Wege Kreis Bergstraße -Kommunales Jobcenter-, aus Mitteln des Hessischen Sozialministeriums. Die Wirtschaftsregion Bergstraße / Wirtschaftsförderung Bergstraße GmbH (WFB) hat JOBLINGE bei der Suche nach den passenden Räumlichkeiten vor Ort unterstützt.

Das Projekt, 2007 als gemeinnützige Initiative von der Unternehmensberatung Boston Consulting Group (BCG) und der Eberhard von Kuenheim Stiftung der BMW AG ins Leben gerufen, hat bislang mehr als 2.000 Jugendliche auf ihrem Weg unterstützt – rund 70 Prozent davon mit Migrationshintergrund. „Wir freuen uns sehr über diesen Preis“, sagte BCG-Deutschland-Chef Carsten Kratz. Die „Goldene Victoria“ sei eine hohe Auszeichnung für ein Projekt, das normalerweise eher im Stillen stattfinde. „Wir arbeiten mit den Jugendlichen vor Ort, Praxis vom ersten Tag an – das zählt für uns und ist ein Faktor des Erfolgs. JOBLINGE schließt die Lücke zwischen Herkunft und Zukunft.“

Großer Dank gelte vor allem den Teilnehmern, aber auch den etwa 60 hauptamtlichen Mitarbeitern, den mehr als 1.100 Partnerunternehmen, den rund 1.000 ehrenamtlichen Helfern und 30 Institutionen der öffentlichen Hand, betonte JOBLINGE-Vorstand Ulrike Garanin. Sie alle gehörten zu den Pfeilern der Initiative. „In Deutschland gibt es nach wie vor 550.000 Jugendliche, die arbeitslos sind oder sich im Übergangssystem befinden. Das Ziel der Initiative ist erst erreicht, wenn Jugendliche unabhängig von ihrer Herkunft die gleichen Chancen haben auf ein selbstbestimmtes Leben“, sagte Garanin.

„Was man erreichen kann, spürt man am besten, wenn man die Jugendlichen begleitet“, ergänzte JOBLINGE-Leiter Kadim Tas. „Am Anfang stehen ihr Hartz – IV – Bezug oder ihr Migrationshintergrund im Fokus. An diesem können wir nichts ändern, an Hartz IV aber sehr wohl.“

Bereits zum siebten Mal ist auch der Einzelpreis der Deutschlandstiftung Integration vergeben worden: in diesem Jahr an Fußballprofi Miroslav Klose, dem der Preis von Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel überreicht wurde.

Zum Artikel auf www.wirtschaftsregion-bergstrasse.de

Im Kreis Bergstraße niedrigste Jugendarbeitslosigkeit in Hessen

Intensive Betreuung durch das Kommunale Jobcenter Neue Wege zahlt sich aus

Die Jugendarbeitslosigkeit im Kreis Bergstraße nachhaltig zu reduzieren hat sich das Kommunale Jobcenter Neue Wege Kreis Bergstraße zur Aufgabe gemacht. Derzeit sind im Verantwortungsbereich des Kommunalen Jobcenters im Kreis Bergstraße 78 Jugendliche arbeitslos und beziehen Grundsicherungsleistungen nach dem Zweiten Sozialgesetzbuch (SGB II), umgangssprachlich Hartz IV genannt. Dies entspricht einer Arbeitslosenquote von 0,6 Prozent und ist im Hinblick auf die Auswertungen in den 25 anderen hessischen Städten und Kreisen das beste Ergebnis. Im Vergleich: Der Hessenschnitt im Bereich der Grundsicherung (SGB II) beläuft sich auf 3,35 Prozent. Auch im Hinblick auf die vergangene erste Jahreshälfte kann das Kommunale Jobcenter beste Zahlen vermelden: Von Januar bis Juli 2014 befindet sich Neue Wege im Ranking mit den anderen hessischen Städten und Landkreisen stets auf dem ersten Platz.

„Für viele Jugendliche endet der Weg in den Arbeitsmarkt bevor er begonnen hat –sie finden keinen Ausbildungs- oder Arbeitsplatz. Das Kommunale Jobcenter wirkt dieser Entwicklung mit persönlicher Betreuung und Beratung durch ein spezielles U 25-Team entgegen. Jugendliche werden schrittweise an den Arbeitsmarkt herangeführt – für alle Konstellationen werden Fördermöglichkeiten angeboten. So können wir die Jugendarbeitslosigkeit konsequent reduzieren. Zudem haben wir mit den Metropolregionen Rhein-Main und Rhein-Neckar eine günstige Ausgangslage. Die gute Infrastruktur und die vielfältigen Bildungsangebote bieten gute Voraussetzungen für Arbeitsuchende jeden Alters“, erklärt der Kreisbeigeordnete Matthias Schimpf.

Betrachtet man die Arbeitslosengeld I- und Grundsicherungsleistungen im Kreis Bergstraße zusammen, sind insgesamt 505 Jugendliche arbeitslos (78 Grundsiche-rung/427 Arbeitslosengeld I). Dies entspricht einer Arbeitslosenquote von 3,6 Pro-zent. In Deutschland sind aktuell laut Bundesagentur für Arbeit insgesamt 6,8 Pro-zent der Jugendlichen arbeitslos gemeldet.

„Unser Ansatz, Jugendliche schon früh Orientierungsmöglichkeiten anzubieten fruchtet, wie unsere Zahlen belegen. Die abgeschlossene Berufsausbildung ist ein wesentlicher, wenn nicht der wichtigste Baustein für ein Leben ohne Sozialleistun-gen. Wer entschlossen in die Ausbildung einsteigt, kann dauerhaft aus der Grundsicherung aussteigen“, so der Neue Wege Betriebsleiter Stefan Rechmann abschließend.

Waschcafé des Kommunalen Jobcenters Viernheim eröffnet

Anlaufstelle nicht nur für Erwerbslose

Das Kommunale Jobcenter Neue Wege Kreis Bergstraße in Viernheim hat im Rahmen des Projekts ProArbeit 50PLUS in Zusammenarbeit mit dem Katholischen Sozialzentrum Viernheim ein neues Angebot ins Leben gerufen: Ab dem 05. September öffnet das „Waschcafé“ im Katholischen Sozialzentrum Viernheim montags, mittwochs und donnerstags von 10.00 bis 15.00 Uhr seine Türen für Arbeitslosengeld II-Empfänger und interessierte Bürgerinnen und Bürger aus Viernheim.

An drei Tagen in der Woche haben Viernheimer die Möglichkeit ihre Wäsche im Waschcafé zu waschen und gleichzeitig mit anderen Menschen in Kontakt zu kommen, Stellenangebote zu recherchieren und vieles mehr. Waschen und Trocknen der Wäsche ist gegen eine Gebühr von einem Euro möglich.

„Viele Menschen im Leistungsbezug verfügen nicht über eine eigene Waschmaschine. In der neuen Einrichtung wird das Waschen mit der Suche nach einem Arbeitsplatz verbunden: Das Waschcafé wird an den Öffnungstagen stundenweise mit einem Mitarbeiter des Kommunalen Jobcenters besetzt sein. So ist es möglich Tipps zur Bewerbungen und Unterstützung bei der Stellenrecherche zu erhalten – der Bewerbungspoint mit einem Bewerbungscoach steht Interessierten mit Rat und Tat zur Seite. Ebenfalls gibt es eine Bewerbungsecke mit Auslage der Tagespresse. So können die Besucher aktiv an ihrem Ziel, einen Arbeitsplatz zu finden, arbeiten“, erklärt der stellvertretende Neue Wege Betriebsleiter Harald Weiß.

Die Leiterin des Projekts ProArbeit 50PLUS Brigitte Wecht ergänzt: „Auch das Netzwerken der Besucher untereinander ist uns wichtig. In der neuen Einrichtung können Kontakte geknüpft und individuelle wie auch gemeinsame Perspektiven und Projekte entwickelt werden. Mit unserem Treffpunkt wirken wir aktiv der Vereinsamung, insbesondere der älterer Leistungsbezieher, entgegen.“

Wöchentliche wechselnde Angebote rund um Gesundheits- und Persönlichkeitsentwicklung runden das Angebot des Waschcafés ab. Die Besucher können unter anderem Angebote zur Stilberatung für Vorstellungsgespräche, Ernährungsberatung, Körperhygiene, Tagesstruktur und Zeitmanagement nutzen. Des Weiteren sind Vortragsreihen zu verschiedenen Themen wie SGB II – Rechte und Pflichten, Sucht, Schulden und Teilhabe am sozialen Leben geplant.