Am 6. März 2019 fand ein Fachtag für Kommunale Jobcenter und Organisations- bzw. Personalverantwortliche der hessischen Landkreise und kreisfreien Städte  statt. Der „Groß-Gerauer Impuls“ beschäftigte sich mit der Innovationsfähigkeit der Kommunalen Jobcenter (KJC).

Erfahren Sie mehr unter:

Groß-Gerauer Impuls 2019 – Das Kommunale Jobcenter als Innovationsmotor der Verwaltung_ _ ARBEITSWELT Hessen

Im landes- und bundesweiten Vergleich erfolgreich: Das Kommunale Jobcenter Neue Wege

Gute Zahlen im landes- und bundesweiten Vergleich der Träger der Grundsicherung für
Arbeitsuchende in Deutschland kann das Kommunale Jobcenter Neue Wege Kreis Bergstraße präsentieren. In einer Studie des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales wurden alle bundesweiten 413 Träger verglichen. Ausgewertet wurden die drei maßgeblichen Verbund-indizes zur Bewertung der Arbeit mit Langzeitleistungsbeziehern nach dem SGB II. Das Kommunale Jobcenter Neue Wege belegt im Ranking im Vergleich mit 413 Trägern der Grundsicherung für Arbeitssuchende in Deutschland und vor allem in Hessen vorderste Plätze.

Bei der Veränderung der passiven Leistungen, dazu gehören die Regelleistung und die Kosten für Unterkunft und Heizung, der Nachhaltigkeit der Integration und des Zugangs an Langzeitleistungsbeziehern befindet sich Neue Wege deutschlandweit auf dem 15. Platz. Blickt man auf Hessen verzeichnet Neue Wege die besten Werte unter den
Optionskommunen.

Ebenfalls ausgewertet wurde die Entwicklung der passiven Leistungen, die Nachhaltigkeit der Integration sowie die Veränderung der Langzeitleistungsbezieher: Das Kommunale Jobcenter befindet sich deutschlandweit im vorderen Viertel auf Platz 56. In Gegenüberstellung mit den anderen hessischen Trägern der Grundsicherung belegt Neue Wege den zweiten Platz.

Das es durchaus noch Verbesserungspotenzial gibt, zeigt der Vergleich der Veränderung der passiven Leistungen, der Integrationsquote und der Veränderung der Langzeitleistungsbezieher: Neue Wege belegt in Deutschland Platz 222, in Hessen Platz 11 von 26.

„Ich freue mich darüber, dass Neue Wege gute Zahlen vorweisen kann. Damit spiegelt sich auch die engagierte und gute Arbeit der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Eigenbetriebs in offiziellen Daten wider“, betont Landrat Matthias Wilkes.

Der Kreisbeigeordnete Matthias Schimpf ergänzt: „Vergleicht man nur die Veränderung der Langzeitleistungsbezieher aller 26 hessischen Optionskommunen kann das Kommunale Jobcenter einen Abbau von 4 Prozent von Oktober auf November 2013 vorweisen und
befindet sich damit unter den ersten drei im Ranking. Beim Abbau der Zahl der erwerbsfähigen Leistungsbezieher liegt Neue Wege im genannten Zeitraum an vierter Stelle mit einem Abbau von 2,2 Prozent.“

Blickt man auf die Entwicklung der Arbeitslosenquote ergeben sich für den Kreis Bergstraße folgende Zahlen: Lag die Arbeitslosenquote im Dezember 2011 noch bei 3,1 Prozent, ist sie bis Dezember 2013 auf 2,7 Prozent gesunken. Zum Vergleich: In Hessen lag die Arbeitslosenquote im Dezember 2011 bei 3,8 Prozent, im Dezember 2013 bei 3,7 Prozent und somit um 1,0 Prozentpunkte höher als im Kreis Bergstraße.

Auch bei den Jugendlichen ohne Arbeit sind die Bergsträßer Werte erfreulich: Mit Stand
Dezember 2013 waren 0,3 Prozent junge Menschen arbeitssuchend gemeldet. Zwei Jahre zuvor waren es noch 0,8 Prozent. Die hessische Arbeitslosenquote dagegen ist von 2,7 Prozent im Dezember 2011 auf 2,8 Prozent im Dezember 2013 gestiegen.

Ein Grund für die erfreuliche Entwicklung der Zahlen ist die Einstiegsoffensive, ein intensives Beratungsangebot und die konsequente Umsetzung des „Work-first“ Ansatzes – die zügige Vermittlung von Erstantragstellern in Arbeit. Die Einstiegsoffensive ergänzt seit 2008 das Maßnahmeangebot des Kommunalen Jobcenters und gilt bundesweit als Best Practice-Modell. Zahlreiche Landkreise unter anderem Rotenburg-Wümme und Kleve sowie der Ennepe-Ruhr-Kreis haben das Projekt vor Ort angeschaut. Die leitenden Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Eigenbetriebs Neue Wege sind infolgedessen in Expertenkreisen des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales und im Bundesbeirat 50PLUS vertreten. Weitere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Kommunalen Jobcenters beteiligen sich an bundes- und landesweiten SGB II-Expertengruppen zu den Themen Leistungsrecht, Eingliederung, Finanzen, Statistiken und Kennzahlen Werkakademie, Kosten der Unterkunft und Bildungspaket.

Die Zahlen bei den Bildungspaket-Leistungen sind ebenfalls erfreulich: Die Hilfe für Kinder und Jugendliche, deren Eltern Arbeitslosengeld II, Sozialhilfe, Grundsicherung im Alter, Leis-tungen nach dem SGB XII oder Asylbewerberleistungsgesetz, Wohngeld oder Kinderzuschlag erhalten wird im Kreis Bergstraße gut angenommen. Alle Anträge werden rechtskreisübergreifend im Eigenbetrieb Neue Wege bearbeitet. In allen Rechtskreisen ist der Kreis Bergstraße besser als der Hessenschnitt. Im Kreis Bergstraße sind 2013 im Bereich SGB II 5459 Einträge auf Leistungen des Bildungspaketes eingegangen – die Quote der Inanspruchnahme beläuft sich auf 58 Prozent. Im Vergleich mit 110703 hessenweit eingegangenen Anträgen und einer Inanspruchnahme von 52 Prozent ein gutes Ergebnis. Im Bereich SGB XII liegt die Inanspruchnahme sogar bei 73 Prozent – in Hessen sind es nur 55 Prozent.

„Trotz guter Zahlen müssen wir stets im Blick behalten, dass nachhaltiges und langfristiges Handeln stärkere Beachtung im Gegensatz zu kurzfristigen Erfolgen finden muss. Nur so kann dem Langzeitleistungsbezug wirkungsvoll und nachhaltig begegnet werden“, so Landrat Matthias Wilkes abschließend.

97 Langzeitarbeitslose schafften den Sprung ins Arbeitsleben

Erfolgreiche Zusammenarbeit des Kommunalen Jobcenters mit den Gemeinden Einhausen, Groß-Rohrheim und Fürth

Das Kommunale Jobcenter Neue Wege Kreis Bergstraße arbeitet seit September 2013
verstärkt mit den Gemeinden Einhausen, Fürth und Groß-Rohrheim zusammen, um den Abbau der Langzeitarbeitslosigkeit gezielt voranzutreiben. Gemeinsam mit den Bürgermeistern Philipp Bohrer, Volker Oehlenschläger und Rainer Bersch werden vor Ort individuelle Strategien für ortsansässige Arbeitslosengeld II-Empfänger entwickelt und mit den vorhandenen Eingliederungsmaßnahmen des Kommunalen Jobcenters verknüpft. Im Dialog mit den Gemeinden hat ein von Neue Wege eingerichtetes Projektteam die Bedarfslagen der Leistungsbezieher vor Ort ausgewertet und mit Stand April insgesamt 320 Beratungsgespräche mit Betroffenen in mobilen Büros in den jeweiligen Rathäusern geführt. Eine Zwischenbilanz wurde nun von Neue Wege erstellt.

„Die ersten Auswertungen sind vielversprechend. Die erfolgreiche Arbeit unserer Mitarbeiter und die guten Kontakte der Bürgermeister zu den heimischen Unternehmen spiegeln sich in den Zahlen wider. Seit Projektstart im September 2013 bis April 2014 konnten insgesamt 97 Langzeitarbeitslose aus Fürth, Einhausen und Groß-Rohrheim in Arbeit oder Ausbildung vermittelt werden – ein sehr gutes Ergebnis“, so der Neue Wege Betriebsleiter Stefan Rechmann.

In der Gemeinde Einhausen konnten von 70 erwerbsfähigen Leistungsberechtigten bisher 13 Personen in Arbeit und Ausbildung vermittelt werden. In Fürth schafften von 265 Leistungsbeziehern 73 den Sprung in Arbeit. Von 77 Groß-Rohrheimer SGB II-Beziehern starteten 11 in den Beruf. Weitere insgesamt 320 Personen aus den drei Gemeinden nehmen nun an Förder- und Qualifizierungsmaßnahmen teil. Betrachtet man die Anzahl der Familien in Grundsicherung sind mit Stand April 2014 24 sogenannte Bedarfsgemeinschaften weniger im Leistungsbezug nach dem SGB II.

„Eine tolle Zwischenbilanz, die wir gern noch verbessern wollen. Das Projekt läuft vorerst noch bis Ende August 2014, danach erfolgt eine weitere Auswertung“, so Stefan Rechmann abschließend.

Informationen für Langzeitarbeitslose und Arbeitgeber auf dem Hessentag

Kommunales Jobcenter Neue Wege mit eigenem Stand auf dem Landesfest

Das Kommunale Jobcenter Neue Wege Kreis Bergstraße ist beim Hessentag in Bensheim vom 06. bis 15. Juni mit einem Zelt auf dem Parkplatz des Badesees auf der Aktionsfläche MAKE vor Ort. Langzeitarbeitslose, Arbeitnehmer und Arbeitgeber sowie alle Interessierten sind eingeladen, sich am Stand des Kommunalen Jobcenters über dessen Arbeit sowie Qualifizierungs- und Fördermöglichkeiten für Langzeitarbeitslose und Unternehmen zu informieren.

Neben der Sicherung des Lebensunterhaltes von Hilfebedürftigen besteht die Kernaufgabe des Eigenbetriebs Neue Wege darin, durch Förderung und Vermittlung in Arbeit, die Abhängigkeit von staatlicher Unterstützung zu beenden. Betriebsleiter Stefan Rechmann erklärt: „Wir möchten unsere Arbeitsweise und die vielfältigen Ansätze zur Vermittlung von Langzeitarbeitslosen den Besucherinnen und Besuchern des Hessentages präsentieren und sie für die anspruchsvolle und herausfordernde Arbeit unserer Mitarbeiter sensibilisieren. Alle Interessierten sind herzlich an unseren Stand eingeladen.“

Während der Öffnungszeiten der Landesausstellung von 10 bis 19 Uhr wird der Stand mit Fachkräften der Vermittlung und des Fallmanagements besetzt sein, die gerne die Aufgaben und die Arbeit des Kommunalen Jobcenters erläutern, Anregungen sammeln und neue Kontakte suchen. Geplant sind zudem spezielle Thementage: Um über 50-jährige und ihre Potentiale geht es am Dienstag den 10. Juni. Speziell auf diese Zielgruppe ausgerichtete Fallmanager informieren über individuelle Fördermöglichkeiten für ältere Langzeitarbeitslose, die mögliche Defizite ausgleichen und Ressourcen fördern können. Am Mittwoch den 11.06. steht die Einstiegsoffensive im Fokus. Das Projekt des Kommunalen Jobcenters steht im Kreis Bergstraße für ein intensives Beratungsangebot und die konsequente Umsetzung des „Work-first“ Ansatzes – die zügige Vermittlung von Erstantragstellern in Arbeit. Die zuständigen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter stellen an diesem Tag das Projekt und ihre Arbeitsweise vor. Einblick in die Arbeit mit arbeitslosen Jugendlichen und jungen Erwachsene unter 25 Jahren geben die U 25-Fallmanager, die am Donnerstag den 12. Juni bei Fragen allen Interessierten mit Rat und Tat zur Seite stehen. Zudem ist das Personalmanagement des Kreises Bergstraße am Mittwoch und Donnerstag, den 11. und 12. Juni, ebenfalls mit Mitarbeitern am Stand von Neue Wege vertreten und informiert über Ausbildungs- und Studienmöglichkeiten beim Kreis Bergstraße. Am Freitag den 13. Juni sind speziell Arbeitgeber eingeladen, sich beim Neue Wege-Arbeitgeberservice über die Fördermöglichkeiten bei Einstellung von Langzeitarbeitslosen sowie über den vorhandenen Fachkräftepool des Eigenbetriebs zu informieren.

Zahl der Langzeitarbeitslosen unter 25 und über 50 Jahre im Kreis Bergstraße gesunken

Der Eigenbetrieb Neue Wege Kreis Bergstraße -Kommunales Jobcenter- vermeldet einen leichten Rückgang bei den Langzeitarbeitslosen unter 25 und über 50 Jahre. Im Mai 2014 waren 44 Jugendliche ohne Arbeit – im Monat April waren es 48. Bei den älteren Leistungsbeziehern über 50 Jahre sind 1078 Personen statistisch erfasst – eine Person weniger als noch im Vormonat (1079). Die Gesamtzahl der Langzeitarbeitslosen bewegt sich nahezu auf dem Niveau des Vormonats und ist leicht um acht Personen auf 3730 gestiegen (April = 3722).

„Insgesamt steht der Arbeitsmarkt gut da, wenn auch die Frühjahrsbelebung etwas geringer ausgefallen ist. Positiv anzumerken ist allerdings, dass die Gesamtzahl der Arbeitslosen diesen Monat im Vergleich mit dem Vorjahresmonat Mai 2013 insgesamt um 252 Personen, das heißt 6,3 Prozent zurückgegangen sind. Blickt man auf die über 50-jährigen können wir einen Rückgang um 135 Langzeitarbeitslose und 11,1 Prozent im Vergleich zum letzten Jahr vermelden“, kommentiert der Neue Wege Betriebsleiter Stefan Rechmann die Entwicklungen.

Förderung von zukünftigen Führungskräften

Berufsbegleitendes Studienangebot „BASS“ des Kommunalen Jobcenters Neue Wege

In Kooperation mit den Kommunalen Jobcentern in Hessen wird seit dem Wintersemester 2011/12 an der Hochschule Fulda im Fachbereich Sozialwesen der neue Studiengang BASS als dualer und berufsbegleitender Studiengang angeboten. „BASS“ ist eine Kurzform von Bachelor of Arts Soziale Sicherung, Inklusion und Verwaltung und setzt seine Schwerpunkte in den Bereichen Arbeitsverwaltung und kommunale soziale Verwaltung. Dieser Studiengang wurde speziell aus den Anforderungen des SGB II entwickelt, um Mitarbeiter für die Arbeit im Rahmen der Integration von Langzeitarbeitslosen passgenau zu qualifizieren und künftige Führungskräfte auszubilden.

Der Bedarf an dualen wie berufsbegleitenden Studienmöglichkeiten ist im Bereich der Sozialen Verwaltung groß, weil hier gesetzliche Grundlagen insbesondere im Feld der Arbeitsverwaltung/Grundsicherung mit Einführung des SGB II neu geschaffen wurden und ständig gesetzgeberischen Veränderungen wie der Rechtsfortbildung unterliegen. Der Studiengang bietet im Bereich Sozialer Verwaltung erstmals eine Studienmöglichkeit für ein duales wie ein berufsbegleitendes Studium an. Der Studiengang ist ein gemeinsames Projekt der Fachbereiche Sozialwesen, Pflege und Gesundheit, Sozial- und Kulturwissenschaften sowie Wirtschaft der Hochschule Fulda und der hessischen Kommunalen Jobcentern. Zeitgleich ist es in Deutschland das einzige konsekutive Online-Fernstudienangebot in diesem Bereich. Das Studium umfasst in berufsbegleitender bzw. dualer Form sieben Semester, ist modular aufgebaut und folgt dem Ansatz des Blended-Learning. Dabei greifen Selbststudienphasen, Online-Studienphasen und Präsenzphasen optimal ineinander.

Ausbildungsziel ist es, dass die Studierenden neben den Kompetenzen der Rechtsanwendung im Sozial- und Leistungsrecht weitere vielfältige berufliche Kompetenzen beispielsweise im Bereich regionaler Arbeitsmärkte, Personalführung, ökonomischer Prozesse und Verwaltungshandeln entwickeln. Inklusion als gesellschaftliche Aufgabe spielt hierbei genauso eine Rolle wie wirkungsorientiertes Controlling in sozialen Unternehmen und Verwaltungen. Die Studieninhalte aus den Bereichen Soziale Arbeit, Gesundheit, Sozialwissenschaften und Wirtschaft sind so miteinander kombiniert, dass das vielschichtige Feld der Beratung, Förderung und Vermittlung von Menschen mit (drohender) Langzeitarbeitslosigkeit erfasst wird.

Neue Wege Betriebsleiter Stefan Rechmann erklärt: „Im Bereich der Sozialen Verwaltung ist der Bedarf an dualen wie berufsbegleitenden Studienmöglichkeiten groß. Gesetzliche Grundlagen wurden insbesondere im Feld der Arbeitsverwaltung und Grundsicherung mit Einführung des Zweiten Sozialgesetzbuches neu geschaffen und unterliegen ständig gesetzgeberischen Veränderungen.“

Auch vier Mitarbeiter des Kommunalen Jobcenters Neue Wege Kreis Bergstraße absolvieren das BASS-Studium, zwei davon berufsbegleitend und weitere zwei Mitarbeiter im Rahmen eines Ausbildungsverhältnisses. Gerade für den berufsbegleitenden Studiengang ist es das Ziele, im Rahmen der Personalentwicklung künftige Führungskräfte auszubilden.

Der praktische Teil der Ausbildung erfolgt mit 25 Wochenstunden bei Neue Wege Kreis Bergstraße -Kommunales Jobcenter-. Das Besondere des dualen Studienganges ist die enge Verzahnung von Theorie und Praxis: Die Kooperation zwischen Hochschule und einer Einrichtung der kommunalen sozialen Verwaltung ermöglicht den Studierenden betriebliche Studienphasen, in denen Praxisaufgaben direkt umgesetzt werden können. So wird die zeitgleiche betriebliche Ausbildung bereits um die im Studium erworbenen Kompetenzen ergänzt.

„Das BASS-Studium verbindet die Verwaltungsausbildung und den Bereich der sozialen Arbeit auf Hochschulniveau. Ich bin froh von meinem Arbeitgeber die Möglichkeit zur Teilnahme an diesem Studiengang erhalten zu haben“, erklärt Christian Rößler. Er ist seit mehreren Jahren in der Vermittlung von Langzeitarbeitslosen tätig und hat als erster Mitarbeiter 2012 diesen Studiengang neben seiner Tätigkeit begonnen und kann sehr gute Ergebnisse vorweisen. 2014 wird er das Studium abschließen und damit als erster, speziell für den Bereich SGB II, qualifizierter Mitarbeiter in der Führungsebene zur Verfügung stehen.

„Wir versprechen uns hiervon eine große Bereicherung für unsere Arbeit“, so Stefan Rechmann.

Für die 16 Kommunalen Jobcenter stehen 15 Studienplätze für das in Deutschland einzige konsekutive Studienangebot in diesem Bereich zur Verfügung. Voraussetzung ist die Fach-/Hochschulreife sowie ein abgeschlossener Ausbildungsvertrag mit einem Träger. Die Finanzierung der Maßnahme erfolgt aus Mitteln des europäischen Sozialfonds und des Landes Hessen.

Zukünftiger Arbeitskräftemangel im Gastrogewerbe sowie in den Handwerksbereichen Elektro, Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik

Dritter Workshop zur Arbeitskräftesicherungsstrategie bei Neue Wege

Auf Einladung des Kommunalen Jobcenters Neue Wege und der Wirtschaftsförderung
Bergstraße GmbH kamen erneut zahlreiche arbeitsmarktpolitische Akteure zum dritten Workshop zur Arbeitskräftesicherung im Kreis Bergstraße in Heppenheim zusammen. Die Veranstaltung im Rahmen des Projektes „regio pro“, das aus Mitteln des Hessischen Ministeriums für Wirtschaft, Verkehr und Landesentwicklung und des Europäischen Sozialfonds gefördert wird, wurde gemeinsam mit dem Institut für Wirtschaft, Arbeit und Kultur (IWAK) der Goethe-Universität Frankfurt am Main durchgeführt. Ziel der Workshops war auf Grundlage einer Prognose über die Entwicklung der 25 quantitativ wichtigsten Berufe bis 2018 im Kreis Bergstraße die anschließende Entwicklung einer Strategie, um dem zukünftigem Fachkräftemangel entgegenzuwirken.

Auf Basis der Berufsprognosen aus regio pro und den Ergebnissen des Arbeitsmarktmonitors der Bundesagentur für Arbeit wurden auf dem ersten Workshop wichtige Handlungsfelder bzw. Berufe für den Kreis identifiziert und erste Ideen zur Umsetzung über die bereits bestehenden Maßnahmen hinaus gesammelt. Ein zukünftiger Fachkräfteengpass kristallisierte sich vor allem im Gastrogewerbe sowie in den Handwerksbereichen Elektro, Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik heraus. Ziel des folgenden zweiten Workshops war es, die während der ersten Veranstaltung entwickelten Maßnahmenideen für die einzelnen Handlungsfelder, beziehungsweise Berufe, zu konkretisieren. Bei der dritten Veranstaltung ging es um die Reflektion der Maßnahmeimplementierung und die etwaige Fortführung des Strategieprozesses.

Stefan Rechmann erklärt: „Nach Auswertung der verschiedenen Arbeitsgruppen werden beispielsweise im Berufsfeld der Köche bis 2018 190 Personen fehlen. Der Elektrikerberuf wird einen Mangel von 40 Arbeitnehmern zu beklagen haben. Die arbeitsmarktpolitischen Akteure haben nun gemeinsam erste Maßnahmen zur Arbeitskräftesicherung entwickelt, um frühzeitig den zukünftigen Ausbildungs- und Qualifizierungsbedarf in den genannten Bereichen decken zu können.“

Geplant hat der Bergsträßer Verbund verschiedene Strategien zur Arbeitskräftesicherung und gewinnung: Kooperative Ausbildungen in der Gastronomie ermöglichen den Azubis ihre Ausbildung in einem anerkannten Ausbildungs und Kooperationsbetrieb zu absolvieren und von einem Träger sozialpädagogisch unterstützt und begleitet zu werden. Die Anstellung des Auszubildenden erfolgt beim Träger. Das Ziel ist es 60 kooperative Ausbildungsplätze bis 2016 zu akquirieren. Die zweite Maßnahme legt ihren Schwerpunkt auf die Beratung und Qualifizierung von ausbildenden Mitarbeitern im Bereich der handwerklichen Berufe – 80 Ausbilder sollen hierfür akquiriert werden. Ebenso ist eine Azubikampagne angedacht, verschiedene Informationsveranstaltungen, Beratung von Betrieben, Imagekampagnen zur Sensibilisierung der Betriebe sowie Werbung an Schulen.

Professionelle Hilfe zur Überwindung von Suchtproblemen

Kommunales Jobcenter bietet Wege aus der Sackgasse

Ob Abhängigkeit von legalen Drogen wie Alkohol und Tabletten, illegalen Drogen wie
Cannabis und Heroin oder bestimmte Verhaltensweisen wie Glücksspiel – jede Sucht führt im Alltag zu enormen Problemen. An eine Wiedereingliederung in Arbeit kann ohne Unterstützung nicht gedacht werden. Das Kommunale Jobcenter Neue Wege Kreis Bergstraße unterstützt aus diesem Grund mit Hilfe der Arbeiterwohlfahrt und des Caritasverbands Bergstraße Menschen im Leistungsbezug nach dem SGB II, die von einer Abhängigkeit betroffen sind. Suchtberatungsstellen finden Betroffene in Bensheim, Heppenheim, Lampertheim, Mörlenbach, Viernheim und Wald-Michelbach.

„Personen die neben der Eingliederung in den Arbeitsmarkt Unterstützung bei der
Bewältigung von Suchtproblemen benötigen, können auf unsere Angebote aus dem Bereich flankierende Maßnahmen zurückgreifen. Die Suchtberatungen sind Anlaufstellen für Betroffene und bieten eine erste Unterstützung an. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Träger klären zu Anfang der Beratung die psychosoziale Situation und den aktuellen Stand der Suchtmittelproblematik der Betroffenen, um einen individuellen Hilfeplan zu entwickeln. Dabei werden die persönlichen Lebensbedingungen, Vorstellungen und Erwartungen der Betroffenen in jedem Fall berücksichtigt. Des Weiteren gibt es Informations- und Motivationsgruppen zur Vermittlung von Basisinformationen zu den Themen Abhängigkeit, Abhängigkeitsentwicklung und Behandlungsmöglichkeiten. Die Beratung unterliegt der gesetzlichen Schweigepflicht und wird vertraulich behandelt“, erklärt der Neue Wege Betriebsleiter Stefan Rechmann.

Zusätzlich wurden zentral in den Jobcentern „Service Points Sucht“ eingerichtet. Die
Mitarbeiter vor Ort informieren die Fallmanager des Kommunalen Jobcenters zum Thema Um-gang mit Sucht sowie Ratsuchende über Hilfsangebote. Bürgerinnen und Bürger, die sich im Leistungsbezug der Jobcenter Odenwald und Viernheim befinden, können sich seit Juli dieses Jahres an Fachleute der Caritas Suchthilfe Heppenheim wenden. Die Beratung findet direkt in den Räumen der Jobcenter statt. Die Mitarbeiter stehen in Viernheim montags und in Mörlenbach dienstags jeweils von 9:00 – 14:00 für Fragen rund um den Konsum von Suchtmitteln zur Verfügung. Die Kontaktaufnahme erfolgt entweder über die zuständigen Fallmanagerinnen und Fallmanager oder anonym direkt mit den Mitarbeitern der Beratungs-stelle. Ab Juli 2014 ist eine Erweiterung auf die beiden Jobcenter Bergstraße und Ried vorgesehen. Die Beratung wird aus Mitteln des europäischen Sozialfonds und aus Mitteln des Landes Hessen finanziert.

„Suchtkranke Menschen zu erreichen, ihnen unkomplizierte Hilfen anzubieten und so die Chancen für eine berufliche Perspektive zu verbessern haben wir uns zum Ziel gesetzt“, so Stefan Rechmann abschließend.

Schuldnerberatung im Kreis Bergstraße steht allen Ratsuchenden offen

Bilanz des Jahres 2013 von Neue Wege und dem Amt für Soziales zeigt Beratungsbedarf

Laut Auswertungen des „Schuldneratlas 2013“ hat sich zwar die allgemeine
Wirtschaftslage im vergangenen Jahr positiv entwickelt, dennoch verbesserte sich die Überschuldungssituation in Deutschland nicht: So sind nach den Untersuchungen auch Ende 2013 weiterhin 6,6 Millionen Bundesbürger über 18 Jahren überschuldet.

Auch im Kreis Bergstraße sind viele Menschen mit ihrer finanziellen Situation überfordert und können den Weg aus der Schuldenfalle nicht ohne professionelle Beratung bewältigen. Arbeitslosengeld II-Bezieher können über das Kommunale Jobcenter Neue Wege Kreis Bergstraße Hilfe finden, aber auch alle anderen betroffenen Bergsträßer Bürgerinnen und Bürger haben Anspruch auf eine kostenfreie Beratung. Das Diakonische Werk Bergstraße, die Arbeiterwohlfahrt sowie der Caritasverband Darmstadt e.V. bieten entsprechende Unterstützung an.

Nach Auswertung der Daten des Jahres 2013 der Schuldnerberatungen im Kreis Bergstraße nahmen insgesamt 708 Betroffene das Angebot in Anspruch. 400 der Personen waren Leistungsbezieher nach dem SGB II. Betrachtet man das Alter der Ratsuchenden zeigt sich, dass hauptsächlich Personen im Alter von 25 bis unter 50 Jahren die Hilfe nutzten. Die durchschnittliche Beratungsdauer belief sich auf rund 14 Monate. Insolvenzanträge wurden 2013 von insgesamt 144 Personen, 75 davon Arbeitslosengeld II-Bezieher, gestellt.

Zumeist ist es eine Verstrickung von mehreren Faktoren, individuellen Problemen und kritischen Lebensereignissen, die zu Ver- und Überschuldung führen: Mangelnde Erfahrung im Umgang mit alltäglichen Situationen, ausuferndes Konsum- und Kreditverhalten, Trennung, Krankheit, Suchterkrankung oder Arbeitslosigkeit sind nur einige der Auslöser die zu nennen sind. Wenn ein Haushalt in ein Schuldenloch gefallen ist, bieten die Schuldnerberatungsstellen umfassende Hilfe in Bezug auf finanzielle, rechtliche und lebenspraktischer Beratung. Die gemeinsame Erarbeitung und Umsetzung eines Lösungskonzeptes für Betroffene stehe dabei an erster Stelle, berichtet Neue Wege Betriebsleiter Stefan Rechmann. Ein solches Konzept kann sowohl eine Regulierung wie Vergleichs- oder Ratenzahlungsvereinbarungen als auch die gemeinsame Vorbereitung eines Insolvenzverfahrens beinhalten. Angestrebtes Ziel der Schuldnerberatung ist langfristig gesehen die dauerhafte Entschuldung der Betroffenen.

„Die Integration in Erwerbsarbeit klappt oft nur, wenn nicht nur die Vermittlung von Arbeitsstellen, sondern eine ganzheitliche Betreuung stattfindet. Vielen Kunden des Kommunalen Jobcenters fehlt nicht nur ein Job. Sie sind zusätzlich mit sozialen und persönlichen Problemen belastet. Diese gehen wir mit unseren Beratungsangeboten, unter anderem Schuldner- und Suchtberatung aktiv an – nur so kann die Überwindung von Armut und Arbeitslosigkeit gelingen“, so der Kreisbeigeordnete Matthias Schimpf abschließend.

Die Finanzierung der Maßnahme erfolgt aus Fördermitteln des europäischen Sozialfond und des Landes Hessen.

Frühjahrsbelebung auf dem Bergsträßer Arbeitsmarkt: Weniger Arbeitslose im April

Der Eigenbetrieb Neue Wege Kreis Bergstraße -Kommunales Jobcenter- vermeldet weiterhin einen spürbaren Rückgang der Zahl der Langzeitarbeitslosen im Kreis. Im Monat April 2014 kann Neue Wege den bisher niedrigsten Wert in diesem Jahr verzeichnen: Aktuell sind 3722 Menschen und somit nochmals 51 Personen weniger als im März (3773) arbeitslos gemeldet. Im Vergleich mit dem Vorjahresmonat April 2013 ist ein Rückgang um 301 Personen (4023) und 7,5 Prozent zu vermelden.

Bei der Zahl der Arbeitslosen unter 25 Jahren gibt es einen leichten Anstieg, hier weist die Statistik eine aktuelle Zahl von 48 jungen Menschen aus (März: 42). Im Bereich der Arbeitslosen über 50 Jahre sinkt die Zahl jedoch um 30 Personen auf 1079 (März: 1109).

„Die erfreuliche Entwicklung am Bergsträßer Arbeitsmarkt geht weiter. Die Arbeitslosigkeit hat sich seit Januar – wenn auch in kleinen Schritten – kontinuierlich reduziert. Die Nachfrage nach Arbeitskräften setzt ihre leichte Aufwärtsbewegung fort und befindet sich auf einem guten Niveau“, so der stellvertretende Neue Wege Betriebsleiter Harald Weiß.

Fortführung bewährter Maßnahmen für Langzeitarbeitslose

Betriebskommission von Neue Wege tagt

Um langzeitarbeitslosen Menschen eine individuelle und den Bedürfnissen angepasste
Förderung zu ermöglichen, tagt die Betriebskommission des Eigenbetriebes Neue Wege Kreis Bergstraße -Kommunales Jobcenter- regelmäßig. In ihren Sitzungen entscheiden die Mitglieder über geeignete Qualifikations- und Aktivierungsmaßnahmen für Betroffene.

Das „Aktivcenter Ried“ richtet sich an arbeitsmarktferne Leistungsbezieher und hat die Heranführung und Eingliederung von Menschen in die Berufswelt zum Ziel. Über sechs
Monate werden die Teilnehmer entsprechend ihrer Interessen in den Arbeitsfeldern
Garten- und Landschaftspflege, Holzverarbeitung, Schreinerei, Verkauf, Büro oder Hauswirtschaft qualifiziert. Die Maßnahme findet bei potentiellen Arbeitgebern wie auch in theoretischen Modulen statt. Ebenso erlernen sie mit Unterstützung durch berufserfahrene Fachleute Schlüsselqualifikationen für die Arbeitswelt. Bewerbungstraining, Stellensuche, Gesundheitsförderung und die Bewältigung von persönlichen Problemlagen wie Suchterkrankungen oder Überschuldung runden das Angebot ab. Nach Beschluss der Betriebskommission wird das Projekt in Zusammenarbeit mit der Kreishandwerkerschaft Bergstraße ab Juni 2014 für weitere 12 Monate durchgeführt.

Die Betriebskommission gab weiterhin die Zustimmung zur Fortführung des
Förderinstrumentes „Vermittlungscoaching für Erwachsene“ des Trägers Merkur Schule in Mörlenbach. Das Vermittlungscoaching, das ab Mai 2014 für ein weiteres Jahr verlängert wird, richtet sich an Langzeitarbeitslose, die nach erfolgreicher Beseitigung von Vermittlungshemmnissen für den Arbeitsmarkt zur Verfügung stehen und noch besondere Unterstützung bei der Stellensuche benötigen. Die Maßnahme ist für 15 Personen aufgelegt, die maximal ein halbes Jahr daran teilnehmen.

Mit Blick auf die berufliche Integration und Rehabilitation Behinderter und von Behinderung bedrohten Langzeitarbeitslosen wird die Maßnahme „Perspektiven entwickeln – Punktgenau vermitteln“ ab Juni für weitere 12 Monate angeboten. Das Projekt unterstützt Menschen mit multiplen Einschränkungen bei der Suche nach einem geeigneten Arbeits- oder Ausbildungsplatz. Vorhandene Bewerbungsunterlagen werden aktualisiert, besondere Fähigkeiten erfasst, aber auch die behinderungsbedingten Einschränkungen in anonymisierten Bewerberkurzprofilen festgehalten. Mit diesen gehen die Mitarbeiter gezielt auf potentielle Arbeit-geber zu. Auch die Sicherung der Arbeitsplätze Schwerbehinderter ist Aufgabe der Maßnahme-Mitarbeiter.

Neue Wege Betriebsleiter Stefan Rechmann erklärt: „Mit unseren Projekten gehen wir auf die individuellen Bedürfnisse der Langzeitarbeitslosen ein und zeigen in Zusammenarbeit mit regionalen Trägern neue Perspektiven auf. Unsere Bandbreite an sich ergänzenden Maß-nahmen wird deshalb stetig erweitert und optimiert“.