Am 6. März 2019 fand ein Fachtag für Kommunale Jobcenter und Organisations- bzw. Personalverantwortliche der hessischen Landkreise und kreisfreien Städte  statt. Der „Groß-Gerauer Impuls“ beschäftigte sich mit der Innovationsfähigkeit der Kommunalen Jobcenter (KJC).

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Groß-Gerauer Impuls 2019 – Das Kommunale Jobcenter als Innovationsmotor der Verwaltung_ _ ARBEITSWELT Hessen

Fortführung bewährter Maßnahmen für Langzeitarbeitslose

Betriebskommission von Neue Wege tagt

Um langzeitarbeitslosen Menschen eine individuelle und den Bedürfnissen angepasste
Förderung zu ermöglichen, tagt die Betriebskommission des Eigenbetriebes Neue Wege Kreis Bergstraße -Kommunales Jobcenter- regelmäßig. In ihren Sitzungen entscheiden die Mitglieder über geeignete Qualifikations- und Aktivierungsmaßnahmen für Betroffene.

Das „Aktivcenter Ried“ richtet sich an arbeitsmarktferne Leistungsbezieher und hat die Heranführung und Eingliederung von Menschen in die Berufswelt zum Ziel. Über sechs
Monate werden die Teilnehmer entsprechend ihrer Interessen in den Arbeitsfeldern
Garten- und Landschaftspflege, Holzverarbeitung, Schreinerei, Verkauf, Büro oder Hauswirtschaft qualifiziert. Die Maßnahme findet bei potentiellen Arbeitgebern wie auch in theoretischen Modulen statt. Ebenso erlernen sie mit Unterstützung durch berufserfahrene Fachleute Schlüsselqualifikationen für die Arbeitswelt. Bewerbungstraining, Stellensuche, Gesundheitsförderung und die Bewältigung von persönlichen Problemlagen wie Suchterkrankungen oder Überschuldung runden das Angebot ab. Nach Beschluss der Betriebskommission wird das Projekt in Zusammenarbeit mit der Kreishandwerkerschaft Bergstraße ab Juni 2014 für weitere 12 Monate durchgeführt.

Die Betriebskommission gab weiterhin die Zustimmung zur Fortführung des
Förderinstrumentes „Vermittlungscoaching für Erwachsene“ des Trägers Merkur Schule in Mörlenbach. Das Vermittlungscoaching, das ab Mai 2014 für ein weiteres Jahr verlängert wird, richtet sich an Langzeitarbeitslose, die nach erfolgreicher Beseitigung von Vermittlungshemmnissen für den Arbeitsmarkt zur Verfügung stehen und noch besondere Unterstützung bei der Stellensuche benötigen. Die Maßnahme ist für 15 Personen aufgelegt, die maximal ein halbes Jahr daran teilnehmen.

Mit Blick auf die berufliche Integration und Rehabilitation Behinderter und von Behinderung bedrohten Langzeitarbeitslosen wird die Maßnahme „Perspektiven entwickeln – Punktgenau vermitteln“ ab Juni für weitere 12 Monate angeboten. Das Projekt unterstützt Menschen mit multiplen Einschränkungen bei der Suche nach einem geeigneten Arbeits- oder Ausbildungsplatz. Vorhandene Bewerbungsunterlagen werden aktualisiert, besondere Fähigkeiten erfasst, aber auch die behinderungsbedingten Einschränkungen in anonymisierten Bewerberkurzprofilen festgehalten. Mit diesen gehen die Mitarbeiter gezielt auf potentielle Arbeit-geber zu. Auch die Sicherung der Arbeitsplätze Schwerbehinderter ist Aufgabe der Maßnahme-Mitarbeiter.

Neue Wege Betriebsleiter Stefan Rechmann erklärt: „Mit unseren Projekten gehen wir auf die individuellen Bedürfnisse der Langzeitarbeitslosen ein und zeigen in Zusammenarbeit mit regionalen Trägern neue Perspektiven auf. Unsere Bandbreite an sich ergänzenden Maß-nahmen wird deshalb stetig erweitert und optimiert“.

Rückblick auf 2013: Maßnahmen zur Integration von Langzeitarbeitslosen zeigen positive Wirkung

Vorstellung des Eingliederungsberichts 2013 des Kommunalen Jobcenters

Das Kommunale Jobcenter Neue Wege Kreis Bergstraße hat seinen Eingliederungsbericht für 2013 vorgelegt und lud aus diesem Anlass zur Präsentation in die Räumlichkeiten in Heppenheim ein. Auf rund 40 Seiten werden die erbrachten Leistungen zur Eingliederung und die damit erreichten Eingliederungserfolge des letzten Jahres dargestellt.

„Neue Wege kann einige Erfolge auf dem regionalen Arbeitsmarkt verbuchen, wie unsere Statistiken belegen. Die Monate Oktober, November und Dezember 2013 weisen beispielsweise den niedrigsten Stand an Bedarfsgemeinschaften seit Bestehen von Neue Wege auf – ein tolles Ergebnis! Auch die 2098 in den ersten Arbeitsmarkt vermittelten Langzeitarbeitslosen sprechen für eine hervorragende Arbeit unserer Fallmanager“, so der Neue Wege Betriebsleiter Stefan Rechmann bei der Präsentation des Eingliederungsberichts.

Zu den Schwerpunkten, die sich der Eigenbetrieb in 2013 gesetzt hatte, gehörte es, die Arbeitsmarktchancen von Menschen mit Handicap zu steigern. Für diese Personengruppe wurde der Einsatz von finanziellen Mitteln besonders seit dem letzten Jahr verstärkt. Insgesamt gibt es im Kreis zwei spezifische Maßnahmen für Behinderte oder von Behinderung bedrohte Menschen sowie eine Beratungsstelle für Betroffene und Arbeitgeber. Für den Kreis Bergstraße, der im letzten Jahr eine Kreisteilhabekonferenz mit den Schwerpunkten Bildung und Beschäftigung von behinderten Menschen ins Leben gerufen hat, setzt Neue Wege das Thema Beschäftigung um. Kernstück der Kreisteilhabekonferenz ist dabei ein Arbeitskreis „Behinderte in den ersten Arbeitsmarkt“, der regionale Arbeitgeber der Region bestärkt behinderte Menschen einzustellen und dabei Hilfestellungen anbietet.

Auch im Bereich der Jugendarbeitslosigkeit kann der Eigenbetrieb gute Zahlen vermelden. Der Kreisbeigeordnete Matthias Schimpf erklärt: „Im Dezember waren im Kreis Bergstraße 39 Jugendliche ohne Arbeit oder Ausbildung. Dies entspricht einer Arbeitslosenquote von 0,3 Prozent im Kreis. Im Vergleich zu Hessen mit einer Arbeitslosenquote von 2,8 Prozent ein herausragender Wert, den es aber weiterhin zu verbessern gilt.“

Betriebsleiter Rechmann abschließend: „Die Struktur der Menschen im Langzeitleistungsbezug hat sich geändert – der größte Teil der SGB II-Bezieher ist nicht direkt in Arbeit vermittelbar. Arbeitsmarktnahe Bewerber finden sich kaum noch in den Beständen der Fallmanager. Die Verringerung der Bedarfsgemeinschaften und der passiven Leistungen bis zum Jahr 2013 gelang Neue Wege durch einen verstärkten Mitteleinsatz für alle Eingliederungsleistungen, die primär den Work-First Ansatz des Eigenbetriebes unterstützen und Menschen zügig in Arbeit vermittelt haben. Projekte wie die internen und externen Einstiegsoffensiven sowie die Bewerbercenter haben, neben den klassischen Eingliederungshilfen wie Vermittlungsbudget und Eingliederungszuschüssen, die Zielerreichung maßgeblich unterstützt. Dem gegenüber steht im Jahr 2014 die Notwendigkeit einer stärkeren Gewichtung der Bereiche Heranführung an Arbeit und Qualifizierung. Wir setzen weiterhin auf unser innovatives Projekt eoPLUS für Menschen mit multiplen Problemlagen, um die Integration von gesundheitlich beeinträchtigten ALG II-Beziehern in Ausbildung, Arbeit oder eine weiterführende Maßnahme durch gezieltes Vermittlungs- und Gesundheitscoaching voranzutreiben.“

Gemeinsam gegen die Langzeitarbeitslosigkeit

Kooperationspartner zum Austausch bei Neue Wege

Auf Einladung des Kommunalen Jobcenters Neue Wege Kreis Bergstraße trafen sich die
Kooperationspartner des Eigenbetriebes zu einer Gesprächsrunde in Heppenheim. „Um unserem Ziel, so viele erwerbsfähige Leistungsbezieher wie möglich zügig und nachhaltig in Arbeit zu vermitteln, gerecht werden zu können, ist ein regelmäßiger Austausch mit allen regionalen Bildungs- und Maßnahmeträgern von wesentlicher Bedeutung. Nur so kann die Beratungskompetenz aller Integrationsfachkräfte möglichst effizient eingesetzt werden“, erklärt der Neue Wege Betriebsleiter Stefan Rechmann zu Beginn der Veranstaltung.

Dabei kann das Kommunale Jobcenter auf ein funktionierendes Netzwerk zurückgreifen, welches sich sowohl aus Trägern der beruflichen Weiterbildung als auch aus Trägern der freien Wohlfahrtspflege und Akteuren des örtlichen Arbeitsmarktes zusammensetzt. Bei dem diesjährigen Treffen der Maßnahmeträger im Kreis Bergstraße kamen Vertreter von 14 Kooperationspartnern mit Verantwortlichen des Eigenbetriebs Neue Wege erneut zu aktuellen Themen der Zusammenarbeit ins Gespräch: Die AWO Bergstraße, das Berufsbildungswerk Neckargemünd GmbH, das Bildungswerk der hessischen Wirtschaft, das Bildungszentrum des hessischen Handels, der Caritasverband Darmstadt e.V., das Diakonische Werk Bergstraße, der Förderverband Viernheim e.V., die Kombrecht-Engel-Schule, die Kreishandwerkerschaft Bergstraße, die KuBus e.V, die Merkur Schule, die Softdoor GmbH, die Joblinge gAg, die SRH Berufliche Rehabilitation GmbH sowie die Wirtschaftsförderung Bergstraße GmbH folgten der Einladung des kommunalen Jobcenters.

Wie können wir das Potenzial der Leistungsbezieher in Einklang mit den Erwartungen des Arbeitsmarktes bringen? Wie waren die Entwicklungen im vergangen Jahr und welchen Anforderungen müssen 2014 bewältigt werden? Diese und weitere Fragen rund um die aktuellen thematischen Schwerpunkte der Förderung und Vermittlung von Langzeitarbeitslosen standen im Mittelpunkt des Treffens. Um allen erwerbsfähigen Leistungsberechtigten bedarfsgerechte Unterstützung bieten zu können, muss das Förderangebot des Kommunalen Jobcenters breit aufgestellt sein. Dabei spielt nicht nur die Integration in den ersten Arbeitsmarkt eine Rolle – oft geht es darum, Vermittlungshemmnisse zu beseitigen. Ein großer Teil der Menschen, die sich im Leistungsbezug nach dem zweiten Sozialgesetzbuch befinden, sind auf Grund mehrfacher Hemmnisse nicht sofort in den Arbeitsmarkt vermittelbar. Dementsprechend müssen die Mittel und Maßnahmen um eine Integration zu erreichen, angepasst werden. Zukünftig wird, bedingt durch die geänderte Personenstruktur im Leistungsbezug, das Hauptaugenmerk der Vermittlungsarbeit deshalb auf die längerfristige Arbeit mit Langzeitarbeitslosen und auf Menschen mit Behinderung gelegt, so Stefan Rechmann.

Der Kreisbeigeordnete Matthias Schimpf macht abschließend nochmals deutlich: „Oberste Priorität wird es auch im Jahr 2014 sein, die vorhandenen Mittel möglichst effizient zu nutzen, um allen Langzeitleistungsbeziehern eine Chance auf ein Leben fern von Sozialleistungen zu geben. Dafür müssen alle Kooperationspartner an einem Strang ziehen.“

Arbeitslosenzahlen im März leicht rückläufig

Neue Wege Kreis Bergstraße -Kommunales Jobcenter- meldet aktuelle Zahlen

Nach dem leichten Anstieg zum Jahresbeginn hat sich die Zahl der Langzeitarbeitslosen im Kreis Bergstraße im März erholt. Die Gesamtzahl der Arbeitslosen entwickelte sich leicht positiv: Waren im Vorjahresmonat im Kreis Bergstraße noch 3950 Menschen bei Neue Wege arbeitslos gemeldet, sind es im März 2014 noch 3773 Personen (Minus 177) – ein Rückgang um rund 4,5 Prozent. Auch bei den Leis-tungsberechtigten unter 25 Jahren fällt das Ergebnis erfreulich aus: Mit 42 registrier-ten jungen Menschen kann ein Rückgang um rund 35 Prozent im Hinblick auf März 2013 mit 64 Personen verzeichnet werden. Eine gute Entwicklung zeigen auch die Zahlen bei den älteren Arbeitslosen über 50 Jahre. Gegenüber März 2013 (1204) waren mit 1109 Personen 95 ältere Menschen weniger bei Neue Wege gemeldet.

„Wir hoffen, dass der Arbeitsmarkt weiterhin aufnahmefähig bleibt“, kommentiert der Neue Wege Betriebsleiter Stefan Rechmann die Entwicklungen.

Ein Weg aus der finanziellen Sackgasse

Neue Wege und Caritasverband Darmstadt e.V. bieten jetzt auch Schuldnerberatung für Kunden des Jobcenters Viernheim an

Wer durch Arbeitslosigkeit, Scheidung, Suchtprobleme, Krankheit oder aus anderen Gründen in finanzielle Schwierigkeiten gerät, wird schnell in einen ganzen Strudel von Problemen gerissen: Pfändungen, Kontoverlust, Räumungsklage, Energiesperre, Krisen in der Familie und manches mehr kann zur täglichen Bedrohung werden. Viernheimer Arbeitslosengeld II-Empfänger finden im ansässigen Kommunalen Jobcenter schnelle Hilfe. Dort bietet Neue Wege Kreis Bergstraße ab sofort auch in Kooperation mit dem Caritasverband Darmstadt e.V. eine Schuldnerberatung an. Das Besondere: Die Mitarbeiterin vor Ort kann auch türkischen Betroffenen in ihrer Muttersprache kompetente Beratung bieten und so eventuelle Sprachbarrieren überwinden.

Der Kreisbeigeordnete Matthias Schimpf erklärt: „Zur Überschuldung kommt es häufig, wenn sich Lebenssituationen verändern oder nicht vorhergesehene Ereignisse eintreten. Dabei sind es meistens mehrere Ursachen und Auslöser, die zusammen zu Überschuldung führen. Die Lebensbedingungen von überschuldeten Personen sind deshalb oftmals schwierig. Ver- und Überschuldung beeinflusst maßgeblich die Teilhabe der Betroffenen am wirtschaftlichen und sozialen Leben. Viele Menschen fühlen sich in einer solchen Situation überfordert und benötigen kompetente Unterstützung, um wieder Hoffnung und Übersicht in ihr Leben zu bringen. Ab sofort können mit Hilfe der Mitarbeiter des Caritasverbands Wege gefunden werden, die vorhandenen Probleme aktiv anzugehen und Schulden abzubauen. Darüber hinaus gibt die Beratungsstelle Tipps im Umgang mit Geld, damit in Zukunft neue Schulden vermieden werden.“

Diplom Sozialpädagogin Hacer Yontar, Schuldnerberaterin des Caritasverbands im Jobcenter Viernheim ergänzt: „Wir helfen mit fachlicher Beratung in deutscher und türkischer Sprache und menschlicher Zuwendung, Wege aus der Schuldenfalle gemeinsam mit allen Beteiligten zu finden. Zu Anfang der Beratung ist die Bestandsaufnahme und Aufarbeitung der Verschuldungssituation grundlegend. Wir bereiten gemeinsam mit dem Betroffenen Ver-handlungen mit Gläubigern vor und bieten Unterstützung beim Gläubigerschriftverkehr. Lange Wartezeiten gibt es bei uns nicht. Beratungstermine könnten in der Regel innerhalb einer Woche vereinbart werden. In sehr dringenden Fällen kann noch am selben Tag Hilfe organisiert werden“.

Die Schuldnerberatung des Caritasverbands im Jobcenter Viernheim ist jeden Donnerstag von 13.00 bis 15.30 Uhr für Kunden des Jobcenters Viernheim geöffnet. Hilfesuchende
können in dieser Zeit vorsprechen oder zuvor einen Termin unter der Telefonnummer 06252 990130 vereinbaren.

Die Finanzierung der Maßnahme erfolgt aus Fördermitteln aus dem europäischen Sozialfonds und des Landes Hessen.

Bildungspaket erreicht immer mehr Familien

Kommunales Jobcenter Neue Wege meldet steigende Antragszahlen

Nicht zuschauen, wenn andere Kinder ein warmes Mittagessen in der Kantine verspeisen, mit dabei sein, bei Klassenfahrten und im Musik- oder Sportverein, einen Rückstand in der Schule durch Nachhilfe aufholen: Für immer mehr Kinder und Jugendliche im Kreis Bergstraße ist nun ein Mitmachen möglich. Drei Jahre nach Start des Bildungs- und Teilhabepakets zur Unterstützung von Kinder und Jugendlichen aus einkommensschwachen Familien kann von einer deutlich gesteigerten Inanspruchnahme der Leistungen im Kreis Bergstraße gesprochen werden.

Die Auswertung der Zahlen für 2013 im Bereich SGB II, SGB XII und Asylbewerberleistungsgesetz ergab, dass von 3.657 bedürftigen Kindern und Jugendlichen 2.102 Personen gezielt Leistungen aus dem Paket abgerufen haben. Im Jahr 2012 haben 1.971 Menschen (53 Prozent) das Angebot genutzt. 2013 sind aus dieser Personengruppe rund 60 Prozent aktiv geworden und haben einen Antrag auf Leistungen des Bildungspakets gestellt – ein Anstieg um 7 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Blickt man auf die anderen hessischen Landkreise bewegt sich der Kreis Bergstraße mit den Antragszahlen im oberen Drittel.

Der Kreisbeigeordnete und Sozialdezernent Matthias Schimpf freut sich über die steigende Resonanz: „Das Bildungspaket wird im Kreis Bergstraße gut nachgefragt, die Zusammenarbeit mit den Schulen, Vereinen und anderen Kooperationspartnern hat sich etabliert, die Abläufe funktionieren nun reibungslos. Die aktuellen Auswertungen der Inanspruchnahme im Jahr 2013 zeigen, dass sich das stetige Bewerben der Leistungen aus dem Bildungspaket auszahlt. Das ist ein weiterer Schritt in die richtige Richtung“.

Bezieht man den sogenannten Schulbedarf mit ein, den Arbeitslosgengeld II-, Sozialgeld- oder Sozialhilfebezieher automatisch mit ihren Bezügen erhalten, nutzten über 95 Prozent oder 3.403 Personen das Bildungs- und Teilhabeangebot. Zusammengefasst haben sich die Ausgaben 2013 aus dem Bildungs- und Teilhabepaket des Bundes gegenüber dem Vorjahr gesteigert: Insgesamt wurden 2013 für Leistungsberechtigte aus den Bereichen SGB II, SGB XII, Asylbewerberleistungsgesetz und Wohngeld rund 1.008.000 Euro ausgezahlt, 2012 waren es noch 978.000 Euro.

„Besonders freut uns, dass das Angebot der Mittagsverpflegung besser angenommen wird. 2012 stellten 843 Eltern Anträge für ein gemeinschaftliches Mittagessen, 2013 kam das Angebot 1028 Kindern und Jugendlichen zu Gute. Bearbeitungsrückstände bei entscheidungsreifen Anträgen gibt es ebenfalls nicht. Liegt der Antrag vollständig ausgefüllt und unterschrieben mit den gegebenenfalls erforderlichen Nachweisen vor, wird gegenwärtig zeitnah entschieden“, so Matthias Schimpf abschließend.

Weitere Informationen, Antragsformulare und die Broschüre „Das Bildungspaket im Kreis Bergstraße“ als PDF erhalten Interessierte über die Homepage
www.bildungspaket.neue-wege.org und in allen Service Points des Kommunalen Jobcenters im Kreis Bergstraße. Fragen beantworten die Mitarbeiter des Bildungspaketes gerne unter der Info-Hotline 06252 – 15 6051.

Gesundheit in Arbeit

Mit 50plus in Fahrt den Akku wieder aufladen

Gesundheitliche Probleme, geringes Selbstbewusstsein, das Gefühl von Perspektivlosigkeit und nicht gebraucht zu werden – ältere Langzeitarbeitslose haben mit verschiedenen
Problemlagen zu kämpfen. Das Vorhandensein eines Arbeitsplatzes stellt eine wichtige Ressource für die Gesundheit dar, im Gegensatz dazu gefährdet Arbeitslosigkeit die Gesundheit. Nur durch eine individuelle Förderung können Defizite ausgeglichen und Ressourcen aktiviert werden. Im Kreis Bergstraße werden ältere Arbeitslose bei „50plus in Fahrt“ an den Standorten Heppenheim, Viernheim, Mörlenbach und Bürstadt gezielt gefördert.

Brigitte Wecht, Projektleiterin 50PLUS erklärt: „Die Teilnehmer entdecken mit Hilfe von freiberuflichen Coachs ihre Stärken und Fähigkeiten neu und entwickeln eine Zielvorstellung für eine Rückkehr ins Berufsleben. Durch Arbeitslosigkeit kann eine gesundheitliche Abwärtsspirale entstehen, der die Maßnahme entgegenwirkt. Wir legen deshalb vor allem auf die Gesundheit der Teilnehmer einen Schwerpunkt, denn nur wenn die gesundheitlichen Voraussetzungen stimmen, kann eine Rückkehr in den Beruf gelingen. Gesundheit bedeutet natürlich nicht automatisch, dass man eine Anstellung findet, erhöht aber die Chancen wieder im Arbeitsmarkt Fuß zu fassen und beschäftigungsfähig zu werden. Die Maßnahme hat nicht die direkte Vermittlung in Arbeit zum Ziel, sondern ist nur der erste Schritt Richtung Arbeitsmarkt. In den Modulen geht es darum die Teilnehmer körperlich und psychisch aufzubauen, ihre Ressourcen und ihren Mut zu aktivieren.“

Bewerbungstraining, Potentialcoaching und ein Modul zum Thema sicheres Auftreten
gehören ebenfalls zum Programm. „Wir legen Wert auf persönliche Förderung und ein individuelles Eingehen auf Fähigkeiten und Defizite“, beschreibt Neue Wege Betriebsleiter Stefan Rechmann die Zielsetzung des Projektes. „Die Auffrischung von Kenntnissen, der Abbau von Vermittlungshemmnissen, die Verbesserung der Bereitschaft beziehungsweise Fähigkeit zur beruflichen Integration und die Hilfestellung bei der beruflichen Orientierung sind die Schwerpunkte der aufeinander abgestimmten Module. Somit sind auch diejenigen, die nicht unmittelbar aus dem Projekt heraus eine Anstellung finden können, durch die Teilnahme an der Maßnahme wieder näher an den Arbeitsmarkt herangeführt worden und haben ihre Chancen auf einen Arbeitsplatz deutlich erhöht“, so Stefan Rechmann abschließend.

Februar-Statistik zeigt leichten Anstieg bei den Arbeitslosenzahlen

Im Monat Februar 2014 ist die Zahl der Langzeitarbeitslosen im Kreis Bergstraße leicht angestiegen. Im Februar waren 3.885 Personen beim Eigenbetrieb Neue Wege Kreis Bergstraße -Kommunales Jobcenter- gemeldet, im Januar 2014 waren es 3.776. Verglichen mit dem Vorjahresmonat Februar, als 3.921 Personen statistisch erfasst waren, ist die Zahl der Menschen ohne Arbeit niedriger als noch vor einem Jahr.

Betriebsleiter Stefan Rechmann teilt mit: „Der leichte Anstieg ist jahreszeitlich bedingt und überrascht nicht. Erfreulich ist, dass wir im Februar 2014 mit 40 arbeitslosen Jugendlichen unter 25 Jahren im Vergleich zum Vorjahresmonat mit 54 Personen einen Rückgang um rund 26 Prozent zu verzeichnen haben.“

Der Blick auf die älteren Langzeitarbeitslosen über 50 Jahren zeigt eine ähnliche Entwicklung: Hier ist ein Rückgang von 1.312 Personen im Januar auf 1.152 im Februar zu registrieren.

1300 Langzeitarbeitslose über 50 Jahre schafften den Sprung in Arbeit

Brigitte Wecht, Projektleiterin „ProArbeit 50PLUS“ im Kreis Bergstraße, im Gespräch

Der demografische Wandel ist in vollem Gange und auch in der Arbeitswelt angekommen. In naher Zukunft werden die notwendigen Fachkräfte nicht mehr für alle Unternehmen und Branchen in ausreichendem Maße zur Verfügung stehen. Trotzdem ist es für ältere Arbeitssuchende noch immer schwer, eine neue Anstellung zu finden. In der öffentlichen Meinung wird ein fortgeschrittenes Lebensalter oftmals mit einem Absinken der Leistungsfähigkeit verbunden. Dabei sind es überwiegend Menschen über 50 Jahre, die das aktuelle Geschehen in Wirtschaft und Politik weltweit prägen. Ältere sind nicht weniger, sondern anders leistungsfähig.

Um die Beschäftigungschancen älterer Langzeitarbeitsloser zu verbessern, wurde das Bundesprogramm „Perspektive 50plus“ ins Leben gerufen. Als regionaler Partner ist das Kommunale Jobcenter Neue Wege mit dem Projekt „ProArbeit 50PLUS“ Anlaufstelle im Kreis. Projektleiterin Brigitte Wecht berichtet über Umsetzung, Angebote und Ziele des Projekts.

Was ist das Bundesprogramms „Perspektive 50plus“?

Brigitte Wecht:

Das Bundesprogramm „Perspektive 50plus“ basiert auf einem regionalen Ansatz, der es den Projektpartnern erlaubt, bei der Wahl der Integrationsstrategie von älteren Langzeitarbeitslosen gezielt auf die regionalen Besonderheiten einzugehen. Es ermöglicht jedem Beschäftigungspakt eigenverantwortlich Vermittlungsideen zu entwickeln, Eingliederungsstrategien zu erproben sowie erfolgreiche Ansätze weiter auszubauen. Derzeit sind 477 Jobcenter und damit mehr als 98 Prozent aller Grundsicherungsstellen bundesweit am Programm beteiligt. Der Eigenbetrieb Neue Wege Kreis Bergstraße -Kommunales Jobcenter- nimmt seit 2009 am Bundesprogramm teil und hat dazu ein 14-köpfiges Team 50PLUS gegründet.

Welche Ziele verfolgt man mit dem Programm?

Brigitte Wecht:

Die Integrationschancen für Arbeitslosengeld II-Empfänger über 50 Jahre sollen verbessert werden. Die Konzentration speziell auf Menschen über 50 Jahre ermöglicht eine ganzheitliche Betreuung der Teilnehmer auf dem Weg in den Arbeitsmarkt. Wir setzen auf eine hohe Betreuungsintensität – unsere Fallmanager kümmern sich jeweils um rund 100 Kunden, was einen effizienten und zielgerichteten Maßnahmeneinsatz garantiert. Eine wichtige Aufgabe unserer Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen ist vor allem auch die Ansprache der Arbeitgeber im Kreis in Kooperation mit unserem Arbeitgeberservice, um sie für das Potential älterer Arbeitsgeber zu sensibilisieren. Wir möchten das Einstellungsklima für Ältere in der Region weiter verbessern. Ältere müssen mehr Wertschätzung erfahren, sie bringen schließlich jahrelange Erfahrung und einen großen Wissensschatz mit, der für Unternehmen unerlässlich ist.

Wie wird das Programm im Kreis Bergstraße umgesetzt? Was sind die Besonderheiten dieser Zielgruppe?

Brigitte Wecht:

An jedem Jobcenter-Standort gibt es mindestens zwei 50PLUS-Fallmanager, die ältere Leistungsempfänger betreuen. Die Fallmanager laden neue Kunden zu einem ersten Gespräch in das jeweilige Jobcenter vor Ort ein. Gemeinsam wird der Wege zurück in Arbeit geplant. Auf diesem Weg sind oftmals mehrere Hindernisse wie beispielsweise Schulden- oder Suchtprobleme zu überwinden, bevor an eine Rückkehr in den Arbeitsmarkt gedacht werden kann. Viele der Betroffenen haben sich aus der Gesellschaft zurückgezogen, Familien- und Freundesstrukturen sind zerbrochen. Allein die Bewältigung des Alltags und andere alltägliche Gänge – wie die Nutzung von öffentlichen Verkehrsmitteln oder Einkaufen gehen – stellen oftmals ein Problem dar. Solche Probleme benötigen Monate um bewältigt zu werden. Erst wenn ein Vertrauensverhältnis aufgebaut wurde, kann der Weg gemeinsam gemeistert werden. Durch kreative Projekte und gemeinschaftliche Aktivitäten fördern wir die Teilhabe am gesellschaftlichen Leben. Die Betroffenen müssen Schritt für Schritt wieder an die Anforderungen und Strukturen der Arbeitswelt herangeführt werden. Ein Problem dieser Zielgruppe ist, dass diese Menschen oftmals nicht mobil sind. Dies stellt im Kreis Bergstraße, gerade in der Odenwaldregion ein Problem dar. Deshalb sind unsere Angebote flächendeckend im Kreis zu finden. Wenn eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung in Aussicht ist, ist es durchaus auch möglich, dass wir bspw. die Kosten für den Führerschein übernehmen. Jeder Kreis steht vor anderen Problemen, deshalb ist die Möglichkeit der individuellen regional Umsetzung des Programms wichtig. Das Problem der Mobilität ist in einer größeren Stadt mit Straßenbahnnetz beispielsweise nicht gegeben.

Welche Angebote gibt es speziell für ältere Arbeitslose?

Brigitte Wecht:

Potentiale erkennen, Perspektiven entwickeln, auf die Gesundheit achten, optimal auf das Bewerbungsverfahren vorbereiten – die berufliche Neuausrichtung und Vermittlung von über 50-jährigen in den ersten Arbeitsmarkt steht bei unserer Maßnahme „50PLUS in Fahrt“ im Vordergrund. Das Programm wird an den Standorten Heppenheim, Viernheim, Mörlenbach und Bürstadt durchgeführt. Unsere Erfahrungen zeigen, dass vor allem Gruppenveranstaltungen sehr gut wahrgenommen werden. Mit anderen gemeinsam den Weg in Arbeit zu beschreiten und wieder unter anderen Menschen zu sein ist für viele der erste Schritt zurück in ein normales Leben. Des Weiteren gibt es Integrationscenter für Ältere in Bürstadt und Viernheim. Über vier Monate hinweg erarbeiten die Teilnehmer mit ihren Coaches einen Integrationsplan für ihre Rückkehr in den ersten Arbeitsmarkt. Die Optimierung der Bewerbungsunterlagen, die Verbesserung der Selbstpräsentation und die Stärkung der Motivation und der Bewerbungskompetenzen sind wichtige Bestandteile des Projekts. Ein Praktikumsplatz im Rahmen der Maßnahme bietet die Möglichkeit die betrieblichen Strukturen im gewünschten Arbeitsgebiet kennen zu lernen. Eine technisch und lebenspraktisch orientierte Qualifikationsmaßnahme ist „NEUSTART 50PLUS“ in Fürth-Ellenbach. Hier kann ein IHK Zertifikat im Bereich Möbel-, Küchen-, und Umzugsservice oder Lagerlogistik erworben werden. Ein wichtiger Bestandteil der Maßnahme ist die Förderung von Alltagskompetenzen, die eine Voraussetzung für eine erfolgreiche (Re-)Integration in den Arbeitsmarkt darstellen. Dazu gehören neben dem Thema Gesundheit u.a. eine persönliche Standortbestimmung. Im Rahmen der Projektwerkstatt liegt ein Schwerpunkt auf der Erschließung eines Netzwerkes und der erfolgreichen Vermarktung der eigenen Arbeitskraft auf dem Arbeitsmarkt. Hier besteht unter anderem die Möglichkeit neue Arbeitsfelder kennen zu lernen und je nach Voraussetzung die eigenen Qualitäten bei einem potentiellen Arbeitgeber unter Beweis zu stellen und im Idealfall eine neue Anstellung zu erhalten. Die fachlich-technische Ausbildung findet überwiegend innerhalb von Projekten statt. Eine weitere Grundlage der Qualifikation ist der theoretische Unterricht. Am Ende des Unterrichts steht die theoretische und praktische Prüfung. Einmal wöchentlich öffnet unser „B-Treff“ in Heppenheim seine Türen – hier können sich Arbeitssuchende austauschen, Bewerbungsunterlagen erstellen und ausdrucken. Ein Coach steht für alle Fragen rund um das Thema Bewerbung zur Verfügung.
Wir werden auch mit einem Stand und einem Jobmobil auf dem Hessentag in Bensheim vertreten sein. Interessierte können sich dort über unser Projekt informieren und Stellenanzeigen sichten.

Wo liegen die Probleme auf Unternehmerseite? Warum scheuen sich Firmen oftmals ältere Arbeitslose einzustellen?

Brigitte Wecht:

Wir haben mit den Arbeitgebern im Kreis Bergstraße überwiegend sehr gute Erfahrungen im Bezug auf die Einstellung älterer Arbeitnehmer gemacht. Unternehmen denken inzwischen um und setzen vermehrt auf Ältere über 50 Jahre. Die ältere Generation hat eine hohe soziale Kompetenz und Erfahrung im Umgang mit Menschen. Mitarbeiter ab 50 Jahren verfügen über Erfahrung, langjährig gepflegte Netzwerke, Disziplin und die Bereitschaft, Verantwortung zu übernehmen – Eigenschaften, die den jüngeren Arbeitnehmern hin und wieder noch fehlen. Ihre Lernbereitschaft, Flexibilität und die Fähigkeit, mit modernen IT- und Kommunikationsmedien umzugehen, sind oftmals viel stärker ausgeprägt als allgemein angenommen. Auch das Vorurteil, dass mit zunehmendem Alter die krankheitsbedingten Fehlzeiten steigen, wurde inzwischen statistisch widerlegt. Ältere Arbeitnehmer sind auch für die Zusammensetzung der Teams wichtig. Teams sind erst dann erfolgreich, wenn sie aus unterschiedlichen Persönlichkeiten und Altersklassen zusammengesetzt sind. Das gilt auch für den Kontakt nach außen, zu Kunden und Geschäftspartnern: Ein älterer Bankkunde fühlt sich beispielsweise von einem älteren Berater besser verstanden als von jemandem, der 30 oder 40 Jahre jünger ist als er. Ganz ähnlich ist die Situation in vielen anderen Beratungs- und Dienstleistungsbereichen. Es gibt allerdings noch immer zurückhaltende Arbeitgeber, die wir von den besonderen Stärken der Älteren überzeugen möchten. Unsere Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen stehen deshalb in regelmäßigem Kontakt zu ortsansässigen Firmen und bieten professionelle und kostenfreie Hilfe bei der Stellenbesetzung an – so können die Unternehmen Zeit und Kosten sparen. Arbeitgeber haben zudem die Möglichkeit einen Lohnkostenzuschuss oder eine spezielle Förderung für behinderte Arbeitnehmer in Anspruch zu nehmen.

Welche Erfolge können Sie verzeichnen?
Brigitte Wecht:

Seit Beginn des Programms haben 2206 Personen an unserem Projekt teilgenommen und verschiedene Aktivierungs- und Qualifizierungsmaßnahmen durchlaufen. Es konnten 1000 Personen in sozialversicherungspflichtige Beschäftigungen vermittelt werden, das ist ein tolles Ergebnis. Weitere 300 Personen fassen derzeit auf dem Arbeitsmarkt als Mini-Jobber Fuß, die restlichen Personen nehmen momentan an Förderprojekten teil oder durchlaufen die Erwerbsfähigkeitsprüfung.

Ein gutes Beispiel für die erfolgreiche Rückkehr in den Arbeitsmarkt ist ein von uns betreuter Mittfünfziger, der als Selbstständiger in der Finanzbranche tätig war. Der berufliche Absturz erfolgte durch die Finanzkrise, es folgten die Scheidung und der verschuldete Fall in Hartz IV. Wir unterstützten ihn auf seinem Weg in die Privatinsolvenz und zeigten Möglichkeiten auf, wie er in seinen ursprünglichen Beruf zurückfinden kann. Er hat die Rückkehr in die Finanzbranche geschafft, befindet sich nun in einem unbefristeten Arbeitsverhältnis und benötigt keine Leistungen mehr. Als „Sicherheitsnetz“ qualifiziert er sich berufsbegleitend weiter – so hat er auch im Falle des Scheiterns des jetzigen Arbeitsverhältnisses ein weiteres, berufliches Standbein. Der Arbeitgeber konnte von uns motiviert werden, hierfür auch die Kosten zu übernehmen.

Einer 57-jährigen Kundin finanzierten wir eine einjährige Qualifizierung zur Altenpflegehelferin, nachdem sie schon viele Jahre arbeitslos war bzw. in Minijobs oder in der Zeitarbeit arbeitete. Aufgrund intensiver Gespräche mit der Kundin, durch Abtasten der Interessenlage und Beobachtung des Arbeitsmarktes haben wir die Entscheidung zur Qualifizierung gemeinsam mit der Teilnehmerin getroffen. Obwohl eine Anzahl persönlicher Probleme vorlagen, hat die Kundin die Fortbildung gemeistert und ihr Zertifikat mit sehr guter Benotung erhalten. Solche positiven Beispiele motivieren uns ungemein bei unserer Arbeit und zeigen, dass wir im Kreis Bergstraße auf dem richtigen Weg sind.

Betriebskommission beschließt Maßnahmenpaket für Zielgruppen

Jugendliche, Ältere und Menschen in schwierigen Lebenssituationen im Fokus

Mit Projekten zur Förderung von Jugendlichen, Älteren und Personen im SGB II-Leistungsbezug, die mit ihrer Situation überfordert sind beschäftigten sich die Mitglieder der Betriebskommission von Neue Wege Kreis Bergstraße -Kommunales Jobcenter- in ihrer letzten Sitzung.

Familiäre Schwierigkeiten, Verschuldung und Suchtprobleme – Langzeitarbeitslose sind oft-mals mit ihrem Alltag überfordert und vernachlässigen Behördengänge und Verpflichtungen. Diese Personen ziehen sich aus den unterschiedlichsten Gründen zurück und stellen manchmal die Zusammenarbeit mit dem Jobcenter sogar vollständig ein. Hier setzt ab März 2014 die Maßnahme „Aufsuchende Hilfe“ des Berufsbildungswerks Neckargemünd GmbH an: Die Betroffenen werden von Mitarbeitern der Aktivierungsmaßnahme „Aufsuchende Hilfe“ zu Hause besucht. Der Vermittler macht Entscheidungen zu Maßnahmen nachvollziehbarer, hilft das Vorgehen des Jobcenters zu verstehen und begleitet auf Wunsch Behördengänge.

Ein wichtiger Baustein im Maßnahmenkonzept des Kommunalen Jobcenters ist die
Förderung von jungen Menschen im SGB II-Bezug. Jugendlichen zwischen 15 und 24 Jahren mit schlechtem oder fehlendem Schulabschluss bietet das Projekt „Joblinge“ seit Mai 2013 eine Perspektive. Durch die Kooperation von Neue Wege mit der gemeinnützigen Initiative der Unternehmensberatung der The Boston Consulting Group und der Eberhard von Kuenheim Stiftung der BMW AG können junge Menschen ihre Fähigkeiten in der Praxis unter Beweis stellen. In einem rund sechsmonatigen Programm erlernen sie wichtige Schlüsselqualifikati-onen, trainieren soziale Kompetenzen und erarbeiten sich ihren Ausbildungs- oder Arbeitsplatz. Die Betriebskommission gab die Zustimmung für eine Verlängerung des Angebotes bis Mai 2015.

Neue Wege Betriebsleiter Stefan Rechmann erklärt: „Durch dieses Projekt bekommen alle Jugendlichen eine Chance in der Gesellschaft Fuß zu fassen und sich zu beweisen – hier zählen allein Motivation und Eigeninitiative. Auf ihrem Weg in Ausbildung werden die
Teilnehmer von Joblinge-Mitarbeitern und Mentoren begleitet, geschulten ehrenamtlichen Helfern aus Unternehmen mit Lebens- und Berufserfahrung, die den Teilnehmern zur Seite stehen.“

Die Generation 50 plus wird bei „50plus in Fahrt“ an den Standorten Heppenheim, Viernheim, Mörlenbach und Bürstadt gezielt gefördert. Die Teilnehmer entdecken mit Hilfe von freiberuflichen Coaches ihre Stärken und Fähigkeiten neu und entwickeln eine Zielvorstellung für eine Rückkehr ins Berufsleben. Ein Bewerbungstraining gehört ebenso zum Programm wie auch ein Modul zu Gesundheit und Vorsorge. Die ressourcenorientierte Intensiv-Maßnahme steht für das Jahr 2014 weiter zur Verfügung.

„Mit der Verbreiterung unseres Maßnahmenangebots um zielgruppenorientierte
Förderinstrumente werden die Möglichkeiten der individuellen und lebenslagenbezogenen Hilfe stetig weiter ausgebaut“, so Stefan Rechmann abschließend.