Zahl der Arbeitslosen im Kreis im Vergleich zum Vormonat weiter leicht gesunken / Erweitertes digitales Beratungsangebot bei „Neue Wege“

Nach über einem Jahr hat die Corona-Pandemie die Welt weiterhin fest im Griff. Die wirtschaftlichen Auswirkungen der Pandemie spiegeln sich auch zu einem Teil in den Arbeitslosenzahlen wieder – wenn auch nicht so stark wie bisher gefürchtet. So ist die aktuelle Arbeitslosenquote im Kreis Bergstraße im Vergleich zum Vormonat von 4,3 Prozent auf 4,2 Prozent gefallen. „In Anbetracht der Dauer der Corona-Pandemie und der damit einhergehenden Maßnahmen, zur Einschränkung des Infektionsgeschehens war mit Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt zu rechnen. Dafür, dass diese bis jetzt im Kreis Bergstraße recht glimpflich ausfallen, sind wir sehr dankbar“, betont Landrat Christian Engelhardt. „Da unser Kommunales Jobcenter mit seinen digitalen Serviceleistungen breit aufgestellt ist, waren wir für die Bürgerinnen und Bürger während der Pandemie durchweg erreichbar. Eine moderne und digitale Verwaltung war mir bei meinem Amtsantritt ein wichtiges Anliegen. Auch in den kommenden sechs Jahren werde ich die Digitalisierung in der Bergsträßer Kreisverwaltung weiter vorantreiben, um eine moderne und vor allem bürgernahe Verwaltung zu gewährleisten.“

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Auch im März liegt der Kreis Bergstraße mit einer Arbeitslosenquote von 4,2 Prozent (SGBII: 1,9 Prozent) weiterhin unter der südhessischen Durchschnittsquote von 5,3 Prozent (SGBII: 2,9 Prozent). „Unser kommunales Jobcenter ‚Neue Wege‘ leistet hervorragende Arbeit und unterstützt seine Kundinnen und Kunden in dieser besonderen Situation bestmöglich. „Dabei ist es uns sehr wichtig, dass wir eine schnelle Leistungsgewährung für alle Anspruchsberechtigten in dieser hausfordernden Zeit sicherstellen“, hebt die Erste Kreisbeigeordnete und für den Eigenbetrieb Neue Wege zuständige Dezernentin Diana Stolz hervor. „Für die Zeit nach der Krise arbeiten wir daran, dass wir die Kundinnen und Kunden, die aufgrund der Pandemie ihren Arbeitsplatz verloren haben, möglichst schnell wieder in neue Beschäftigungsverhältnisse vermitteln können.“

Im Kreis Bergstraße hat sich im bisherigen Verlauf der Pandemie gezeigt, dass das im Bereich Digitalisierung sehr gut aufgestellte Jobcenter „Neue Wege“ den besonderen Herausforderungen dieser Zeit gewachsen ist. Die Nutzung der digitalen Bürgerdienste erreichte neue Höchstwerte und die Zahlen der Nutzerinnen und Nutzer der digitalen Angebote steigen monatlich weiter an. Dabei ist es von besonderem Vorteil, dass Neue Wege schon im Jahr 2017 mit der elektronischen Aktenführung begonnen hat. Dies war eine wichtige Grundlage für viele weitere digitale Entwicklungen im Bergsträßer Jobcenter. So war „Neue Wege“ aufgrund der Corona-Pandemie und der damit verbundenen Lockdowns nur nach Terminvergabe vor Ort zu erreichen, doch dank der bereits existierenden digitalen Serviceangebote, konnten viele Anliegen der Kundinnen und Kunden zusätzlich online abgewickelt werden.

Das Kommunale Jobcenter „Neue Wege“, das im vergangenen Jahr den Preis für gute Verwaltung im deutschsprachigen Raum erhalten hatte, ruht sich aber nicht auf seinen „Lorbeeren“ aus, sondern erweitert seine digitalen Angebote und die damit einhergehenden Servicemöglichkeiten für seine Kundinnen und Kunden ständig. So begann Ende Januar ein Pilotprojekt an der Bergstraße, um Beratungen datenschutzkonform per Videokonferenz anbieten zu können. Die ersten erfolgreichen digitalen Beratungsgespräche fanden bereits statt und kamen auch bei den Nutzerinnen und Nutzern gut an. So meldeten 80 Prozent der Teilnehmenden in einer begleitend durchgeführten Umfrage, dass sie sich vorstellen könnten, diesen Zugang auch nach der Pandemie zu nutzen. Bei einem erfolgreichen Abschluss des Pilotprojekts ist es ein Ziel von „Neue Wege“, mit den Beratungen per Videokonferenz eine zusätzliche Kontaktmöglichkeit neben der telefonischen Beratung und dem Gespräch vor Ort anzubieten.

Ein weiterer wichtiger Schritt hin zur digitalen Verwaltung war der erfolgreiche Start des Online SGB-II-Antrags im vergangenen August. Im April wird „Neue Wege“ nun den vollständigen Weiterbewilligungsantrag online für seine Kundinnen und Kunden anbieten. Dieser stellt die mit über 10.000 Anträgen pro Jahr häufigste Verwaltungsleistung des Jobcenters dar und soll zukünftig den Aufwand für die Antragsstellenden deutlich verringern sowie die Bearbeitung im Jobcenter vereinfachen.

Doch nicht nur an der hessischen Bergstraße, sondern generell in Hessen war die Arbeit der Kommunalen Jobcentren während der Pandemie sehr gut. So bewertete etwa Prof. Dr. Frank Unger, Inhaber des Lehrstuhls für Sozial-, Bildungs- und Verwaltungsmanagement an der Hochschule Fulda, in einem Interview die Arbeit in den Kommunalen Jobcentren der vergangenen Monate überaus positiv. Insgesamt seien die Institutionen der Arbeitsmarktförderung auch in der Pandemie auf hohem Niveau ihrem Auftrag, finanzielle Existenzsicherung zu gewährleisten und eine unvermindert aktive Beratungs- und Vermittlungstätigkeit aufrechtzuerhalten, „geräuschlos“ nachgekommen. Für Unger ist dies ein Ausdruck enormer Professionalität und besonderen Engagements, dem gesellschaftliche Wertschätzung gebühre. Das vollständige Interview hierzu gibt es unter anderem auf www.kjc-hessen.de.

Lfd. Nr. 171 / 2021

erstellt am 31.03.2021

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