Am 6. März 2019 fand ein Fachtag für Kommunale Jobcenter und Organisations- bzw. Personalverantwortliche der hessischen Landkreise und kreisfreien Städte  statt. Der „Groß-Gerauer Impuls“ beschäftigte sich mit der Innovationsfähigkeit der Kommunalen Jobcenter (KJC).

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Groß-Gerauer Impuls 2019 – Das Kommunale Jobcenter als Innovationsmotor der Verwaltung_ _ ARBEITSWELT Hessen

Ein Jahr Einstiegsoffensive / Vermittlungsquote bei über 50 Prozent

Eigenbetrieb Neue Wege bilanziert konstante Teilnehmerzahlen und positive Resonanz

Ein Jahr nach Beginn der Einstiegsoffensive im Jobcenter Bergstraße bilanziert der Eigenbetrieb Neue Wege wachsende Vermittlungsquoten. „Seit Februar 2008 konnten über 50 Prozent der Teilnehmer in ein sozialversicherungspflichtiges Beschäftigungsverhältnis vermittelt werden. Vor kurzem wurde im Heppenheimer Jobcenter der 100. Arbeitsvertrag gemeldet“, erklärt Erster Kreisbeigeordneter und Sozialdezernent Thomas Metz.

Aus dem zunächst befristeten Pilotprojekt ist ein Erfolgsmodell geworden, das heute Menschen auf ihrem persönlichen Weg in den Arbeitsmarkt unterstützt. Nach der Einführungsphase wurde die Einstiegsoffensive schrittweise auf die Jobcenter in Bürstadt, Mörlenbach und Viernheim ausgedehnt. Anspruch der Maßnahme ist es, Arbeit suchenden Menschen die Voraussetzungen für einen erfolgreichen Wiedereinstieg anzubieten.

“Fördern und Fordern”, lautet die Strategie, die bei der Maßnahme vor Ort konkret umgesetzt wird. Im Mittelpunkt steht, Selbstwert und Qualifikation der Arbeitssuchenden zu stärken. Jeder Erstantragsteller von ALG II wird in die Einstiegsoffensive aufgenommen und verpflichtet sich zur Teilnahme an einer achtwöchigen Maßnahme, bei der er vier Tage die Woche jeweils drei Stunden im Jobcenter anwesend ist. Im Gruppenraum stehen 20 Computer-Arbeitsplätze für die Jobsuche zur Verfügung. Jeder Teilnehmer hat einen Internetzugang und wird von den Coaches intensiv betreut. Ein Konzept, das aufgrund seiner Intensität, Individualität und Gruppendynamik völlig neue Ansätze bietet, um Arbeitslose wieder in Beschäftigung zu bringen. Die Teilnehmer tauschen sich untereinander aus, der eine profitiert vom Wissen und der Erfahrung des anderen. Hilfe zur Selbsthilfe, die von den meisten Teilnehmern als wertvolle Unterstützung bewertet wird.

In einem Jahr Einstiegsoffensive wurden in Heppenheim 281 Kunden gezählt (Stand: 20. Februar 2009). Davon wurden 94 in eine Teil- oder Vollzeitbeschäftigung vermittelt, sieben fanden eine Arbeit auf 400-Euro-Basis. Zwei Teilnehmer konnten erfolgreich in eine Ausbildung vermittelt werden, 50 durchlaufen weitere Qualifizierungs- oder Fördermaßnahmen.

„Mit der Einstiegsoffensive haben wir die Basismaßnahme für die Aufgabe des Eigenbetriebs Neue Wege – Qualifizierung und Vermittlung von Arbeitssuchenden – eingeführt. Im laufenden Jahr sollen eintausend Menschen in den Jobcentern im Kreis Bergstraße die Maßnahme durchlaufen“, so Metz abschließend.

Die Wirtschaftsförderung Bergstraße und der Eigenbetrieb Neue Wege bekräftigen ihre Zusammenarbeit

Die Wirtschaftsförderung Bergstraße und der Eigenbetrieb Neue Wege bekräftigen ihre Zusammenarbeit / Treffen von Erstem Kreisbeigeordneten Thomas Metz mit Geschäftsführern beider Institutionen

Die Kooperation zwischen der Wirtschaftsförderung Bergstraße und des Eigenbetriebs Neue Wege funktioniert sehr gut, sie ist sinnvoll und lohnenswert”, so die Zwischenbilanz des Ersten Kreisbeigeordneten Thomas Metz. In diesen Tagen trafen sich Metz, zuständiger Dezernent für den Eigenbetrieb, Dr. Carl-Christian Beckmann, Geschäftsführer der Wirtschaftsregion Bergstraße/Wirtschaftsförderung Bergstraße GmbH (WFB) und Rainer Burelbach, Geschäftsführer von Neue Wege, zu einem Unternehmensbesuch in der Senioren-Residenz Sankt Katharina in Heppenheim…

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Besuch WFB – NW Seniorenresidenz 09.03.09.pdf

Kreis Bergstraße verstärkt Schuldnerberatung

In wirtschaftlich schwierigen Zeiten verstärkt der Kreis Bergstraße das Engagement in der Schuldnerberatung. „Die Verträge mit unseren Kooperationspartnern Arbeiterwohlfahrt (AWO), Caritasverband und Diakonisches Werk sind nun unter Dach und Fach“, freut sich der Erste Kreisbeigeordnete und Sozialdezernent Thomas Metz.

„Mit einer Gesamtsumme von rund 240.000 Euro an Kreis- und Landesmitteln steht die bisher höchste finanzielle Ausstattung zur Verfügung. Niemals zuvor wurde für die Schuldnerberatung im Kreis mehr getan“, so Metz.

Das neue Beratungskonzept setzt dabei auf Prävention und Ausbau der bereits bestehenden Angebote. Schon jetzt bietet der Eigenbetrieb Neue Wege Kreis Bergstraße Personen, die Leistungen nach dem SGB II („Hartz IV“) empfangen, eine Schuldnerberatung an. Zukünftig können sich nun auch Personen, die keine Sozialleistungen oder Sozialhilfe erhalten, zum Thema „Schulden“ beraten lassen. Dazu bieten die sozialen Träger als Kooperationspartner des Kreises Bergstraße ein flächendeckendes in Modulen aufgebautes Beratungsangebot, welches von der Bestandsaufnahme bis zum Verbraucherinsolvenzverfahren alle relevanten Bereiche abdeckt. Bei allen Angeboten in den Beratungsstützpunkten soll der Mensch im Mittelpunkt stehen.

Ein neues Projekt ist die gezielte Präventionsarbeit an den Schulen. „Es ist leider Fakt, dass sich gerade junge Menschen häufig verschulden. Handyverträge, Internetkosten, teuere Bekleidung und das generelle Konsumverhalten lassen Jugendliche immer öfter in Zahlungsnöte geraten. Deshalb ist es wichtig, Kindern und Jugendlichen frühzeitig die nötige Fachkompetenz zu vermitteln“, erläutert Metz. Erreicht werden könne diese Zielgruppe am besten in der Schule. Für das Jahr 2009 ist daher vorgesehen in Zusammenarbeit mit dem Staatlichen Schulamt ein Pilotprojekt an drei oder vier Schulen im Kreis Bergstraße zu starten. Als Kooperationspartner konnte der Kreis Bergstraße die Arbeiterwohlfahrt (AWO) gewinnen.

„Momentan werben wir noch um finanzielle Unterstützung für unser Präventionsprojekt und hoffen vor allem bei den regionalen Kreditinstituten auf Interesse. Hier haben sich bereits erste Ansätze gezeigt und wir möchten die Kooperation gerne noch vertiefen“, schließt Sozialdezernent Thomas Metz.

Arbeitslosenzahl konstant – Neuanträge steigend

“Die Zahl der vom Bergsträßer Eigenbetrieb Neue Wege betreuten Bedarfsgemeinschaften ist trotz angespannter Konjunktur und der jahreszeitlichen Einflüsse nahezu konstant geblieben”, teilt der Erste Kreisbeigeordnete und Sozialdezernent Thomas Metz mit. Für den Monat Februar werden 7.852 Bedarfsgemeinschaften ausgewiesen, während sich deren Zahl im Vormonat auf 7.854 belief.Ein Blick auf die Gesamtzahl der Langzeitarbeitslosen zeigt für den Monat Februar einen Rückgang um 43 Personen von 5.090 gegenüber dem Vormonat (5.133). Allerdings stieg die Zahl der Neuanträge auf SGB II Leistungen im Vergleich zum Vormonat an und zwar von 248 auf jetzt 282 (13,7 %). Hier zeigten sich erste Auswirkungen der schwierigen Wirtschaftslage auf dem Arbeitsmarkt, so Betriebsleiter Rainer Burelbach abschließend.

Fehler im Rechenzentrum der Sparkasse

Kreis Bergstraße (kb.) Aufgrund eines Fehlers beim Rechenzentrum des beauftragten Instituts besteht die Möglichkeit, dass einige Hilfeempfänger des Kreisjugendamtes und des Eigenbetriebes Neue Wege Kreis Bergstraße, ihre Leistungen für den Monat März nicht am Freitag (26.), sondern – bedingt durch das Wochenende – erst am Montag oder Dienstag nächster Woche erhalten.
Die Bürgerinnen und Bürger werden hierfür um Verständnis gebeten.

„Nun habe ich endlich eine Zukunft“

Caritasverband Darmstadt e.V.qualifizierte schon 54 langzeitarbeitslose Menschen und bietet ihnen eine gute Zukunftsperspektive – Neue Wege Kreis Bergstraße vermittelt freie Plätze

Jessica Kidd, 20 Jahre jung, strahlt beim Gespräch im Bensheimer Café Klostergarten. Heute ist sie Gast, doch sonst arbeitet sie als Auszubildende beim Caritasverband und bereitet unter anderem für das Café leckere Gerichte zu. Jessica ging es nicht immer so gut. Nach dem Realschulabschluß lernte sie „den falschen Freund“ kennen, brach die Brücken zu ihrem zu Hause ab, machte den ein oder anderen Aushilfsjob, kümmerte sich aber nicht um eine Ausbildung. Sie lebte von Hartz IV mehr schlecht als recht, die Zukunftsaussichten waren bescheiden.

Vor eineinhalb Jahren, der Kontakt zur Mutter war wiederhergestellt, lies sich Jessica von ihrer damaligen Fallmanagerin vom Jobcenter „Neue Wege“ beraten.„ Katja Kriech hat mich optimal betreut und mir in dieser schweren Zeit engagiert geholfen“, erzählt Jessica. Kriech schlug ihr vor, am Qualifizierungsprojekt des Caritasverbandes im Bereich Gastronomie und Hotel teilzunehmen. Die Teilnehmer/innen dieses Projektes erhalten in den Bereichen Küche, Gastronomie, Hauswirtschaft und Service eine einjährige Qualifizierung, die es ihnen ermöglicht, im Anschluss daran eine Berufsausbildung in diesen Bereichen zu beginnen. Die Ausbildung findet unter „Echtheitsbedingungen“ statt, das heißt ein täglich wechselndes Menüangebot im Franziskushaus mit entsprechendem Gastronomieservice, sowie Geburtstags- und Familienfeiern in der Villa Medici.

Jessica, die durch frühere Jobs in Eiscafés, Restaurants und Kneipen in der Gastronomie schon Erfahrungen gesammelt hatte, wusste, dass ihr so etwas gut gefallen würde. Und so war es auch: Am 08.08.07 begann sie die Maßnahme und ist sehr stolz darauf, dass sie seit 01.09.2008 in der Villa Medici als Auszubildende arbeitet. „Nun habe ich eine Perspektive, etwas, worauf ich hinarbeiten kann: eine Ausbildungsstelle, eine Zukunft!“, bringt es Jessica auf den Punkt.

30 langzeitarbeitslose Menschen bekommen durch dieses Projekt pro Jahr eine neue Chance. Seit Oktober 2006 qualifizierte die Caritas über 54 langzeitarbeitslose Menschen. Durch vier Ausbilder und eine Sozialpädagogin wurden sie optimal betreut, eingearbeitet und qualifiziert.

Anfangs waren es vorwiegend Jugendliche und junge Erwachsene, inzwischen aber auch ältere Menschen, denn auch diese können gut wieder im 1. Arbeitsmarkt vermittelt werden.
Caritasdirketor Franz-Josef Kiefer freut sich über die gewachsene Zusammenarbeit mit den Jobcentern, die dem Projekt geeignete Interessenten zuweisen. Simone Knussmann, Maßnahmenkoordinatorin von „Neue Wege Kreis Bergstraße“ arbeitet eng mit der Sozialpädagogin Heike Storch und dem Betriebsleiter Björn Liffers zusammen. Durch Knussmanns Hilfsbereitschaft und Unterstützung gelingt es, das gemeinsame Ziel zu erreichen: Menschen eine neue Chance zu geben, sie zu stabilisieren und ihnen ein Entkommen aus ihrer bisherigen Benachteiligung zu bieten.

Nachdem zunächst die persönliche und fachliche Qualifikation im Vordergrund steht, bildet nach neun Monaten die Vermittlung in ein reguläres Arbeitsverhältnis den Schwerpunkt der Bemühungen. Der erfolgreiche Abschluss der Maßnahme wird als erstes Ausbildungsjahr von der* IHK* anerkannt. Die Projektteilnehmer/innen können nach dem ersten Ausbildungsjahr bei Eignung nahtlos ins zweite Ausbildungsjahr starten und so zu einem vollen Berufsabschluss gelangen. „Wir bieten vielfältige unterstützende Maßnahmen an: zum Beispiel gezieltes Bewerbungs- und Vorstellungstraining, wir begleiten und unterstützen beim Vorstellungsgespräch, wir vermitteln in Betriebe, stellen Kontakte und persönliche Empfehlungen her“, erläutert Kiefer. Von besonderer Bedeutung ist die Vermittlung in mehrwöchige Praktika in geeignete Betriebe und Einrichtungen. Die Begleitung erfolgt weiter im Rahmen des Projektes durch den Caritasverband, insbesondere durch die Teamarbeit von der Sozialpädagogin und dem Betriebsleiter. Die Vermittlungsquote in den ersten Arbeitsmarkt liegt nach erfolgreichem ersten Qualifizierungsjahr mit 87,5 Prozent sehr hoch. Nach Mannheim, Darmstadt, Bensheim und Biblis wurden Teilnehmerinnen und Teilnehmer in die Gastronomie vermittelt.

Auch Cengiz und Fitsum gehören zu denen, die ihre Chance genutzt haben. Die 23 und 24 Jahre jungen Männer befinden sich seit Frühjahr 2008 im 2. Lehrjahr in der Villa Medici und arbeiten im Service. Veranstaltungen bis zu 120 Personen, wie beispielsweise Hochzeiten oder Geburtstagsfeiern, sorgen für abwechslungsreiche Arbeit, die viel Spaß macht, sind sich die beiden einig. Unter der Woche arbeiten sie im 2 – Schichtsystem, am Wochenende sogar in drei Schichten. Dankbar sind sie gleichermaßen ihren Fallmanagern von Neue Wege und ihrem Chef und ihrer Chefin, „weil sie uns immer unterstützt haben, uns die Hoffnungslosigkeit genommen und den Wunsch vorwärts zu kommen mit erfüllt haben.“

Einige Plätze können derzeit neu besetzt werden. Langzeitarbeitslose Menschen, die Hartz IV-Leistungen beziehen, können sich bei Interesse bei den Neuen Wegen melden und sich dort beraten lassen.

Keine klassische Arbeitsvermittlung, sondern “Hilfe zur Selbsthilfe“

Einstiegsoffensive startet in Jobcenter Ried

Seit Januar bietet das Jobcenter in Bürstadt den Erstantragsteller von ALG II ein intensives Betreuungsangebot. Ziel der Einstiegsoffensive des Eigenbetriebes Neue Wege ist es, die Arbeitsuchenden möglichst schnell in den Arbeitsmarkt zu vermitteln…

Lesen Sie den vollständigen Artikel aus der TIP Wochenzeitung:
TIP– Eröffnung EO Bürstadt.pdf

Neue Intensivbetreuung für Langzeitarbeitslose/ Einstiegsoffensive jetzt kreisweit

Arbeitslose gehen jetzt in die Offensive

Wer im Jobcenter Ried Arbeitslosengeld II beantragt, muss sich acht Wochen lang in einer Gruppe um eine Stelle bemühen

Südhessen Morgen vom 13.02.2009
Von unserem Redaktionsmitglied Klaus Becker

Lampertheim/Bürstadt. Die Wände sind frisch in hoffnungsfrohem Grün gestrichen, Kaffee steht bereit, auf den Computerbildschirmen erscheint alle 20 Sekunden eine neue Stellenanzeige. Der freundlich eingerichtete Raum im Jobcenter Ried ist seit Januar gewissermaßen der Arbeitsplatz für alle, die einen Antrag auf Arbeitslosengeld (ALG) II stellen.
Denn der Eigenbetrieb Neue Wege des Kreises Bergstraße hat nach Heppenheim und Viernheim auch in Bürstadt die “Einstiegsoffensive” gestartet: Jeder ALG II-Empfänger muss acht Wochen lang an vier Tagen pro Woche drei Stunden lang hier erscheinen. In einer, langfristig zwei losen Gruppen sollen je 20 Arbeitslose selbstständig Stellenangebote sichten, Bewerbungen schreiben oder sich auf das nächste Vorstellungsgespräch vorbereiten. Unterstützt werden sie von zwei Beratern. “Das Motto lautet, Ihr Job ist es, Arbeit zu finden’”, sagt Thomas Metz (CDU), der Erste Kreisbeigeordnete. Rainer Burelbach, Betriebsleiter der Neuen Wege, der zwei zusätzliche Mitarbeiter bewilligt bekam, ergänzt: “Die Grundphilosophie ist: Jeder soll erkennen, dass er sich selbst helfen kann und dabei nicht alleine ist.” Die Verantwortlichen sind überzeugt, dass bei dem Konzept – mit dem 2008 in Heppenheim rund 50 Prozent der Teilnehmer eine Stelle fanden – nicht nur das Fordern, sondern vor allem das Fördern gestärkt wird.

Selbstwertgefühl am Boden
“Es geht oft um Menschen, die noch nie eine Stelle hatten oder lange arbeitslos sind”, sagt Metz. “Deren Selbstwertgefühl ist am Boden.” Von zu Hause raus kommen, ein geregelter Wochenablauf, Kommunikation in angenehmer Atmosphäre – “wir müssen die Leute erst mal wieder aufbauen.” Durch die Intensität der Betreuung könne ein Vertrauensverhältnis entstehen, so dass die Berater auch eher erführen, welche zusätzlichen Angebote notwendig seien – etwa eine Schuldner- oder Drogenberatung. “Das funktioniert nicht, wenn man alle paar Wochen mal ins Amt kommt”, sagt Metz. Auch von der Zusammenarbeit innerhalb der Gruppe verspricht sich das Job-Center viel. “Die Jüngeren helfen den Älteren am Computer, und die geben den Jungen Tipps aus dem Arbeitsleben”, erklärt Burelbach. “Außerdem wissen wir, dass die meisten Arbeitslosen nicht über Anzeigen, sondern über Netzwerke einen Job finden.” Schließlich sollen es auch die Arbeitgeber der Region leichter haben, sich vorzustellen.

Begrenzte Gruppendynamik
“95 Prozent sehen die Offensive spätestens nach dem zweiten Tag als Chance”, erzählt Beraterin Cosima Schmitt. Eine 41-Jährige, die eine Arbeit in der Produktion sucht, ist nach den ersten Wochen zufrieden: “Man bekommt viel geboten.” Die Gruppendynamik funktioniere allerdings nur in Grenzen, meint ein 46-jähriger Drucktechniker: “Die meisten wollen für sich bleiben.” Deshalb würde er sich über einen zusätzlichen Gesprächskreis mit denjenigen freuen, die Erfahrungen austauschen wollen. “Denn nach vier Tagen am Computer hat man irgendwann ein Brett vorm Kopf.”

Südhessen Morgen
13. Februar 2009

Einstiegsoffensive mobilisiert Bewerbungslust

In der Gruppe erfolgreich auf Jobsuche
Einstiegsoffensive mobilisiert Bewerbungslust/Angebot von “Neue Wege” jetzt kreisweit

Lampertheimer Zeitung vom 13.02.2009

Die Hälfte aller Teilnehmer der “Einstiegsoffensive” wird in den ersten Arbeitsmarkt vermittelt. Das kreiseigene Erfolgsprogramm für Hartz-IV- Empfänger findet seit Januar im Jobcenter Bürstadt statt: Betreuung von Arbeitssuchenden in einer Gruppe.

Von
Ulrike van Weelden

Die Kernaufgabe der Eigenbetriebe “Neue Wege” besteht in der Vermittlung von Menschen in den Arbeitsmarkt. Als Erfolgsparameter haben sich die Attribute Schnelligkeit und Intensität bewährt. Das bedeutet, je eher ein Antragsteller für das Arbeitslosengeld II (AlG) – umgangssprachlich Hartz IV – mit Bewerbungsangeboten konfrontiert wird, umso ernsthafter wird die Suche nach einem Job verinnerlicht. Da es sich bei den Kunden des Jobcenters um Menschen handelt, die noch nie oder über einen sehr langen Zeitraum in keinem festen Arbeitsverhältnis beschäftigt waren, werden sie von Fallmanagern begleitet und unterstützt.

“Wir schaffen die Voraussetzungen, um jemanden fit für den Arbeitsmarkt zu machen”, erklärt Thomas Metz. Der Erste Kreisbeigeordnete und Sozialdezernent erläuterte im Rahmen eines Pressegespräches das Wesen der Einstiegsoffensive (EO). Dieses sozialpolitische Instrument wird seit Anfang des Jahres im Jobcenter Bürstadt angeboten.

Dahinter verbirgt sich eine Strategie, die das “Fördern und Fordern” realitätstauglich umsetzt: Jeder, der erstmals AlG II beantragt, wird in das Programm aufgenommen. Das beinhaltet die Pflicht, über einen Zeitraum von acht Wochen, jeweils an vier Tagen für drei Stunden alles zu tun, um einen Job zu finden: nicht im stillen Kämmerlein zu Hause, sondern im Jobcenter innerhalb einer Gruppe. “Diese Intensität hat es bisher so nicht gegeben”, betont Metz die besondere Qualität der Gruppendynamischen Prozesse. “Ältere profitieren vom Computerwissen der Jüngeren. Berufseinsteiger wiederum greifen auf den Erfahrungsschatz Älterer zurück”, beschreibt er die “Hilfe zur Selbsthilfe”.

Die meisten EO-Teilnehmer, 95 Prozent, bewerten diese Form der Unterstützung als hilfreich, bestätigen die Fallmanagerinnen Patrizia Metz, Nori Schäfer und Cosima Schmitt. Immer zu zweit stehen sie während der Gruppenstunden für Fragen zur Verfügung. Anwesenheit ist Pflicht. Wenn jemand unentschuldigt fehlt, besucht ein Jobcentermitarbeiter den “Vermissten” zu Hause. Bisher hat erst einer seinen Antrag auf AlG II – wegen der intensiven Betreuung – zurückgezogen. Markus Lehnen, zuständig für den Bereich Arbeitgeberservice im Jobcenter, sucht ebenfalls den Kontakt zur Gruppe. “Das persönliche Kennenlernen von Personen erleichtert die passgenaue Vermittlung zu Arbeitgebern.” Sogar eine Zeitarbeitsfirma sei seiner Einladung gefolgt. Am 4. März werden sich Personaldisponenten vor Ort ein Bild von der motivierten Truppe machen.

“Der Arbeitsmarkt lebt – auch in Zeiten der Wirtschaftskrise”, bemerkt Eigenbetriebsleiter Rainer Burelbach. “Zwar nicht mehr so dynamisch, aber doch vielversprechend.” So habe das Jobcenter Heppenheim im Januar dieses Jahres mit 15 Vermittlungen einen der besten Monate aufzuweisen. Die gemeinsame Beschäftigung mit der Jobsuche habe noch einen weiteren Zusatznutzen, stellt Burelbach fest: “25 Prozent der Bewerber finden ihren Job über Netzwerke. Und die Gruppe erweitert eindeutig den persönlichen Bekanntenkreis.” So bilden sich durchaus Fahrgemeinschaften, um gemeinsam zum neuen Job “Arbeit zu finden”, zu gelangen.

“Nach Ablauf der acht Wochen endet die Betreuung der Jobsucher nicht”, erklärt Christine Herzberg-Pirih. Die Projektmanagerin weiß, dass zum Abbau von Vermittlungshemmnissen mehr gehört, als beispielsweise ein Schreibtraining für Bewerbungen. Wenn verdeckte Probleme erkannt sind – Alkoholsucht, Schulden -, greifen flankierende Maßnahmen interner Art oder durch externe Beratungsstellen.

Zahl der Bedarfsgemeinschaften und Langzeitarbeitslosen weiterhin konstant

Kreis Bergstraße (kb.) „Die Zahl der Bedarfsgemeinschaften im Kreis Bergstraße ist trotz der ungünstigen jahreszeitlichen Einflüsse und einer sich abschwächenden Konjunktur auf gleichem Niveau geblieben. Im Dezember 2008 waren es 7.853 Bedarfsgemeinschaften und im Januar 2009 nun 7.854. Gleichwohl ist für die nächsten Monate zu befürchten, dass die Konjunkturlage auch den Arbeitsmarkt belasten wird“, teilt der Erste Kreisbeigeordnete und Sozialdezernent Thomas Metz mit.

Betrachtet man die statistischen Werte zu den Langzeitarbeitslosen, ist ein leichter Rückgang von 5.155 Personen (Dezember 2008) auf 5.133 (Januar 2009) festzustellen. Erfreulich fällt dabei die Bilanz bei den Langzeitarbeitslosen unter 25 Jahren aus. Hier ging die Anzahl im Vergleich zum Dezember 2008 von 225 auf jetzt 219 zurück. In insgesamt 7 Städten und Gemeinden des Kreises ist die Anzahl der Langzeitarbeitlosen in diesem Altersbereich auf unter 3 gefallen.

Wie der Betriebsleiter Rainer Burelbach mitteilt, bewegt sich die Zahl der Neuanträge und der Anfragen auf SGB II Leistungen auf relativ hohem Niveau. Im zurückliegenden Monat seien konjunkturbedingt die Vermittlungen etwas zurückgegangen. Burelbach ermutigt daher die Hilfeempfänger, die vielfältigen Weiterbildungs- und Qualifizierungsangebote von Neue Wege zu nutzen. „Erfreulicherweise stehen in diesem Jahr für Eingliederungsangebote mehr Mittel zur Verfügung. Dadurch können unsere Angebote noch ausgeweitet werden“, so Burelbach.