Das Alter schätzen

Aus der Lampertheimer Zeitung vom 01.12.2009

PRÄMIERUNG Betriebe aus dem Kreis werden für ihr Engagement für ältere Beschäftigte ausgezeichnet

(koc). Es gibt Betriebe im Kreis, die zahlreich und gern Menschen im Alter über 50 Jahren beschäftigen. Solche “weitblickenden Unternehmen” haben ein Sonderlob verdient. Dieser Ansicht ist seit dem Jahr 2007 auch das Bundesministerium für Arbeit und Soziales und hat ein Sonderprogramm aufgelegt.

Der Eigenbetrieb Neue Wege des Kreises Bergstraße mit seinen vier Jobcentern im Kreis und mit seiner engen Zusammenarbeit mit der Wirtschaftsförderung Bergstraße beteiligt sich seit Mitte dieses Jahres an dem Programm. Nach einer Befragungsaktion wurden jetzt im Jobcenter der Neuen Wege in Heppenheim die ersten drei Betriebe mit einem überproportional hohen Beschäftigungsanteil von Menschen über 50 Jahren prämiert: das ist die Firma “Odenwälder” – Baumaschinenhandel in Mörlenbach, vertreten durch Heinrich Odenwälder und dem Assistenten der Geschäftsleitung, Andreas Hook.

Prämiert wurde die Firma Heinrich Krieger – Baustoffhandel aus Neckarsteinach, vertreten durch Wolfgang Krieger, und die Verzinkerei Rhein-Main GmbH und Co. KG in Groß-Rohrheim, vertreten durch Hans-Jürgen Herbst. Alle drei Betriebe kommen bei einer Mitarbeiterzahl von 40, 50 und 20 auf einen Anteil von über 50 Prozent bei den Beschäftigten “50 plus”.

Projektteamleiter beim Eigenbetrieb Neue Wege für den Bundeswettbewerb “Unternehmen mit Weitblick” war Bernfried Schnell. Insgesamt, so berichtete der Leiter des Eigenbetriebs Neue Wege, Rainer Burelbach, wurden 480 Firmen im Kreisgebiet angeschrieben. Der Rücklauf war mit 280 zufriedenstellend. Bewertet wurde nach einem Kriterienkatalog nicht nur nach dem Anteil der über 50-Jährigen im Betrieb, sondern auch nach Maßnahmen zur Fort- und Weiterbildung und weiteren spezifischen Angeboten.

Die Optionskommune Kreis Bergstraße hat sich mit drei weiteren Pakt-Partnern, Grundsicherungsträgern aus Offenbach, St. Wendel und Darmstadt-Dieburg, an dem Bundesprogramm beteiligt. Die Firma Krieger nimmt heute an der Bundesprämierung im Rahmen des Wettbewerbs in Coburg teil.

Burelbach berichtete ganz aktuell von einem Rückgang der Arbeitslosenzahlen im November, was in etwa dem Stand zu Anfang des Jahres entspricht. Als essenziell erachtet er die enge Zusammenarbeit mit der Wirtschaftsförderung, um den Unternehmen auch entsprechende Serviceleistungen bezüglich neuer Mitarbeiter bieten zu können.

Er erinnerte an die Prognose, dass es in wenigen Jahren zu einem Arbeitskräftemangel kommen wird, es auch von daher weitblickend erscheint, auf die Berufs- und Lebenserfahrung älterer Mitarbeiter zurückzugreifen. Die Prämierung nahm schließlich der zuständige Dezernent und Leiter der Eigenbetriebskommission, Thomas Metz, assistiert von Rainer Burelbach, Stefan Rechmann (Kaufmännischer Leiter) und Bernfried Schnell, vor. Neben seinem Kurzreferat über die besondere Lage und Struktur des Kreises nannte Metz die Entscheidung, als Optionskommune “Vermittlung und Auszahlung von Leistungsansprüchen aus einer Hand vorzunehmen, als richtigen Weg”.

Dabei ist die Klientel recht unterschiedlich strukturiert. Es gibt Langzeitarbeitslose, die noch nie oder selten gearbeitet haben, Menschen, die aus familiären und privaten Gründen nicht mehr oder vorübergehend nicht mehr arbeiten können, oder die seit Jahrzehnten gearbeitet und ihre Stelle verloren haben.

Er skizzierte aber auch die Sichtweise der Unternehmen vor Ort, die sich überwiegend verantwortungsvoll verhalten: “Es ist der Mittelstand, der Arbeitsplätze schafft. Das Programm ,Perspektive 50 plus` gibt uns Gelegenheit, noch intensiver mit Unternehmen vor Ort zusammenzuarbeiten, ihnen unsere Dienstleistung zu offerieren.”

Arbeitsmarkt: "Neue Wege" zeichnet Unternehmen mit einem hohen Anteil älterer Mitarbeiter aus

Berichterstattung aus dem Bergsträßer Anzeiger vom 02.12.2009

Mehr als Hälfte der Beschäftigten ist über 50

Bergstraße. Das Bundesministerium Arbeit und Soziales brachte vor fünf Jahren unter dem Titel “Pro Arbeit 50 plus” einen Beschäftigungspakt auf den Weg, der sich speziell auf die Gruppe älterer Arbeitnehmer konzentriert. Seit Mitte des Jahres ist “Neue Wege” mit im Boot. Jetzt prämierten Rainer Burelbach, Leiter der Einrichtung, und Projektleiter Bernfried Schnell zusammen mit dem Ersten Kreisbeigeordneten Thomas Metz drei Bergsträßer Betriebe, die zu einem hohen Anteil ältere Arbeitnehmer beschäftigen.

In der Firma Heinrich Krieger aus Neckarsteinach ist über die Hälfte der Belegschaft älter als 50 Jahre, ebenso bei Baumaschinen Odenwälder aus Mörlenbach und in der Verzinkerei Rhein-Main aus Groß-Rohrheim. Die Firma Krieger tritt zudem im Bundeswettbewerb an und ist damit eine von 62 Firmen, die sich in der nächsthöheren Stufe um eine Auszeichnung bewerben.

Für den Wettbewerb auf regionaler Ebene habe man Rainer Burelbach zufolge 480 Firmen angeschrieben; 280 meldeten ihre Beteiligung zurück. “Wir brauchen Sie vor Ort”, richtete Metz das Augenmerk auf die mittelständischen Unternehmen, die den Löwenanteil an Arbeitsplätzen im Kreis stellen. Metz bezeichnete die drei Firmen, die gerade älteren Erwerbstätigen eine Chance auf dem Arbeitsmarkt bieten, als vorbildlich.

Standortqualität und -sicherung
Der Erste Kreisbeigeordnete unterstrich, dass gerade im Hinblick auf die Schaffung von Arbeitsplätzen der Kreis in mehrfacher Hinsicht gefordert sei: Er habe für Standortqualität und -sicherung zu sorgen. Als Bindeglied zwischen den beiden Metropolregionen Rhein-Main und Rhein-Neckar sieht er die große Chance, für Unternehmen besonders attraktiv zu sein. “Firmen denken nicht in Gemarkungsgrenzen.”

In der Wirtschaftsförderung Kreis Bergstraße (WFB) erkennt der Beigeordnete einen wichtigen Partner der Unternehmen vor Ort. Mittlerweile sind alle 22 Städte und Gemeinden der Institution beigetreten, die Firmen berät und Neuansiedlungen vorantreibt. Ein wichtiger Standortfaktor ist Metz zufolge die Bildung, an die im digitalen Zeitalter ganz neue Anforderungen gestellt werden als noch von 20 Jahren. Metz verwies auf das Paket von 250 Millionen Euro, die der Kreis in die Schulsanierungen und -ausstattungen fließen ließ, um “fit für die Zukunft zu sein”.

“Neue Wege” stellt sich einer doppelten Aufgabe: Einerseits werden Leistungen gewährt, andererseits wird versucht, Menschen, die lange Zeit arbeitslos waren, in eine Beschäftigung zu bringen. Damit müsse sie unterschiedlichen Erwerbsbiografien Rechnung tragen. Einer engen Zusammenarbeit mit den Unternehmen vor Ort maß der Kreisbeigeordnete eine um so größere Bedeutung zu. moni

Unternhemen mit Weitblick BA 02.12.09.pdf

Rückgang der Langzeitarbeitslosigkeit im November

Der Eigenbetrieb Neue Wege Kreis Bergstraße meldet im November einen erfreulichen Rückgang der Langzeitarbeitslosigkeit. Im Monat November waren 5.014 Langzeitarbeitslose beim Eigenbetrieb registriert. Im Vormonat Oktober hingegen noch 5.285, dies entspricht einem Rückgang um 271 Leistungsbezieher. Die Zahl der erwerbsfähigen Hilfeempfänger ist ebenfalls rückläufig. Sie sank um 126 Personen. Zählte Neue Wege im Oktober 11.483 Menschen, so erhalten jetzt noch 11.357 finanzielle Unterstützung.

Im Bereich der Jugendarbeitslosigkeit ist ebenfalls weiterhin eine leichte Abnahme zu verzeichnen. Im November waren 238 Jugendliche in der Betreuung von Neue Wege, dies sind sieben weniger als im Vormonat. Die Zahl der Bedarfsgemeinschaften ist hingegen konstant. Im November waren es 7.922 und somit eine mehr als im Vormonat.

Neue Wege Betriebsleiter Rainer Burelbach führt den Rückgang der Langzeitarbeitslosigkeit im Kreis Bergstraße auf die Wirksamkeit der eingesetzten Förderinstrumente zurück. Der Eigenbetrieb hat in den letzten Monaten verstärkt Maßnahmen zur Qualifizierung und Aktivierung aufgelegt. Speziell das Projekt „ProArbeit 50PLUS“, das die Verbesserung von Beschäftigungschancen älterer Langzeitarbeitsloser zum Ziel hat, erweist sich als sehr erfolgreich. Bisher konnten 35 ältere Leistungsbezieher in Arbeit vermittelt werden. 49 Personen nahmen im Rahmen des Projekts an arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen teil.

„Wir versuchen den Auswirkungen der Wirtschaftskrise mit allen uns zur Verfügung stehenden Mitteln entgegenzuwirken und setzen weiterhin auf Qualifizierung. Arbeitslose mit Fachkenntnissen haben deutlich bessere Chancen auf dem Arbeitsmarkt“. Er weist aber auch darauf hin, dass sich die Auswirkungen der Wirtschaftskrise im Bereich der Langzeitarbeitslosigkeit erst zeitverzögert bemerkbar machen. Oftmals scheiden Arbeitnehmer die im Zuge der Finanzkrise ihre Arbeit verloren haben nach 12 Monaten Bezugsdauer aus dem Arbeitslosengeld I der Bundesagentur für Arbeit aus und werden anschließend von Neue Wege betreut. „Die aktuellen Zahlen stimmen uns zwar verhalten optimistisch, dennoch ist mittelfristig noch keine deutliche Trendwende absehbar“, so Burelbach.

Erfahrungsschatz als Betriebskapital

Eigenbetrieb Neue Wege: Drei Bergsträßer Unternehmen vertrauen auf Mitarbeiter, die älter sind als 50 Jahre

Berichterstattung aus dem Starkenburger Echo vom 01.12.2009

HEPPENHEIM.
Sie sollen möglichst bis zum 67. Lebensjahr arbeiten, doch schon mit 50 müssen sich viele Arbeitnehmer vorkommen, als gehörten sie zum alten Eisen. Mit dem Programm ,,Perspektive 50plus – Beschäftigungspakte für Ältere in den Regionen” will das Bundesministerium für Arbeit und Soziales diesen Widerspruch auflösen. Der Bergsträßer Eigenbetrieb Neue Wege, der für die Qualifizierung und Vermittlung von Langzeitarbeitslosen zuständig ist, hat gestern drei Unternehmen mit Urkunden ausgezeichnet, die sich in besonderer Weise um die Beschäftigung von Menschen bemühen, die älter sind als 50 Jahre: Die Heinrich Krieger KG (Neckarsteinach, 50 Mitarbeiter), die Verzinkerei Rhein-Main GmbH & Co. KG (Groß-Rohrheim, 20 Mitarbeiter) und die Odenwälder Baumaschinen GmbH (Mörlenbach, 40 Mitarbeiter).
Wie es bei der Würdigung im Jobcenter in Heppenheim hieß, sind in allen drei Unternehmen mehr als die Hälfte der Mitarbeiter älter als 50 Jahre. Die Auszeichnung ist nicht mit Zuschüssen zu den Lohn- oder Lohnnebenkosten verbunden, sondern rein ideeller Natur. Umgekehrt mussten sich die Unternehmen nicht verpflichten, über den bestehenden Anteil älterer Arbeitnehmer hinaus zusätzliche Leute einzustellen.
Der Erste Kreisbeigeordnete Thomas Metz (CDU), der als Vorsitzender der Betriebskommission für den Eigenbetrieb zuständig ist, beschrieb das Projekt Perspektive 50plus als Teil der Dienstleistungen, die Neue Wege für die Unternehmen im Kreis Bergstraße erbringt. ,,In der gesellschaftlichen Wahrnehmung werden Menschen über 50 oft abgeschrieben. Dabei verfügen sie über vielfältige Fähigkeiten und Erfahrungen, ,,und sie sind zuverlässig”, so beschrieb Metz die Vorteile, die solche Menschen für ein Unternehmen mit sich bringen können. ,,Kluge Unternehmer” wüssten diese Qualitäten zu schätzen, sagte Metz.
Das es vor allem mittelständische Unternehmen sind, die älteren Mitarbeitern eine Chance geben, sieht Metz als Beleg dafür, dass der Mittelstand insgesamt im Mittelpunkt stehen muss, wenn es um die Schaffung und Sicherung von Arbeitsplätzen geht.
Metz und der Neue-Wege-Betriebsleiter Rainer Burelbach nutzten die feierliche Würdigung der drei Unternehmen, um fünf Jahre nach der Gründung des Eigenbetriebs Zwischenbilanz zu ziehen. Es habe sich bewährt, dass der Kreis als Optionskommune im Rahmen der Hartz-IV-Gesetze die Chance genutzt hat, Vermittlung und Qualifizierung von Langzeitarbeitslosen in die Hand zu nehmen. Mit der Wirtschaftsförderung Bergstraße GmbH und in der Rolle als Schulträger böten sich dem Kreis viele Möglichkeiten, Menschen in den ersten Arbeitsmarkt zurückzuführen. Jeder Langzeitarbeitslose müsse vor dem Hintergrund der eigenen Biografie gesehen werden.
Junge Menschen, die noch nicht Tritt gefasst haben im Berufsleben, müssten anders gefördert werden als alleinerziehende Mütter, die Kind und Beruf nur schwer vereinbaren können, sagte Metz. Die ,,Einstiegsoffensive” sei ein Instrument, um Langzeitarbeitslosen zu vermitteln, dass es ihr Job ist, Arbeit zu finden. ,,Perspektive 50plus” sei der richtige Weg, um Menschen im fortgeschrittenen Alter neue Chancen auf dem Arbeitsmarkt zu eröffnen.
Burelbach sagte, das Projektteam ,,50plus” habe bei 480 Unternehmen für die Ziele geworben. 280 Rückmeldungen wertete Burelbach als Erfolg. Die drei ausgezeichneten Unternehmen seien repräsentativ für die vielen Firmen, die sich ihrer sozialen Verantwortung bewusst sind, sagte Metz. Die Krieger KG wird morgen in Coburg vertreten sein, wenn 62 ,,Unternehmen mit Weitblick” ausgezeichnet werden.
Dass der Bergsträßer Eigenbetrieb Neue Wege fünf Jahre nach seiner Gründung auf einem guten Weg ist, verdeutlichte Burelbach mit den statistischen Daten am Ende des Monats November: 16 000 Menschen in 8000 Bedarfsgemeinschaften, darin 5000 Arbeitslose, seien Werte, die vor dem Hintergrund der globalen Finanzkrise gesehen werden müssten. Die Zahl der Langzeitarbeitslosen sei im November um 250 zurückgegangen und liege damit auf dem Niveau zum Beginn der Krise.

Hessische Landkreise fordern Öffnung des Optionsmodells und zählen dabei auf die Unterstützung der Landesregierung

Pressemitteilung des Hessischen Landkreistags vom 25.11.09

Die 21 hessischen Landkreise appellieren an die hessische Landesregierung, sich weiterhin mit Nachdruck in den aktuellen Verhandlungen über die Zukunft der Jobcenter für die Erweiterung des Optionsmodells einzusetzen. “Die Erfolge der 12 hessischen Landkreise und der Landeshauptstadt Wiesbaden, die die Betreuung der Langzeitarbeitslosen in Eigenregie übernommen haben, belegen eindrucksvoll die Zukunftsfähigkeit des Optionsmodells”, so der Präsident des Hessischen Landkreistages, Landrat Robert Fischbach. “Daher haben auch aktuell sieben der neun hessischen Landkreise, die zusammen mit der Bundesagentur für Arbeit in Arbeitsgemeinschaften tätig sind, erklärt, künftig optieren zu wollen.”

Der getrennten Trägerschaft, die mit der in Berlin verabredeten Auflösung der Arbeitsgemeinschaften in diesen neun hessischen Landkreisen droht, wird mit
der Öffnung der Option eine echte Alternative entgegengestellt. Damit kann der Rückfall in längst überwunden geglaubte Zeiten mit einem Nebeneinander von Sozialamt und Arbeitsverwaltung verhindert und auch in diesen Kommunen weiterhin “Hilfe aus einer Hand” gewährt werden. Den Erfolg der Optionskommunen belegt auch der Koalitionsvertrag von CDU/CSU und FDP, der in Bestätigung der geleisteten Arbeit den bisherigen Optionskommunen einen unbefristeten Bestand zusichert.

“Die hessische Landesregierung hat in der Frage der Trägerschaft des SGB II immer an der Seite der Optionskommunen gestanden. Wir appellieren daher insbesondere an Ministerpräsident Roland Koch und den zuständigen Staatsminister Jürgen Banzer, sich auch in den anstehenden Entscheidungsprozessen im Bund mit ganzer Überzeugungskraft für die Öffnung der Option für alle interessierten Landkreise und kreisfreien Städte einzusetzen”, fasst Präsident Fischbach die Position des Hessischen Landkreistages zusammen.

Erfahrung ist ein unverzichtbarer Wert

Berichterstattung aus der Odenwälder Zeitung vom 17.11.2009

MÖRLENBACH. Gestern startete in der Merkur-Schule, räumlich untergebracht im Anwesen Weinheimer Straße 50, in unmittelbarer Nachbarschaft zum Job-Center Mörlenbach, das Projekt “Perspektive 50plus – Wege in den Arbeitsmarkt”. Die Leiterin der Merkur-Schule, Elke Kuhne, der Kaufmännische Betriebsleiter des Eigenbetriebes Neue Wege des Kreises Bergstraße, Stefan Rechmann, und die Regionalteamleiterin vom Jobcenter, Sabine Linnert, stellten die Einzigartigkeit und den neuen Ansatz des Projekts, das seit 2007 als Bundesprogramm aufgelegt ist, ausführlich vor.
Lerninhalte und Beratungen orientieren sich am Teilnehmer, an seinen individuellen Bedürfnissen: “Durch ein gefächertes Angebot von Schulung, teilnehmerbezogenen Workshops und Projekten sowie intensiver Einzelberatung soll den Teilnehmern der Weg zurück in den ersten Arbeitsmarkt geebnet werden.” Dabei wissen die Mitarbeiter, Dozenten an der Schule und die Fallmanager im Jobcenter von zum Teil ergreifenden Schicksalen ihrer Kunden, die immer wieder aufgestanden sind, sich nicht entmutigen ließen, aber schließlich durch Konkurs ihrer Arbeitgeber oder durch Rationalisierungsmaßnahme doch wieder in der Warteschleife gelandet sind. Das Projekt “Perspektive 50plus – Wege in den Arbeitsmarkt” basiert auf eine ganzheitliche Sicht- und Arbeitsweise, in dem Wissen, dass bei dem hohen Stellenwert, den Arbeit in unserer Gesellschaft genießt, das “Gefühl, nicht mehr gebraucht zu werden, die physische und psychische Stabilität stark beeinträchtigen kann”.
Stefan Rechmann selbst hat, wie er sagt, aus Unternehmen ohnehin noch nie vornherein ablehnende Äußerungen über potenzielle Arbeitnehmer “50plus” vernommen. Und Elke Kuhne fasst das Projekt mit einem Satz zusammen: “Es gilt, den Wert von Berufs- und Lebenserfahrung herauszustellen und neue Wege in den Arbeitsmarkt zu erschließen.” mk

Weniger junge Langzeitarbeitslose

Leicht rückläufige Arbeitsmarktzahlen meldet der Eigenbetrieb Neue Wege Kreis Bergstraße für den Monat Oktober. Im Vergleich zum September ist die Zahl der Langzeitarbeitslosen leicht abnehmend. Waren im Vormonat noch 5.294 Menschen ohne Arbeit, so hat sich deren Zahl auf jetzt 5.285 verringert. Darüber hinaus ist ein Rückgang der erwerbsfähigen Hilfebedürftigen um 80 Personen, auf jetzt 11.483 Personen, festzustellen. Die Gesamtzahl der Bedarfsgemeinschaften ist ebenfalls abnehmend. Waren im September 7.968 Bedarfsgemeinschaften beim Eigenbetrieb registriert, so werden aktuell noch 7.921 durch Neue Wege betreut.

Erfreulich ist der Rückgang der Zahl der jungen Arbeitslosen unter 25 Jahren, sie liegt aktuell bei 245 (272 im September), was einer Abnahme von 10% entspricht. Für Neue Wege ist dieser Rückgang ein Zeichen dafür, dass sich die Bemühungen der letzten Monate zur Eindämmung von Jugendarbeitslosigkeit bereits bemerkbar machen. So tragen die im Juli von der Betriebskommission beschlossenen und speziell für die jugendliche Zielgruppe entwickelten Maßnahmen mit einem Gesamtvolumen von 1,2 Millionen Euro zu den erfolgreichen Ergebnissen bei. Der Eigenbetrieb legt weiterhin ein spezielles Augenmerk auf die Zielgruppe Jugendliche. Der kürzlich von den Job-Centern kreisweit veranstaltete Job-Einstiegs-Event, richtete sich bereits an die Schulabgänger des kommenden Jahres. Jugendliche konnten sich dort Unterstützung bei allen Fragen und Problemen zum Thema Ausbildungsplatzsuche holen.

Informationsaustausch der südhessischen Optionskommunen

Auf Einladung des Ersten Kreisbeigeordneten Thomas Metz trafen sich am 02.10.2009 Vertreter der südhessischen Optionskommunen zu einem allgemeinen Informationsaustausch mit Blickrichtung auf den Fortbestand der Option.
Organisiert wurde die Zusammenkunft vom Eigenbetrieb Neue Wege in Heppenheim.

Ziel war es Ansatzpunkte einer vertiefenden, interkommunalen Zusammenarbeit zwischen den südhessischen Grundsicherungsträgern zu finden. Zwischen den Teilnehmern aus den Kreisen Offenbach, Darmstadt-Dieburg, Odenwald und Bergstraße bestand Einigkeit darüber, dass alle beteiligten Kommunen künftig durch eine enge Abstimmung von gemeinsam zu entwickelnden Lösungsstrategien profitieren können und daher der Dialog fortgeführt werden soll.

So könnten beispielsweise zu fachspezifischen Themen gemeinsame Fortbildungsveranstaltungen durchgeführt und erfolgreiche Beispiele aus der Praxis vorgestellt werden.

Da eine dauerhafte Bestätigung des Optionsmodells durch den Bundesgesetzgeber zu erwarten ist, war es übereinstimmende Meinung aller Teilnehmer, dass eine verstärkte Zusammenarbeit der Optionskommunen gerade zum jetzigen Zeitpunkt ein wichtiges Signal ist.

Bewerbertreff statt Internet-Café

Berichterstattung des Ried Wochenblatts vom 21.10.2009

-Job-Einstiegs-Event des Job-Centers Ried

BÜRSTADT (red) – Die junge Frau macht gerade ihr Berufsvorbereitungsjahr. Sie möchte gerne Friseurin werden. Das ist ihr Traumberuf. Deshalb sucht Anna (Name von der Redaktion geändert) schon jetzt nach einem Ausbildungsplatz – im Internet.
Zu Hause hat sie keinen Computer. Anna geht ins Internet-Café, wenn sie nach Stellen sucht. „Dieses Geld können Sie sich sparen“, sagt Nori Schäfer. „Im Bewerbertreff können Sie so lange surfen, wie Sie wollen – kostenlos. Am Donnerstag sogar bis 18 Uhr.“…

Den vollständigen Artikel können Sie hier herunterladen:
J-E-E JC Bü 16.10. Wochenblatt Ried.pdf

Jobcenter in Bürstadt veranstaltet Azubi-Tag

Berichterstattung aus dem Südhessen Morgen vom 20.10.2009

Wenig Jugendliche zeigen Interesse

Bürstadt. Umfangreiche Vorarbeiten hatten die Mitarbeiter des Jobcenter Ried geleistet. Ihre Kundendatei durchforstet und anschließend 72 Schüler angeschrieben. Doch ihre Initiative, um künftigen Schulabgängern bei der Ausbildungsplatzsuche zu helfen, Berufsmöglichkeiten aufzuzeigen, berufsvorbereitende Schulen vorzustellen und Hilfe bei der Erstellung von Bewerbungsunterlagen zu geben, nahmen nur eine Handvoll junger Menschen wahr.
“Die Lage auf dem Lehrstellenmarkt hat sich entspannt”, berichtete Regional-Teamleiter Christian Bayer. Trotzdem haben einige Kandidaten noch nicht die ersehnte Ausbildungsstelle gefunden. So wie Janine Papendorf, die so gerne Laborantin werden möchte. Bereits im letzten Sommer von der Alfred-Delp-Schule abgegangen, überbrückt sie die Zeit bis zum Ausbildungsbeginn mit dem Besuch der Höheren Handelsschule. Ihre Schwester Michelle, deren Schulzeit sich demnächst dem Ende nähert, hat als Berufswunsch die Hotelfachfrau angegeben. Sie ist zuversichtlich, eine gute Lehrstelle zu ergattern.
Auch ihr Schulkamerad Thanh-Phong Le, der eine Lehrstelle als Industriekaufmann sucht und Jessica Gudies, die zurzeit noch eine Berufsfachschule besucht und den Beruf einer Friseurin erlernen möchte, schauen hoffnungsvoll in die Zukunft.
Neben einer allgemeinen Beratung vermittelte das Jobcenter Team mit den Fallmanagern und Coaches Cosima Schmitt, Carina Umstadt, Nori Schäfer und Patricia Netz die Möglichkeiten, die im Jobcenter zur Verfügung stehen. So haben die jungen Menschen die Gelegenheit, ihre Bewerbungsunterlagen unter Anleitung anzufertigen.
Im Bewerbercenter, das eng mit dem Bildungszentrum der Kreishandwerkerschaft Bergstraße zusammenarbeitet, ist es jederzeit möglich, in geschützter Privatatmosphäre Rat zu holen. Auch Markus Lehnen, der vom Arbeitgeberservice kommt, hilft bei Einzelgesprächen, oder beantwortet besondere Fragen.
Darüber hinaus verfügt das Jobcenter Ried noch über ein Wehrdienstberatungsbüro der Bundeswehr. “Die Bundeswehr bildet in Kooperation mit Firmen in über 60 Ausbildungsberufen aus”, erzählte Christian Bayer. “Wir stellen bei Interesse gerne den Kontakt zur Bundeswehr her.”
Zeitgleich mit Bürstadt wurde an den Jobcenter-Standorten Heppenheim, Mörlenbach und Viernheim ebenfalls dieser Azubi-Tag angeboten. Fell