Schlagwortarchiv für: Presse

20 Jahre Neue Wege – gemeinsam Brücken gebaut und Perspektiven eröffnet

Feierstunde zum Jubiläum des Eigenbetriebs / Festredner: Hessischer Ministerpräsident a.D. Prof. Dr. Roland Koch / Eigenbetrieb gilt als Vorzeigemodell kommunaler Arbeitsmarktpolitik

(v.r.n.l.): Landrat Christian Engelhardt, der Hessische Ministerpräsident a.D., Prof. Dr. Roland Koch, die Erste Kreisbeigeordnete Angelika Beckenbach, die Leiterin des Eigenbetriebes Neue Wege -Kommunales Jobcenter- Kreis Bergstraße, Dr. Melanie Marysko, sowie ihr Stellvertreter Peter Schmiedel bei der Jubiläumsfeier in Mörlenbach.

Was als mutiger Schritt begann, ist heute ein anerkanntes Erfolgsmodell: Vor genau 20 Jahren wurde der Kreis Bergstraße als kommunaler Träger zum alleinigen Durchführer der Leistungsgewährung und Arbeitsvermittlung für langzeit-arbeitslose Menschen – der Eigenbetrieb Neue Wege –Kommunales Jobcenter- entstand. Mit dem Ziel, Menschen in schwierigen Lebenslagen nicht nur zu unterstützen, sondern ihnen echte Perspektiven zu eröffnen. Sein Jubiläum nahm der Eigenbetrieb nun zum Anlass, um gemeinsam mit zahlreichen Gästen, Wegbegleiterinnen und -begleitern aus Politik, Verwaltung und Partnerinstitutionen sowie Mitarbeitenden im Rahmen einer offiziellen Feier zurückzublicken – auf Meilensteine, Herausforderungen und Erfolge.

Landrat Christian Engelhardt steht auf der Bühne an einem Podium.

Landrat Christian Engelhardt begrüßte die Anwesenden und bedankte sich bei den Mitarbeitenden für ihren Einsatz.

„Wenn man auf die letzten 20 Jahre schaut, sieht man Eines ganz deutlich: Neue Wege hat sich stetig weiterentwickelt, neu definiert und allen Anforderungen gestellt. Nicht nur im Bereich der Arbeitsvermittlung, sondern auch bei der Digitalisierung ist der Eigenbetrieb ein Vorreiter. All das zeigt: Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter leisten Jahr für Jahr Außergewöhnliches und sorgen dafür, dass Neue Wege ein bundesweiter Vorzeigebetrieb ist. Vielen herzlichen Dank für das Engagement jedes Einzelnen von Ihnen und herzlichen Glückwunsch zum Jubiläum!“, betonte Landrat Christian Engelhardt bei der Feierstunde im Bürgerhaus in Mörlenbach.

Die Erste Kreisbeigeordnete und für das Thema zuständige Dezernentin Angelika Beckenbach steht auf der Bühne an einem Podium.

Auch die Erste Kreisbeigeordnete und für das Thema zuständige Dezernentin Angelika Beckenbach nutzte die Feierstunde unter anderem um die gesellschaftliche Bedeutung des Eigenbetriebs zu unterstreichen sowie die Beschäftigen zu ehren

Auch die Erste Kreisbeigeordnete und für das Thema zuständige Dezernentin Angelika Beckenbach unterstrich in ihrer Ansprache die gesellschaftliche Bedeutung des Eigenbetriebs: „Es war und ist sicherlich nie einfach, sich strukturell oder praktisch mit der Gewährung von Sozialleistungen oder der Vermittlung von Menschen in Arbeit zu befassen. Neben innovativen Ansätzen und kreativen Ideen ist ein starkes Team aus Kolleginnen und Kollegen dafür unerlässlich. Sie und Ihre Arbeit sind von unschätzbarem Wert und beides zusammen garantiert unsere erfolgreiche Zukunft der Bergsträßer Jobcenter. Herzlichen Dank, dass Sie alle nicht nur Ihren Job machen, sondern ihn mit Leidenschaft und Engagement ausüben, zum Wohle der Bürgerinnen und Bürger hier im Kreis Bergstraße!“

Der Hessische Ministerpräsidenten a.D., Prof. Dr. h.c. mult. Roland Koch steht auf der Bühne am Podium.

Ein Höhepunkt des Festakts war die Festrede des Hessischen Ministerpräsidenten a.D., Prof. Dr. h.c. mult. Roland Koch.

Ein Höhepunkt des Festakts war die Festrede von Prof. Dr. h.c. mult. Roland Koch, Hessischer Ministerpräsident a.D., der als damaliger hessischer Regierungschef entscheidend an der Etablierung der kommunalen Trägerschaft mitgewirkt hatte: „Wir erleben seit Jahren rasante gesellschaftliche Entwicklungen an den unterschiedlichsten Stellen. Neue Wege ist daher ein permanenter Titel, denn es müssen und werden immer wieder neue Wege eingeschlagen. Das Ganze ist kein statisches System. Das, was Sie heute als Mitarbeitende leisten, ist das Ergebnis eines wahnsinnig langen politischen Prozesses. Deswegen haben Sie auch das Recht darauf, von der Politik die richtigen Werkzeuge für Ihr tägliches Schaffen zu erhalten. Das wird nicht leichter, sondern immer herausfordernder werden. Daher bedanke ich mich herzlich für Ihr Engagement, hoffe, dass Sie dranbleiben und gratuliere zum Jubiläum.“

Der Referatsleiter im Hessischen Ministerium für Arbeit, Integration, Jugend und Soziales Rolf Keil steht auf der Bühne am Podium.

Der Referatsleiter im Hessischen Ministerium für Arbeit, Integration, Jugend und Soziales Rolf Keil kam zur offiziellen Jubiläumsfeier und übermittelte Grußworte der Ministerin Heike Hofmann.

Auch der Referatsleiter im Hessischen Ministerium für Arbeit, Integration, Jugend und Soziales, Rolf Keil, kam zur offiziellen Jubiläumsfeier und übermittelte Grußworte der Ministerin Heike Hofmann. „Der Eigenbetrieb Neue Wege -Kommunales Jobcenter- des Kreises Bergstraße war schon immer ein Ort, an dem buchstäblich regelmäßig neue Wege gegangen werden. Die vielen, innovativen Mitarbeitenden geben hier dem Sozialstaat ein Gesicht und machen ihn erlebbar. Im Namen der Landesregierung möchte ich mich hierfür bei Ihnen bedanken und Ihnen versichern, dass wir uns weiterhin dafür einsetzen werden, dass die kommunalen Jobcenter erhalten bleiben sowie die Mittel erhalten, die sie benötigen“, so Rolf Keil zu den Anwesenden.

Die Leiterin Dr. Melanie Marysko und ihr Stellvertreter Peter Schmiedel stehen gemeinsam auf der Bühne.

Die Leiterin Dr. Melanie Marysko und ihr Stellvertreter Peter Schmiedel lobten ihre Mitarbeitenden für ihr Engagement.

Auch die Leiterin des Eigenbetriebes, Dr. Melanie Marysko, sowie ihr Stellvertreter Peter Schmiedel sprachen den rund 200 Beschäftigten ihren besonderen Dank aus. „Ohne die Kompetenz, die Menschlichkeit und das tägliche Engagement unserer Kolleginnen und Kollegen wäre Neue Wege nicht das, was es heute ist. Sie alle sind Neue Wege, wir feiern Sie!“, so Dr. Melanie Marysko.

 

 

 

 

Zum Hintergrund:

Im Kreis Bergstraße wurde am 12.04.2004 durch den Kreistag die Teilnahme am Optionsmodell beschlossen, das heißt, Leistungsgewährung und Arbeitsvermittlung werden seitdem alleine vom Kreis Bergstraße als kommunaler Träger, durchgeführt.

Zahlreiche Gäste sitzen bei der offiziellen Jubiläumsfeier im Bürgerhaus Mörlenbach im Publikum.

Zahlreiche Gäste erschienen zur offiziellen Jubiläumsfeier im Bürgerhaus Mörlenbach.

Seit 01.01.2005 erhalten erwerbsfähige Leistungsberechtigte das Bürgergeld (früher Arbeitslosengeld II oder „Hartz IV“). Im Kreis Bergstraße nimmt der Eigenbetrieb Neue Wege -Kommunales Jobcenter- als eine der sogenannten Optionskommunen mit kommunaler Trägerschaft alle Aufgaben nach dem Sozialgesetzbuch II wahr. Neue Wege ist an vier Standorten vertreten: Bürstadt, Heppenheim, Mörlenbach und Viernheim. Dadurch ist das kommunale Jobcenter für alle Bürgerinnen und Bürger gut zu erreichen.

Als Dank für sein Kommen überreicht Elisa Zeznanski Prof. Dr. Roland Koch im Namen des Eigenbetriebes einen Präsentkorb voller Bergsträßer Leckereien.

Als Dank für sein Kommen überreichte Elisa Zeznanski Prof. Dr. Roland Koch im Namen des Eigenbetriebes einen Präsentkorb voller Bergsträßer Leckereien.

Das Fallmanagement ist beim Eigenbetrieb Neue Wege in Vermittlung und Leistungssachbearbeitung, an drei von vier Standorten, unterteilt. Zudem wurde eigens für die Kundinnen und Kunden eine Service-Hotline errichtet um eine bessere telefonische Erreichbarkeit zu gewährleisten. Ein weiteres Kennzeichen von Neue Wege ist auch die intensive Zusammenarbeit mit den Städten und Gemeinden im Kreisgebiet. Kontakte und ein dichtes Netzwerk mit Unternehmen und Einrichtungen vor Ort bilden die Grundlage für die Vermittlungsarbeit von Neue Wege.

Von Schuldnerberatung bis Chatbot: Neue Wege Kreis Bergstraße zieht positive Jahresbilanz

Jahrespressekonferenz zeigt vielfältige Ansätze auf – für mehr Teilhabe, bessere Beratung und optimalere Integration in den Arbeitsmarkt

Wie gelingt es, Menschen auf dem Weg zurück in Arbeit zu unterstützen, gesellschaftliche Teilhabe zu fördern und gleichzeitig neue Herausforderungen wie den Fachkräftemangel und die Digitalisierung aktiv mitzugestalten? Mit diesen und weiteren Fragen beschäftigen sich die Mitarbeitenden des Eigenbetriebs Neue Wege Kreis Bergstraße – Kommunales Jobcenter. Im Rahmen einer Jahrespressekonferenz blickte die Erste Kreisbeigeordnete und zuständige Dezernentin Angelika Beckenbach nun gemeinsam mit der Leiterin des Eigenbetriebs, Dr. Melanie Marysko, sowie dem stellvertretenden Leiter, Peter Schmiedel, auf das vergangene Jahr und die erreichten Meilensteine zurück.

„Auch im Jahr 2024 haben die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter unseres Kommunalen Jobcenters Herausragendes geleistet. Sie meistern die stetig wachsenden Anforderungen stets mit großem Engagement und Fachkompetenz. Vielen Dank für Ihren Einsatz“, lobte die Erste Kreisbeigeordnete zu Beginn der Pressekonferenz. Dieses Engagement spiegelt sich in aktuellen Zahlen wieder: Im Dezember 2024 befanden sich im Kreis Bergstraße insgesamt 4.137 Arbeitslose nach SGB II und damit 136 weniger als im Vorjahreszeitraum. Auch die Zahl der Bedarfsgemeinschaften ist im genannten Zeitraum gesunken – von 7.152 auf 7.086.

Gleich zu Beginn des Jahres 2024 ist die neue Service-Hotline des Eigenbetriebs unter der Durchwahl 06252/15-6500 gestartet, die sich auch um die Versorgung der Anrufe für den Bereich „Bildung und Teilhabe“ (BuT) kümmert. Die Kolleginnen und Kollegen der Hotline können die meisten Anliegen direkt beantworten, nur wenige Anfragen werden an die Leistungssachbearbeitung weitergegeben. Dadurch werden nicht nur die Sachbearbeiterinnen und -bearbeiter entlastet, den Bürgerinnen und Bürgern kann zudem meist viel schneller geholfen werden.

Seit gut einem Jahr sind inzwischen die Bereiche Vermittlung und Leistungssachbearbeitung im Fallmanagement an allen Standorten des Eigenbetriebes personell getrennt. Die Zahl der terminierten Gespräche stieg somit kontinuierlich an, analog dazu stieg die Zahl abgeschlossener Kooperationspläne an, die als konkreter Aktionsplan für die Eingliederung von Bürgergeld-Empfängerinnen und -Empfängern in den Arbeitsmarkt dienen. Ebenso positiv ist, dass Neue Wege Kreis Bergstraße -Kommunales Jobcenter- bislang keinen Schlichtungsfall zu verzeichnen hat.

Auch die Integration von Geflüchteten in den Arbeitsmarkt spielt bei der täglichen Arbeit des Eigenbetriebs Neue Wege Kreis Bergstraße – Kommunales Jobcenter eine maßgebliche Rolle. Um hier Arbeitsuchende und Arbeitgeberinnen und -geber möglichst schnell und unkompliziert mit einander in Kontakt zu bringen, veranstaltet der Eigenbetrieb gemeinsam mit der Agentur für Arbeit regelmäßig sogenannte „Job-Turbo-Börsen“ im Kreisgebiet. So haben bei der Messe im Bürgerhaus in Bürstadt etwa rund 30 Unternehmen aller Branchen ihre freien Stellen vorgestellt. Zudem wurden im Jahr 2024 vier standortbezogene Bewerbertage angeboten, die gezielt mit wenigen Arbeitgeberinnen und -gebern für geflüchtete Menschen in Gemeinschaftsunterkünften vor Ort stattfanden.

Ein Meilenstein des vergangenen Jahres ist die Anerkennung und Zulassung von Neue Wege Kreis Bergstraße -Kommunales Jobcenter- als Schuldnerberatungsstelle. Seit Januar dieses Jahres ist die Schuldnerberatung nun an allen Standorten implementiert. Laut Dr. Melanie Marysko werde das Angebot bislang gut angenommen, auch die telefonische Beratung.

Die Digitalisierung beim Kommunalen Jobcenter war im vergangenen Jahr von zwei wesentlichen Entwicklungen geprägt: Einerseits wurden bisherige Leistungen auf den Prüfstand gestellt und teilweise angepasst. Andererseits wurden wichtige Weichen in Richtung Zukunftsfähigkeit und Mitarbeiterbeteiligung gestellt. So hat etwa das Thema Künstliche Intelligenz (KI) bei dem Eigenbetrieb besondere Aufmerksamkeit erlangt. Das erste große Projekt in diesem Zusammenhang ist der Aufbau eines internen und externen Chatbots. Für die Planung und Umsetzung ist unter anderem die interkommunale Kooperation sowie Zusammenarbeit mit weiteren hessischen Jobcentern essentiell.

Ende 2024 unterzog sich der Eigenbetrieb zudem einem dreitägigen AZAV-Trägeraudit. Neben den Managementthemen wurden dabei auch die Einstiegsoffensiven Heppenheim, Mörlenbach und Viernheim intensiv begutachtet. Mit erfreulichem Ergebnis: Neue Wege Kreis Bergstraße – Kommunales Jobcenter wurde umfänglich eine sehr gute Qualität in allen Bereichen attestiert und das Zertifikat ausgestellt. Damit weisen Anbieter nach, dass sie die gesetzlichen Anforderungen erfüllen und qualitativ hochwertige Dienstleistungen für Arbeitssuchende anbieten.

„Auch im laufenden Jahr wird unser Kommunales Jobcenter wieder vor Herausforderungen stehen. Dank des Engagements der Mitarbeitenden werden allerdings immer wieder neue Strategien und Angebote entwickelt, die zeitgemäße und innovative Lösungen bieten“, betonte die Erste Kreisbeigeordnete Angelika Beckenbach. Dazu gehört unter anderem das neue Veranstaltungsformat „Jobdating“, das Neue Wege gemeinsam mit Kommunen und Unterstützung des Hessischen Ministerium für Arbeit, Integration, Jugend und Soziales seit diesem Jahr anbietet. Hierbei haben Arbeitsuchende oder Arbeitnehmerinnen und -nehmer, die gerne ihre Stelle wechseln möchten, die Möglichkeit, mit regionalen Arbeitgebern aus verschiedensten Branchen in Kontakt zu treten – niederschwellig und ohne lange Bewerbungswege. Das Jobdating findet zukünftig an mehreren Standorten im Kreis statt – Lorsch machte den Auftakt, Viernheim schloss sich an. Weitere Termine folgen.

Die Arbeitslosigkeit ist im Bergstraße im Mai 2025 gesunken. 6.981 Menschen waren arbeitslos gemeldet, 73 Personen weniger als im April, aber sechs Prozent mehr als vor einem Jahr. Die Arbeitslosenquote betrug 4,6 Prozent und lag mit 0,1 Prozentpunkten unter dem Vormonatsniveau. Vor einem Jahr lag sie bei 4,3 Prozent. Im Rechtskreis SGB III (Agentur für Arbeit) lag die Arbeitslosigkeit bei 2.567 Personen (40 Personen weniger als im Vormonat, aber 277 Personen mehr als vor einem Jahr). Im Rechtskreis SGB II (Jobcenter) waren 4.414 Arbeitslose registriert (33 Personen weniger als im Vormonat, aber 124 Personen mehr als im Vorjahr). Durch die Träger der Grundsicherung (Jobcenter) wurden 63 Prozent aller Arbeitslosen betreut. 10.010 Personen bezogen Bürgergeld, das drei Prozent weniger als vor einem Jahr.

Zum Vergleich: Die Arbeitslosenquote in Hessen liegt insgesamt bei 5,7 Prozent, deutschlandweit bei 6,2 Prozent.

 

Berufliche Chancen direkt vor Ort: Zweites Jobdating im Kreis Bergstraße in Viernheim

Veranstaltungsformat des kommunalen Jobcenters Neue Wege Kreis Bergstraße, der Stadt Viernheim, der Wirtschaftsförderung Viernheim und dem Hessischen Ministerium für Soziales, Integration und Arbeit / Am 23. Mai von 9 bis 13 Uhr im Bürgerhaus Viernheim / Teilnahme für Arbeitsuchende und ausstellende Unternehmen kostenlos

 

Persönlich, direkt und unkompliziert: Unter dem Motto „Berufliche Perspektiven schaffen – direkt ins Gespräch kommen“ lädt das kommunale Jobcenter Neue Wege Kreis Bergstraße in Zusammenarbeit mit der Stadt Viernheim, der Wirtschaftsförderung Viernheim und dem Hessischen Ministerium für Soziales, Integration und Arbeit, am Freitag, den 23. Mai 2025, zum Jobdating in das Bürgerhaus in Viernheim (Kreuzstraße 2-4) ein.

Zwischen 09:00 und 13:00 Uhr haben Arbeitsuchende oder Arbeitnehmerinnen und -nehmer, die gerne ihre Stelle wechseln möchten, die Möglichkeit, mit bis zu 15 regionalen Arbeitgebern aus verschiedensten Branchen in Kontakt zu treten. Das Veranstaltungsformat bietet eine niederschwellige und zugleich effektive Möglichkeit, in persönlichen Gesprächen mit potenziellen Arbeitgebern in Kontakt zu kommen – ganz ohne lange Bewerbungswege.

„Wir wollen neue Wege gehen – im wahrsten Sinne des Wortes“, so die Devise der Mitarbeitenden des kommunalen Jobcenters. „Mit dem Jobdating schaffen wir Raum für Begegnung auf Augenhöhe und für echte Perspektiven.“

Die Teilnahme ist für Bewerbende und die ausstellenden Unternehmen kostenfrei. Teilnehmende Jobsuchende werden gebeten, ihre Bewerbungsunterlagen in Papierform oder digital (zum Beispiel auf einem USB-Stick) mitzubringen. Eine Anmeldung für Arbeitgeberinnen und -geber ist noch bis zum 16. Mai 2025 über die jeweilige Ansprechperson im Jobcenter oder per E-Mail an arbeitgeberservice@neue-wege.org möglich. Arbeitnehmerinnen und –nehmer sowie Arbeitsuchende können ohne Anmeldung teilnehmen.

Das Jobdating findet zukünftig an mehreren Standorten im Kreis statt. Weitere Termine folgen.

Die Jobdatings im Kreis Bergstraße werden unterstützt vom Hessischen Ministerium für Arbeit, Integration, Jugend und Soziales.

Wie kann ein Wirtschaftsaufschwung gelingen?

Landrat Engelhardt zu Wirtschaftsreformen / Arbeitslosenquote im Kreis im März bei 4,7 Prozent

Ein wirklicher Frühjahrsaufschwung ist in diesem Jahr am deutschen Arbeitsmarkt und im Kreis Bergstraße ausgeblieben. 7.054 Menschen waren im April 2025 im Kreis arbeitslos gemeldet und damit ein Prozent weniger als im März, allerdings fünf Prozent mehr als vor einem Jahr. Die Arbeitslosenquote liegt im Kreis Bergstraße damit aktuell unverändert bei insgesamt 4,7 Prozent. Vor einem Jahr lag sie bei 4,5 Prozent. Im Rechtskreis SGB III (Agentur für Arbeit) lag die Arbeitslosigkeit bei 2.607 Personen (3 Personen weniger als im Vormonat, aber 296 Personen mehr als vor einem Jahr). Im Rechtskreis SGB II (Jobcenter) waren 4.447 Arbeitslose registriert (78 Personen weniger als im Vormonat, aber 14 Personen mehr als im Vorjahr). Durch die Träger der Grundsicherung (Jobcenter) wurden 63 Prozent aller Arbeitslosen betreut.

Zum Vergleich: Die Arbeitslosenquote in Hessen liegt insgesamt bei 5,8 Prozent, deutschlandweit bei 6,3 Prozent.

„Die aktuelle Wirtschaftsflaute trübt derzeit auch die Aussichten auf dem Arbeitsmarkt und lässt kaum eine Frühjahrsbelebung zu“, so Landrat Christian Engelhardt. „Um Wirtschaft und Arbeitsmarkt zu beleben, brauchen wir dringend neuen Schwung und richtig große Veränderungen – in unserem Denken, aber auch ganz konkrete, die die Rahmenbedingungen für unsere Unternehmen massiv verbessern. Hier ist der Bund akut gefordert.“ Mit Blick auf die aktuelle globale Lage sowie die Haushaltslage in Bund, Ländern und Kommunen betont Engelhardt: „Die Wirtschaft sollte idealerweise so entlastet werden, dass dadurch keine immensen zusätzlichen Ausgaben für den Staat entstehen. Dies ist zum Beispiel durch Bürokratieabbau möglich – etwa dadurch, dass weniger Dokumentationspflichten anfallen. Das würde gleichzeitig die Verwaltungen entlasten. Auch neue moderne Regelungen, die mehr Flexibilität beim Thema Arbeitszeit schaffen, könnten für unsere Firmen Wachstumsimpulse setzen. Insgesamt müssen wir meines Erachtens aus dem Jammertal heraus, uns auf unsere Stärken besinnen und mit mehr Optimismus und zum Teil auch wieder mit mehr Leistungsbereitschaft ins Schaffen kommen.“

Berufliche Chancen direkt vor Ort: Erstes Jobdating im Kreis Bergstraße startet in Lorsch

Neues Veranstaltungsformat des kommunalen Jobcenters Neue Wege Kreis Bergstraße, der Stadt Lorsch und der Entwicklungsgesellschaft Lorsch / Am 29. April von 9 bis 13 Uhr im Palais von Hausen / Teilnahme für Arbeitsuchende und ausstellende Unternehmen kostenlos

Persönlich, direkt und unkompliziert: Unter dem Motto „Berufliche Perspektiven schaffen – direkt ins Gespräch kommen“ lädt das kommunale Jobcenter Neue Wege Kreis Bergstraße in Zusammenarbeit mit der Stadt Lorsch und der Entwicklungsgesellschaft Lorsch, am Dienstag, den 29. April 2025, zum ersten Jobdating in das Palais von Hausen in Lorsch (Bahnhofstraße 18) ein.

Zwischen 09:00 und 13:00 Uhr haben Arbeitsuchende oder Arbeitnehmerinnen und -nehmer, die gerne ihre Stelle wechseln möchten, die Möglichkeit, mit bis zu 15 regionalen Arbeitgebern aus verschiedensten Branchen in Kontakt zu treten. Das neue Veranstaltungsformat bietet eine niederschwellige und zugleich effektive Möglichkeit, in persönlichen Gesprächen mit potenziellen Arbeitgebern in Kontakt zu kommen – ganz ohne lange Bewerbungswege.

„Wir wollen neue Wege gehen – im wahrsten Sinne des Wortes“, so die Devise der Mitarbeitenden des kommunalen Jobcenters. „Mit dem Jobdating schaffen wir Raum für Begegnung auf Augenhöhe und für echte Perspektiven.“

Die Teilnahme ist für Bewerbende und die ausstellenden Unternehmen kostenfrei. Teilnehmende Jobsuchende werden gebeten, ihre Bewerbungsunterlagen in Papierform oder digital (zum Beispiel auf einem USB-Stick) mitzubringen. Eine Anmeldung für Arbeitgeberinnen und -geber ist noch bis zum 17. April 2025 über die jeweilige Ansprechperson im Jobcenter oder per E-Mail an arbeitgeberservice@neue-wege.org möglich. Arbeitnehmerinnen und –nehmer sowie Arbeitsuchende können ohne Anmeldung teilnehmen.

Das Jobdating findet zukünftig an mehreren Standorten im Kreis statt – Lorsch macht den Auftakt. Weitere Termine folgen.

Digitalisierung im Jobcenter: Neue Wege Kreis Bergstraße setzt innovativen Weg fort

Zahlreiche Projekte wie Entwicklung eines Chatbots oder Automatisierung von Prozessen angestoßen / Arbeitslosenquote im Kreis im August bei 4,5 Prozent

Kreis Bergstraße (kb). Im August waren im Landkreis Bergstraße 6.868 Menschen (Vormonat: 6.740 Menschen) arbeitslos gemeldet. Im Vergleich zum Vormonat ist die Zahl der von Arbeitslosigkeit betroffenen Menschen damit um 128 Personen (+1,9 Prozent) gestiegen. Im Vergleich zum Vorjahresmonat (Bestand: 6.619) stieg die Arbeitslosenzahl um 249 Personen (+3,8 Prozent). Die Arbeitslosenquote bezogen auf alle zivilen Erwerbspersonen lag bei 4,5 Prozent. Im Vorjahr waren es 4,4 Prozent. Zum Vergleich: Für Hessen insgesamt liegt die Arbeitslosenquote aktuell bei 5,7 Prozent, deutschlandweit bei 6,1 Prozent.

Um den Bürgerinnen und Bürgern des Kreises einen optimalen Service zu bieten, setzt das kommunale Jobcenter Neue Wege Kreis Bergstraße weiterhin konsequent auf die Digitalisierung seiner Dienstleistungen. „Der Ausbau der digitalen Verwaltung für unsere Bürgerinnen und Bürger ist mir sehr wichtig. Ich bin stolz, dass unser kommunales Jobcenter zahlreiche innovative Projekte angestoßen und bestehende weiterentwickelt hat“, so Landrat Christian Engelhardt.

Derzeit entwickelt und erprobt das Jobcenter zusammen mit führenden Technologieunternehmen einen fortschrittlichen Chatbot, der mithilfe Künstlicher Intelligenz (KI) Kundenanfragen inhaltlich umfassend beantworten können soll. Diese Lösung wäre für Bürgerinnen und Bürger eine schnelle und jederzeit verfügbare Quelle nützlicher Informationen rund um das Jobcenter und würde gleichzeitig die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im direkten Kundenkontakt entlasten, die sich so den komplexeren Anfragen und persönlicheren Anliegen widmen könnten.

Eine erfolgreiche Einführung einer Diktiersoftware hat bereits für Entlastung beim Personal des Jobcenters gesorgt. Der Einsatz der Software spart wertvolle Zeit, die nun in die direkte Unterstützung der Kundinnen und Kunden investiert werden kann.

Neue Wege bringt sich aktuell auch aktiv bei regionalen und überregionalen Kooperationen im Bereich der Digitalisierung ein. Die Beteiligung am Pilotprojekt im Bereich der Robotic Process Automation (RPA), bei der wiederkehrende Vorgänge automatisiert werden können, ist, ebenso wie die Erprobung einer KI-gestützten Erstellung von Sitzungsprotokollen, ein spannendes und zukunftsweisendes Engagement. Langfristig soll es zur Abmilderung von Personalengpässen durch den demografischen Wandel und den damit verbundenen Fachkräftemangel beitragen.

Neben Innovationen stehen auch die Pflege und Weiterentwicklung vorhandener Angebote auf der Digital-Agenda des kommunalen Jobcenters: Die enge Zusammenarbeit im Bereich Digitalisierung mit anderen Jobcentern in den hessischen Kommunen sorgt dafür, dass Erfahrungswerte ausgetauscht werden und die gemeinsame Entwicklung zukunftsweisender Lösungen vorangetrieben werden können.

Die bereits etablierten Möglichkeiten zur Online-Beantragung von Leistungen des Jobcenters wurden kürzlich erst signifikant erweitert. Eingehende Neuanträge können nun beispielsweise nahtlos in die Fachsoftware des Jobcenters übertragen werden. Das verbessert die interne Verarbeitung und beschleunigt die Bearbeitungszeiten im Interesse der Kundinnen und Kunden.

Schulungsvideos gehören ebenso schon lange zum digitalen Angebot des kommunalen Jobcenters im Kreis Bergstraße wie auch die Videoberatung durch die Fallmanagerinnen und Fallmanager. Dieses Angebot wird immer weiter ergänzt und durch interne und externe Schulungen sowie Fachvorträge zur Digitalisierung im Jobcenter zusätzlich unterstützt.

Durch die Implementierung moderner Technologien und die aktive Förderung digitaler Kompetenzen wird die Effizienz der Verwaltung gesteigert und der Service für die Bürgerinnen und Bürger kontinuierlich verbessert. Landrat Christian Engelhardt betont: „Wir haben mit Neue Wege ein hoch innovatives kommunales Jobcenter, das die Chancen der Digitalisierung schon lange erkannt hat und nutzt. Hier gehen wir auf dem Weg zu einer modernen und bürgernahen Verwaltung voran und sind stolz darauf, dass der Kreis Bergstraße eine Vorreiterrolle einnimmt.“

Landrat Engelhardt warnt Bundesregierung vor Mittelkürzungen bei Jobcentern

Job-Turbo-Messe soll Integration von Geflüchteten in Arbeitsmarkt stärken / Arbeitslosenquote im Juni bei 4,4 Prozent (Kreis Bergstraße) bzw. 5,8 Prozent (Deutschland)

Kreis Bergstraße (kb). Im Juni waren im Landkreis Bergstraße 6.605 (Vormonat: 6.580 Menschen) arbeitslos gemeldet. Im Vergleich zum Vormonat ist die Zahl der von Arbeitslosigkeit betroffenen Menschen damit um 25 Personen (+0,4 Prozent) gestiegen. Im Vergleich zum Vorjahresmonat (Bestand: 6.409) stieg die Arbeitslosenzahl um 196 Personen (+3,1 Prozent). Die Arbeitslosenquote bezogen auf alle zivilen Erwerbspersonen lag bei 4,4 Prozent. Im Vorjahr waren es 4,3 Prozent. Zum Vergleich: Für Hessen insgesamt liegt die Arbeitslosenquote aktuell bei 5,4 Prozent, deutschlandweit bei 5,8 Prozent.

„Dank unserer starken und vielfältigen Wirtschaft, aber auch dank des hohen Engagements der Mitarbeitenden in unserem kommunalen Jobcenter Neue Wege haben wir im Kreis weiterhin einen stabilen Arbeitsmarkt, auch wenn sich die bundesweit schwierige konjunkturelle Lage natürlich auch bei uns bemerkbar macht. Generell ist unser Jobcenter in Sachen Personal, Konzept und auch Digitalisierung aber sehr gut aufgestellt“, betont Landrat Christian Engelhardt, der jedoch mit Sorge darauf blickt, dass die Bundesregierung in ihrer aktuellen Finanzplanung für 2025 den Haushaltsansatz der Vorjahre fortschreiben möchte.

„Das käme angesichts deutlich gestiegener Personalkosten und immer größeren Herausforderungen einer drastischen Mittelkürzung gleich. Angesichts einer steigenden Arbeitslosigkeit und den Bestrebungen zur Integration von Geflüchteten in den Arbeitsmarkt ist es aber wichtig, dass die Jobcenter von der Bundesregierung ausreichend finanziert werden, insbesondere was die Mittel für Aktivierung und Vermittlung von Bürgergeldempfängerinnen und -empfänger angeht“, so der Landrat weiter. Auch die Bundesagentur für Arbeit sowie der Deutsche Landkreistag und der Deutsche Städtetag als Träger der Jobcenter haben jüngst in einer Pressemitteilung an die Bundesregierung appelliert, die Grundsicherungsstellen adäquat finanziell auszustatten. „Damit wir Langzeitarbeitslose und Geflüchtete bei der Integration in den Arbeitsmarkt bestmöglich unterstützen können, benötigen wir entsprechende finanzielle Mittel. Bleibt es bei den aktuellen Plänen der Bundesregierung, wären wir in unserem Budget für entsprechende Maßnahmen aber stark eingeschränkt“, betont Dr. Melanie Marysko, Leiterin des Eigenbetriebes Neue Wege Kreis Bergstraße -Kommunales Jobcenter-.

Gemeinsam mit Landrat Engelhardt und dem stellvertretenden Leiter des Eigenbetriebes Neue Wege Peter Schmiedel zog sie kürzlich bei der Jahrespressekonferenz auch eine Bilanz für das Jahr 2023 des kommunalen Jobcenters. Das vergangene Jahr stand vor allem im Zeichen der Einführung des Bürgergeldes und der bundesweit schwierigen wirtschaftlichen Lage, die sich auch auf den Kreis Bergstraße auswirkte. So stieg die Anzahl der Bedarfsgemeinschaften – also der Haushalte, die Bürgergeld beziehen – im Kreis 2023 im Vergleich zu 2022 um 164 auf 7.152. Die Quote der im SGB II-Bezug stehenden Personen lag im Kreis Bergstraße im Jahr 2023 bei 2,9 Prozent, was einen Anstieg im Vorjahresvergleich von 0,3 Prozent bedeutet. Im Gegenzug ging die Zahl der langzeitbeziehenden Personen leicht von 6.041 in 2022 auf 5.726 Personen in 2023 zurück (- 315 Personen). Die Finanzzahlen zeigen unter anderem einen deutlichen Anstieg bei den Kosten der Unterkunft. Hier wurden 2023 rund 8,5 Millionen Euro mehr als im Jahr 2022 vom Jobcenter übernommen. Auch stieg die Summe der Zahlungen der Regelleistungen von 58.925.048 Euro in 2022 auf 69.992.841 Euro in 2023 deutlich an.

Die Einführung des Bürgergeldes in zwei Etappen Anfang und Mitte 2023 hat Neue Wege Kreis Bergstraße -Kommunales Jobcenter- organisatorisch gut bewältigen können. „Aus meiner Sicht war diese Reform dennoch ein Flop der Bundesregierung. Mit der Einführung wurden bessere Qualifizierungen für Arbeitssuchende versprochen, doch die notwendigen finanziellen Mittel dafür wurden nicht bereitgestellt. Zum anderen wurde aus dem erfolgreichen Konzept „Fördern und Fordern“ das Fordern fast komplett gestrichen. Das können wir uns in Zeiten, in denen die Arbeitslosenzahlen wieder steigen und wir gleichzeitig auf einen eklatanten Fachkräftemangel in vielen Branchen zusteuern – nicht leisten. Stattdessen müssen wir so viele Menschen wie möglich in den Arbeitsmarkt bringen. Das Bürgergeld schafft dazu viel zu wenige Anreize“, betonte Landrat Engelhardt. Er sprach sich zudem dafür aus, bei der Integration von Geflüchteten in den Arbeitsmarkt, die Standards, die in Deutschland an Arbeitssuchende gestellt werden, zu überdenken. „Es ist wichtig, Geflüchtete möglichst schnell in Arbeit zu bringen. Auch mit nicht so ausgeprägten Deutschkenntnissen ist es bereits in vielen Fällen möglich, einem Job nachzugehen. Zumal man an keinem Ort so gut eine Sprache lernen und soziale Kontakte knüpfen kann wie am Arbeitsplatz. Und Qualifizierungen lassen sich hier gut nachholen oder nebenberuflich bewältigen“, so Engelhardt.

Um die Integration von Geflüchteten in den Arbeitsmarkt im Rahmen des „Job-Turbos“ der Bundesregierung voranzutreiben, veranstaltete Neue Wege Kreis Bergstraße -Kommunales Jobcenter- gemeinsam mit der Agentur für Arbeit (Geschäftsstellen Lampertheim und Bensheim) im Juni eine Job-Turbo-Börse im Bürgerhaus in Bürstadt. Hierbei konnten sich 28 Unternehmen aus dem Kreis geflüchteten arbeitssuchenden Menschen vorstellen und die potentiellen Bewerberinnen und Bewerber kennenlernen. Eingeladen wurden dazu bürgergeldbeziehende, geflüchtete Menschen aus dem gesamten Kreisgebiet. Sie stellen hier aktuell rund ein Drittel der Personen, die SGBII beziehen.

Vor Ort machte sich nicht nur Landrat Engelhardt ein Bild von der Börse, sondern auch Katrin Hechler, Staatssekretärin im Hessischen Ministerium für Arbeit, Integration, Jugend, Soziales. Das Fazit der Veranstalter und der Akteure vor Ort fiel angesichts der Resonanz auf die Veranstaltung durchweg positiv aus.

„Job-Turbo-Börse“ in Bürstadt: Wie Geflüchtete und Firmen zueinander finden

Hier der direkte Link zu dem Presseartikel von SWR4 zum Thema „Job-Turbo-Börse“ in Bürstadt: Wie Geflüchtete und Firmen zueinander finden  

Künstliche Intelligenz wird Arbeitsalltag in vielen Branchen verändern

Bergsträßer Kreisverwaltung testet bereits KI für eine effizientere Verwaltung / Arbeitslosenquote im Kreis im Mai bei 4,3 Prozent

Kreis Bergstraße (kb). Der Einsatz von Künstlicher Intelligenz wird die Art und Weise, wie viele Menschen in Deutschland arbeiten, in absehbarer Zeit stark verändern. Für den Arbeitsmarkt bedeutet das: Weiterbildungen zum Thema KI könnten in vielen Branchen immer wichtiger werden. Laut einer Studie des McKinsey Global Institute (MGI), die kürzlich veröffentlicht wurde, wären hierzulande schon bis 2030 rund drei Millionen Jobs von Veränderungen durch den Einsatz von KI – zum Beispiel bei der Automatisierung von Abläufen – betroffen. Besonders groß könnte der Umbruch bei Arbeitsplätzen im Büro sein, also in den Verwaltungen von Unternehmen und öffentlichen Einrichtungen.

„KI-Anwendungen haben das Potenzial, uns künftig die Arbeit zu erleichtern, indem sie uns Aufgaben abnehmen. Hier liegt eine große Chance, denn der Fachkräftemangel, den wir auch in der Verwaltung schon jetzt spüren, wird sich in den kommenden Jahren noch stärker bemerkbar machen. Der Einsatz von KI könnte hier richtig eingesetzt die Effizienz und die Produktivität stark steigern“, sagt Landrat Christian Engelhardt. „Damit KI effektiv eingesetzt werden kann, werden Weiterqualifizierungen für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern in den betroffenen Branchen immer wichtiger werden. Gleichzeitig wird Weiterbildung auch ein Schlüssel dafür sein, im Berufsleben durch KI nicht den Anschluss zu verlieren. Für unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern ist das zum Beispiel über den Kommunalcampus möglich“, so Landrat Engelhardt.

Wie in vielen Unternehmen wird auch in der Bergsträßer Kreisverwaltung der Einsatz von Künstlicher Intelligenz bereits getestet. In erster Linie werden KI-Anwendungen aktuell zur Unterstützung bei allgemeinen Aufgaben in der Verwaltungsorganisation herangezogen, zum Beispiel beim Protokollieren von internen Videokonferenzen oder Terminen.

Der Eigenbetrieb Neue Wege Kreis Bergstraße -Kommunales Jobcenter- befindet sich gemeinsam mit anderen hessischen Jobcentern aktuell in der Entwicklung eines Chat-Bots zur Beantwortung von Kundenanliegen in verschiedenen Sprachen. Mit dem Projekt ERPEA arbeitet der Kreis Bergstraße zudem gemeinsam mit dem Schwalm-Eder-Kreis und dem Kreis Waldeck-Frankenberg – mit Förderung des Landes Hessen sowie Unterstützung der ekom21 – an der Automatisierung von bestimmten Verwaltungsprozessen. Betroffen sind hier vor allem Routinetätigkeiten, die nach einem sich wiederholenden Muster ablaufen. Da es sich bei dem intelligenten Robotik-Tool um ein geschlossenes System handelt – das heißt, es werden keine Daten nach außen gegeben – ist der Einsatz datenschutzkonform möglich. Durch die Automatisierung solcher Routineprozesse soll mehr Zeit für wesentliche Aufgaben geschaffen werden, die nur von Menschen erledigt werden können. Das Verwaltungsrahmengesetz sieht zum Beispiel vor, dass Entscheidungen mit Rechtswirkung nur von Menschen getroffen werden dürfen. Dabei muss dem Menschen auch ein Entscheidungsspielraum gegeben sein, das heißt, er darf seine Entscheidung nicht allein aufgrund von Vorschlägen einer KI treffen.

Für einen großflächigen Einsatz in der Verwaltung muss eine KI-Anwendung datenschutzkonform funktionieren, da Behörden in vielen Fällen mit personenbezogenen Daten arbeiten. Das ist aktuell jedoch kaum der Fall, da es sich bei den meisten KI-Anwendungen um offene Systeme handelt und die Hersteller die eingegebenen Daten in der Regel nutzen, um ihre KI zu trainieren und zu verbessern. Zudem sind für viele Behördenvorgänge digitale Fachanwendungen nötig, in die die KI erst implementiert werden muss. „Wir brauchen hier dringend neue gesetzliche Regelungen, die den Datenschutz in Einklang mit den Chancen setzt, die uns KI bietet. Zum anderen müssen auch die Hersteller dafür sorgen, dass man ihre Anwendungen datenschutzkonform nutzen kann und das sie auf den Einsatz in öffentlichen Verwaltungen und deren Besonderheiten zugeschnitten sind“, fordert Landrat Christian Engelhardt.

Während es durch KI in den kommenden Jahren gravierende Änderungen in der Arbeitsweise geben dürfte, bleibt der Bergsträßer Arbeitsmarkt stabil: Im Mai waren im Landkreis 6.580 Menschen (Vormonat: 6.744) arbeitslos gemeldet. Im Vergleich zum Vormonat ist die Zahl der von Arbeitslosigkeit betroffenen Menschen damit um 164 Personen (-2,4 Prozent) gesunken. Im Vergleich zum Vorjahresmonat (Bestand: 6.334) stieg die Arbeitslosenzahl um 246 Personen (+ 3,9 Prozent). Die Arbeitslosenquote bezogen auf alle zivilen Erwerbspersonen lag im Mai 2024 bei 4,3 Prozent. (Vorjahr: 4,3 Prozent). Zum Vergleich: Für Hessen insgesamt liegt die Arbeitslosenquote aktuell bei 5,4 Prozent, deutschlandweit bei 5,8 Prozent.

Ausbildungs- und Qualifizierungsbudget stärkt auch im Kreis Bergstraße den Arbeitsmarkt

Kommunales Jobcenter Neue Wege setzt mit der Förderung des Landes Hessen mehrere erfolgreiche Projekte um

Im April waren im Landkreis 6.744 Menschen (Vormonat: 6.837) arbeitslos gemeldet. Im Vergleich zum Vormonat ist die Zahl der von Arbeitslosigkeit betroffenen Menschen damit um 93 Personen (-1,4 Prozent) gesunken. Im Vergleich zum Vorjahresmonat (Bestand: 6.317) stieg die Arbeitslosenzahl um 427 Personen (+ 6,8 Prozent). Die Arbeitslosenquote bezogen auf alle zivilen Erwerbspersonen lag im April 2024 bei 4,5 Prozent. (Vorjahr: 4,3 Prozent). Zum Vergleich: Für Hessen insgesamt liegt die Arbeitslosenquote aktuell bei 5,6 Prozent, deutschlandweit bei 6,0 Prozent.

Auch durch das Ausbildungs- und Qualifizierungsbudget (AQB) geförderte Maßnahmen tragen dazu bei, dass die Arbeitslosenzahlen im Kreis auf vergleichsweise stabilem Niveau bleiben. Die hessische Landesregierung unterstützt mit dem Ausbildungs- und Qualifizierungsbudget die 26 hessischen Landkreise und kreisfreien Städte, so auch den Kreis Bergstraße und das kommunale Jobcenter Neue Wege. Das regionale arbeitsmarktpolitische Instrument ermöglicht eine finanzielle Unterstützung bei der Ausbildungsvorbereitung, bei der Ausbildung sowie beim Ausbildungscoaching in anerkannten Ausbildungsberufen und Qualifizierungsprojekte zur Arbeitsmarktintegration. Auch Weiterbildungsmaßnahmen für Mitarbeitende der Jobcenter, die in der fachlichen Verantwortung für die Zielgruppen stehen, werden unterstützt.

„Mit dem Ausbildungs- und Qualifizierungsbudget stärkt das Hessische Ministerium für Arbeit, Integration, Jugend und Soziales den regionalen Arbeitsmarkt, indem es Maßnahmen ermöglicht, die wir allein aus Bundesmitteln nicht finanzieren könnten. Es ist angesichts des Fachkräftemangels wichtig, dass wir so viele Menschen wie möglich zielgerichtet qualifizieren und in Jobs bringen können. Es freut mich sehr, dass die Maßnahmen unseres kommunalen Jobcenters, die über das Budget gefördert werden, so gut angenommen werden“, sagt Landrat Christian Engelhardt. Dr. Melanie Marysko, Leiterin des Eigenbetriebes Neue Wege Kreis Bergstraße –Kommunales Jobcenter-, ergänzt: „Das Ausbildungs- und Qualifizierungsbudget ist für die regionale Arbeitsmarktförderung im Kreis Bergstraße ein sehr wichtiger Bestandteil. Wir sind stolz auf unsere Projekte, die immer wieder gute Zustimmung erhalten, Menschen Perspektiven eröffnen und somit zukunftsgestaltend sind.“ .

Die Zielgruppen sind hierbei rechtskreisübergreifend und so können Menschen aus den Rechtskreisen des SGB II (Empfängerinnen und Empfänger von Bürgergeld), SGB III (zum Beispiel Menschen, die an Aktivierungsmaßnahmen teilnehmen), SGB VIII (zum Beispiel Empfängerinnen und Empfänger von Leistungen der Kinder- und Jugendhilfe) und SGB XII (zum Beispiel Empfängerinnen und Empfänger von Leistungen der Grundsicherung bei Erwerbsminderung) an den Fördermaßnahmen teilnehmen.

Bei Neue Wege Kreis Bergstraße -Kommunales Jobcenter- werden im Rahmen der Fördermöglichkeiten aus dem AQB mehrere Projekte erfolgreich umgesetzt. Dazu zählen unter anderem ein Absolventenmanagement für Teilnehmende in Sprachkursen und bei Bedarf sprachkursbegleitende Unterstützung. Auch wird eine berufliche Erstorientierung für geflüchtete Jugendliche sowie eine Ausbildungsvorbereitung für schulmüde Jugendliche und Schulverweigerer, jeweils mit der Möglichkeit nachträglich die Hauptschulreife zu erlangen, angeboten. Seit 2020 haben bereits 1150 Personen an über das AQB geförderten Projekten von Neue Wege Kreis Bergstraße -Kommunales Jobcenter- teilgenommen.