Neue Wege auch für das Mittagessen

Jobcenter–Dezernent Schimpf und Betriebsleiter Rechmann legen Bilanz für 2014 vor

Die Zusammenarbeit des Eigenbetriebs Neue Wege mit der Wirtschaftsförderung GmbH ist nach Ansicht des Kreisbeigeordneten Matthias Schimpf (Grüne) ein Grund dafür, dass der Kreis Bergstraße im Vergleich zum Landesdurchschnitt bessere Quoten aufweist, was die Zahl der Langzeitarbeitslosen betrifft.

HEPPENHEIM.

„Jobcenter und Wirtschaftsförderung arbeiten Hand in Hand“, sagte der Bergsträßer Kreisbeigeordnete Matthias Schimpf, als er mit Betriebsleiter Stefan Rechmann die Daten für das Jahr 2014 im Vergleich mit früheren Zeiträumen vorlegte. Danach ist die Zahl der Bedarfsgemeinschaften seit 2010 von 7734 kontinuierlich auf 6679 Ende Dezember 2014 gesunken.

Die Zahl der Arbeitslosen, die Leistungen nach dem Sozialgesetzbuch II bezieht, sank im gleichen Zeitraum von 4596 auf 3488. Auch was die sogenannten Aufstocker betrifft – Menschen, deren Arbeitslohn so niedrig ist, dass sie Sozialleistungen beziehen – gibt es laut Schimpf eine positive Entwicklung. 2010 gab es 3513 Aufstocker. Nach Schwankungen ist dieser Wert auf 3197 gesunken.

Ob mit dem gesetzlichen Mindestlohn die Zahl der Aufstocker sinkt, lässt sich noch nicht sagen, weil diese Form der Regelleistungen nicht nur vom Stundenlohn, sondern von der Arbeitszeit abhängt. Eine alleinerziehende Mutter könnte unter Umständen solche Mittel in Anspruch nehmen, obwohl sie mehr als 8,50 Euro pro Stunde verdient.

Insgesamt wurden im vergangenen Jahr laut Schimpf und Rechmann 34,2 Millionen Euro an sogenannten Regelleistungen ausgezahlt. Dazu kamen 31,8 Millionen Euro Wohngeld.

Wie Schimpf und Rechmann erkennen ließen, sind die Themen Arbeitslosigkeit und Wohnen untrennbar miteinander verbunden. Besonders in den Städten und Gemeinden entlang der Bergstraße ist bezahlbarer Wohnraum knapp. Vergleichsweise billige Wohnungen gibt es zwar in den Dörfern des Odenwaldes. Doch von dort aus ist es schwer, die Qualifizierungsangebote des Jobcenters zu nutzen. Schimpf sagte, selbst die Erhöhung des Wohngeldes löse die Probleme nicht. Solche Anpassungen der Regelsätze führten fast immer dazu, dass die Mietpreise entsprechend steigen.

Betriebsleiter Rechmann berichtete, der Eigenbetrieb mit seinen Fallmanagern werde sich in diesem Jahr besonders den Langzeitarbeitslosen widmen. Aus den Förderprogrammen von Bund und Land erhält das Jobcenter in diesem Jahr 7,9 Millionen Euro. 2016 laufe das Programm „50 plus“ allerdings aus, sodass die Summe um eine Million Euro sinkt.

Positiv werde das sogenannte Teilhabepaket angenommen, das 2011 vom Bund geschnürt wurde. Damit werden Kinder und Jugendliche unterstützt, deren Eltern Arbeitslosengeld II, Sozialhilfe oder andere Sozialleistungen erhalten. So können Klassenfahrten, Schulbedarf, Mittagessen oder Nachhilfeunterricht ermöglicht werden. 2012 wurden im Kreis 4688 Anträge gestellt. 2014 waren es 6610 mit 1,1 Millionen Euro. Besonders stolz zeigte sich Rechmann darüber, dass es Neue Wege gelungen sei, innerhalb eines Jahres 100 000 Mittagessen in Schulen zu finanzieren.

Starkenburger Echo, 26.01.2015

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