Das Alter schätzen

Aus der Lampertheimer Zeitung vom 01.12.2009

PRÄMIERUNG Betriebe aus dem Kreis werden für ihr Engagement für ältere Beschäftigte ausgezeichnet

(koc). Es gibt Betriebe im Kreis, die zahlreich und gern Menschen im Alter über 50 Jahren beschäftigen. Solche “weitblickenden Unternehmen” haben ein Sonderlob verdient. Dieser Ansicht ist seit dem Jahr 2007 auch das Bundesministerium für Arbeit und Soziales und hat ein Sonderprogramm aufgelegt.

Der Eigenbetrieb Neue Wege des Kreises Bergstraße mit seinen vier Jobcentern im Kreis und mit seiner engen Zusammenarbeit mit der Wirtschaftsförderung Bergstraße beteiligt sich seit Mitte dieses Jahres an dem Programm. Nach einer Befragungsaktion wurden jetzt im Jobcenter der Neuen Wege in Heppenheim die ersten drei Betriebe mit einem überproportional hohen Beschäftigungsanteil von Menschen über 50 Jahren prämiert: das ist die Firma “Odenwälder” – Baumaschinenhandel in Mörlenbach, vertreten durch Heinrich Odenwälder und dem Assistenten der Geschäftsleitung, Andreas Hook.

Prämiert wurde die Firma Heinrich Krieger – Baustoffhandel aus Neckarsteinach, vertreten durch Wolfgang Krieger, und die Verzinkerei Rhein-Main GmbH und Co. KG in Groß-Rohrheim, vertreten durch Hans-Jürgen Herbst. Alle drei Betriebe kommen bei einer Mitarbeiterzahl von 40, 50 und 20 auf einen Anteil von über 50 Prozent bei den Beschäftigten “50 plus”.

Projektteamleiter beim Eigenbetrieb Neue Wege für den Bundeswettbewerb “Unternehmen mit Weitblick” war Bernfried Schnell. Insgesamt, so berichtete der Leiter des Eigenbetriebs Neue Wege, Rainer Burelbach, wurden 480 Firmen im Kreisgebiet angeschrieben. Der Rücklauf war mit 280 zufriedenstellend. Bewertet wurde nach einem Kriterienkatalog nicht nur nach dem Anteil der über 50-Jährigen im Betrieb, sondern auch nach Maßnahmen zur Fort- und Weiterbildung und weiteren spezifischen Angeboten.

Die Optionskommune Kreis Bergstraße hat sich mit drei weiteren Pakt-Partnern, Grundsicherungsträgern aus Offenbach, St. Wendel und Darmstadt-Dieburg, an dem Bundesprogramm beteiligt. Die Firma Krieger nimmt heute an der Bundesprämierung im Rahmen des Wettbewerbs in Coburg teil.

Burelbach berichtete ganz aktuell von einem Rückgang der Arbeitslosenzahlen im November, was in etwa dem Stand zu Anfang des Jahres entspricht. Als essenziell erachtet er die enge Zusammenarbeit mit der Wirtschaftsförderung, um den Unternehmen auch entsprechende Serviceleistungen bezüglich neuer Mitarbeiter bieten zu können.

Er erinnerte an die Prognose, dass es in wenigen Jahren zu einem Arbeitskräftemangel kommen wird, es auch von daher weitblickend erscheint, auf die Berufs- und Lebenserfahrung älterer Mitarbeiter zurückzugreifen. Die Prämierung nahm schließlich der zuständige Dezernent und Leiter der Eigenbetriebskommission, Thomas Metz, assistiert von Rainer Burelbach, Stefan Rechmann (Kaufmännischer Leiter) und Bernfried Schnell, vor. Neben seinem Kurzreferat über die besondere Lage und Struktur des Kreises nannte Metz die Entscheidung, als Optionskommune “Vermittlung und Auszahlung von Leistungsansprüchen aus einer Hand vorzunehmen, als richtigen Weg”.

Dabei ist die Klientel recht unterschiedlich strukturiert. Es gibt Langzeitarbeitslose, die noch nie oder selten gearbeitet haben, Menschen, die aus familiären und privaten Gründen nicht mehr oder vorübergehend nicht mehr arbeiten können, oder die seit Jahrzehnten gearbeitet und ihre Stelle verloren haben.

Er skizzierte aber auch die Sichtweise der Unternehmen vor Ort, die sich überwiegend verantwortungsvoll verhalten: “Es ist der Mittelstand, der Arbeitsplätze schafft. Das Programm ,Perspektive 50 plus` gibt uns Gelegenheit, noch intensiver mit Unternehmen vor Ort zusammenzuarbeiten, ihnen unsere Dienstleistung zu offerieren.”

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