Betriebskommission Neue Wege beschließt: Weiterhin bewährte Maßnahmen im Angebot und ein neues Förderinstrumente für ältere Langzeitarbeitslose

Bei ihrer letzten Sitzung beschloss die Betriebskommission des Eigenbetriebes Neue Wege Kreis Bergstraße -Kommunales Jobcenter- die Weiterführung des bestehenden Maßnahmeangebots und die Zustimmung zu einem neuen Projekt speziell für die Generation ab 50.
„Wir möchten ein breites Spektrum an Maßnahmen zur Verfügung stellen, um für alle unsere Kundinnen und Kunden das passende Förderprogramm anbieten zu können. Das beschlossene Maßnahmenpaket hat ein Volumen von rund 1,6 Millionen Euro“, informiert der Erste Kreisbeigeordnete und Sozialdezernent Thomas Metz.
Die Träger AWO Bergstraße und Caritasverband Darmstadt e.V. werden für weitere 12 Monate Anlaufstelle für Suchtkranke sein. Die Ansprechpartner, die flächendeckend im Kreis Bergstraße zur Verfügung stehen, bieten Beratung und Behandlung für Betroffene an. Auch bei der psychosozialen Betreuung in Zusammenarbeit mit dem Haus der Gesundheit in Hep-penheim finden Ratsuchende für ein weiteres Jahr einen Ansprechpartner, der auch direkt im häuslichen Umfeld beratend zur Seite steht.
Arbeitslosengeld II-Bezieher die mit ihrer persönlichen Situation überfordert sind und nicht in regelmäßigem Kontakt mit dem Jobcenter stehen, werden von Mitarbeitern der Aktivierungsmaßnahme „Aufsuchende Hilfe“ zu Hause besucht. Der Vermittler macht Entscheidungen zu Maßnahmen nachvollziehbarer, hilft das Vorgehen des Jobcenters zu verstehen und begleitet auf Wunsch die Behördengänge. Die Betreuung wird in Zusammenarbeit mit der Kombrecht-Engel-Schule, dem KuBus e.V. und der SRH GmbH für weitere 12 Monate fortgeführt.
Das Aktionscenter Hirschhorn des Berufsbildungswerks Neckargemünd GmbH hat die rasche Eingliederung in den ersten Arbeitsmarkt oder in eine Ausbildung zum Ziel. Erwachsene und Jugendliche erhalten hier ein arbeitsmarktorientiertes Coaching, sozialpädagogische Unterstützung und eine gezielte Vorbereitung auf Bewerbungsgespräche. Bestehen Defizite im Umgang mit dem PC können beispielsweise auch EDV Grund- und Aufbaukurse belegt werden.
In Bensheim, Lampertheim, Viernheim und Mörlenbach werden auch künftig Maßnahmen speziell für Alleinerziehende zur Verfügung stehen. Die Trägergemeinschaften DIA GmbH/Sprache und Bildung GmbH, das Diakonische Werk Bergstraße/Förderverband Viernheim e.V und das Berufsbildungswerk Neckargemünd GmbH/SRH GmbH können gleichzeitig bis zu 85 Langzeitarbeitslose auf ihrem Weg zurück in den Arbeitsmarkt begleiten. Die Stärkung der beruflichen und sozialen Kompetenzen, die Begleitung des Bewerbungsprozesses, die Organisation der Kinderbetreuung und der Abbau der Vermittlungshemmnisse stehen bei der Arbeit mit den Teilnehmern im Vordergrund. Termine sind individuell vereinbar – auf fehlende Kinderbetreuung oder geringfügige Beschäftigungen wird Rücksicht genommen.

Ein weiteres neues Förderinstrument, 50plus in Fahrt, richtet sich speziell an die ältere Generation. Ob Potentialcoaching, Gesundheitsmodule, überzeugend auftreten im Bewerbungsgespräch oder Bewerbungstraining – hier werden die Best Ager von verschiedenen Dienstleistern gezielt auf einen Wiedereinstieg in den Arbeitsmarkt vorbereitet. In einem fünf Module umfassenden Programm erhalten die Teilnehmer begleitende, individuelle und bedarfsorientierte Hilfe und Beratung während des Integrationsprozesses.
„Mit der Verbreiterung unseres Maßnahmenangebots um zielgruppenorientierte Förderinstrumente werden die Möglichkeiten der individuellen und lebenslagenbezogenen Hilfe stetig weiter ausgebaut“, so Betriebsleiter Stefan Rechmann.
Die Einstiegsoffensiven in Bensheim und Birkenau (Bietergemeinschaft SRH Berufliche Rehabilitation GmbH und Berufsbildungswerk Neckargemünd GmbH) Lautertal und Lorsch (Bietergemeinschaft Softdoor GmbH und DIA GmbH) werden nach Zustimmung der Betriebskommission ab März 2013 an die neuen Träger vergeben. Während der achtwöchigen Maßnahme ist die Integration in den ersten Arbeitsmarkt oder eine betriebliche Ausbildung das Ziel. Um schnellstmöglich in den Arbeitsmarkt zurückkehren zu können, sind die Teilnehmer vier Tage die Woche jeweils drei Stunden im Jobcenter aktiv auf Jobsuche und er-halten durch Coachs Unterstützung rund um das Thema Stellensuche, Bewerbungsschreiben und Vorstellungsgespräche.
Das Integrationscenter Weschnitztal wird weiterhin für 15 Monate von der Merkur Schule betreut. Über vier Monate hinweg werden an vier halben Tagen pro Woche mit Unterstützung des Kursleiters unter anderem Stärken und Schwächen der Teilnehmer analysiert, Bewerbungsunterlagen erstellt, Vorstellungsgespräche trainiert, Kompetenzen gestärkt und Tipps und Hilfe für den Alltag gegeben.
Darüber hinaus hat die Betriebskommission zugestimmt, die Maßnahme Aktivierung und Orientierung Standort am Rimbach in Kooperation mit dem Diakonischen Werk Bergstraße fortzuführen. Die Teilnehmer haben die Möglichkeit sich in den Arbeitsfeldern Landschaftspflege, Möbelmontage, Holzverarbeitung, Transportfahrer, Verkauf und Büro zu erproben und wieder einen Arbeitsalltag zu erleben. Durch unterstützende Schulungen erhalten die Teilnehmer das nötige Wissen und werden fest in den „Betrieb“ eingebunden. Das erworbene Zertifikat erleichtert den Sprung in den Arbeitsmarkt.

Thomas Metz macht deutlich: „Wir haben auch weiterhin große Aufgaben vor uns. Die individuelle und gezielte Förderung jedes einzelnen Arbeitslosen steht für uns an erster Stelle. Nur so kann eine rasche Rückkehr in Arbeit ermöglicht werden.“

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