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NAVI Bergstraße – Berufliche Perspektiven für Geflüchtete

Berufliche Perspektiven für Geflüchtete: Neue Wege zieht positive Zwischenbilanz zur Berufsberatung für Flüchtlinge

Der Eigenbetrieb Neue Wege setzt auf innovative Maßnahmen.

 Kreis Bergstraße (kb). Zielgruppengerechte Beratung und Betreuung – dies sind Erfolgsrezepte, um langzeitarbeitslosen Menschen einen passenden Job zu vermitteln. Auch der Maßnahme NAVI „Infopoint for refugees“ liegt dieses Credo zugrunde. „NAVI“ ist ein Angebot des Eigenbetriebes Neue Wege Kreis Bergstraße -kommunales Jobcenter-, das im Rahmen der Flüchtlingsbetreuung umgesetzt wird. Hier werden geflüchtete Menschen in Einzel-Gesprächen und Einzel-Coachings darüber beraten, wie sie ihren beruflichen Weg in Deutschland beziehungsweise im Kreis Bergstraße bestmöglich selbständig gehen können. Das Beratungsangebot NAVI Bergstraße ist rechtskreisfrei und wird zum großen Teil über das Arbeitsmarktbudget, ein Förderprogramm des Hessischen Ministeriums für Soziales und Integration des Landes Hessen und den Europäischen Sozialfonds finanziert.

Warum gibt es dieses Programm? Junge Zugewanderte befinden sich in Deutschland in einer fremden Bildungs- und Förderlandschaft. Um beruflich Fuß zu fassen, benötigen die meisten professionelle Hilfe, einen persönlichen Plan A und B und auch soziale Unterstützung. Dies leisten NAVI und Neue Wege intensiv seit drei Jahren mit einer vorausschauenden, niedrigschwelligen Flüchtlingsberatung, die bereits 2015 im Jobcenter konzeptionell vorbereitet wurde. Ziel der Beratung, die von erfahrenen Coaches durchgeführt wird, ist auch die Stärkung des Selbstbewusstseins und der Selbstständigkeit der Gesprächspartner/innen. Im Gespräch werden beispielsweise die persönlichen Ziele, ein gangbarer Weg und die nächsten Schritte dahin festgelegt. Von Beginn an navigieren zwei erfahrene Beraterinnen die beruflichen Werdegänge von Geflüchteten über offene Sprechstunden. Bisher haben sie circa 2.500 Einzelcoachings durchgeführt. Pro Woche werden in den Jobcentern Heppenheim, Mörlenbach, Viernheim, Bürstadt und in der Sprachschule Lernmobil in Viernheim insgesamt 15 Stunden Beratung angeboten – ohne Terminanmeldung, flexibel entlang der Themen der Ratsuchenden. Für alle Flüchtlinge (unabhängig von ihrem Status) ist NAVI, ein wichtiges Hilfsangebot, vor allem auch in punkto kostenlose Deutschkurse für Arbeitssuchende und persönliche Wege Arbeit zu finden.

Denn ganz oben auf der Hitliste der Bedarfe der Geflüchteten steht seit zwei Jahren die so genannte berufliche Sprachförderung (DEUFÖV), ein weiteres Programm des BAMF: „Wo früher höchstens ein Anfängerkurs besucht wurde, streben heute jedes Jahr Hunderte Menschen aus Asien und Afrika im Kreis Bergstrasse nach berufsqualifizierenden Fortgeschrittenenkursen mit dem Abschluss B2 oder C1. Damit können sie nachweislich bessere Jobs finden und diese langfristig ausüben“, wissen die Beraterinnen Martina Seeger und Christine-Robin Weis.

Eine besondere Herausforderung in der Beratung bei NAVI ist das Thema Anerkennung ausländischer Qualifikationen. Geflüchtete müssen ihre Schulabschlüsse beim staatlichen Schulamt in Darmstadt, Uniabschlüsse bei der Kultusministerkonferenz Berlin, Berufsabschlüsse bei den jeweiligen Kammern und Verbänden anerkennen lassen. Diese komplizierten Verfahren kosten Zeit und Geld. Hier zeigt Navi mögliche Wege und Unterstützer auf, und vermittelt gegebenenfalls weiter an branchenspezifische Berater.

„Mit dem Programm NAVI ist es uns einmal mehr gelungen, eine Maßnahme für eine für bestimmte Personengruppen erfolgreich umzusetzen“, erklärt Dezernentin Stolz. „Bei unserem Job-Center laufen eine Reihe dieser innovativen, passgenauen Maßnahmen. Dies ist ein Grund dafür, dass die SGB-II-Quote im Kreis Bergstraße so erfreulich gering ist.“ So läge diese Quote laut der Ende November veröffentlichten Zahlen bei 1,7 Prozent und damit um 0,3 Prozent niedriger als im Vorjahresmonat. „Dies bedeutet ganz konkret, dass die Zahl der Arbeitslosen im SGB II-Bezug im Kreis noch einmal um 357 Personen im Vergleich zum Vorjahr gesunken ist“, stellt Stolz heraus.

„Insgesamt waren im Landkreis Bergstraße im November 4.846 Menschen arbeitslos gemeldet“, so Stolz. Im Vormonat seien es 4.931 Menschen gewesen. Im Vergleich zum Vormonat ist die Zahl damit um 1,7 Prozent (85 Personen) gesunken. Im Vergleich zum Vorjahresmonat sank die Arbeitslosenzahl um 1,5 Prozent (75 Personen). Die Arbeitslosenquote bezogen auf alle zivilen Erwerbspersonen lag bei 3,3 Prozent. Im Vorjahr waren es 3,4 Prozent.

 

Weitere Informationen zu NAVI und den Aktivitäten des Job-Centers Neue Wege unter www-neue-wege.org.

29.11.2019

Jobcenter setzen verstärkt auf digitale Zukunft.

Hessen Kommunale Jobcenter starten mit digitaler Innovationswerkstatt: Kreis Bergstraße an Entwicklung von „modernem Werkzeugkoffer“ beteiligt. Bild: Gerhard Seybert/stock.adobe.com

 Kreis Bergstraße (kb) Der Arbeitskreis der 16 Hessischen Kommunalen Jobcenter, in dem auch der Kreis Bergstraße aktiv ist, will eine gemeinsame digitale Innovationswerkstatt entwickeln. Ein entsprechender Förderantrag, der von den Jobcentern des Kreises Bergstraße, Fulda, Offenbach, Groß-Gerau und des Main-Taunus erarbeitet wurde, ist bereits durch das Land Hessen genehmigt worden. In der Innovationswerkstatt sollen Themen, die einen direkten Nutzen für Kunden oder auch Mitarbeitende der Kommunalen Jobcenter (KJC) entfalten, geprüft, entwickelt und umgesetzt werden. Eine wohlüberlegte konzeptionelle Ausrichtung und Methodik sollen den Erfolg des Projektes sicherstellen. Unterstützt durch die Mittel aus dem Ausbildungs- und Qualifizierungsbudget des Hessischen Ministeriums für Soziales und Integration (HMSI) streben die Kommunalen Jobcenter die bundesweite Vorreiterrolle beim wichtigen Thema „Digitale Kompetenz“ für ihren Kundenkreis sowie für die Mitarbeiterschaft an.

„Es gibt bereits zahlreiche Ideen und Themen, die in diesem Zusammenhang realisiert werden können“, so äußert sich die Erste Kreisbeigeordnete Diana Stolz, die unter anderem für das Kommunale Jobcenter des Kreises zuständig ist, von dem Vorhaben begeistert und verrät erste Beispiele: „Videokommunikation, die Nutzung von Social Media bei der Ansprache Jugendlicher, die Nutzung von digitaler Medien zur Grundbildung, auch über `Erklär-Videos` und vieles mehr. Die Innovationswerkstatt der KJC wird uns bei der Digitalisierung unseres ohnehin schon digitalen, papierlosen Jobcenters noch weiter voranbringen und Mitarbeitenden und Kunden quasi einen modernen, gut gefüllten Werkzeugkoffer für ihre Tätigkeit im Jobcenter an die Hand geben.“ Für die Erfolgsfähigkeit der Digitalisierungswerkstatt sei allerdings während der Entwicklung der digitalen Lösungen die Einbeziehung sowohl der Mitarbeiterschaft als auch die der SGB-II-Kundinnen und -Kunden von entscheidender Bedeutung, so Stolz. Auch die Akteure selbst sind überzeugt, dass auf diesem Wege die Akzeptanz und Kompetenz für neue digitale Formen der Interaktion und Zusammenarbeit gezielt gefördert werden. Ebenso können die konkreten Bedürfnisse beider Parteien bei der Entwicklung mit einfließen und berücksichtigt werden.

Die Innovationswerkstatt soll dabei bewusst auch außerhalb der originären Strukturen stattfinden beziehungsweise umgesetzt werden, um Mitarbeiter*innen wie auch Kund*innen eine möglichst kreative und „unvoreingenommene“ Form der Zusammenarbeit zu ermöglichen. Räumlichkeiten, in denen aktuell Werkakademien der KJC durchgeführt werden, könnten hierfür genutzt werden und wären in der Regel bereits mit entsprechendem technischem Equipment ausgestattet. Ebenso werden die Kommunalen Spitzenverbände ihre Räumlichkeiten einbringen und auch die KJC selbst weitere geeignete Räume in ihren Häusern zur Verfügung stellen.

Darüber hinaus wird dafür Sorge getragen werden, dass im Rahmen des Projektes nötige IT-Expertise vorhanden ist. Für bestimmte Fachaspekte, zu denen nicht überall eine vertiefte Expertise in den KJC vorliegt (wie möglicherweise zur Methodik des Design-Thinking, die hier eingesetzt werden soll), sollen Berater hinzugezogen werden. Auch für besondere technische Aspekte, wie Funktionalitäten oder ähnlichen Details, wird externes Know-How eingeholt. Inhalte und Themen, die in der Innovationswerkstatt bearbeitet werden sollen, gäbe es zur Genüge, heißt es auch dem Arbeitskreis.

Erstellt 18.11.2019

Kreis Bergstraße mit TOP-Arbeitslosen- und SGB-II-Quoten

Kreis Bergstraße (kb). Im Oktober waren im Landkreis Bergstraße 4.931 Menschen arbeitslos gemeldet. Im Vergleich zum Vorjahresmonat sank die Arbeitslosenzahl damit um 2,9 Prozent (147 Personen). Die Arbeitslosenquote – bezogen auf alle zivilen Erwerbspersonen – lag im Kreis Bergstraße insgesamt bei 3,3 Prozent. Im Vorjahr waren es 3,5 Prozent gewesen. Zum Vergleich: Hessenweit liegt die Arbeitslosenquote derzeit bei 4,3 Prozent und damit deutlich höher. Deutschlandweit wird eine Quote von 4,8 Prozent verzeichnet.

„Die Arbeitslosenquote im Kreis Bergstraße befindet sich erneut deutlich unter dem bundesdeutschen und auch unter dem hessischen Schnitt“, zeigte sich Landrat Christian Engelhardt über die aktuellen Zahlen erfreut. Die überdurchschnittlich gute Situation am Bergsträßer Arbeitsmarkt sieht der Verwaltungschef unter anderem in der hohen Attraktivität der Region als Wirtschaftsstandort begründet. „Im Kreis befinden sich viele erfolgreiche Unternehmen, die deutlich wachsen. Zudem gibt es eine Reihe von Neu-Ansiedlungen. So hat beispielsweise mit der Eagle Actuator Components GmbH & Co. KG kürzlich ein internationaler Experte für Antriebselemente zur Emissionsminderung einen Standort in Heppenheim eröffnet.“ Dem Wirtschaftsstandort Bergstraße käme dabei auch seine geographische Lage zwischen zwei Metropolregionen Rhein-Main und Rhein-Neckar zugute.

Doch nicht nur mit seinen niedrigen Arbeitslosenzahlen ist der Kreis Bergstraße führend. Auch die Entwicklung der Erwerbslosen-Zahlen im Bereich SGB-II ist äußerst positiv: So liegt die SGB-II-Quote im Kreis Bergstraße aktuell bei 1,8 Prozent. Für ganz Hessen ist dagegen eine Quote von 2,7, für ganz Deutschland von 3,1 verzeichnet.

„Unser Eigenbetrieb ‚Neue Wege‘, der für die Vermittlung von SGB-II-Empfängern zuständig ist, entwickelt regelmäßig neue, innovative Maßnahmen, die stets für ganz bestimmte Zielgruppen konzipiert und die damit überdurchschnittlich wirksam sind“, hob die Erste Kreisbeigeordnete Diana Stolz, die für das kommunale Jobcenter zuständig ist, hervor. So habe Neue Wege erneut eine Verringerung der Anzahl der Bedarfsgemeinschaften für den Kreis zu verzeichnen. Diese liegt nun bei 7126 und sank damit im Vergleich zum Vorjahresmonat um rund 5,5 Prozent (Berichtzeitraum Oktober 2019, Stand Juni 2019).

Erstellt am 30.10.2019

Bildungs- und Teilhabepaket: Mehr Chancengleichheit für Kinder und Jugendliche

Kinder sollen ihre Fähigkeiten optimal entwickeln können und faire Chancen auf gesellschaftliche Teilhabe und Bildung erhalten – möglichst unabhängig von den finanziellen Möglichkeiten des Elternhauses.

Kreis Bergstraße (kb) Kinder sollen ihre Fähigkeiten optimal entwickeln können und faire Chancen auf gesellschaftliche Teilhabe und Bildung erhalten – möglichst unabhängig von den finanziellen Möglichkeiten des Elternhauses. Um dies zu unterstützen, hat der Bund sein Bildungs- und Teilhabepaket (BuT) noch einmal ausgebaut und auch die entsprechende Antragstellung und Abrechnung vereinfacht. Um über die neue Unterstützung umfassend zu informieren, hat der Eigenbetrieb Neue Wege Kreis Bergstraße – Kommunales Jobcenter, über das die Bearbeitung der BuT-Anträge für alle Anspruchsberechtigten im Kreis erfolgt, Infoveranstaltungen an Schulen durchgeführt.

„Jedes Kind in Deutschland soll seine individuellen Potentiale unabhängig vom Geldbeutel der Eltern voll ausschöpfen und bei Aktivitäten mitmachen können“, stellt die Erste Kreisbeigeordnete Diana Stolz, die unter anderem für den Eigenbetrieb Neue Wege und das Jugendamt des Kreises zuständig ist, heraus. „Dieses Ziel verfolgt die Erweiterung des Bildungs- und Teilhabepaketes. Dieses Ziel verfolgen auch wir im Kreis Bergstraße. Daher wollen wir die Anspruchsberechtigten und eventuelle Kontaktpersonen gezielt über die neuen Fördermöglichkeiten aufklären.“

Denn: Über das Bildungs- und Teilhabepaket erhalten leistungsberechtigte Kinder und Jugendliche mehr Möglichkeiten, um an Bildungs- und Förderangeboten im schulischen, sozialen und kulturellen Bereich teilnehmen zu können. So wird etwa der Betrag für die Ausstattung mit Schulbedarf von 100 auf 150 Euro pro Schuljahr erhöht und der Eigenanteil beim Schulessen entfällt vollständig, ebenso wie die Schülerbeförderungskosten, die ab Sekundarstufe II über das Bildungspaket übernommen werden können. Der Bund übernimmt für Leistungsberechtigte zudem die Kosten für Ausflüge und mehrtägige Klassenfahrten. Auch die Kosten für eine außerschulische Lernförderung können, wenn bei den Kindern und Jugendlichen große Lerndefizite vorliegen, übernommen werden. Beiträge für Sport- und Kulturvereine oder Ferienangebote können mit bis zu 15,00 Euro monatlich bezuschusst werden.

Bei den Informationsveranstaltungen in den Schulen konnten die Expertinnen von Neue Wege zahlreiche Fragen der Anwesenden klären und hilfreiche Tipps und Informationen zum Leistungsumfang des BuT-Paketes geben. So werden beispielsweise generell die Kosten für Basis-Schwimmkurse übernommen. Ebenso kann geprüft werden, ob es möglich ist, Kosten, die durch eine Ferienbetreuung entstehen, erstattet zu bekommen. In Ausnahmefällen sei es auch möglich, dass der Förderbetrag, der über das BuT für die Anschaffung von Schulmaterial zur Verfügung gestellt wird, direkt an die Schule überwiesen wird, wenn die Erziehungsberechtigten nachweislich kein Schulmaterial besorgen, hieß es beim Info-Abend.

Weitere Informationen zum Bildungs- und Teilhabepaket gibt es unter www.bildungspaket.neue-wege.org. Hier stehen auch alle entsprechenden Formulare sowie ein BuT-Flyer in verschiedenen Fremdsprachen zum Download bereit. Unter der Hotline 06252/15-6051 oder per E-Mail an bildungspaket@neue-wege.org können Bergsträßerinnen und Bergsträßer auch individuelle Fragen zum BuT direkt klären.

Hintergrund:

Wer hat Anspruch auf die Leistungen? Kinder und Jugendliche aus Familien, die Arbeitslosengeld II, Sozialgeld, Sozialhilfe, Wohngeld und/oder Kinderzuschlag oder Leistungen nach Paragraf 2 und 3 des Asylbewerberleistungsgesetzes beziehen, haben die Möglichkeit, die Leistungen des Bildungspaketes in Anspruch zu nehmen. Grundsätzlich anspruchsberechtigt sind Kinder und Jugendliche bis zum 25. Lebensjahr, die eine allgemein- oder berufsbildende Schule besuchen und keine Ausbildungsvergütung erhalten.

Erstellt am 30.10.2019

Erste, positive Bilanz dank Absolventenmanagement

Kreis Bergstraße (kb). Im Februar 2018 startete das kommunale Jobcenter des Kreises Bergstraße „Neue Wege“ ein kreisübergreifendes neues Förderungsangebot für geflüchtete und neu zugewanderte Menschen: das Absolventenmanagement. Dieses soll geflüchteten und zugewanderten Menschen schneller und nachhaltiger als andere Angebote auf ihrem Weg in den Arbeitsmarkt unterstützen. Anderthalb Jahre nach dem Projektstart zieht Neue Wege nun eine erste, positive Bilanz: Fast 400 Zugewanderte konnte das Jobcenter mit Hilfe des Absolventenmanagements seit seiner Einführung rascher und passgenauer in weiterführende Sprachkurse und andere Maßnahmen vermitteln.

Zuvor waren vor allem Menschen mit Fluchthintergrund nach ihrem Integrationskurs für das Jobcenter oftmals nicht mehr erreichbar. Dabei sind viele Zugewanderte nach dem Integrationskurs noch nicht in der Lage, ihre berufliche Integration selbst zu planen und umzusetzen und ziehen sich frustriert zurück. Genau an dieser Stelle setzt das Absolventenmanagement an: Noch vor Ende des Integrationskurses werden die Teilnehmenden im Rahmen des Absolventenmanagements vor Ort beim jeweiligen Sprachkursträger beraten, die weiteren beruflichen Schritte geplant und eine fundierte Empfehlung für die individuelle berufliche Integration mit den jeweiligen Personen besprochen. Darüber hinaus wird die Umsetzung der weiteren Schritte mit dem Fallmanagement von Neue Wege koordiniert. Die Personen, die nicht Kunden des Kommunalen Jobcenters sind und aufgrund der kreisübergreifenden Beratung betreut werden, werden an entsprechende weitere Hilfsangebote vermittelt.

Das Absolventenmanagement hilft dabei, die Pause zwischen dem Integrationskurs und dem nächsten Sprachkurs oder der Folgemaßnahme zu verkürzen. Zudem können durch die Beratung die Ressourcen und die beruflichen Ziele der Menschen stärker berücksichtigt werden, was sie wiederum motiviert und den Wunsch nach Integration festigt und belebt. „Das Absolventenmanagement ist ein großer Erfolg“, freut sich die Erste Kreisbeigeordnete und für Neue Wege zuständige Dezernentin Diana Stolz. „Wir erreichen damit viel mehr Menschen mit Flucht- oder Migrationshintergrund und können ihnen gleichzeitig besser helfen. Wir hören ihnen zu, erfahren ihre beruflichen Wünsche und können ihnen dabei helfen, ihren individuellen Weg in den hiesigen Arbeitsmarkt zu finden.“

Nach anderthalb Jahren lässt sich festhalten, dass sich das Absolventenmanagement erfolgreich in der Flüchtlingsberatung beim Kommunalen Jobcenter des Kreises Bergstraße etabliert hat. Um noch mehr Menschen professionell begleiten und auf ihrem Weg in die berufliche Integration beraten zu können, soll nun eine weitere Stelle im Absolventenmanagement geschaffen werden. Das Absolventenmanagement wird durch Landesmittel im Rahmen des Ausbildungs- und Qualifizierungsbudgets finanziert.

erstellt am 02.10.2019

 

Neustart durch Neue Wege

Kreis Bergstraße (kb). Der Karolinger Hof in Lorsch ist stolz darauf, nicht nur ein schönes Hotel zu sein, sondern auch Menschen, die eigentlich keine Chance auf dem Ersten Arbeitsmarkt haben, eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung bieten zu können. So arbeiten in dem Unternehmen sehr verschiedene Menschen mit unterschiedlichsten psychischen und körperlichen Einschränkungen, auf die individuell eingegangen wird. Dabei kooperiert der Karolinger Hof bereits seit 2013 mit dem Kommunalen Jobcenter „Neue Wege“ des Kreises Bergstraße bei der Maßnahme „AktivO“.

(v.r.n.l.) Die Erste Kreisbeigeordnete Diana Stolz, Harald Weiß von „Neue Wege“ sowie Claudia Bock und Frank Hofmann vom Karolinger Hof verfolgten gespannt den Bericht der ehemaligen AktivO-Teilnehmerinnen Tanja Singh und Kotschi Azimi.

AktivO ist ein Angebot, das sich speziell an Menschen in besonderen Problemlagen sowie an Menschen mit gesundheitlichen oder psychischen Einschränkungen richtet. Die Teilnehmer können sich im Rahmen dieser Maßnahme in den Bereichen Gastronomie und Hotel erproben und dabei vertiefende Kenntnisse erwerben, mit dem Ziel, dass sie anschließend in ein Arbeitsverhältnis in diesen Bereichen vermittelt werden können. Am Karolinger Hof sammeln die AktivO-Teilnehmenden in einer geschützten aber dennoch realen Arbeitsumgebung dafür praktische Erfahrungen und werden gleichzeitig in verschiedenen Modulen auch theoretisch geschult. Sie werden durch qualifizierte Fachkräfte in ihrer Arbeit angeleitet und zudem sozialpädagogisch begleitet. „AktivO schaut nicht nur wo die Stärken jedes Einzelnen liegen, sondern hilft auch herauszufinden, wo und wie es für die Teilnehmenden weitergehen könnte“, betonte die Erste Kreisbeigeordnete Diana Stolz. „Es ist für die Teilnehmerinnen und Teilnehmer einfach ein tolles Rundumpaket, das ihnen hilft, auf dem Ersten Arbeitsmarkt Fuß zu fassen.“

 

Kotschi Azimi (links) und Tanja Singh (rechts) berichteten während des Treffens der Betriebskommission des Kommunalen Jobcenters „Neue Wege“ über ihre Erfahrungen mit „AktivO“.

Auch ehemalige Teilnehmende sind von der Maßnahme überzeugt. Kotschi Azimi, die am Karolinger Hof an AktivO teilgenommen und dort anschließend eine Ausbildung zur Hotelfachkraft absolviert hatte, hatte vor dem Angebot große Probleme einen Job zu finden und glaubte nicht mehr an sich. Am Karolinger Hof wurde sie herzlich aufgenommen, die anderen kümmerten sich um sie und bauten sie wieder auf. „Durch AktivO und meine Arbeit hier am Karolinger Hof hat mein Leben wieder einen Sinn bekommen“, erklärte die junge Frau. Nach ihrer Zeit in der Maßnahme erhielt Azimi einen Ausbildungsplatz am Karolinger Hof und ist nun bereits im zweiten Lehrjahr. Ihre Kollegin Tanja Singh, ebenfalls eine ehemalige AktivO-Teilnehmerin, ist sogar schon einen Schritt weiter: Sie hat ihre Ausbildung nach zwei Jahren als Jahrgangsbeste beendet und strebt nun in ihrem dritten Lehrjahr am Karolinger Hof den Abschluss als „Hotelkauffrau“ an.

 

Während der letzten Sitzung der Betriebskommission des Kommunalen Jobcenters „Neue Wege“ wurde die Maßnahme „AktivO“ genauer vorgestellt.

Über die Maßnahme informierte sich die Betriebskommission des Eigenbetriebs Neue Wege im Rahmen seines letzten Treffens. Während diesem beschloss die Kommission die Verlängerung der Maßnahme „Bewerbungscenter“ an den Standorten Bergstraße, Odenwald, Ried und Viernheim, ebenso wie die Verlängerung der Verträge für Sicherheitsdienstleistungen.

Arbeitslosenquote weiter gesunken – August 2019

Kreis Bergstraße (kb). Im August waren im Landkreis Bergstraße 5049 Menschen arbeitslos gemeldet. Im Vergleich zum Vorjahresmonat sank die Arbeitslosenzahl um 241 Personen. Dies entspricht einem Minus von 0,2 Prozent. Bezogen auf alle zivilen Erwerbspersonen lag die Arbeitslosenquote somit bei 3,4 Prozent (Vorjahr: 3,6 Prozent). Im hessenweiten Vergleich liegt der Kreis Bergstraße damit deutlich vorn. In Hessen sank die Zahl der Arbeitslosen im Vergleich zum Vorjahresmonat um 1.029 Personen. Fast ein Viertel davon entfällt auf den Kreis Bergstraße. Im Durchschnitt beträgt die Arbeitslosenquote in Hessen aktuell 4,5 Prozent.

„Seit über einem halben Jahr können wir hier im Kreis Bergstraße eine äußerst niedrige Arbeitslosenquote vorweisen“, freute sich Landrat Christian Engelhardt. Für die anhaltende sehr gute Entwicklung am Bergsträßer Arbeitsmarkt und die hervorragende Beschäftigungsquote macht der Verwaltungschef vor allem zwei Faktoren verantwortlich: „Dies lässt sich einerseits auf unsere einmalige geographische Lage als Teil der beiden Metropolregionen Rhein-Main und Rhein-Neckar zurückführen. Gleichzeitig wächst der Kreis Bergstraße zusehends und wird somit für Unternehmen immer interessanter, welche wiederum neue Arbeitsplätze in unsere Region bringen. – Wir sind ein wirtschaftsstarker Landkreis!“

Gemeinsam mit der Ersten Kreisbeigeordneten Diana Stolz, die für das kommunale Jobcenter „Neue Wege“ des Kreises Bergstraße zuständig ist, freut sich Engelhardt über die hervorragende Vermittlung in den Arbeitsmarkt. „Nicht nur die Arbeitslosenquote, auch die Zahl der Hartz-IV-Empfänger ist im vergangenen Monat weiterhin rückläufig. Unser Eigenbetrieb ‚Neue Wege‘, der für die Vermittlung von SGB-II-Empfängern zuständig ist, leistet großartige Arbeit“, hob Stolz hervor. So ist die SGB-II-Quote im Kreis Bergstraße im Vergleich zum Vorjahresmonat um 0,3 Prozent auf 1,9 Prozent gesunken. Auch die Anzahl der Bedarfsgemeinschaften in diesem Bereich sank um rund 5,7 Prozent und liegt nun bei 7215. „Der fortwährende Rückgang der SGB-II-Quote ist ein riesen Erfolg“, so die Erste Kreisbeigeordnete. „Die effektiven und innovativen Maßnahmen von ‚Neue Wege‘ machen den hiesigen Arbeitsmarkt für Kundinnen und Kunden zugänglich. Die ausgezeichnete und engagierte Arbeit der Jobcentermitarbeiterinnen und -mitarbeiter eröffnet jedem Einzelnen, der sich an uns wendet, um Arbeit zu finden, eine echte Perspektive.“

PAuL macht seinen Weg

Arbeiten und lernen im Handwerk: Mit PAuL machen Geflüchtete ihren Weg

 

Perspektive Arbeit und Lebensqualität, kurz PAuL, ist ein integrationsorientiertes Beschäftigungs- und Lernprojekt für Flüchtlinge und Asylbewerber, aufgebaut in drei Phasen. Diese Fördermaßnahme mit Standort Bensheim erfolgt in Kooperation mit dem Amt für Soziales / Sachgebiet Flüchtlinge des Kreises Bergstraße, dem Eigenbetrieb Neue Wege -Kommunales Jobcenter- und der Handwerkskammer Frankfurt-Rhein-Main. Es wird im Auftrag des HSMI über das Arbeitsmarktbudget des Landes Hessen zu 50 % aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds gefördert. Weitere 50 % bringen die genannten Kooperationspartner als Eigenmittel ein. PAuL wurde im Herbst 2015 unter Federführung des BTZ (Berufsbildungs- und Technologiezentrum der Handwerkskammer Frankfurt-Rhein-Main) auf den Weg gebracht.

 

Zielgruppe des Projektes PAuL sind Flüchtlinge, die eine gewisse Affinität zu handwerklich orientierten Tätigkeiten und eine berufliche Vorbildung haben. Ziel ist es, den geflüchteten Menschen eine neue Perspektive aufzuzeigen, sie in den Arbeitsmarkt und in die Gesellschaft zu integrieren und sie auf ihrem Weg zur eigenen Existenzsicherung und somit zu mehr Lebensqualität zu unterstützen. Die nachhaltige Integration in den Arbeitsmarkt ist das oberste Erfolgskriterium.

 

Kürzlich konnten drei junge Flüchtlinge in ein festes Ausbildungsverhältnis vermittelt werden. Zwei davon erlernen den Beruf des Maler und Lackierers, einer wird Metallbauer. Weitere 14 sammeln erste Erfahrungen durch ein Praktikum in den verschiedensten Berufsfeldern wie beispielsweise Metall, Elektro, Holz, Gastro oder dem Bäckerhandwerk.

 

PAuL startet in der ersten Phase mit der sorgfältigen Auswahl der potentiellen Teilnehmer durch das Amt für Soziales / Sachgebiet Flüchtlinge. In Phase II werden die Teilnehmer an fünf Tagen pro Woche von Ausbildern, Sozialpädagogen und Lehrkräften im BTZ Bensheim betreut. Hier lernen sie den Lebens- und Arbeitsalltag in Deutschland kennen. Sie üben und erlernen praktische handwerkliche Fähigkeiten, lernen erstmals betriebliche Abläufe kennen und bauen ihre Sprachkenntnisse aus. Dies sind alles gute Voraussetzungen, die für Phase III unbedingt erforderlich sind. In der dritten und letzten Phase übernimmt Neue Wege Kreis Bergstraße – Kommunales Jobcenter – das Projekt. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus dem Bereich Arbeitgeberservice und Wirtschaftsförderung unterstützen die Teilnehmer durch gezielte Hilfe und Förderung bei der Integration in den ersten Arbeitsmarkt.

 

Ganz wichtig ist die bedarfsgerechte Betreuung beider Seiten – Teilnehmer und Handwerksbetriebe. Die Arbeitgeber werden bei all ihren Fragen und Anliegen beraten und unterstützt. Dies hat nicht nur den Vorteil, dass die zukünftigen Arbeitnehmer passgenau ausgewählt und vermittelt werden, sondern fördert auch die Bereitschaft der Betriebe sich zu engagieren. Ein enges Netzwerk und die Pflege guter Kontakte zum Handwerk und zur Wirtschaft erweisen sich als überaus wertvoll und sind ein wichtiger Teil der Integrationsarbeit am Arbeitsmarkt. Partner und Förderer gehen einen erfolgreichen gemeinsamen Weg, damit „PAuL“ sein Ziel erreicht. Aktuell ist das Projekt bis Ende 2017 gesichert.

Teilhabe am Berufsleben als Ziel

Neue Wege stellt neues Konzept zur Förderung von Menschen mit Handicap vor

Kreis Bergstraße (kb.) ESB – Eingliederung schwerbehinderter Menschen – ist eine neue Fördermaßnahme von Neue Wege –Kommunales Jobcenter –, die Menschen mit Handicap auf dem Weg zu einer sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung unterstützt.

„Uns ist es wichtig, Menschen mit einer schweren Behinderung eine gleichberechtigte Teilhabe am Berufsleben zu ermöglichen. Eine erfüllende Arbeit zu haben ist ein Grundbedürfnis und muss auch Menschen mit Handicap zugänglich sein“, so die Erste Kreisbeigeordnete und zuständige Dezernentin Diana Stolz. „Wir sind überzeugt, dass eine ganzheitliche Förderung der richtige Weg ist. Unser neues Konzept ist ideal auf die Situation von Menschen mit einer Behinderung abgestimmt. Wir nehmen unseren Auftrag, Inklusion am Arbeitsmarkt zu fördern, sehr ernst“, so Stolz weiter.

Die neue Maßnahme begleitet die Teilnehmenden über einen Zeitraum von 12 Monaten. Ein intensiver Betreuungsschlüssel bietet viel Raum für lange Einzelgespräche, ausführliche Potentialanalysen und Austauschmöglichkeiten mit den Betroffenen und interessierten Arbeitgebern. Ganz gezielt wurde eine 3-Phasen-Förderstruktur konzeptioniert: Feststellungsphase, Umsetzungsphase und, gegen Ende der Förderung, eine Integrationsphase.

In der Feststellungsphase erarbeitet ein interdisziplinäres Team zunächst durch eine Anamnese, eine Potentialanalyse und Orientierungsgespräche einen konkreten Arbeitsplan gemeinsam mit den Betroffenen. In der anschließenden Umsetzungsphase wird durch intensives und individuelles Coaching an der Umsetzung des Arbeitsplanes gearbeitet. Bei der dritten Phase – der Integrationsphase – sollen praktische Erfahrungen auf dem Arbeitsmarkt, wie zum Beispiel durch sogenannte Praxisjobs, gesammelt werden. Ist das Ziel einer erfolgreichen Integration, nämlich eine Beschäftigung am ersten Arbeitsmarkt, erreicht, betreut Neue Wege die neuen Arbeitnehmer auch noch einige Zeit weiter.

„Nach unserer Erfahrung ist eine Nachbetreuung eine sehr sinnvolles Angebot“, findet Betriebsleiter Stefan Rechmann. „Dient sie doch der Stabilisierung des neuen Beschäftigungsverhältnisses und bietet beiden Seiten, Arbeitgeber und Arbeitnehmer, die Möglichkeit der Unterstützung und des Austauschs im Bedarfsfall“, so der Betriebsleiter abschließend.

Lfd. Nr. 234/2017

Kreis Bergstraße weiterhin mit niedriger Arbeitslosenquote

Zahl der Arbeitslosen im Juli leicht angestiegen

Kreis Bergstraße (kb). Der Arbeitsmarkt zeigt sich im Monat Juli etwas weniger freundlich als in der ersten Jahreshälfte, was sich auf verschiedene Faktoren und nicht zuletzt auf die Ferienzeit zurückführen lässt. Insgesamt sind im Kreis Bergstraße aktuell 5.560 Menschen ohne Arbeit und damit 175 Personen mehr als im Vormonat.

Insgesamt bewegt sich der Kreis mit einer Arbeitslosenquote von 3,8 Prozent auf einem weiterhin sehr niedrigen Niveau und liegt damit um einen Prozentpunkt unter dem südhessischen Durchschnitt (4,8 Prozent). „Dies ist ein erfreuliches Ergebnis und zeigt, dass unser Arbeitsmarkt weiterhin sehr stabil und aufnahmefähig ist“, so Landrat Christian Engelhardt.

Bei den SGB II-Empfängern ist ein leichter Anstieg zu verzeichnen. Gegenüber Juni 2017, in dem 3.159 Menschen registriert waren, hat sich im aktuellen Monat die Zahl um 19 Personen auf 3.178 gesteigert. Im Vorjahr wurden im Vergleichsmonat 3.203 Hilfeempfänger, somit 25 Personen mehr, vom Jobcenter Neue Wege betreut.
„Angesichts der Tatsache, dass zunehmend Menschen mit Flüchtlingshintergrund anerkannt werden und sodann dem Arbeitsmarkt zur Verfügung stehen und sich bei den Jobcentern melden, ist die konstant niedrige Arbeitslosenzahl ein Ergebnis, das sich durchaus sehen lassen kann“, so die Erste Kreisbeigeordnete und zuständige Dezernentin Diana Stolz abschließend.