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Künstliche Intelligenz wird Arbeitsalltag in vielen Branchen verändern

Bergsträßer Kreisverwaltung testet bereits KI für eine effizientere Verwaltung / Arbeitslosenquote im Kreis im Mai bei 4,3 Prozent

Kreis Bergstraße (kb). Der Einsatz von Künstlicher Intelligenz wird die Art und Weise, wie viele Menschen in Deutschland arbeiten, in absehbarer Zeit stark verändern. Für den Arbeitsmarkt bedeutet das: Weiterbildungen zum Thema KI könnten in vielen Branchen immer wichtiger werden. Laut einer Studie des McKinsey Global Institute (MGI), die kürzlich veröffentlicht wurde, wären hierzulande schon bis 2030 rund drei Millionen Jobs von Veränderungen durch den Einsatz von KI – zum Beispiel bei der Automatisierung von Abläufen – betroffen. Besonders groß könnte der Umbruch bei Arbeitsplätzen im Büro sein, also in den Verwaltungen von Unternehmen und öffentlichen Einrichtungen.

„KI-Anwendungen haben das Potenzial, uns künftig die Arbeit zu erleichtern, indem sie uns Aufgaben abnehmen. Hier liegt eine große Chance, denn der Fachkräftemangel, den wir auch in der Verwaltung schon jetzt spüren, wird sich in den kommenden Jahren noch stärker bemerkbar machen. Der Einsatz von KI könnte hier richtig eingesetzt die Effizienz und die Produktivität stark steigern“, sagt Landrat Christian Engelhardt. „Damit KI effektiv eingesetzt werden kann, werden Weiterqualifizierungen für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern in den betroffenen Branchen immer wichtiger werden. Gleichzeitig wird Weiterbildung auch ein Schlüssel dafür sein, im Berufsleben durch KI nicht den Anschluss zu verlieren. Für unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern ist das zum Beispiel über den Kommunalcampus möglich“, so Landrat Engelhardt.

Wie in vielen Unternehmen wird auch in der Bergsträßer Kreisverwaltung der Einsatz von Künstlicher Intelligenz bereits getestet. In erster Linie werden KI-Anwendungen aktuell zur Unterstützung bei allgemeinen Aufgaben in der Verwaltungsorganisation herangezogen, zum Beispiel beim Protokollieren von internen Videokonferenzen oder Terminen.

Der Eigenbetrieb Neue Wege Kreis Bergstraße -Kommunales Jobcenter- befindet sich gemeinsam mit anderen hessischen Jobcentern aktuell in der Entwicklung eines Chat-Bots zur Beantwortung von Kundenanliegen in verschiedenen Sprachen. Mit dem Projekt ERPEA arbeitet der Kreis Bergstraße zudem gemeinsam mit dem Schwalm-Eder-Kreis und dem Kreis Waldeck-Frankenberg – mit Förderung des Landes Hessen sowie Unterstützung der ekom21 – an der Automatisierung von bestimmten Verwaltungsprozessen. Betroffen sind hier vor allem Routinetätigkeiten, die nach einem sich wiederholenden Muster ablaufen. Da es sich bei dem intelligenten Robotik-Tool um ein geschlossenes System handelt – das heißt, es werden keine Daten nach außen gegeben – ist der Einsatz datenschutzkonform möglich. Durch die Automatisierung solcher Routineprozesse soll mehr Zeit für wesentliche Aufgaben geschaffen werden, die nur von Menschen erledigt werden können. Das Verwaltungsrahmengesetz sieht zum Beispiel vor, dass Entscheidungen mit Rechtswirkung nur von Menschen getroffen werden dürfen. Dabei muss dem Menschen auch ein Entscheidungsspielraum gegeben sein, das heißt, er darf seine Entscheidung nicht allein aufgrund von Vorschlägen einer KI treffen.

Für einen großflächigen Einsatz in der Verwaltung muss eine KI-Anwendung datenschutzkonform funktionieren, da Behörden in vielen Fällen mit personenbezogenen Daten arbeiten. Das ist aktuell jedoch kaum der Fall, da es sich bei den meisten KI-Anwendungen um offene Systeme handelt und die Hersteller die eingegebenen Daten in der Regel nutzen, um ihre KI zu trainieren und zu verbessern. Zudem sind für viele Behördenvorgänge digitale Fachanwendungen nötig, in die die KI erst implementiert werden muss. „Wir brauchen hier dringend neue gesetzliche Regelungen, die den Datenschutz in Einklang mit den Chancen setzt, die uns KI bietet. Zum anderen müssen auch die Hersteller dafür sorgen, dass man ihre Anwendungen datenschutzkonform nutzen kann und das sie auf den Einsatz in öffentlichen Verwaltungen und deren Besonderheiten zugeschnitten sind“, fordert Landrat Christian Engelhardt.

Während es durch KI in den kommenden Jahren gravierende Änderungen in der Arbeitsweise geben dürfte, bleibt der Bergsträßer Arbeitsmarkt stabil: Im Mai waren im Landkreis 6.580 Menschen (Vormonat: 6.744) arbeitslos gemeldet. Im Vergleich zum Vormonat ist die Zahl der von Arbeitslosigkeit betroffenen Menschen damit um 164 Personen (-2,4 Prozent) gesunken. Im Vergleich zum Vorjahresmonat (Bestand: 6.334) stieg die Arbeitslosenzahl um 246 Personen (+ 3,9 Prozent). Die Arbeitslosenquote bezogen auf alle zivilen Erwerbspersonen lag im Mai 2024 bei 4,3 Prozent. (Vorjahr: 4,3 Prozent). Zum Vergleich: Für Hessen insgesamt liegt die Arbeitslosenquote aktuell bei 5,4 Prozent, deutschlandweit bei 5,8 Prozent.

Neue Wege: Verbesserungen für Arbeitssuchende und Mitarbeitende

Kommunales Jobcenter Kreis Bergstraße führt 2024 Service-Hotline ein / Arbeitslosenquote im Kreis im November bei 4,4 Prozent

Kreis Bergstraße (kb). Wie hat sich der Arbeitsmarkt im Kreis Bergstraße entwickelt? Im November waren im Landkreis 6.537 Menschen (Vormonat: 6.658) arbeitslos gemeldet. Im Vergleich zum Vormonat ist die Zahl der von Arbeitslosigkeit betroffenen Menschen damit um 121 Personen (-1,8 Prozent) gesunken. Im Vergleich zum Vorjahresmonat stieg die Arbeitslosenzahl um 479 Personen (+ 7,9 Prozent). Die Arbeitslosenquote bezogen auf alle zivilen Erwerbspersonen lag bei 4,4 Prozent. (Vorjahr: 4,1 Prozent). Zum Vergleich: Für Hessen insgesamt liegt die Arbeitslosenquote aktuell bei 5,2 Prozent, deutschlandweit bei 5,6 Prozent.

Um die Vermittlungsquote weiter zu verbessern, werden auch beim Eigenbetrieb Neue Wege Kreis Bergstraße – Kommunales Jobcenter – nach entsprechender Evaluation immer wieder Optimierungen vorgenommen. Im November diesen Jahres wurde beispielsweise eine Trennung im Fallmanagement von Vermittlung und Leistungssachbearbeitung vollzogen. An drei Standorten wurde diese neue Struktur bereits implementiert. Damit verbunden war eine intensivere Schulung der Mitarbeitenden im Vermittlungsbereich, die die Kundinnen und Kunden auf ihrem Weg in die Erwerbstätigkeit beraten und begleiten werden.

„Wir erhoffen uns von der Trennung von Vermittlung und Leistungssachbearbeitung im Fallmanagement zum einen eine Arbeitserleichterung für die Mitarbeitenden und zum anderen eine höhere Vermittlungsquote. Bisher ist die Resonanz positiv, die Mitarbeitenden stehen hinter dieser Neustrukturierung und auch die Kundinnen und Kunden profitieren von dem differenzierten Angebot“, sagt die Erste Kreisbeigeordnete und für das Kommunale Jobcenter zuständige Dezernentin Diana Stolz.

Doch dies ist nicht die einzige Umstellung bei Neue Wege Kreis Bergstraße -Kommunales Jobcenter -: Anfang 2024 wird eine Service-Hotline starten. Hierzu werden aktuell Mitarbeitende geschult, um Kundinnen und Kunden eine bessere telefonische Erreichbarkeit, eine unkomplizierte Beantwortung der am häufigsten gestellten Fragen und somit eine schnellere Bearbeitung der Anträge zu ermöglichen. Neben den bestehenden digitalen Angeboten auf der Homepage von Neue Wege Kreis Bergstraße -Kommunales Jobcenter- soll auch die Hotline die Mitarbeitenden entlasten und zu einer noch zügigeren Bearbeitung der Kundenanliegen führen.

„Die Hotline soll die Beantwortung der telefonischen Anfragen bündeln und so dazu beitragen, das anhaltend hohe Arbeitsaufkommen der Mitarbeitenden zu minimieren und zu einer geringeren Bearbeitungszeit der Kundenanliegen führen. Ich bin sicher, dass sowohl die Kundinnen und Kunden als auch die Mitarbeitenden von Neue Wege von dieser Einführung profitieren“, so die Erste Kreisbeigeordnete Diana Stolz.

Kreisverwaltung spielt Arbeitgeber-Trümpfe aus

Kreis Bergstraße (kb). Wie ist es um den Bergsträßer Arbeitsmarkt bestellt? Im Oktober waren im Landkreis Bergstraße 6.658 Menschen) arbeitslos gemeldet. Im Vergleich zum Vormonat ist die Zahl der von Arbeitslosigkeit betroffenen Menschen damit um 2,4 Prozent gestiegen. Im Vergleich zum Vorjahresmonat stieg die Arbeitslosenzahl um 9,2 Prozent. Die Arbeitslosenquote bezogen auf alle zivilen Erwerbspersonen lag bei 4,5 Prozent. (Vorjahr: 4,1 Prozent). Zum Vergleich: Für Hessen insgesamt liegt die Arbeitslosenquote aktuell bei 5,3 Prozent, deutschlandweit bei 5,7 Prozent.

„Aktuell steht der Kreis Bergstraße noch vergleichsweise gut da. Doch insgesamt wird der deutsche Arbeitsmarkt zunehmend von der Wirtschaftsflaute, vor allem aber von einem Fach- und Nachwuchskräftemangel geprägt“, konstatiert Landrat Christian Engelhardt. Der Fachkräftemangel träfe auch die Kreisverwaltung, so Engelhardt, der zugleich Personalchef ist. Seit längerem sei es unter anderen schwierig, Stellen für Ingenieure, IT-Fachleute, Mediziner und Sozialpädagogen zu besetzen. Auch ausgebildete Verwaltungskräfte seien aktuell nur sehr schwer zu finden. „Auch wir als Kreisverwaltung und zweitgrößter Arbeitgeber in der Region können nicht mehr problemlos jeder Stelle neu besetzen. Daher setzen wir zunehmend auf Personalmarketing.“

Denn die Kreisverwaltung, in der aktuell rund 1.500 Mitarbeitende beschäftigt sind, bietet Arbeitnehmenden viele Vorteile: „Das Arbeiten beim Kreis zeichnet sich nicht nur durch eine hohe Arbeitsplatzsicherheit aus, sondern auch durch besondere Familienfreundlichkeit. Erst kürzlich haben wir das Gütesiegel `Familienfreundlicher Arbeitgeber` erhalten, weil wir sehr flexible Arbeitszeiten – inklusive Teil- und Gleitzeit – anbieten“, so Engelhardt. „Gleichzeitig besteht bei uns die Möglichkeit zu mobilem Arbeiten, so können aktuell bis zu 50 Prozent der persönlichen Arbeitszeit im Home-Office absolviert werden.“

Auch lebenslanges Lernen wird in der Verwaltung großgeschrieben: Im Rahmen der Personalentwicklung bietet der Kreis seinen Mitarbeitenden in Zusammenarbeit mit der kreiseigenen Volkshochschule und dem Kommunal Campus ein umfangreiches internes Seminarangebot an, durch das sich die Mitarbeitenden neben den fachspezifischen Fortbildungen in den Abteilungen in übergeordneten Themen (u.a. Digitalisierung) weiterbilden können. „Außerdem fördern und unterstützen wir Mitarbeitende, die sich berufsbegleitend durch Weiterbildungslehrgänge und Bachelor- oder Masterstudiengänge weiter qualifizieren wollen“, so der Verwaltungschef.

Neben diesen Instrumenten der Personalentwicklung erhalten die Mitarbeitenden auf Wunsch vergünstigte Jobtickets beziehungsweise Deutschlandtickets oder über spezielle Leasing-Angebote ein Job-Rad. Ebenso gehören zahlreiche Maßnahmen zur Gesundheitsförderung (Kursangebote, Vergünstigungen bei Fitnessstudios etc.), ein werktäglicher Essensgeldzuschuss und Mitarbeiterrabatte bei verschiedenen regionalen Angeboten zu den Extras, von denen Arbeitnehmende profitieren können.

Zudem ist der Kreis einer der thematisch vielfältigsten Arbeitgeber: Es gibt beispielsweise sehr diversifizierte Arbeitsfelder im sozialen Bereich. Hier organisieren Beschäftigte unter anderem die Beratung und Unterstützung von Familien mit Kindern, sind für den Schutz von Kindern und Jugendlichen verantwortlich oder kümmern sich um die Gewährung von Leistungen an Menschen, die darauf angewiesen sind. Dies findet im Jugendamt, in den Jobcentern und im Sozialamt statt. Völlig anders ist die Tätigkeit dort, wo der Kreis Kontrollen oder Aufsichtsmaßnahmen durchführt und auf ordnungsgemäßes Verhalten hinzuwirken hat, wie zum Beispiel in der Trinkwasserversorgung, im Lebensmittelsektor oder im Bereich Bauen und Umwelt. Wieder anders sehen Tätigkeiten aus, in denen der Kreis Fördermittel gewährt (für landwirtschaftliche Betriebe etc.) oder in denen Infrastruktur für die Menschen im Kreis geschaffen wird (Schulbau, ÖPNV etc.). Und schließlich ist es Aufgabe der Landkreise, bestimmte Gefahren für die Kreisbewohner/innen abzuwenden. Hierfür arbeitet das Gesundheitsamt daran, die Ausbreitung bestimmter Infektionskrankheiten zu verhindern, oder die Gefahrenabwehr daran, für verschiedene Not- und Katastrophenfälle vorzusorgen. Ganz neue, zum Teil projektbezogene Stellen wurden in den vergangenen Jahren unter anderem im Bereich Klimaschutz, Radwegevernetzung oder im Ausbau der Gesundheitsversorgung geschaffen. Und: Zu guter Letzt muss auch eine Kreisverwaltung, wie jede andere Organisation, ein gutes Personal- und Finanzmanagement sowie eine reibungslose Buchführung vorhalten.

„Das zeigt, dass es durchaus spannend ist, bei uns zu arbeiten und vor allem, dass wir Mitarbeitende aus zahlreichen Professionen vereinen. In all den genannten Bereichen sind uns auch Nachwuchskräfte willkommen“, erläutert Landrat Engelhardt. „Darüber hinaus bieten wir Ausbildungsplätze und duale Studienplätze an, zum Beispiel im Bereich Fachinformatik, Hygienekontrolle, Öffentliche Wirtschaft, Soziale Arbeit und Bauingenieurwesen.“ Mehr dazu unter https://www.kreis-bergstrasse.de/landkreis-politik/karriere/studium-ausbildung-beim-kreis/

Mehr zum Kreis als Arbeitsgeber unter https://www.kreis-bergstrasse.de/landkreis-politik/karriere/kreis-bergstrasse-als-arbeitgeber/

„Im Topf brodelt es“: Arbeitsmarktzahlen suggerieren falsche Sicherheit

Landrat fordert massive Maßnahmen zur Wirtschafts- und Arbeitsmarktförderung sowie Bürokratieabbau / Arbeitslosenquote im Kreis aktuell bei 4,4 Prozent

Kreis Bergstraße (kb). Wie ist es um den Bergsträßer Arbeitsmarkt bestellt? Im August waren im Kreis Bergstraße 6.619 Personen arbeitslos gemeldet. Im Vergleich zum Vormonat ist die Zahl der von Arbeitslosigkeit betroffenen Menschen damit um 1,9 Prozent gestiegen. Im Vergleich zum Vorjahresmonat stieg die Arbeitslosenzahl deutlich, um 10,9 Prozent. Die Arbeitslosenquote bezogen auf alle zivilen Erwerbspersonen lag im August im Kreis Bergstraße insgesamt bei 4,4 Prozent. (Vorjahr: 4,0 Prozent) Zum Vergleich: Für Gesamt-Hessen liegt die Arbeitslosenquote aktuell bei 5,4 Prozent (Vorjahr: 5,1), deutschlandweit bei 5,8 Prozent (Vorjahr: 5,6).

„Der aktuelle, relativ leichte Anstieg der Arbeitsmarktzahlen wird vielerorts als übliche Sommerflaute und erstes Anzeichen einer schwachen Konjunktur gelesen. Die aktuellen Arbeitsmarktzahlen suggerieren, dass es einen grundsoliden Arbeitsmarkt gäbe“, konstatiert Landrat Christian Engelhardt. Doch: „Im Topf brodelt es. Der Einbruch der Konjunktur und die Investitionszurückhaltung der Unternehmen ist größer, als die Arbeitsmarktzahlen erwarten lassen. Denn der Jobabbau in der Wirtschaft wird durch den Fachkräftemangel und das Ausscheiden der sogenannten `Babyboomer` aus dem Berufsleben überlagert. Die von Experten prognostizierte gravierende Wirtschaftsflaute wird uns als Staat hart treffen. Schließlich muss all das, was wir – auch in unserem Kreis – an Leistungen und Infrastruktur bieten, weiterentwickeln wollen und vor allem auch alle sozialen Leistungen zunächst von den Unternehmen erwirtschaftet werden.“

Daher sei es jetzt an der Zeit, dieser Entwicklung gegenzusteuern und auch die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Wirtschaft mit Hochdruck zu steigern. Wenn beispielsweise Niklaus Stihl (u.a. Hersteller von Kettensägen) sagt, dass es aufgrund der Rahmenbedingungen und der deutschen Lohnkostenlandschaft inzwischen wirtschaftlicher sei, in der Schweiz statt in Deutschland zu produzieren, dann sei dies ein besonders plakatives Beispiel für die Situation unseres Standorts, führt der Landrat aus. „Das von der Bundesregierung geplante Wachstumspaket kann ein erster Schritt werden, um die Wirtschaft zu entlasten und die Konjunktur anzukurbeln. Ausreichen wird dies angesichts der riesigen Herausforderungen, vor denen wir hier stehen, nicht“, ist Engelhardt sicher und fordert weitere Entlastungen für die Wirtschaft, einen Abbau der Bürokratie auf allen Ebenen sowie eine gezielte Arbeitsmarktförderung. Als Landrat werde er angesichts dieser Situation seinen Fokus auf das Thema „Förderung der Wirtschaft und eines wirtschaftsfreundlichen Umfelds im Kreis Bergstraße“ weiter verstärken.

Mit dem BASS-Studium zum Profi für Arbeit und Soziales

Studiengang bietet Flexibilität und ist für viele Lebenslagen geeignet


Lars Haußer, der 2023 sein BASS-Studium abgeschlossen hat, an seinem Arbeitsplatz bei Neue Wege Kreis Bergstraße – Kommunales Jobcenter.

Kreis Bergstraße (kb). Eine sinnstiftende Tätigkeit mit sicherem Arbeitsplatz und Bezahlung vom ersten Arbeitstag an – das ermöglicht der Studiengang BASS (Bachelor of Arts „Sozial-Verwaltungswirtin (B.A.) / Sozialverwaltungswirt (B.A.)) seinen Absolventinnen und Absolventen. Seit 2011 ist auch der Kreis Bergstraße in Kooperation mit Neue Wege Kreis Bergstraße – Kommunales Jobcenter –, Träger des Studiengangs. Konzipiert wurde er gemeinsam mit den hessischen Kommunalen Jobcentern und der Hochschule Fulda. Das Studium kann sowohl dual als auch berufsbegleitend absolviert werden und ist somit für viele Lebenslagen geeignet. Kleine Studiengruppen von maximal 30 Personen, die individuelle und flexible Kombination aus Präsenz- und Online-Unterrichtseinheiten („Blended Learning“), Bezahlung ab dem ersten Tag, praxisnahe Lerninhalte und gut aufeinander abgestimmte Praxis- und Theorieeinheiten zeichnen das Studium ebenfalls aus.

„Der BASS-Studiengang bietet nicht nur die Möglichkeit, flexibel zu studieren, sondern öffnet auch das Tor zu einem wichtigen und spannenden Beruf. Für uns als Kreis bietet er zudem die Chance, qualifizierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter auszubilden und zu gewinnen. Wir freuen uns, dass wir diese Möglichkeit im Kreis Bergstraße anbieten können“, sagt die Erste Kreisbeigeordnete und für Neue Wege Kreis Bergstraße – Kommunales Jobcenter – zuständige Dezernentin Diana Stolz.

Kerninhalte des Studiums sind unter anderem Psychosoziale Gesprächsführung, Arbeitsökonomie, Sozial- und Verwaltungsmanagement, Recht (vor allem Sozial-und Verwaltungsrecht) und zahlreiche zusätzliche Weiterbildungsmöglichkeiten während des Studiums. Die Dauer beläuft sich auf sieben Semester (3,5 Jahre) und ist verteilt auf Praxisphasen, Selbststudium und auch Praxiswochenenden, um einen regelmäßigen Austausch zu den Kommilitonen und Dozierenden zu gewährleisten.

Lars Haußer hat im Jahr 2023 erfolgreich das BASS-Studium abgeschlossen und ist seitdem Mitarbeiter bei Neue Wege Kreis Bergstraße – Kommunales Jobcenter –. Er sagt: „Der Studiengang ist einfach super und sehr vielseitig. Inhalte und Absprachen zwischen der Hochschule Fulda und dem Kreis Bergstraße waren hervorragend und auch die Dozenten sind immer für meine Kommilitonen und mich erreichbar gewesen. Die Entscheidung für das BASS-Studium habe ich nicht bereut und kann nun qualifiziert und mit Freude meine Aufgabe, Menschen in Arbeit zu verhelfen, erledigen.“

In den vergangenen Jahren haben im Kreis Bergstraße, in Zusammenarbeit mit Neue Wege – Kommunales Jobcenter –, bereits 22 Personen erfolgreich das Studium abgeschlossen. Für den Studienstart im Herbst 2023 sind alle Studienplätze im Kreis Bergstraße bereits vergeben, doch im Jahr 2024 können wieder Studierende an den Start gehen und sich bereits bewerben: https://jobportal.kreis-bergstrasse.de/Duales-Studium-Bachelor-of-Arts-Soziale-Sicherung-und-Sozi-de-j1457.html

Der Kreis Bergstraße hat zum Thema BASS-Studium auch einen Kurzfilm gedreht. Zu finden ist dieser zum einen auf dem Instagram-Account des Kreises oder auf der Homepage von Neue Wege Kreis Bergstraße – Kommunales Jobcenter.

Wer nach absolviertem BASS-Studium bei Neue Wege Kreis Bergstraße – Kommunales Jobcenter – tätig ist, hilft unter anderem dabei, Menschen in Arbeit zu vermitteln und damit auch, die Arbeitslosenzahlen im Kreis auf vergleichsweise niedrigem Niveau zu halten: Im Juli waren im Landkreis Bergstraße 6.494 Menschen (Vormonat: 6.409 Menschen) arbeitslos gemeldet. Im Vergleich zum Vormonat ist die Zahl der von Arbeitslosigkeit betroffenen Menschen um 85 Personen (+ 1,3 Prozent) gestiegen. Im Vergleich zum Vorjahresmonat (Bestand: 5.560) stieg die Arbeitslosenzahl um 934 Personen (+16,8 Prozent). Die Arbeitslosenquote bezogen auf alle zivilen Erwerbspersonen lag bei 4,4 Prozent. Im Vorjahr waren es 3,8 Prozent. Zum Vergleich: Für Hessen insgesamt liegt die Arbeitslosenquote aktuell bei 5,2 Prozent, deutschlandweit bei 5,7 Prozent.

Fit für die digitale Arbeitswelt

„Digitale Kompetenzförderung“ im kommunalen Jobcenter / Arbeitslosenquote des Kreises aktuell bei 4,1 Prozent

Kreis Bergstraße (kb). Im Oktober waren im Kreis Bergstraße 6.098 Personen arbeitslos gemeldet. Im Vergleich zum Vormonat ist die Zahl der von Arbeitslosigkeit betroffenen Menschen um 192 Personen beziehungsweise um 3,3 Prozent gestiegen. Im Vergleich zum Vorjahresmonat stieg die Arbeitslosenzahl um 24,8 Prozent. Die Arbeitslosenquote bezogen auf alle zivilen Erwerbspersonen lag bei 4,1 Prozent (Vorjahr: 3,3 Prozent). Zum Vergleich: Für Hessen insgesamt liegt die Arbeitslosenquote aktuell bei 4,9 Prozent, deutschlandweit bei 5,3 Prozent. Der Anstieg der Arbeitslosenzahlen im Kreis Bergstraße ist weiterhin hauptsächlich darauf zurückzuführen, dass nach wie vor Geflüchtete aus der Ukraine in die Betreuung des kommunalen Jobcenters überführt wurden. Denn: Durch den sogenannten Rechtskreiswechsel der Geflüchteten, gelten sie ab diesem Zeitpunkt als arbeitslos.

Arbeitsuchende Bergsträßerinnen und Bergsträßer sehen sich bei Ihrer Jobsuche oft mit den verschiedensten Hürden konfrontiert. Ein immer relevanteres Thema hierbei ist die zunehmend digitaler werdende Arbeitswelt. Um Kundinnen und Kunden bestmöglich zu unterstützen, bietet das kommunale Jobcenter Neue Wege ein breites Spektrum an Angeboten für verschiedenste Qualifizierungen an – auch im Bereich Digitalisierung. Das rechtskreisübergreifende Angebot „Digitale Kompetenzförderung“, welches durch Mittel des Hessischen Ministeriums für Soziales und Integration und des Sozialbudgets gefördert wird, soll Menschen im Umgang mit digitalen Medien im Arbeitskontext unterstützen. Über einen Zeitraum von zwölf Wochen werden den Jobsuchenden beispielsweise die Grundlagen zum Thema Hard- und Software, der Umgang und die Nutzung von digitalen Medien sowie die Erstellung von Online-Bewerbungen vermittelt. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer werden in Einzelgesprächen gecoacht und dadurch individuell geschult. „Es ist enorm wichtig, Menschen beim Umgang mit den digitalen Medien zu unterstützen. Denn nur so können sie an der sich stetig weiterentwickelnden Arbeitswelt teilhaben und neue Chancen für sich nutzen. Diese Maßnahme ist ein tolles Angebot, um Menschen, die bisher keine oder wenig Erfahrung mit digitalen Medien haben, mehr Sicherheit zu vermitteln“, so die Erste Kreisbeigeordnete Diana Stolz.

Von dieser Maßnahme können alle langzeitarbeitslosen Frauen, Männer über 50-Jahre im ALG II-Bezug profitieren. Darüber hinaus können auch Personen im SGB II-Bezug, mit einem Migrationshintergrund, die über ein Sprachniveau der Stufe B1/B2 verfügen, teilnehmen. Seit dem 01.02.2022 arbeitet Neue Wege in dieser Sache erfolgreich mit der Merkur-Schule in Heppenheim zusammen. Für Interessierte besteht weiterhin die Möglichkeit, nach Rücksprache mit dem Fallmanagement, sich für diese Maßnahme anzumelden.