Zahlen weisen in die richtige Richtung

Der zu Beginn des letzten Jahres zum neuen Betriebsleiter des Eigenbetriebes Neue Wege Bergstraße berufene Stefan Reschmann hat seit dem 1. November 2012 auch einen Stellvertreter. Erster Kreisbeigeordneter Thomas Metz stellte zu Beginn der Jahrespressekonferenz den in der Gemeinde Gorxheimertal wohnhaften Harald Weis vor. Weis war von Gründung des Eigenbetriebes an Mitarbeiter und zuletzt mit der Führung des Job-Centers in Viernheim beauftragt.

Kreis in vielen Bereichen besser als der Landesschnitt

Thomas Metz und Stefan Reschmann gaben einen Einblick in die Arbeit des Eigenbetriebes, die laut Stellenplan 2013 von 138 Mitarbeiter geschultert wird. Besonders stolz ist man auf die Maßnahmen „interne und externe Einstiegsoffensive“, dem zentralen Instrument, mit dem Arbeitslosen Wege zur Rückkehr in die Arbeitswelt eröffnet werden sollen. Reschmann: „Diese Maßnahme ist unser Baby. Es findet mittlerweile bundesweit Beachtung.“ Davon zeugen Besuche aus allen Teilen der Republik, zuletzt aus dem Kreis Schaumburg. Trotz schwieriger Rahmenbedingungen, so Thomas Metz, könne man für 2012 mit positiven Zahlen aufwarten. Die Zahl der Langzeitarbeitslosen nahm von 4 220 im Dezember 2011 auf 3 949 ab. Die Zahl der unter 25-jährigen Personen konnte durch die Arbeit des Ei-genbetriebes von 120 auf 81 abgesenkt werden.

Der Kreis Bergstraße liegt bei den Langzeitarbeitslosen mit 2,86 Prozent unter der Quote für Hessen. Für Bezahlung von Kosten für die Unterkunft wurden 28,8 Millionen Euro aufgewandt. 1 474 Menschen wurden in den ersten Arbeitsmarkt integriert und zwar absolut, ohne 400 Euro-Jobs und ohne Vermittlung in berufliche Ausbildung. Die Vorgabe des Kreistages, bis Ende 2012 eine Arbeitslosenquote bei der Langzeitarbeitslosigkeit zu erreichen, die sich im Vergleich zu 2008 um 0,2 Prozentpunkte besser entwickeln sollte als im hessischen Durchschnitt, wurde erreicht.

Die Ausgabensumme für allein Regelleistungen und Kosten der Unterkunft konnte im Vergleich zu 2008 im Jahr 2012 um acht Millionen Euro reduziert werden. Fünf Millionen Euro davon resultieren aus der besseren Entwicklung der Arbeitslosigkeit im Kreis Bergstraße gegenüber der durchschnittlichen Entwicklung der Quote in Hessen. Damit, so Kreisbeigeordneter Metz, habe sich die Zielsetzung, der kommunalen Sozialpolitik, die Menschen in Arbeit zu bringen, als richtig erwiesen.

Viele neue Projekte werden im Jahr 2013 fortgesetzt

Grund dafür ist die Vermittlungs- und Qualifizierungsstruktur von Neue Wege, an deren vielfältigen Angeboten 3 499 Menschen teilgenommen haben. Sie reicht von den Einstiegsoffensiven über das Integrationscenter und den Zielgruppenmaßnahmen bis hin zur Vergabe von 117 Bildungsgutscheinen, mit denen Kosten für notwendige Ausbildungen übernommen wurden. Das Bildungs- und Teilhabepaket, das der Bundesgesetzgeber für die Unterstützung bedürftiger Kinder und Jugendlicher aufgelegt hat, wurde von 46,6 Prozent der Bezugsberechtigten in An-spruch genommen und bildet sich in der Ausgabensumme von 984 541 Euro für 2012 ab.

Nach den Worten von Thomas Metz will sich der Eigenbetrieb weiter der sozialpolitischen Herausforderung stellen, speziell Menschen mit komplexen Problemlagen gezielte Unterstützung anzubieten. Dazu wurde im Sommer 2012 das Programm „eoPLUS“ gestartet, in dem gemeinsam mit den Leistungsberechtigten im Blick auf ihre Möglichkeiten trotz bestehender Einschränkungen die nächsten Schritte auf dem Weg in den Arbeitsmarkt durch einen Allgemeinmediziner, einen Psychologen sowie einen Jobcoach in einem Arbeitsplan festgehalten werden.

Der Eigenbetrieb will das Pilotprojekt „eoPlus“ nach Abschluss des Erprobungsjahres ausweiten. Die Zahl der Integrationscenter wird beibehalten. Die Fördermaßnahmen „50Plus“ für ältere Arbeitslose sollen weiter ausgebaut werden. Die Förderung von Behinderten und von Behinderung bedrohten Menschen wird durch mobile Beratung und durch die Besetzung von 20 Arbeitsplätzen für Schwerbehinderte ergänzt.

Bildungsgutscheine für individuelle Qualifizierungen sollen noch zielgerichteter eingesetzt werden. Die Zusammenarbeit mit den Arbeitgebern durch Schaffung gemeinsamer Qualifzierungsprojekte soll verstärkt werden. In Kommunalprojekten in drei Gemeinden im Kreisgebiet sollen zielgerichtete Betreuungsmaßnahmen durchgeführt werden.

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