Von der Schule in den Beruf

Einstiegshilfe: Mörlenbacher Jobcenter „Neue Wege“ bietet Spätbewerbern um einen Ausbildungsplatz umfassende Unterstützung an – Geringe Resonanz bei erstem Treffen

MÖRLENBACH. Zahlreiche Möglichkeiten stehen den Spätbewerbern für einen Ausbildungsplatz noch offen. Diese Möglichkeiten zeigte das Jobcenter Mörlenbach diesjährigen Schulabgängern am Dienstag und Mittwoch auf – ein eigentlich reizvolles Angebot vom Eigenbetrieb „Neue Wege“ des Kreises Bergstraße, das jedoch nur von wenigen Schulabgängern in Anspruch genommen wurde.
Dabei war die Intention gut, denn das Angebot richtete sich an Schulabgänger von Familien, die finanziell vom Jobcenter unterstützt werden. „Wir wollen frühzeitig Wege zu einem Ausbildungsplatz aufzeigen, um den Jugendlichen die Abhängigkeit vom Jobcenter zu ersparen, so dass sie auch finanziell auf eigenen Beinen stehen können“, so Leiterin Sabine Linnert.
Die Idee zum Job-Einstiegs-Event, das unter das Motto „School’s out for Summer“ gestellt worden war, entstand erst vor zwei Wochen in einer Teamsitzung. Deshalb wurde die Aktion erst kurzfristig ins Leben gerufen. Zwar waren die beiden ausgewählten Tage aufgrund der Osterferien gut gewählt, allerdings fehlten viele der eingeladenen Jugendlichen.
Von den rund 250 zu betreuenden Jugendlichen wurden 80 angeschrieben, von denen viele möglicherweise den Schulabschluss in diesem Jahr machen werden. Einige meldeten sich daraufhin zurück und erklärten, dass sie entweder weiterhin zur Schule gehen werden oder bereits einen Ausbildungsplatz gefunden haben. Dieses Engagement lobten die Mitarbeiter des Jobcenters. Auch betonten sie, dass es ein freiwilliges Angebot seitens der Jobcenter für die Jugendlichen sei, das keinerlei Sanktionen bei Nichtteilnahme nach sich ziehe. „Wir wollen bei der Ausbildungssuche lediglich unterstützen und ermitteln, wie viele dieses Thema überhaupt jetzt schon betrifft“, so Sabine Linnert.
Eingeladen waren Jugendliche zwischen 15 und 20 Jahren. Und obwohl die Teilnahme an dem Angebot des Jobcenters recht mau war, war dies schließlich von Vorteil für die Jugendlichen, die gekommen waren.
Jeder Teilnehmer sei schon ein Erfolg, bewertete Sabine Linnert die Aktion. So hatten die Jugendlichen die Möglichkeit, unter 35 Angeboten aus der Azubi-Ecke auszuwählen. Alle Angebote waren aus dem näheren Umkreis. Dabei waren Branchen wie Handwerk, Hotel und Gastronomie sowie kaufmännische oder medizinische Bereiche vertreten. Selbst Ausbildungsplätze im IT-Bereich lassen sich noch finden. Viele der Ausbildungsplätze sind auch an Hauptschulabsolventen zu vergeben. Außerdem bestand die Möglichkeit, den Mitarbeitern des Jobcenters die mitgebrachten Bewerbungsunterlagen vorzulegen, um noch einige wertvolle Ratschläge von Fachleuten zu erhalten.
In einem Impulsreferat beleuchteten die Mitarbeiter außerdem die derzeitige Bewerbungssituation. Der Monat April ist wohl die letzte Möglichkeit, noch in diesem Jahr einen Ausbildungsplatz zu finden. Danach werden die meisten Stellen vergeben sein oder die Zeit für die Arbeitgeber zur Vorbereitung wird zu knapp.
Ratschläge und Anregungen wurden rund um das Thema „Wie bewerbe ich mich“ gegeben. Berücksichtigt wurden dabei auch die Erwartungen von Arbeitgebern an die Jugendlichen. Auf welchen Wegen der Jugendliche zu einem Ausbildungsplatz kommen kann, wurde ebenfalls vorgestellt. Neben der Jobsuche beim Arbeitsamt gibt es zahlreiche andere Plattformen. Auch so genanntes „Vitamin B“ und Interessenverbände können von Vorteil bei der Ausbildungssuche sein. In einer offenen Runde konnten die Jugendlichen über ihre Sorgen und Nöte sprechen.
Da die Bewerbungen sonst eigentlich schon in den ersten Monaten des Jahres verschickt werden sollten, wird die Veranstaltung künftig in den Winter verlagert werden, so die Mitarbeiter des Jobcenters. Mit dem erstmaligen Veranstalten des Job-Einstiegs-Events waren trotzdem alle zufrieden. (ita)

Starkenburger Echo
14.4.2009

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