Schuldnerberatung im Kreis Bergstraße steht allen Ratsuchenden offen

Bilanz des Jahres 2013 von Neue Wege und dem Amt für Soziales zeigt Beratungsbedarf

Laut Auswertungen des „Schuldneratlas 2013“ hat sich zwar die allgemeine
Wirtschaftslage im vergangenen Jahr positiv entwickelt, dennoch verbesserte sich die Überschuldungssituation in Deutschland nicht: So sind nach den Untersuchungen auch Ende 2013 weiterhin 6,6 Millionen Bundesbürger über 18 Jahren überschuldet.

Auch im Kreis Bergstraße sind viele Menschen mit ihrer finanziellen Situation überfordert und können den Weg aus der Schuldenfalle nicht ohne professionelle Beratung bewältigen. Arbeitslosengeld II-Bezieher können über das Kommunale Jobcenter Neue Wege Kreis Bergstraße Hilfe finden, aber auch alle anderen betroffenen Bergsträßer Bürgerinnen und Bürger haben Anspruch auf eine kostenfreie Beratung. Das Diakonische Werk Bergstraße, die Arbeiterwohlfahrt sowie der Caritasverband Darmstadt e.V. bieten entsprechende Unterstützung an.

Nach Auswertung der Daten des Jahres 2013 der Schuldnerberatungen im Kreis Bergstraße nahmen insgesamt 708 Betroffene das Angebot in Anspruch. 400 der Personen waren Leistungsbezieher nach dem SGB II. Betrachtet man das Alter der Ratsuchenden zeigt sich, dass hauptsächlich Personen im Alter von 25 bis unter 50 Jahren die Hilfe nutzten. Die durchschnittliche Beratungsdauer belief sich auf rund 14 Monate. Insolvenzanträge wurden 2013 von insgesamt 144 Personen, 75 davon Arbeitslosengeld II-Bezieher, gestellt.

Zumeist ist es eine Verstrickung von mehreren Faktoren, individuellen Problemen und kritischen Lebensereignissen, die zu Ver- und Überschuldung führen: Mangelnde Erfahrung im Umgang mit alltäglichen Situationen, ausuferndes Konsum- und Kreditverhalten, Trennung, Krankheit, Suchterkrankung oder Arbeitslosigkeit sind nur einige der Auslöser die zu nennen sind. Wenn ein Haushalt in ein Schuldenloch gefallen ist, bieten die Schuldnerberatungsstellen umfassende Hilfe in Bezug auf finanzielle, rechtliche und lebenspraktischer Beratung. Die gemeinsame Erarbeitung und Umsetzung eines Lösungskonzeptes für Betroffene stehe dabei an erster Stelle, berichtet Neue Wege Betriebsleiter Stefan Rechmann. Ein solches Konzept kann sowohl eine Regulierung wie Vergleichs- oder Ratenzahlungsvereinbarungen als auch die gemeinsame Vorbereitung eines Insolvenzverfahrens beinhalten. Angestrebtes Ziel der Schuldnerberatung ist langfristig gesehen die dauerhafte Entschuldung der Betroffenen.

„Die Integration in Erwerbsarbeit klappt oft nur, wenn nicht nur die Vermittlung von Arbeitsstellen, sondern eine ganzheitliche Betreuung stattfindet. Vielen Kunden des Kommunalen Jobcenters fehlt nicht nur ein Job. Sie sind zusätzlich mit sozialen und persönlichen Problemen belastet. Diese gehen wir mit unseren Beratungsangeboten, unter anderem Schuldner- und Suchtberatung aktiv an – nur so kann die Überwindung von Armut und Arbeitslosigkeit gelingen“, so der Kreisbeigeordnete Matthias Schimpf abschließend.

Die Finanzierung der Maßnahme erfolgt aus Fördermitteln des europäischen Sozialfond und des Landes Hessen.

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