Projekt eröffnet Perspektiven für Arbeitslose der Generation 50Plus

Berichterstattung des Südhessen Morgens vom 28.07.2011

Neue Wege zurück in den Job

Viernheim. “Balsam für die Seele, ein wahres Feuerwerk in meiner Situation”, beschreibt ein Teilnehmer in der Werbebroschüre, wie ihm das Bundesprogramm “Perspektive 50PLUS” vom Hartz IV-Bezug in ein Arbeitsverhältnis geführt hat. Der Mann, der sich so glücklich über seinen Neustart äußert, gehört zu der besonderen Zielgruppe bei der Wiedereingliederung in den Arbeitsmarkt, zur Generation “50 plus”.

Arbeitslose über 50 Jahre zurückführen in eine sozialversicherungspflichtige Tätigkeit – das ist das Ziel des Bundesprojekts “Perspektive 50PLUS”. Der Kreis Bergstraße mit dem Eigenbetrieb “Neue Wege” nimmt an dem Programm teil, in Viernheim betreibt die Kombrecht-Engel-Schule (KES) das Integrations-Center “50PLUS”. Das Konzept wurde ab März 2010 für einige Monate getestet, bis Juli 2012 läuft die zweite Periode dieser Maßnahme.

15 Plätze stehen für die Integration 50PLUS zur Verfügung, die speziell ausgebildeten Fallmanager von “Neue Wege” entscheiden, wer die Maßnahme in Anspruch nehmen kann. “Das sind hauptsächlich Personen, die seit mehreren Jahren arbeitslos sind und keine große spezifische Fachqualifikation haben”, beschreibt KES-Leiter Frank Schierk den typischen Teilnehmer und nennt die wichtigste Voraussetzung: “Entscheidend ist, ob sich jemand auch auf Neues einlassen will.”

In den Räumen der Schule in der Schwetzinger Straße 19 treffen sich die Teilnehmer des Projekts, zunächst täglich, dann über sechs Monate hinweg in regelmäßigen Abständen. Karl-Heinz Schneider ist verantwortlich für die Gruppe 50PLUS und für die Inhalte der Vermittlung: Bewerbertraining, Computer-Schulung, Überprüfung der vorhandenen Qualifikationen, Weiterbildungsmaßnahmen, Stellensuche, Vermittlung von Praktika, Kontaktaufnahme mit Firmen oder auch mal ein gemeinsamer Spaziergang. “Durchatmen, das gehört dazu”, erklärt Schierk, dass für den Erfolg des Projekts persönliche Lebensumstände und eventuelle Handicaps und Einschränkungen berücksichtigt werden.

Aus der ersten Maßnahme konnten zwölf der insgesamt 30 Teilnehmer in ein Arbeitsverhältnis vermittelt werden – ein Erfolg, für den Rainer Burelbach einen Grund kennt. “Die Nähe zur Industriehochburg Mannheim wirkt sich positiv auf den Viernheimer Arbeitsmarkt aus. Mit der OEG ist man in zehn Minuten bei Großkonzernen, die auch noch guten Lohn zahlen”, erklärt Heppenheims künftiger neuer Bürgermeister, der als Leiter von “Neue Wege” das Vermittlungsprojekt von Beginn an begleitet hat.

Nicht alle sind motiviert

Aber nicht alle Teilnehmer seien motiviert, überhaupt wieder arbeiten zu gehen. “Es ist schnell ausgerechnet, dass der Netto-Monatslohn bei manchen Zeitarbeitsfirmen unter dem Niveau des Arbeitslosengelds liegt”, berichtet Schneider. “Wer Sozialleistungen bekommt, sollte alles tun, was ihm möglich ist, wieder in Arbeit zu kommen – und dabei sollte er jede Hilfe bekommen”, nennt Thomas Metz die politische Aufgabe. Der Erste Kreisbeigeordnete will “die Verpflichtung jedes Einzelnen und die Unterstützung durch die Gemeinschaft” zusammenbringen – und eine Möglichkeit dazu ist das Programm “50PLUS”.

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