„Noch große Aufgaben vor uns“: Kreisdezernent besucht Arbeitsmarktforscher

Berichterstattung der Lampertheimer Zeitung vom 12.08.2011

Erster Kreisbeigeordneter Thomas Metz besucht Integrationscenter

(wolf). Seit dem 1. Juli bietet das Deutsche Institut für Arbeitsmarktforschung (DIA) – in Kooperation mit dem Jobcenter Neue Wege Kreis Bergstraße – ein spezielles sechsmonatiges Förderprogramm für langzeitarbeitslose Jobsuchende an. In den angemieteten und neu gestalteten Räumlichkeiten einer lichtdurchfluteten Fünf-Zimmer-Wohnung in der Nibelungenstraße offeriert DIA, mit Geschäftsführer Andreas Heck an der Spitze, dieses Vermittlungs-, Beratungs- und Bildungsangebot im Rahmen der Initiative „Perspektive 50 Plus“ für Arbeitslose, die älter als 50 Jahre sind und nach längerer Arbeitslosigkeit wieder in den ersten Arbeitsmarkt eingegliedert werden sollen.

Das Integrationscenter 50 plus gibt insgesamt 20 Arbeitssuchenden in zwei Gruppen an drei Tagen zu je drei Unterrichtsstunden ein umfangreiches Qualifizierungs- und Vermittlungsmanagement. Die private Arbeitsvermittlungsgesellschaft, die von den politischen und fachlichen Entscheidern des Kreises Bergstraße im Bereich der Jobcenter unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten und vor allem unter Berücksichtigung der besonderen Qualifikation und Erfahrung auf dem Gebiet der Reintegration in die Arbeitsmärkte als Kooperationspartner für zumindest ein Jahr ausgewählt wurde, setzt auf genaue Beratungsschwerpunkte und dezidierte Weiterentwicklungsmöglichkeiten.

Coach und Stationsleiter Gerhard Herr und Integrationsberaterin Anja Hallstein erarbeiten mit ihren Schützlingen einen individuellen Integrationsplan, beraten und verbessern die Selbstpräsentation der einzelnen Kursteilnehmer und entwickeln eine persönliche Bewerbungsstrategie. „Das Teilnehmerfeld der ersten 20 Männer und Frauen ist bunt“, erklärte Herr am Donnerstagvormittag beim Besuch des Ersten Kreisbeigeordneten Thomas Metz in den Räumlichkeiten des Centers im Blauen Palais. „Die Mehrzahl kommt aus Lampertheim, Bürstadt und dem Ried. Der Qualifikationsstand ist sehr unterschiedlich.“ Während ein Teilnehmer zuerst einmal Schreiben und Lesen lernen müsse, hätten viele andere bessere Voraussetzungen für eine rasche und erfolgreiche Rückkehr in den Beruf.

Brigitte Wecht, Projektleiterin „Pro Arbeit 50 Plus“ des Job-Centers Bergstraße, zeigte sich beim Vor-Ort-Termin sehr optimistisch, dass durch eine intensive Betreuung und ein gezieltes Fallmanagement viel größere Chancen auf eine relativ rasche Rückkehr auf den Arbeitsmarkt bestünden. Auch Coach Gerhard Herr, der ähnliche Projekte schon an anderen Orten erfolgreich betreut hatte, war überzeugt vom Funktionieren des halbjährigen Angebotes und sah bereits nach sechs Wochen erste greifbare Erfolge – bis hin zur unmittelbar bevorstehenden Vermittlung eines ersten Kursteilnehmers in ein festes Arbeitsverhältnis.

Thomas Metz sah in der Erfahrung des Kooperationspartners DIA einen großen Vorteil bei diesem Projekt der gezielten Jobvermittlung für ältere Langzeitarbeitslose. Der Kreisbeigeordnete und zuständige Dezernent erläuterte aktuelle Zahlen aus dem Bereich des Job-Centers Ried. „In den letzten zwölf Monaten ging hier die Zahl der zu vermittelnden Personen im Alter über 55 Jahre erfreulicherweise von 208 auf 101 zurück.“ Trotzdem gelte es, gerade in diesem Altersbereich, zusätzliche Anstrengungen zur Reintegration zu unternehmen.

Metz wörtlich: „Hier liegen zukünftig noch gewaltige Aufgaben vor uns.“ Rainer Burelbach, Betriebsleiter Neue Wege Kreis Bergstraße, und der Regionalteamleiter des Job-Centers Ried, Christian Bayer, beurteilten die Entwicklung gerade dieses speziellen Teiles des Arbeitsmarktes „50 Plus“ übereinstimmend als „vorsichtig optimistisch“ und versprachen sich weitere, anhaltende Erfolge der Qualifikationsoffensiven und des Beschäftigungspakts „Pro Arbeit 50 Plus“ insgesamt.

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