Neue Wege: Innovatives Projekt für Menschen mit gesundheitlichen Einschränkungen

Der Eigenbetrieb Neue Wege Kreis Bergstraße -Kommunales Jobcenter- bietet künftig mit dem Projekt „eoPLUS“ eine innovative Maßnahme zur Vermittlung von Langzeitarbeitslosen mit gesundheitlichen Einschränkungen an.

„In unserer Gesamtstrategie ergänzt eoPLUS die Einstiegsoffensive, damit wird un-ser Grundangebot komplett“, erklärt der Erste Kreisbeigeordnete und Sozialdezer-nent Thomas Metz, der das neue Förderinstrument gemeinsam mit Betriebsleiter Stefan Rechmann und Projektmitarbeitern der Öffentlichkeit vorstellte. „Wegen der innovativen Elemente stößt eoPLUS auch bei den Sozialministerien von Bund und Land auf großes Interesse und der Verlauf des Projekts wird aufmerksam verfolgt“, so Metz.

Es hat sich gezeigt, dass die Einstiegsoffensive – ein Sofortprogramm, das seit 2008 für eine intensive Beratung und eine zügige Vermittlung von Langzeitarbeitslosen in Arbeit steht – nicht für alle Langzeitarbeitslosen geeignet ist. Rund ein Viertel der Antragsteller, häufig Menschen mit gesundheitlichen Einschränkungen, benötigen eine andere Form der Unterstützung. Hier nun setzt „eoPLUS“ mit einer gänzlich neuen Konzeption und einer innovativen Herangehensweise an.

Ein medizinscher Eingangs-Check soll Aufschluss geben, ob und inwiefern der Kunde, der bei der Antragstellung gesundheitliche Beschwerden angibt, Einschränkungen unterliegt. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Maßnahme eoPLUS entwickeln in den folgenden zwei Wochen gemeinsam mit Ärzten, Coaches und Psychologen einen Gesundheits- und Integrationsplan. Dieser stellt zusammen, welche Beschäftigungsangebote auf dem ersten Arbeitsmarkt ausgeübt werden können und welche begleitenden medizinischen Therapien, wie beispielsweise Krankengymnastik, zur Genesung oder Verbesserung des Allgemeinbefindens notwendig sind. Schwerpunkt bilden hierbei die bestehenden Angebote im Gesundheitswesen, speziell der Krankenkassen, die den Kunden zugänglich gemacht werden sollen. „Neue Wege möchte den Zugang zum Gesundheitssystem verbessern und die Kunden „gesundheitlich auffangen“, erläutert der Erste Betriebsleiter Stefan Rechmann.

In einem nächsten Schritt wird der Gesundheits- und Integrationsplan umgesetzt. Unter der Grundidee „Jeder kann etwas“ steht dabei die Erwartung, dass sich auch Menschen mit gesundheitlichen Problemen voll und ganz dafür einsetzen, ihre Ar-beitslosigkeit schnellstmöglich zu beenden. Dies erfordert allerdings auch, ein individuell zumutbares Arbeitsangebotes zu akzeptieren und konsequent an allen geeigneten Aktivitäten teilzunehmen, die darauf abzielen, „fit“ für den Arbeitsmarkt zu werden. Dazu gehört ebenso, gesundheitlich Hilfe, etwa verordnete Therapien, anzunehmen. Praxisjobs und Arbeitserprobungen ermöglichen den Kunden neue Erfahrungen in der Arbeitswelt zu sammeln und Kontakte zu künftigen Arbeitgebern zu knüpfen. Während dieser Phase erhalten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer ein Jobcoaching mit individueller Begleitung. Aus den Rückmeldungen der Arbeitgeber lässt sich der weiteren Qualifizierungsbedarf erkennen.

Mit Rückkehr in die Berufswelt endet das Unterstützungsangebot nicht abrupt. Das eoPLUS-Konzept sieht eine Nachbetreuung derjenigen, die ein Arbeitsverhältnis aufnehmen konnten, vor. Dabei ist auch der Arbeitgeber einbezogen, um etwaigen Komplikationen (Abbruch, Auflösung des Arbeitsverhältnisses) vorzubeugen.

„Unter den Personen, die bisher nicht arbeiten konnten, sind viele Fachkräfte. Diese gilt es zu mobilisieren und fit für den Arbeitsmarkt zu machen, gerade auch im Hinblick auf den kommenden Fachkräftemangel“, so Metz abschließend.

(v.l.n.r) Erster Kreisbeigeordneter Thomas Metz, Projekteiterin eoPLUS Christine Herzberg-Pirih, Fallmanager eoPLUS Dieter Lohstroh-Kussowski und Erster Betriebsleiter Stefan Rechmann

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