Fünf Jahre Erfolgskonzept Einstiegsoffensive: Neue Wege freut sich über gute Vermittlungsarbeit und bundesweites Interesse

Im Jahr 2008 als Pilotprojekt gestartet, feiert das Erfolgskonzept Einstiegsoffensive Anfang des Jahres 2013 fünfjähriges Bestehen. Getreu dem Motto „Ihr Job ist es, Arbeit zu finden – wir unterstützen Sie dabei“ steht das Konzept im Kreis Bergstraße für ein intensives Beratungsangebot und die konsequente Umsetzung des „Work-first“ Ansatzes – die zügige Vermittlung von Erstantragstellern in Arbeit.
Der Erste Kreisbeigeordnete und Sozialdezernent Thomas Metz berichtet: „Die
Zahlen derjenigen, die nach Ablauf der achtwöchigen Maßnahme einen Arbeitsplatz gefunden haben, sprechen für sich. Wir erzielen seit Beginn Vermittlungserfolge direkt aus der Einstiegsoffensive von rund 60 Prozent, das Konzept „Hilfe zur Selbsthilfe“ funktioniert. In fünf Jahren Einstiegsoffensive konnten 2.046 Personen in den 1. Arbeitsmarkt sowie in Ausbildungsverhältnisse vermittelt werden – ein tolles Ergebnis.“
Betriebsleiter Stefan Rechmann ergänzt: „Mit der Einstiegsoffensive ist es uns im Kreis Bergstraße gelungen, auf den positiven Erfahrungen der niederländischen Werkakademien aufzubauen. Im Vordergrund unseres Projektes steht die aktive Arbeitssuche jedes Einzelnen. Mit der sofortigen Aktivierung der Neuantragsteller fördern wir die Eigenverantwortung und Eigeninitiative der Leistungsbezieher. Die Kunden kommen, getreu unserem Motto „Ihr Job ist es, Arbeit zu finden – wir unterstützen Sie dabei“ nicht in eine Passivposition. Sie haben die Aufgabe, mit eigener Kraft den Sprung ins Arbeitsleben zu schaffen.“
Mit den internen Einstiegsoffensiven in den Jobcentern Bergstraße, Odenwald, Ried und Viernheim und externen Einstiegsoffensiven in Bensheim, Lorsch, Lautertal und Birkenau ist das Sofortangebot im gesamten Kreisgebiet vertreten. Menschen jeden Alters, die Anspruch auf Leistungen nach dem SGB II haben und nicht wegen beispielsweise einer sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung, Vollzeitselbstständigkeit, Ausbildung oder Betreuung von Kleinkindern verhindert sind, werden direkt bei Antragstellung zur Teilnahme an der Einstiegsoffensive verpflichtet. Um schnellstmöglich in den Arbeitsmarkt zurückkehren zu können, sind die Teilnehmer vier Tage die Woche drei Stunden aktiv auf Jobsuche. An allen Standorten steht ein Gruppenraum mit Computer-Arbeitsplätzen mit Internetzugang zur Verfügung, um auch die Bandbreite von Jobbörsen für Recherchezwecke nutzen zu können. Direktangebote von Arbeitgebern können ebenfalls eingesehen und Bewerbungen auf ausgeschriebene Stellen direkt ausgedruckt werden.

Thomas Metz erklärt: „Dadurch, dass unsere Gruppen altersmäßig gemischt sind, profitieren die Älteren beispielsweise vom Computerwissen der Jüngeren, Berufseinsteiger wiederum greifen auf den Erfahrungsschatz Älterer zurück. Ausschlaggebend für die Vermittlungserfolge ist die enge Verzahnung des offenen Konzepts, mit flankierenden Maßnahmen wie Schuldner- und Suchtberatung sowie Arbeitgeber- und Bewerberservice. So wird eine Betreuung der Jobsucher auch über die acht Wochen hinaus gewährleistet.“
Umfragen unter den Teilnehmern ergeben ebenfalls positive Resonanzen: Die wertschätzende Arbeitsatmosphäre, die gruppendynamischen Prozesse und das offene Konzept des Projektes finden große Zustimmung. Um das Projekt kontinuierlich weiter zu entwickeln und zu verbessern, erfolgen in Kooperation mit den Kunden regelmäßig Evaluierungen. Sollte am Ende des Projektes das Ziel, die Vermittlung in Arbeit, nicht erreicht worden sein, wird zur Abklärung der weiteren Vorgehensweise ein Abschlussgespräch mit dem Coach und dem Fallmanager geführt. Jenen, die nicht vermittelt werden konnten, wird ein Beschäftigungs- bzw. Qualifizierungsangebot in Vollzeit angeboten.
Auch die Projektleiterin Christine Herzberg-Pirih freut sich über fünf erfolgreiche Jahre Einstiegsoffensive: „Unser besonderes Augenmerk gilt von Anfang an der Kundenzufriedenheit. Sie liegt unseren Umfragen zufolge mit 93 Prozent in einem überzeugenden Bereich. Beeindruckend ist auch das große bundesweite Interesse an unserem Work-First Ansatz. Allein in diesem Monat erhielten wir Anfragen interessierter Kommunaler Jobcenter und Gemeinsamen Einrichtungen aus Hessen, Niedersachsen, Baden-Württemberg, Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz, die sich vor Ort bei uns über unser Erfolgsmodell informieren. Vom Ministerium für Arbeit und Soziales Sachsen-Anhalt in Magdeburg wurden wir ebenfalls gebeten, unsere Einstiegsoffensive anlässlich der nächsten Regionalkonferenz zu präsentieren.“

Der Eigenbetrieb Neue Wege zeigt mit dem Vermittlungskonzept „Einstiegsoffensive“ eindrucksvoll, dass die richtige Balance von Fördern und Fordern zu bemerkenswerten Ergebnissen führt, so der Erste Kreisbeigeordnete Metz. „Unsere Erfolge sprechen für sich und sind ein Beleg dafür, dass unser innovativer und dezentraler Weg der Aktivierung von Langzeitarbeitslosen erfolgreich ist. Ziel des Eigenbetriebes ist es, das gelungene Konzept und die Kontakte zu regionalen Unternehmen weiter auszubauen, um Arbeitslose noch effektiver unterstützen und vermitteln zu können.“

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