Eigenbetrieb Neue Wege erweitert Angebot für ausländische Mitbürger

Über den Sport zur Sprache

Berichterstattung der Lampertheimer Zeitung vom 01.10.2010

Neben der allgemeinen Betreuung Langzeitarbeitsloser mit dem Ziel der Vermittlung in den ersten Arbeitsmarkt bietet der Eigenbetrieb Neue Wege des Kreises Bergstraße individuelle Hilfestellungen. Wie dazu der Erste Kreisbeigeordnete Thomas Metz bei einem Pressegespräch mitteilte, gilt besonderes Augenmerk jugendlichen und älteren Arbeitslosen über 50 Jahren. Eine zusätzliche Aufgabe sei die Vermittlung der deutschen Sprache, die zum Eintritt in ein Arbeitsverhältnis unbedingt erforderlich ist. Von der sprachlichen Förderung in Kindergärten und Tagesstätten angefangen werde dazu ein vielschichtiges Programm von Angeboten gebraucht, das sich auch in den abgehaltenen Sprach- und Integrationskursen widerspiegele.

Seit 2005 wurden 1 500 ausländische Mitbürger in diesen Kursen betreut und neben der Sprache auch mit den allgemeinen Lebensumständen in Deutschland vertraut gemacht. Den Teilnehmern wurde dabei unter anderem auch die Möglichkeit der Mitwirkung in Sportvereinen im Kreisgebiet vorgestellt. Die Integration in diese Vereine sieht Thomas Metz als einen Kernbereich an, der auch dem Zweck der Vermittlung in eine Beschäftigung dienlich sei.

Für Eigenbetriebsleiter Rainer Burelbach soll die gesellschaftliche Integration durch Sport und Kultur für einen Einstieg in den Beruf genutzt werden. Um dies zu unterstützen, hat der Eigenbetrieb das Projekt „ProArbeit 50Plus Impuls“ gestartet, mit dem die seither ehrenamtlich unter der Schirmherrschaft des Turn- und Sportvereins Rot-Weiß Auerbach geleistete Arbeit unterstützt werden soll. Ging seither der ehrenamtlich tätige Projektleiter Peter Kiernicke in die Integrationskurse des Kreises, wird er diese Arbeit künftig als Projektmitarbeiter des Eigenbetriebs leisten.

TSV-Präsident Günther Kuch verwies dazu auf eine Dokumentation über die Integration ausländischer Mitbürger in bestehende Sportgruppen und deren sprachliche Förderung. Gestartet wurde das Projekt 2006 auf ausschließlich ehrenamtlicher Basis. Bisher wurden nahezu 1 000 Personen in den Kursen des Eigenbetriebs befragt, von denen 432 an einen Sportverein im Kreisgebiet vermittelt werden konnten. Keine Frage, dass der Sportkreis Bergstraße die Aktion unterstützt; insgesamt wurden 29 Sportarten bei 37 teilnehmenden Sportvereinen angenommen. Migranten aus 43 Nationalitäten sind zurzeit in diesem Projekt vertreten. Je nach Sportart und Wohnort wird der entsprechende Verein informiert und übernimmt die Patenschaft. Ein kostenloses Training für sechs bis maximal zwölf Monate wird angeboten. Der sportlich Interessierte wird zum ersten Training zu Hause abgeholt und persönlich seinem Paten im Sportverein übergeben. Dadurch werden mögliche Berührungsängste minimiert, und der Zugang in die richtige Sportgruppe ist ge-währleistet.

Sportkreisvorsitzender Günter Bausewein regte an, dass neben den gut besuchten Sportgruppen für Mutter und Kind auch verstärkt um Kinder aus Tagesstätten und Schulen geworben werden sollte. Auch sollten in den Vereinen Angebote für Trendsportarten erfolgen. Sicher sei auch der eine oder andere ausländische Mitbürger in die praktische Arbeit in einem Sportverein gut einzubinden.

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