Chancengleichheit fördern, Mitmachen ermöglichen

Begrüßen die Erweiterung des Bildungs- und Teilhabepakets: Vize-Landrätin Diana Stolz (rechts) mit Stefan Rechmann und Sabine Emig vom Eigenbetrieb Neue Wege.

Kreis Bergstraße (kb) Kinder sollen ihre Fähigkeiten optimal entwickeln können und faire Chancen auf gesellschaftliche Teilhabe und Bildung erhalten – möglichst unabhängig von den finanziellen Möglichkeiten des Elternhauses. Um dies zu unterstützen, hat der Bund das Bildungs- und Teilhabepaket noch einmal ausgebaut. Gleichzeitig wird es bei der Antragstellung und der Abrechnung von Leistungen Vereinfachungen geben. Zur Umsetzung der entsprechenden Maßnahmen stehen für den Zeitraum von 2019 bis 2021 jährlich 220 Millionen Euro zur Verfügung. Entsprechende Änderungen treten zum 1. August 2019 in Kraft.

„Ich begrüße die Erweiterung des Bildungs- und Teilhabepakets sehr“, stellt die Erste Kreisbeigeordnete Diana Stolz, die unter anderem für den Eigenbetrieb Neue Wege und das Jugendamt des Kreises zuständig ist, heraus. „Denn um auf Dauer leistungsfähig und erfolgreich zu bleiben, müssen wir in Deutschland noch bessere Voraussetzungen dazu schaffen, dass jedes Kind seine individuellen Potentiale voll ausschöpfen kann. Die nun in Kraft tretenden Gesetzesänderungen sind ein richtiger Schritt in diese Richtung.“

Denn: Über das Bildungs- und Teilhabepaket erhalten leistungsberechtigte Kinder und Jugendliche mehr Möglichkeiten, um an Bildungs- und Förderangeboten im schulischen, sozialen und kulturellen Bereich teilnehmen zu können. So wird etwa der Betrag für die Ausstattung mit Schulbedarf von 100 auf 150 Euro pro Schuljahr erhöht und der Eigenanteil beim Schulessen entfällt vollständig. Der Bund übernimmt für Leistungsberechtigte zudem die Kosten für Ausflüge und mehrtägige Klassenfahrten. Auch die Kosten für eine außerschulische Lernförderung können, wenn bei den Kindern und Jugendlichen große Lerndefizite vorliegen, übernommen werden. Beiträge für Sport- und Kulturvereine oder Ferienangebote können mit bis zu 15,00 Euro monatlich bezuschusst werden.

„Viele Eltern stellt es vor gravierende finanzielle Herausforderungen, ihren Kinder eine vollständige Teilhabe zu ermöglichen und sie umfangreich zu fördern“, stellt Vize-Landrätin Stolz heraus. „Mit dem Bildungs- und Teilhabepaket wollen auch wir hier vor Ort `Mitmachen möglich machen`. Gerne setzen wir die Änderungen des Bildungs- und Teilhabepakets im Kreis um und werden auch intensiv auf die neuen Möglichkeiten aufmerksam machen.“

Wer hat Anspruch auf die Leistungen? Kinder und Jugendliche aus Familien, die Arbeitslosengeld II, Sozialgeld, Sozialhilfe, Leistungen nach Paragraf 2 und 3 des Asylbewerberleistungsgesetzes erhalten oder Wohngeld und Kinderzuschlag beziehen, haben die Möglichkeit, die Leistungen des Bildungspaketes in Anspruch zu nehmen. Grundsätzlich anspruchsberechtigt sind Kinder und Jugendliche bis zum 25. Lebensjahr, die eine allgemein- oder berufsbildende Schule besuchen und keine Ausbildungsvergütung erhalten.

Die Bearbeitung der Anträge für alle hier genannten Anspruchsberechtigten erfolgt zentral über den Eigenbetrieb Neue Wege Kreis Bergstraße -Kommunales Jobcenter. Weitere Informationen finden Sie unter der Hotline: 06252/15-6051 oder unter www.bildungspaket.neue-wege.org. Hier stehen auch alle entsprechenden Formulare zum Download bereit.

Ein weiterer Baustein für mehr Fachkräfte in der Region

Wirtschaftsförderung Bergstraße hat in Kooperation mit Neue Wege den neuen „Bewerberpool“ an den Start gebracht / Instrument ist in digitales Forum „HR-Netzwerk der Wirtschaftsregion Bergstraße“ integriert

Die Wirtschaftsregion Bergstraße / Wirtschaftsförderung Bergstraße GmbH (WFB) setzt sich für die Wirtschaft im Kreis Bergstraße und die damit verbundenen Arbeitsplätze ein. Dabei hat sie nicht zuletzt dem Fachkräftemangel den Kampf angesagt. „Auch in unserer Region suchen die Unternehmen vieler Branchen dringend qualifizierte Mitarbeiter“, weiß Dr. Matthias Zürker, Geschäftsführer der WFB. „Deshalb ist die Gewinnung, aber auch Bindung, von Fachkräften eine der größten Herausforderungen für diese“.

Von links: Andreas Furch, Projektmanager Unternehmerservice bei der Wirtschaftsregion Bergstraße / Wirtschaftsförderung Bergstraße GmbH (WFB), Kooperationsprojekt Neue Wege, Stefan Rechmann, Betriebsleiter des Eigenbetriebs Neue Wege Kreis Bergstraße -Kommunales Jobcenter-, und Dr. Matthias Zürker, Geschäftsführer der WFB.

 

Um den Personalentscheidern in der Wirtschaftsregion Bergstraße ein Forum zu geben, aktuelle Personalthemen zu diskutieren, sich auszutauschen und zu vernetzen, hat die WFB für sie die digitale Plattform „HR-Netzwerk der Wirtschaftsregion Bergstraße“ geschaffen. Mit einem neuen Instrument, dem so genannten „Bewerberpool“, bietet die WFB ihnen ab sofort die Chance, direkt mit Fachkräften, die sich beruflich neu orientieren wollen, in Kontakt zu treten. HR steht hierbei für „Human Resources“, also Arbeitskräfte. „Das gesamte HR-Netzwerk ist ein geschützter Bereich“, erläutert Andreas Furch, der im Rahmen des Kooperationsprojekts zwischen WFB und dem Eigenbetrieb Neue Wege Kreis Bergstraße -kommunales Jobcenter- als Projektmanager im WFB-Unternehmerservice tätig ist. „Nur registrierte Nutzer können den ‚Bewerberpool‘ einsehen“, so Furch. Wie er weiter erläutert, werden hier die Profile und Lebensläufe von Bewerbern eingestellt, die sich zuvor bei einem anderen Unternehmen beworben haben, es dort mit einer Anstellung nicht geklappt hat und die dem Einstellen in dem Bewerberpool zugestimmt haben. Somit kann dieses Potenzial an Fachkräften auch Unternehmen zugänglich gemacht werden, bei denen sich ein Bewerber vielleicht nicht unbedingt direkt beworben hätte. Ebenso umfasst der Pool auch Fachkräfte aus dem Bestand von Neue Wege „Selbstverständlich sind nur die Informationen sichtbar, die der Bewerber wünscht“, erklärt Furch.

In den Räumen der WFB gaben Dr. Zürker, Stefan Rechmann, Betriebsleiter von Neue Wege, sowie Furch dem neuen Instrument kürzlich den letzten Schliff und schalteten es online. „Der neue Bewerberpool ist ein weiterer Baustein unseres gemeinsamen Engagements für die weitere positive Entwicklung der Wirtschaftsregion Bergstraße“, erklärte Rechmann mit Blick auf das erfolgreiche Kooperationsprojekt zwischen WFB und dem Eigenbetrieb Neue Wege, mit dem beide Institutionen seit 2008 gemeinsam an einem Strang ziehen, um Unternehmen und Arbeitskräfte in der Region zu unterstützen.

Info: Das HR-Netzwerk der Wirtschaftsregion Bergstraße finden Sie unter www.wirtschaftsregion-bergstrasse.de/Arbeit/HR-Netzwerk-WRB .Wissenswertes über den Eigenbetrieb Neue Wege Kreis Bergstraße -Kommunales Jobcenter- gibt es unter www.neue-wege.org, weitere Informationen über die Serviceleistungen der WFB gibt es unter www.wirtschaftsregion-bergstrasse.de.

Quelle Text/Foto: Wirtschaftsförderung Bergstraße GmbH, Heppenheim vom 05.06.2019

Mit „Vermittlungscoaching“ zum Job

Jobcenter „Neue Wege“ bringt junge Leistungsempfänger in den Arbeitsmarkt

Nicht immer fällt es Jugendlichen und jungen Erwachsenen leicht, ihren beruflichen Weg zu finden. Denn verschiedene Stolpersteine können den Weg zu Ausbildung oder Studium erschweren. Um dann einer Arbeits- und Perspektivlosigkeit entgegenzuwirken, hat „Neue Wege“, das kommunale Jobcenter des Kreises Bergstraße, einige gute Ideen entwickelt und umgesetzt. Die Maßnahme „Vermittlungscoaching für Jüngere“ ist eine davon.

Ziel ist es hier, Jugendlichen und jungen Erwachsenen, die aus einer Bedarfsgemeinschaft kommen oder selbst bereits Arbeitslosengeld II beziehen, bei der Suche nach einer beruflichen Perspektive und einem Ausbildungs- beziehungsweise Arbeitsplatz zu unterstützen. Denn eine fehlende Berufsausbildung ist das größte Vermittlungshemmnis, wenn es um die Integration in den Arbeitsmarkt geht. Bereits seit 2006 setzt „Neue Wege“ dieses Programm, das sich auf 15- bis 25-Jährige fokussiert, erfolgreich mit der Merkur-Schule in Mörlenbach um. Dabei profitiert das Jobcenter vom umfangreichen, guten Netzwerk, über das die Schule als regionaler Bildungsträger verfügt.

„Es ist uns sehr wichtig, jungen Menschen, insbesondere denen mit schwierigem sozialen Hintergrund, rechtzeitig eine gute Perspektive für ihre berufliche Zukunft aufzuzeigen“, so die zuständige Dezernentin und Erste Kreisbeigeordnete Diana Stolz. Einige bräuchten eine individuelle Strategie, um überhaupt auf dem Ausbildungsmarkt Fuß fassen zu können. „`Neue Wege` berät hier nachhaltig und unterstützt die jungen Menschen gezielt bei ihrem Start ins Berufsleben“, erklärt Stolz. Ziel sei es, die Heranwachsenden im Kreis in den ersten Arbeitsmarkt zu integrieren. Es gelte, die genannte Zielgruppe vor langfristiger Arbeitslosigkeit und somit vor Armut, einem dauerhaften Leistungsbezug und auch vor Frust zu bewahren. Beim „Vermittlungscoaching“ stehen die Stärkung des Bewerberpotentials, die Aufrechterhaltung der Motivation sowie die intensive Netzwerkarbeit mit Betrieben, Eltern und Partnern im Zentrum.

Die aktuellen Vermittlungsresultate belegen den Erfolg, den das Team von „Neue Wege“ mit dem „Vermittlungscoaching“ erzielt: Allein im Kalenderjahr 2017 konnten 26 Personen erfolgreich bei der Suche nach einem Ausbildungs-, Studien- oder Arbeitsplatz unterstützt werden. 17 Jugendliche starteten eine berufliche Qualifizierungsmaßnahme, elf von ihnen über eine Ausbildung, sechs über die Aufnahme eines Studiums. Drei junge Menschen wurden in eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung im Landschaftsbau, Bau oder als technischer Assistent vermittelt. Der Rest bekam Plätze in bezahlten Praktika oder Mini-Jobs mit guter Aussicht auf Aufstockung oder Übernahme. Ein Jugendlicher besucht als positives Resultat des „Vermittlungscoachings“ eine weiterführende Schule.

Lfd. Nr.: 41 / 2018