Blick zurück auf ein erfolgreiches Jahr

Jobcenter Neue Wege stellt Jahresbilanz vor

Gemeinsam mit Neue Wege Betriebsleiter Stefan Rechmann und dessen Stellvertreter
Harald Weiß lud der scheidende Erste Kreisbeigeordnete und Sozialdezernent Thomas Metz zur Vorstellung der Jahresbilanz 2013 und eines Ausblicks auf das Jahr 2014 in das kommunale Jobcenter in Heppenheim ein. Thomas Metz, der in Kürze den Posten des Staatssekretärs im Wiesbadener Justizministerium begleiten wird, freute sich über die positive Entwicklung auf dem Bergsträßer Arbeitsmarkt.

„2013 war ein erfolgreiches Jahr mit deutlich sinkenden Arbeitslosenzahlen im Kreis
Bergstraße. Insgesamt konnten 1966 Personen, die Leistungen nach dem Zweiten Sozialgesetzbuch erhielten, in Arbeit und Ausbildung integriert werden. Durch die Abnahme der Arbeitslosigkeit ist nicht zuletzt auch die Zahl der Bedarfsgemeinschaften gesunken, der Haushalte, die auf Leistungen der Grundsicherung angewiesen sind. Von 6763 registrierten Familien Ende 2012 sind nun noch 6609 auf staatliche Unterstützung angewiesen“, erklärt der Erste Kreisbeigeordnete und Sozialdezernent Thomas Metz.

Die Zahl der Arbeitslosen belief sich im Monat Dezember 2013 auf 3776 Personen. Im
Vergleich: Im Vorjahresmonat Dezember 2012 waren 173 Menschen mehr auf Sozialleistungen angewiesen. Die Zahl der Arbeitslosen insgesamt fiel im Jahresverlauf um 4,69 Prozent. Besonders erfreulich ist die Entwicklung bei den unter 25-jährigen. Hier waren mit Stand Dezember 2013 39 Jugendliche ohne Arbeit oder Ausbildung. Im Vergleich zum Januar 2013 mit 81 Jugendlichen ein Rückgang um knapp 52 Prozent. Die SGB II-Arbeitslosenquote im Kreis Bergstraße lag im Jahr 2013 mit 2,8 um 1 Prozent niedriger als der hessische Durchschnitt mit 3,8 Prozent.

Auch im Blick auf das Bildungs- und Teilhabepaket, das seit 2011 als Unterstützung für Kinder und Jugendliche angeboten wird, sind steigende Antragszahlen zu vermelden. Die Quote der Inanspruchnahme beläuft sich im Kreis Bergstraße im Bereich SGB II auf 49,3 Prozent. Berücksichtigt man den Schulbedarf, der zweimal jährlich an Schüler im SGB II-Bezug ausgezahlt wird, liegt die Inanspruchnahme bei 90,3 Prozent.

„Das Bildungspaket ist ein Gewinn und eine soziale Unterstützung für die Familien vor Ort, kein Kind soll außerhalb der Gesellschaft stehen. Wir sind mit der Entwicklung zufrieden, sehen aber noch Luft nach oben und bewerben das Angebot weiterhin mit Broschüren,
Plakaten und Informationsveranstaltungen“, erklärt Betriebsleiter Stefan Rechmann.

Darüber hinaus gab Stefan Rechmann Einblick in die Schwerpunkte für das laufende Jahr 2014. Der Fokus der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Neue Wege liegt auf der Förderung von Menschen mit multiplen Einschränkungen. Ein großer Teil der Menschen, die sich im Leistungsbezug nach dem zweiten Sozialgesetzbuch befinden, sind auf Grund mehrfacher Hemmnisse nicht sofort in den Arbeitsmarkt vermittelbar. Dementsprechend müssen die Mittel und Maßnahmen um eine Integration zu erreichen, angepasst werden, so Stefan Rechmann. Es hat sich gezeigt, dass die Einstiegsoffensive – ein Sofortprogramm, das seit 2008 für eine intensive Beratung und eine zügige Vermittlung von Langzeitarbeitslosen in Arbeit steht – nicht für alle Langzeitarbeitslosen geeignet ist. Rund ein Viertel der Antragsteller, häufig Menschen mit gesundheitlichen Einschränkungen, benötigen eine andere Form der Unterstützung. Hier setzt das Projekt „eoPLUS“ für Menschen mit multiplen, zumeist gesundheitlichen Problemlagen, an.

Auf Grund des hohen Bedarfs wird die Gesundheitsmaßnahme ab 1. Februar 2014 zusätzlich neben dem Standort Heppenheim auch am Standort Mörlenbach angeboten. Ebenfalls wird es ab Februar 2014 an den Standorten Heppenheim und Viernheim einen Servicepoint Gesundheit geben. Für Leistungsbezieher, bei denen auf Grund ihrer gesundheitlichen Situation die Erwerbsfähigkeit oder berufliche Eignung unklar ist, ist der Service Point Gesundheit erste Anlaufstelle. Neben der Durchführung von
Erwerbsfähigkeitsprüfungen soll die Anlaufstelle die gesundheitliche Situation der Teilnehmer beleuchten und durch fachliche Begutachtungen Empfehlungen für den bestmöglichen Förderweg des Teilnehmers geben. Für Kunden der Jobcenter Viernheim und Odenwald ist der Service Point Gesundheit Viernheim Anlaufstelle, für Kunden der Jobcenter Bergstraße und Ried der Service Point Gesundheit Heppenheim.

Auch die noch engere Zusammenarbeit mit regionalen Arbeitsgebern steht auf der Agenda des Eigenbetriebs. Gemeinsam sollen Konzepte von arbeitsmarktgerechten Maßnahmen erarbeitet und Problematiken besprochen werden. „Ein gutes Netzwerk ist für eine nachhaltige Arbeitsvermittlung essentiell“, erläutert Stefan Rechmann. „Denn unser Ziel ist es, dass die Integrationen von Dauer sind und nicht nach kurzer Zeit beendet werden.“
Ein Augenmerk wird zudem auf die Förderung von Menschen mit Migrationshintergrund und Flüchtlingen gelegt. Des Weiteren wird das Projekt „50PLUS“, das sich für die Integration älterer langzeitarbeitsloser Männer und Frauen in den ersten Arbeitsmarkt einsetzt fortgeführt. Allein in diesem Jahr wird das Projekt mit rund 1,2 Millionen Euro vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales gefördert.

Abschließend bedankte sich Betriebsleiter Stefan Rechmann bei dem ausscheidenden Ersten Kreisbeigeordneten und Sozialdezernenten Thomas Metz für die sehr gute und vertrauensvolle Zusammenarbeit in den letzten Jahren.

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